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NDS Monster Jam: Pfad der Zerstörung
 
 
Monster Jam: Pfad der Zerstörung - NDS
Matthias Engert (03.04.2011)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Virtuos
GENRE: Action Racer
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.25 Euro
RUMBLE PAK: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Was früher oft als exotisch und typischer amerikanischer Freizeitspaß bekannt war, ist mittlerweile auch in unseren Breiten immer mehr anzutreffen. Die Rede ist vom Thema Monster Trucks. Normale Pick Up Chassis, die auf Fahrgestelle mit überdimensionalen Reifen gebaut sind. Nichts ist vor ihnen sicher und die Action bei allerlei Stunts, Sprüngen und blinder Zerstörung stehen klar im Vordergrund. Klar dass sich ein solches Thema auch als Hintergrund für Videospiele anbietet. Bisher waren allerdings gerade diese entsprechenden Spiele auf den Handhelden äußerst mäßig aufgefallen, was den Spielspaß angeht. Das soll aktuell alles anders werden. Denn in Monster Jam: Pfad der Zerstörung sollen vor allem lizenzierte Inhalte für passende Rahmenbedingungen herhalten. Dazu dürfen sich interessierte Gamer direkt auch mal über ein Doppel freuen. Denn neben der hier vorgestellten DS Version, steht auch eine Wii Alternative zur Verfügung. Wir sind gespannt.

Menus und die Story....

Unter dem Dach von Activision Blizzard erscheint dieses Nintendo Doppel und ich persönlich bin schon mal froh, dass als Entwickler solcher Games mal nicht die Firma Skyworks auserwählt wurde. Dann hätte ich mir schon beim Auspacken große Sorgen gemacht. ;-) Hier durfte sich, die durchaus bekannte Software Schmiede Virtuos versuchen. Nimmt man mal einen fehlenden Online Modus heraus, so bietet der Titel zunächst alles, was man heutzutage von einem soliden DS Spiel erwarten darf. Komplett deutsch und auch mit einer ebensolchen Sprachausgabe umgesetzt, kommt neben dem bequemen Auto Save auch ein Multiplayer für bis zu 4 Spieler zum Einsatz. Eine Story in dem Sinne darf man dennoch nicht erwarten, was aber in diesem Falle nicht weiter tragisch ist. Hier punkten dann eher die lizenzierten Inhalte und Ihr als Spieler, habt die Aufgabe quer durch die USA zu reisen und in den original Location's der Tour, mit ebensolchen Trucks für Furore zu sorgen. Dabei beginnt ihr als Rookie der Szene, dürft einen eigenen Truck lenken und entwickeln und eben versuchen die Weltmeisterschaft zu erringen. Soweit die Rahmenbedingungen in dieser Hinsicht.

Sehr passend wird man dabei in das Spielgeschehen eingeführt, und ein Vorspann mit realen Szenen stimmt den Spieler gut in das Thema ein. Qualitativ zwar nicht das Beste was der DS leisten kann, dennoch sehr passend gemacht. Man sieht aber schnell, dass mehr die Action im Vordergrund steht, als reine Rennspielaction. Dies sollte man sich also durchaus auch vor Augen halten. Auch wenn Rundenrennen schon ein Bestandteil sind. Das Haupt Menu ist aufgeräumt und bietet 3 Punkte zur Auswahl. Neben dem Karriere Modus für 1 Spieler, wartet die Mehrspieler Abteilung, sowie zu guter Letzt die Optionen. In diesen könnt ihr die Steuerung und damit Tastenbelegung einsehen, Sounds und Effekte anpassen, sowie auch das eigene Profil Löschen. Mehr ist es hier dann auch nicht und wir können uns zunächst voll auf den Einzelspieler konzentrieren, der hier als kompletter Karriere Modus umgesetzt wurde.

Technik und Gameplay....

Startet man den Karriere Modus, so darf man als erstes seinen Truck wählen und etwas personalisieren. Aus 2 verschiedenen und einfachen Chassis Varianten darf man wählen, die auch eigene Stats und technische Werte mitbringen. Sei es im Bereich des Handling, Speed oder natürlich auch der Stunt Action, samt einem nutzbaren Nitro. Man gibt sich einen Namen, unter dem man dann in den einzelnen Events antreten kann. Positiv sollte die später immer einhergehende Entwicklung des Trucks sein. Zumindest dann, wenn man auch Erfolge in den Events einfährt. Von daher hält man den Motivationseffekt durchaus recht hoch. Hat man diese einführenden Einstellungen getätigt, darf man eigentlich auch schon beginnen und erkennt schnell ein weiteres interessant gemachtes Feature. Eher ungewöhnlich für einen Action Racer, erspielt man hier auch Erfahrungspunkte und kann im Spielverlauf, wie in einem Rollenspiel, auch im eigenen Level steigen. Über diese stetigen Level Ups schaltet man im Verlauf neue Fahrzeuge, Teile, Locations und Ausrüstungen für die eigenen Trucks frei. Man beginnt logischerweise mit Level 1 und darf sich in der ersten von 11 Ortschaften innerhalb der USA beweisen. Dabei sind diese unterteilt in 8 real existierende Stadien und Meisterschafts Events. Hier findet man dann z.B., den auch hierzulande bekannten Superdome in New Orleans. Fester Ort auf der Karte der USA ist Diggers Dungeon. Wenn man so will die Garage und Werkstatt, in der ihr alle Arbeiten am Fahrzeug jederzeit tätigen könnt. Wie in vielen Spielen typisch, steht euch auch hier zu Beginn nur 1 Location zur Verfügung. Alle anderen schaltet man über Erfolge und die Level Ups frei.

Um Erfahrungspunkte zu erspielen, wählt man eine nutzbare Location an und bekommt einen Event Bildschirm zu sehen. 8 verschiedene Events gibt es pro Stadion, die sich grob in Stunt und Racer Action einteilen. Auch hier sind nicht sofort alle 8 anwählbar, sondern müssen ebenso nach und nach freigeschaltet werden. Abschließen kann man diese insgesamt enthaltenen knapp 60 Events mit dem bekannten Medaillen System. Je besser, umso mehr Erfahrungspunkte gibt es. Wählt man nun ein Event direkt an, bekommt man Infos zu den Aufgaben und Zielen hier. Sei es eine Zeit, die man unterbieten sollte, oder aber natürlich einen Score, der möglichst überboten werden soll. Vor jedem Event kann man nun zum einen den Schwierigkeitsgrad selber einstellen, was mir weniger gefällt und eine temporär wirkendes Upgrade nutzen. Fährt man ein Rennen, wählt man hier logischerweise etwas zum Thema Geschwindigkeit, während bei Stunt Action das entsprechende Upgrade genutzt wird. Nehmen wir mal die beiden zunächst anwählbaren Event Varianten, anhand derer ich euch gut das System samt Steuerung darlegen kann. Die sogenannten Stunt Herausforderungen verlangen von euch das Ausführen ganz bestimmter Stunts nach Zeit und festen Vorgaben. Dabei werdet ihr allein in das Stadion entlassen, habt einige Schanzen vor euch und sollt nun die eingeblendeten Stunts ausführen, um diesen Event als gelöst zu bekommen. Je schneller ihr das hinbekommt, oder je mehr Punkte ihr erspielt, sorgt dann für die Platzierung und erzielbaren Erfahrungspunkte.

Was schon hier schnell negativ auffällt ist der View Point im Spiel. Erstens gibt es nur einen und zum zweiten ist dieser recht nah am Fahrzeug, was durchaus mal für Übersichtsprobleme sorgen kann. Speziell in den Renn Modi später. Gesteuert wird Rennspiel Typisch über das Steuerkreuz, samt A und B für Gas und Bremse. Gut gemacht ist das separate Nutzen beider Achsen, so dass man auch beide völlig verschieden oder gleich nutzen kann. Das sorgt z.B. dafür, das Donuts überhaupt kein Problem sind, weil man eben Vorder- und Hinterachse nutzen kann. Auch später in den Rennevents kann man so viel direkter Einlenken, wobei dort andere Dinge für Ärger sorgen. Im Stunt Modus habt ihr Platz und könnt so easy im Stadion agieren. Per X-Taste könnt ihr einen Nitro zuschalten, der euch vor einer Schanze natürlich mehr Speed verleiht und höhere und weitere Sprünge zulässt. Hier Punktet auch die Engine und die Physik. Zwar kann ich wenig über einen real zu steuernden Monster Truck als Vergleich heranziehen, aber verkantetes Landen und einknickende Trucks erlebt man sehr oft. Mal landet man je nach Tempo und Winkel in der Luft, den man beeinflussen kann, auf den Vorderreifen oder kann eben im richtigen Moment einen Wheelie hinlegen. Das ist schon ganz passend gemacht und geht eigentlich leicht von der Hand. Etwas anders sieht es bei den reinen Rennen aus. Zwar führt euch hier der Weg auch mal nach Draußen und 2 Runden sind hier meist zu absolvieren. Kranken tut hier aber der Renn Modus an den zu engen Strecken, dem angesprochenen Übersichtsproblem und der etwas hakeligen Steuerung. Ist so oft mehr ein Krampf. Dabei fährt man immer gegen 3 CPU Dödel, die euch aber in der Regel nicht das Wasser reichen können.

Hier kommt ein weiterer Kritikpunkt schnell zum Tragen. Es ist selbst auf Normal zu Leicht Erfolge einzufahren. Da ändern auch die verschiedenen Event Typen nur wenig dran. So gibt es den Freestyle Modus für Stunts, bei dem Ihr machen könnt was ihr wollt, oder aber Renntechnisch sorgt das Team Rennen und die Stadionsession für Abwechslung. Hier geht es nur in einem 1-1 auf Strecken von einem Punkt A nach B, innerhalb des Stadions um den Sieg. So spielt man unter anderem auch die 28 realen und lizenzierten Tricks frei. Grave Digger oder der Avenger sind auch hierzulande keine Unbekannten. Kleinere Turniere sind enthalten, so dass die Abwechslung an sich schon stimmt, nur eben teils wenig Probleme bereitet. So machen Renntechnisch die Solo Missionen oft am meisten Spaß. Einmal gilt es per Checkpoint Rennen Tore in einer bestimmten Reihenfolge möglichst schnell zu erwischen, während im Zeitrennen Modus, Stadion Bestzeiten unterboten werden müssen. Unterhaltsam für jüngere Gamer, aber nichts was einen älteren Spieler lange unterhält. 5 Stunden reichen somit vollkommen aus, um das Spiel zu Beenden. Dabei helfen natürlich auch die Upgrades, die man über die Level Ups freispielt. Speziell beim Design und neuen Fahrzeugteilen punktet das System. Dazu neue Chassis und bessere technische Werte, sind dann schon das richtige für den jungen Stunt Fan. Dennoch fehlt dem Spiel in meinen Augen der Feinschliff an vielen Stellen und immer wenn man denkt, jetzt zieht der Spaß mal an, ist es entweder zu Ende, oder macht aufgrund der Steuerung oder kleinerer technischer Macken nicht so viel Spaß. Das zieht sich leider von Anfang bis Ende durch das Spiel und macht manchen guten Ansatz zunichte.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Monster Jam auf dem DS so eine Sache. Man hat zwar schon versucht, die Trucks selber in den Vordergrund zu rücken, erkauft sich dies aber gerne mal durch recht grobe und einfache Umgebungsgrafiken. Wirkt alles recht steril und nur selten sorgen Effekte abseits der Trucks für eine gewisse Lebendigkeit. Die Trucks selber sind gut gestaltet und kommen auch von den Proportionen her recht gut rüber. Der Game Speed selber stimmt und auch die Kollisionsabfrage gibt wenig Anlass zur Kritik. Oft ist sie eher noch zu genau, was gerade in den Rennen für manch unglückliche Landung oder einen nicht gewollten Ausflug in die Pampa sorgt. Zumindest dort wo die Strecken mal nicht so eng sind. Hier wäre durchaus mehr möglich und vor allem ein etwas weiter entfernter Kamera Punkt hätte dem Spiel gut getan.

Beim Sound gibt es durchaus Licht und Schatten. Gelungen sind die Truck Geräusche, die man versucht hat recht ordentlich einzubinden. Die Kisten klingen auch halbwegs so, wie man sich das vorstellt. Auch die Musiken mit den typischen schnellen und rockigen Gitarrenklängen passen sehr gut zum Spielgeschehen. Dazu bekommt man einen deutschen Kommentator zu hören, der hier und da auch mal ein paar Sätze zum Besten gibt. Was dagegen nicht gefällt ist die reine Qualität der Sounds. Man hört ihnen die Komprimierung durchaus an. Immer etwas verzerrt und gefühlt übersteuert, hören sich viele Dinge im Spiel an.

Multiplayer....

Der Multiplayer wäre eine lohnenswerte Sache, wenn die hier angebotenen Dinge mit nur einer Karte machbar gewesen wären. Leider gibt es nur die Multicard Version, die keinen Grund darstellt, gleich mehrere Spiele zu kaufen. Denn wählen und Spielen kann man eigentliche alle Events und Locations im Spiel. Dabei stehen euch sogar CPU Mitspieler zur Verfügung, sollte man z.B. zu zweit ein Rennen fahren wollen. Dennoch rechtfertigt dies keinesfalls die Anschaffung weiterer Spielmodule.

Fazit....

Monster Jam: Pfad der Zerstörung bringt auf dem DS schon einige gute Ansätze und Ideen mit. Die personalisierten Inhalte, den entwickelbaren eigenen Truck, bis hin zum Erfahrungspunkte und Level System. Viele Events, original Stadien und Trucks gehören hier schon auf die Haben Seite. Allerdings macht man vieles wieder zunichte, durch einen zu nahen View Point in meinen Augen, der vor allem in den Renn Events nicht ideal wirkt. Auch der reine Schwierigkeitsgrad ist nicht das, was man für ein langes Spielvergnügen braucht. Es ist auf lange Sicht zu einfach durch das Spiel zu kommen. Und da sich der Wiederspielwert in Grenzen hält und auch der Multiplayer nur als Multicard Variante enthalten ist, bleibt unter dem Strich ein Action Racer, der sich für jüngere Spieler noch anbietet. Ältere Gamer lassen hier die Finger davon.

 

+ Steuerung Stunt Action
+ Für jüngere Zielgruppe
+ Original/Lizenzierte Inhalte
+ Secrets, EP und Level System
+ Event Abwechslung
+ Komplett deutsch
- Steuerung Racing Action
- Insgesamt zu Leicht
- Grafisch grobe Gestaltung
- Nur 1 Viewpoint
- MP nur als Multicard

GRAFIK: 62%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER: 55%

GESAMTWERTUNG: 58%

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