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NDS Miami Nights: Singles in the City<
 
 
Miami Nights: Singles in the City - NDS
Kilian Pfeiffer (17.03.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Ubisoft
GENRE: Simulation
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die "Sims" waren gestern - heutzutage tummelt man sich in Miami, der Stadt der unzähligen Möglichkeiten. Insbesondere für Singles anscheinend ein Plätzchen, an dem man unter Garantie fündig wird. Auf der Suche nach dem geeigneten Partner sollte man dem amerikanischen Plätzchen einen Besuch abstatten - nicht nur wegen der glühend-heißen Sonne, den kurvigen Damen und dem scheinbar sorgenlosen Leben, sondern vor allen Dingen um endlich seinen Deckel zu finden - stellvertretend steht dieser für den passenden Partner, sofern dies zu Unklarheiten geführt haben sollte. Ähnlich aufgezogen wie ein "Sims"-Spiel gibt es auch in "Miami Nights - Singles in the City" eine ganze Menge zu erleben. Für welches Geschlecht Ihr Euch hingegen zu Beginn des Spieles entscheidet, sollte von Euch höchstpersönlich durchdacht werden.

Menus und die Story....

Endlich ist es soweit: dort, wo die Schönheit anscheinend aus der Retorte produziert wird, wird Euer zukünftiger Wohnort sein. Mitten am Strand, überall herrscht Heiterkeit, die Sonne scheint, die Menschen sind freundlich und könnten direkt vom Laufsteg entflohen sein. Eigentlich ein Ort, der für Geschöpfe mit Minderwertigkeitsgefühlen alles andere als geeignet scheint. Gut, dass Ihr diese nicht habt und von Natur aus üppig ausgestattet seid - gleichgültig ob als Mann oder als Vertreterin des weiblichen Geschlechts. Schauspieler, Sänger oder Topmodel - diese drei Berufsvarianten stehen Euch zu Beginn zur Verfügung, Oberflächlichkeit kennt keine Grenzen. Bodenständigkeit ist in vorliegendem Titel eine Unbekannte. Macht aber nichts, denn ein Spiel dieser Art gibt es bislang immerhin noch nicht. Für was Ihr Euch auch immer entscheiden werdet, Euer Ziel wird es sein, an Popularität zu gewinnen und der Star Miamis zu werden. Doch dafür wird eine ganze Latte an Vorarbeiten verlangt.

Eine Spielhilfe im Hauptmenü erklärt Euch die Steuerungsmechanismen des Titels, wobei diese ein weiteres Mal während des Spielens angesprochen werden. Im Grunde steuert Ihr Euren Protagonisten - wir haben uns für eine leicht voluminöse Dame entschieden - wahlweise mit dem Steuerkreuz oder dem Touchpen aus einer Schräg-von-oben-Perspektive. Alles weitere erklärt sich beinahe von selbst. Ähnlich wie bei der "Sims"-Serie erstellt Ihr Euren Charakter aus diversen Einzeloptionen. Ihr schenkt ihm beispielsweise einen gestählten Körper, heftet ihm ein wenig Speck auf die Hüften, sorgt für ein sonnengebräuntes Lächeln oder verpasst ihm eine modisch-aktuelle Frisur. Hippe Klamotten kleiden ihn passend zum aktuellen Trend, selbstverständlich solltet Ihr auch aus einer Auswahl an flotten Gesichtsausdrücken wählen. Immerhin wollt Ihr im Laufe des Spieles das eine oder andere Gegenüber zu Euch nach Hause einladen. Aber keine Angst: mehr als wilde Zungenküsse werdet Ihr nicht zu sehen bekommen...

Technik und Gameplay....

Vergleichbar mit den "Sims" erwarten Euch auch in "Miami Nights - Singles in the City" die altbekannten Bedürfnisanzeigen. Aber die Gefahr gelangweilter Gähner wurde gebannt: denn anders als in den "EA"-Konkurrenzprodukten gibt es hier nur vier Bedürfnisse, die gestillt werden wollen, hinzu kommt, dass diese weit weniger schnell in einen kritischen Zustand geraten und demnach das eigentliche Spiel kaum darunter zu leiden hat. Dass der Gang zur Toilette wichtig ist, verstehen selbst wir, auch das Hunger-/Durst-Gefühl kann durch den einen oder anderen Drink in der nächsten Bar nach unten gefahren werden. Täglich zu duschen ist empfehlenswert, auch der Schlaf sollte nicht zu kurz kommen. Dennoch erwarten Euch weitere aufgabenabhängige Bedürfnisse, die zum Vorankommen nicht außer Acht gelassen werden sollten. Beispielsweise ist der Charme des Alter Egos gegenüber diversen Persönlichkeiten ein wichtiges Kriterium, bestimmte Aufgaben erfüllen zu können. Um in eine VIP-Lounge zu kommen, bedarf es nun mal eines gewissen Auftretens. Ebenso gilt es einen Top-DJ in Eure neue Bude einzuladen - immerhin ein Geschenk eines reichen Immobilienbesitzers, der Euch das Anwesen mir nichts, dir nichts gegen ein Gemälde eingetauscht hat. Wenn es weiter nichts ist…

Ihr seht, der Titel ist in einem Universum fernab jeglicher Realität angesiedelt - versteht uns nicht falsch, denn solch ein Luxusleben gibt es ohne Frage, allerdings werden wohl die wenigsten in den Genuss (oder eher doch das Grauen) kommen, das Leben in vollen Zügen auszukosten. Keine Sorge, auch der Hauptdarsteller hat seine Problemchen, denn immerhin muss auch er etwas Geld verdienen. Dies geschieht in Minispiel-ähnlichen Ausflügen, die über die ganze Stadt verteilt sind und Euren Geldbeutel mit der Zeit prall füllen werden. So dürft Ihr klein anfangen und das schmutzige Geschirr in einem Pub fleißig schrubben, später die Gäste eines Restaurants bedienen oder Eiscreme verkaufen, indem Ihr die Waffel korrekt mit der bestellten Ware füllt. Ob Staub gesaugt oder rasiert wird, das eigene Gesicht geschminkt oder Ballons aufgeblasen werden - neun Minispiele wurden in den Titel integriert, einige davon eignen sich hervorragend zum Geld verdienen, andere zum bloßen Vergnügen. Das Geld gebt Ihr übrigens für diversen Schnickschnack aus: unzählige Kleidungsaccessoires warten auf den Kauf, in fünf Kategorien dürft Ihr Möbel, Fußboden-Beläge oder Wand-Tapezierungen aussuchen, Vorhängen und Teppiche nach Gutdünken ordern und benötigte Haushaltselektrogeräte für das eigene Anwesen bestellen. Ihr solltet also viel schuften, um in jeder Hinsicht gut ausgestattet zu sein. Hinzu kommt, dass man als hipper Miami-Bewohner immer hübsch gekleidet sein muss, um aus der Masse herauszustechen.

Ach ja, die sozialen Kontakt sind in vorliegendem Titel von besonderer Bedeutung, denn durch Unterhaltungen, eingestreute Witze und kritische Anmerkungen bindet Ihr Euer Gegenüber an Euch - gekennzeichnet durch fünf Sterne. So werden oberflächliche Freundschaften geknüpft, mit fünf gefüllten Sternen geltet Ihr als Teil der Familie. Kleine Geschenke wie Blumen festigen die Bindung, ebenso dürft Ihr den Kuss auf die Wange wagen, später vielleicht gar das eigene Geschmacksorgan in den Mund des Gegenübers schieben ;-) . Häufig sollt Ihr Euch mit diversen Personen treffen, mit der Zeit lernt Ihr Miami wie Eure Westentasche kennen. Zu entdecken gibt es vieles, die Örtlichkeiten wurden abwechslungsreich gestaltet und beherbergen viele angenehme Details. Wie in der "Sims"-Serie macht Ihr die Bücherregale in der Bibliothek unsicher, was einen Effekt auf den eigenen Kulturwert hat. Andererseits ist es kein Problem sich in die Sonne zu legen und die Wärme um des Charismas willen auf sich niederbrennen zu lassen. Zwischendrin mal einen Snack aus dem Automaten oder schwuppdiwupp ein gebrauchtes Auto gekauft. Um in Miami Spaß zu haben, bietet der Titel reichliche Möglichkeiten, keine Frage. Rund sechs bis acht Stunden werdet Ihr benötigen, um den persönlichen Traum erreicht zu haben. Bis dahin wird die Abwechslung groß geschrieben. Etwas enttäuscht waren wir vom angeblichen Mehrspieler-Modus. Allerdings darf man hier nur seine eigenen Spielfiguren untereinander tauschen, deswegen verzichten wir auf eine gesonderte Wertung.

Grafik & Sound....

Ein trendiges Spiel bedarf einer schicken Optik. Und diese hat "Miami Nights - Singles in the City" ganz klar. Die 3D-Örtlichkeiten überzeugen dank einer großen Detaildichte. Ob Blümchen, herumliegende Zeitungen oder eine träumerische Strandbar. Beispielsweise erkennt man im eigenen Aquarium die sich dort tummelnden Fische. Das gesamte Setting macht einen hervorragenden Eindruck auf Seiten des Spielers - insbesondere der eigene Protagonist ist hinsichtlich seiner Animationen eine kleine Augenweide. Das Gesamtprodukt schneidet somit sichtbar besser ab als die vergleichbaren "Sims"-Titel für Nintendo DS.

Neben Variationen moderner Musiktitel wie "I like to move it" erwartet Euch eine Vielzahl weiterer Sounds, die auf das Flair des Titels abgestimmt sind und in perfekter Weise das Strand-Feeling sowie das Sommer/Sonnenschein-Lebensgefühl vermitteln. Auf eine begleitende Sprachausgabe hat man hingegen verzichtet, zumal die Unterhaltungen meist sowieso sehr dürftig und überflüssig ausfallen.

Fazit....

Knutschend am Strand flanieren, für teures Geld einen Luxusladen unsicher machen und eine Menge von Leuten kennen lernen. All diese Dinge sind in "Miami Nights - Singles in the City" möglich. Aufgrund des verbesserten und zusammengeschrumpften Bedürfnissystems macht der Titel in dieser Hinsicht mehr Spaß als zu Zeiten der Sims-Männchen/Weibchen. Auch grafisch überzeugt das Werk von "Gameloft" deutlicher als der "EA"-Konkurrent. Negativ ist hingegen, dass es relativ einfach ist, den Abspann zu erreichen. Außerdem hätten spannendere Aufgaben für mehr motivationsfrohe Abwechslung gesorgt. Dennoch sind die Minispiele sowie die mannigfaltigen Möglichkeiten ein Experiment, das aufgeht. Wer die "Sims" gerne gespielt hat, darf sich in das frivole Miami stürzen!

 

+ detaillierte Grafiken
+ verbessertes Bedürfnissystem
+ neun Minispieleinlagen
+ viele Örtlichkeiten
- sehr geradlinig
- irreführender Multiplayer
- belanglose Gespräche
- spannendere Aufgaben gewünscht

GRAFIK: 79%

SOUND/EFFEKTE: 75%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 71%

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