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NDS Mein Freund der Wasserdrache
 
 
Mein Freund der Wasserdrache - NDS
Kilian Pfeiffer (23.09.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Disky
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Es gibt Spiele, von welchen Ihr bislang mit ziemlicher Sicherheit kaum etwas gehört haben dürftet. In letzter Zeit sind einige solcher Titel erschienen, die nicht mal in den relevanten Medien für die Kinderzielgruppe besprochen wurden. Wir haben uns dennoch daran gemacht, besagte Titel zu ergattern und können Euch heute den Test zu „Mein Freund, der Wasserdrache" für Nintendo DS vorstellen. Einen zugehörigen Film gibt es hier ebenso, allerdings war dieser nur kurzzeitig im Kino und wurde kurze Zeit später direkt auf DVD in den Handel gebracht. Große Aufmerksamkeit wurde diesem zwar nicht zuteil, aber wenigstens hat man sich für eine Software-Umsetzung entschieden. Wollen wir doch mal sehen, ob der spielerische Eindruck überzeugt.

Menus und die Story....

Nach dem Einschalten des Handhelds erwartet Euch zunächst die Sprachauswahl, in welcher die Bildschirmtexte dargestellt werden. Fünf Sprachen stehen zur Verfügung, das darauf folgende Hauptmenü fällt eher spartanisch aus was den Inhalt angeht. Durch das Einsammeln von Mosaiksteinen schaltet Ihr exklusive Filmschnipsel frei, des Weiteren sind die Levels gespickt voll mit verloren gegangenen Gegenständen, die überall platziert wurden. „Gespickt voll" ist zwar ein dehnbarer Begriff, denn letzten Endes sind es gerade einmal sieben Objekte, die zu finden sind und was für Euch dabei herausspringt, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler von „Atomic Planet", scheinbar ein Haufen wahllos zusammen gewürfelter Hobby-Programmierer, die nicht bei jedem Gameplay-Element das passende Händchen hatten.

13 Missionen warten während des Storyverlaufs auf Angus MacMarrow, einen kleinen Jungen, der vor geraumer Zeit an der Küste von Loch Ness entlang wanderte. Plötzlich entdeckte er ein mysteriöses Objekt der Begierde, ein eiförmiges Etwas, das einfach nicht von dieser Welt zu sein schien. Und wie es nun mal mit der Neugierde eines kleinen Jungen so ist, nahm er das Ei mit sich, dieses wie seinen größten Schatz hütend. Seine Mutter durfte davon nichts wissen, auch Angus wusste bislang noch nicht, was er da mit sich trug. Es sollte sich herausstellen, dass es sich hierbei um den legendären Wasserdrachen handeln sollte, ähnlich mysteriös wie das Ungeheuer von Loch Ness.

Technik und Gameplay....

„Mein Freund, der Wasserdrache" hat einige deutliche Mankos, die den Titel nicht gerade zur allgemeingültigen Empfehlung machen. Da wäre zum einen der Umfang – nach rund eineinhalb Stunden dürfte jeder einigermaßen begabte Spieler das Ende des Titels erreicht und den Wasserdrachen auf seiner Reise begleitet haben. Bis Ihr allerdings dort ankommen werdet, gibt es einige Missionen, die zu bewältigen sind, aber nicht immer soviel Spaß bereiten, wie man es sich als verwöhnter Zocker nun mal wünscht. Ein Beispiel gefällig? In einem Level gilt es, Crusoe, den Wasserdrachen, vor einem kläffenden Hund flüchten zu lassen. Ein modrig wirkender Garten wird hierzu durchquert, der Kläffer darf den Wasserdrachen nicht erreichen – sobald Ihr das Torgatter erreicht habt, ist das Level zu Ende. Im Idealfall dauert dies knapp zwanzig Sekunden…

Was wir damit sagen wollen: Das gesamte Spiel ist dergestalt inspirationslos, jedes einzelne Level ist ein Schatten seiner selbst und weder mit Farben bereichert, noch mit Ideen angereichert. Wenn man dies als Idee bezeichnen darf, könnte man Crusoes „Bad" im Kochtopf anführen. Dort schwimmt der Wasserdrache in Babygestalt im Kreis und greift herabfallendes Gemüse ab, um seinen enormen Hunger zu stillen. Bestimmte Naturalien mag Crusoe lieber als andere, daher solltet Ihr als Spieler darauf achten, dass der Drache eher weniger Laub, als Zitronen und Salatköpfe zu sich nimmt. Ebenfalls muss die Zeitanzeige immerzu im Auge behalten werden, denn das Futterspiel ist nur dann von Erfolg gekrönt, wenn die Hungeranzeige gut gefüllt wird.

Zum Einschlafen wird es im Folgenden, wenn Crusoe in der hauseigenen Badewanne schwimmen geht und dort ansehnliche Akrobatikkunststückchen auf’s Parkett legen soll. Wie das funktioniert? Auf dem Touchscreen erscheinende Knöpfe laufen den Bildschirm entlang und müssen im rechten Moment gedrückt werden, um Angus ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Dessen Fröhlichkeit ist maßgeblich dafür, dass die aktuelle Stage beendet wird. Und je mehr Knöpfe Ihr in Folge erfolgreich betätigt, desto mehr Kunststückchen führt Crusoe seinem Finder vor. Später geht es dann mitten in einen Teich hinein, in dem der immer imposanter wirkende Drache mächtig aufdreht – spielerisch allerdings gleich um ein paar Stufen zurückschaltet. Kleine Fischsymbole sollt Ihr möglichst flink hintereinander antippen, um Geschwindigkeit aufzunehmen. Denn die vor Euch schwimmenden Fischchen müssen schließlich von Crusoe verschlungen werden, drei Stück an der Zahl, einer wohlschmeckender als der andere. Zwischen derartigen Wassereinlagen füttert Ihr den Wasserdrachen mit Gemüse, allerdings unter ständiger Beobachtung der Wachen, die Euch nicht in die Finger bekommen dürfen. Zu guter Letzt, wenn der tierische Protagonist erwachsen ist, ist das Spielgefühl zwar aufgrund des Teamplays etwas interessanter, dennoch bleibt unser Fazit, dass alle der Missionen an Inspiration kranken, sowohl in spielerischer als auch in technischer Hinsicht. Gepaart mit dem miesen Umfang ist das Endergebnis einfach nicht das, was man sich von einer Handheld-Umsetzung erwarten würde. Immer wieder erhofft und ersehnt man sich ein etwas beflügelnderes Spielerlebnis, wird von Mal zu Mal aber enttäuscht. Hier trifft also wieder einmal das zu, was wir eigentlich gerne abschreiben würden: nämlich, dass Lizenztitel nicht der Ruf des Schlechten anhaftet. Doch wir müssen uns wohl noch etwas gedulden, denn soweit ist der Fortschritt in der Spieleentwicklung nun doch noch nicht.

Grafik & Sound....

Grafisch ist „Mein Freund, der Wasserdrache" ein Machwerk, dem man gerne nur ein einziges Mal in seinem Leben begegnen möchte. Speziell die Wasserabschnitte sind ein Fall für die örtliche Mülldeponie. Kaum Bewegungsfreiheit, hässlich braune Töne und detaillose Texturen runden das Gesamtbild ab – uns persönlich hat es auf jeden Fall nicht überzeugen können, denn auch Angus’ Landmissionen sind nicht gerade der Rede wert.

Besser gefallen hat uns da schon der Sound des Spieles, der wenigstens ein wenig Atmosphäre mit sich trägt, auch wenn nicht allzu viele Melodien in das Software-Werk integriert wurden. Auf eine Sprachausgabe hat man trotz der Lizenz komplett verzichtet und begegnet stattdessen bloßen Textboxen, die weder umfangreich noch besonders hochwertig – schriftstellerisch gesehen - ausgefallen sind.

Fazit....

Wie gerne würden wir unbekannten Spielen eine Chance geben! Selbstverständlich hatten wir bereits solche Fälle, beispielsweise bei „Chronos Twins" oder „Dragonblade" (beide für Nintendo DS), die dann auch noch extrem gut abgeschnitten haben. Bei „Mein Freund, der Wasserdrache" gelingt das Unterfangen hingegen nicht, vielmehr wird den potenziellen Käufern ein Spiel präsentiert, das in jeder Hinsicht hinter den heutigen Vorstellungen liegt. Der Umfang ist läppisch, der Spaß kann sich kaum entfalten, auch optisch haben wir es eher mit einem Reinfall, als einer Überraschung zu tun. Nicht einmal für einen Mehrspieler-Modus hat es gereicht, ganz zu schweigen von einer fortschrittlichen interaktiven Spielweise. Die DS-Bedienung wirkt aufgesetzt und an vielen Stellen im Spiel einfach nur sehr schlecht. Wenigstens kann man der Lizenz noch ein wenig abgewinnen...

 

+ Lizenz zum „Sony Pictures"-Film
+ freispielbare Filmschnipsel
- vollkommen uninspiriert
- kurze Spielzeit (2 Stunden)
- technisch schwach
- fehlender Multiplayer

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 35%

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