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NDS Mein Freund, der Delphin
 
 
Mein Freund, der Delphin - NDS
Kilian Pfeiffer (13.05.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: THQ
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-3
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Delphine sind äußerst intelligent und daher auch besonders lernfähig. Dies besagt die Wissenschaft einerseits, aber andererseits kann man das während einer Delphinbeobachtung auch persönlich feststellen. Als Säugetier gebären die flinken Unterwasserbewohner ihre Nachkommen lebend, sind aber Zeit ihres Lebens zahm und für Menschen nicht gefährlich. Das ist auch der Grund, warum Delphine in therapeutischen Maßnahmen – insbesondere bei Kindern – so erfolgversprechend sind. Die Aura der gräulich-schimmernden Tiere ist beeindruckend und hilfreich zugleich. Beeindruckend auch deswegen, weil Delphinshows zur Attraktion wurden. In diesen vollführen die scheinbar lächelnd dreinschauenden Meeresbewohner akrobatische Kunststücke, springen waghalsig durch die Luft, um nach einem imposanten Salto laut klatschend ins Wasser einzutauchen.

Menus und die Story....

„Mein Freund, der Delphin" erscheint über „THQ" in Deutschland und stammt vom gleichen Entwickler, der bereits für „Fashion Designer – Style Icon" verantwortlich zeichnete: „505 Games". Mit „Abenteuer auf der Delfininsel" hatte „Ubisoft" vor einiger Zeit bereits einen kleinen Überraschungshit abgeliefert, der dank seiner spielerischen Möglichkeiten eine anständige Wertung einfahren konnte. Mit allerlei Meeresbewohnern beschäftigte man sich dort als Spieler, wohingegen „Mein Freund, der Delphin" nur eine einzelne Tiergattung zum Inhalt hat. Eine Freundschaft gilt es aufzubauen, den Delphin erfolgreich zu trainieren, um ihn schließlich vor versammeltem Publikum bei einer Präsentation der erlernten Akrobatik-Kunststücke auftreten zu lassen.

Leider fehlt dem Titel eine begleitende Geschichte, die das Abenteuer in einen Rahmen setzen würde – so verkommt der Spielspaß zu einer sich ständig wiederholenden Chose, die mit der Zeit deutlich an Reiz verliert und überhaupt nur noch zu Zwecken der spielerischen Inhaltskomplettierung dient. Natürlich ist es zu Beginn spannend einen Delphin unter Anwendung von erzieherischen Maßnahmen zu halten, wenngleich Wiederholungen und eine fehlende Hintergrundgeschichte für Unmut sorgen. Ein einzelner Speicherstand steht Euch zu Beginn zur Verfügung – sollte ein Geschwister ebenfalls als Dompteur tätig werden, muss es wohl in die Röhre schauen oder aber den derzeitigen Speicher überschreiben. Bedauerlich!

Technik und Gameplay....

Sobald Ihr am Becken des noch namenlosen Säugers angekommen seid, wartet zunächst die Namensgebung auf Euch. Begleitet werdet Ihr von erfahrenen Delphin-Wärtern, die Euch erste Tipps geben, was im Umgang mit den Lungenatmern von Bedeutung ist. Beispielsweise, dass ein erfolgreich gezeigter Trick durch ein Lob und eine Futtergabe abgeschlossen werden soll. Nur so lerne ein Delphin und verbessere sein Können stetig. Vorderhand solltet Ihr sowieso Euren Schützling einfach mal tun lassen und ihn bei seinem Treiben beobachten. Anfangs ist er noch ziemlich scheu, da er sich bislang noch nicht an das neue „Herrchen" gewöhnen konnte, mit der Zeit schmilzt allerdings das Eis und das Zutrauen steigt deutlich. Anhand einer Bindungsanzeige erkennt Ihr Euer Verhältnis zum Delphin (Herzen). Je mehr Herzen gefüllt sind, desto schneller lernt der Zögling weitere Tricks, folgt andererseits aber auch wesentlich besser den Aufgaben, die Ihr an ihn stellt. Das Training gehört zum wichtigsten Tagespunkt überhaupt – nur durch fleißige und sorgfältige Beobachtung bindet sich der Delphin an Euch. Fehler Eurerseits bestraft das Spiel mit einer dahin schmelzenden Bindungsanzeige.

Was Ihr schon immer über besagte Säugetiere wissen wolltet, findet sich in einem integrierten, virtuellen Lexikon, das in kompakter Weise über die Lebensweise der Meeresbewohner informiert. Dort erfahrt Ihr dann, was die Lieblingsspeise der beeindruckenden Flossenträger ist respektive erweitert den Horizont mit delphinspezifischem Detailwissen. Denn bis Ihr als „Topstar" die ultimative Attraktion innerhalb der Show darstellt, wird sprichwörtlich noch etwas Sand durch die Sanduhr rinnen. Aber zunächst ist es eventuell ganz ratsam, dem Treiben des eigenen Delphins beizuwohnen und zuzusehen. Eingreifen dürft Ihr zwar nicht, dafür aber diverse Musikstücke („Stille Nacht, heilige Nacht" – Aha!) als Hintergrundvertonung – ähnlich einer Jukebox – wählen. Ebenso möglich: Das Setting zu wählen, in welchem sich der Delphin tummeln soll, beispielsweise in einem Pool oder im glasklaren Wasser unweit einer Tropeninsel. Wirklich Spaß bereitet das Zuschauen leider weniger, denn die unspektakuläre Darstellung mitsamt vollkommener Handlungseinschränkung sorgt für Frust. Daher freut man sich umso mehr, wenn es direkt ins Becken aufgeht.

Zu Beginn ruft Ihr Euren Schützling zu Euch – ob er reagiert, ist allerdings auf einem anderen Blatt geschrieben. Dabei sollte eine Makrele gute Dienste erweisen und als Lockmittel für schnelle Ergebnisse sorgen. Weitere Leckereien wie Sardinen, Trughechte, Stöcker und gefrorenes Wasser alias Eis ;-) sind ebenso mit von der (Futter-)Partie. Ab und an kann es vorkommen, dass Euer Delphin bestimmte Dinge verschmäht, auf andere Nahrung dafür aber regelrecht anspringt. Allerdings stehen Euch zu Beginn nicht gleich alle Speisen zur Verfügung. Ferner warten jedoch die unterschiedlichsten Spielzeuge darauf ausgetestet zu werden: Ringe, Puppen, Beluga-Imitate und Miniatur-Schneemänner werft Ihr ihm mit dem Touchpen zu, ob er damit spielt, ist eine andere Frage. Das Einstudieren von Tricks gehört allerdings zu den grundlegenden Aspekten einer gelungenen Dressur. Anfangs setzen sich die einzelnen Tricks aus einfachen Stylus-Bewegungen zusammen. Ein Strich nach oben bedeutet beispielsweise, dass der Delphin aus dem Wasser geschossen eine 180°-Drehung vollführen und kopfüber wieder im kühlen Nass abtauchen soll. Im Laufe der Zeit lehrt Ihr den Delphin die Hand zu reichen, zeigt ihm diverse Flossen- und Kopftricks und unterrichtet ihn in akrobatischen Sprungeinlagen. Dies alles geschieht mithilfe des Touchpens, auch während der Präsentationen Eures Könnens vor Publikum. Von Mal zu Mal führt Ihr weitere Tricks vor und beeindruckt die Zuschauerschaft mit beispiellosen Dressuren, aus denen eine bewertende Prozentwertung (siehe der gegebene Applaus!) resultiert. Das Erfolgsrezept schlechthin: Je öfter Ihr einen Trick wiederholt und je ausdauernder Ihr seid, desto besser wird Euer Delphin diesen irgendwann beherrschen.

Grafik & Sound....

Denkt man an Delphine, denkt man an strahlend blaues Wasser, wunderschöne Strände und puren Sonnenschein. Eine solch gedachte Darstellung wäre auf dem Handheld natürlich eine tolle Sache – bei „Mein Freund, der Delphin" verkommt die Präsentation aber für die Spieleraugen zu einer schmerzvollen Angelegenheit. Vor allem die schwammigen Hintergründe, denen jegliche Brillanz geraubt wurde, erinnern eher an ein Trauerspiel, als an Südseeromantik. Auch das Wasser wirkt ziemlich leblos, ferner sind die Charaktere im Spiel eher einer japanischen Zeichentrickshow entnommen und passen so rein gar nicht ins Konzept des Delphinabenteuers.

Unterhaltsam ist hingegen der Soundpart der feuchten Meeresepisode. Dem Wetter angepasst, sind die Musikstücke freundlich und treibend und vermitteln genau das Flair, das man sich während eines sonnigen Abenteuers erwarten würde. In entfernter Weise kommt ein wenig „Wave Race"-Nostalgie zum Tragen, denn auch dort waren die Sounds die Extragarnitur des sowieso schon toll gewürzten Jet-Ski-Spieles.

Fazit....

„Mein Freund, der Delphin" ist zunächst ganz nett zu spielen, denn die Fürsorge um das Lebewesen aus dem Meer wird vor allem die jüngere Klientel in ihren Bann ziehen. Allerdings erwartet man nach einigen Spielstunden auch Neuigkeiten, die in vorliegendem Titel jedoch ausbleiben. Weder existiert eine mitreißende Story, noch eröffnen sich dem Spieler neue Wege, die beschritten werden wollen. Weder stimmt der technische (Grafik-)Aspekt, noch die Abwechslung innerhalb der Trick-Sessions. Mitunter vermittelt die Touchscreen-Zeichnerei ein wenig Spaß, nachdem Ihr aber auch nach Stunden lediglich innerhalb der Liste an Dressuren Fortschritte macht, verfliegt die Laune im Nu. Zu uninspiriert wirkt das Ganze, als dass man auch nach längerer Spielzeit noch Lust am Weiterspielen hätte. Junge Fans von Flipper und Konsorten dürfen selbstverständlich einen Blick wagen, allerdings sich auf keinen Fall zu viel versprechen. Dafür ist der Titel zu umfangsarm.

 

+ Tricks per Stylus
+ „sonnige" Musik
+ für Einsteiger empfehlenswert
- unschöne Grafiken
- kein Mehrspieler-Modus
- uninspirierte Spielinhalte
- zu wenig Abwechslung
- nur ein Spielstand

GRAFIK: 43%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 45%

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