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NDS Lucky Luke - Die Daltons
 
 
Lucky Luke - Die Daltons - NDS
Kilian Pfeiffer (22.01.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Neko
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-4
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

„A lonesome comeboy" – Lucky Luke! Auch wenn „Ataris" neuester Nintendo DS-Streich den halstuchtragenden Cowboy nicht in die Protagonistenrolle hievt, ist es doch dessen legendärer Name, der den Titel in den Verkaufszahlen nach oben pushen soll. Denn ohne „Lucky Luke" im Namen würde man die Daltons vielleicht nicht mal kennen. Doch sind die vier zum Verwechseln ähnlich sehenden Knastbrüder ziemlich bekannt – zumindest in der Comic-Szene. Dort feierte der Cowboy samt Jolly Jumper seine Premiere und ist noch immer ein gern gesehener Gast in der Videospielwelt.

Menus und die Story....

„Neko Entertainment" zeichnet für die Entwicklung von „Lucky Luke – Die Daltons" für den Nintendo DS verantwortlich. Ein alter Bekannter also, dessen Programmierkünste mal mehr, mal weniger überzeugende Spiele generierten. Die Spielerschaft dürfte zwiegespalten sein, Bedenken müsst Ihr als Fans der Comic-Charaktere aber nicht haben. Warum? Weil das Gameplay überzeugend ist. Hier hat man es echt mal geschafft, eine lizenzierte Minispielsammlung qualitativ hochwertig auf die Spielkarte zu pressen. Bevor es in das Hauptmenü des Spieles geht, steht die Sprachwahl an, die – wie es sich für internationale Produktionen nun mal gehört – verschiedensprachig daherkommt.

Drei Speicherplätze stehen für Neulinge bereit. Auf jedem der drei dürfen Fortschritte festgehalten und von dort weitergespielt werden. Zur Story selbst gibt es nicht viel zu sagen. Wie soll es auch anders sein: Die Hintergrundgeschichte ist auch bei „Lucky Luke – Die Daltons" ziemlich hanebüchen und im Endeffekt ein Vorwand für eine Geschichte. Oder erachtet Ihr es etwas für besonders interessant, Joe und Averell, zwei der Daltons, durch deren Träume zu führen und Abenteuer zu erleben? Alles was die Beiden herbeisehnen, ist die Liebe von Mama Dalton, die diesen aus den durch die sengende Hitze hervorgerufenen Halluzinationen helfen könnte. So doof wie die Banditen nun mal sind, haben sie eine Karte falsch gelesen und stecken nun mitten in der Wüste fest. Deshalb muss dem „gekochten" Unterbewusstsein ein Schnippchen geschlagen werden, um nicht aus wirren, fürchterlichen Alpträumen aufzuschrecken. Vielleicht gar mit nasser Hose? So weit wollen wir nicht gehen, immerhin sind die Daltons für gewöhnlich gestandene Mannsbilder: durchtrieben und für jede Schandtat bereit. Für Mamas Liebe sind sie allerdings weich wie in der Sonne vergessene Butter.

Technik und Gameplay....

Laut Packungsrücken erwarten Euch 20 „durchgeknallte Minispiele voller Spaß und Streiche". Wir sind auf ansprechende Kost gestoßen, die es als minispielaffiner Zocker zu entdecken gilt. In der Tat ist das Erlebnis insofern erlebenswert, als alle Minispiele während des Hauptspielmodus nicht gleich in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Vielmehr baut die Software sukzessive aufeinander auf. Da lernt man zunächst, wie man Joe aus der Vogelperspektive über das Spielfeld navigiert, um dann eine weitere Lektion vorgesetzt zu bekommen: Wie war das gleich nochmal mit den bombigen Fässern, mithilfe derer Ihr Holzpaletten in die Luft jagen könnt? Wenn Ihr im Abenteuer-Modus die Story nachspielt, werdet Ihr in die spielerischen Feinheiten eingeführt. Alle anderen wagen sich gleich an die arcadige Variante, die Euch alle Minispiele vorsetzt. Von der ersten bis zur letzten Ausführung.

„Die Große Flucht", der Hauptmodus des Spieles, fordert ein Händchen für geschickte Touchpen-Einlagen. Immerhin soll so viel Kopfgeld als möglich auf die Daltons angehäuft werden. Nur wenn der Batzen Geld, der ausgezahlt wird, sofern ein Dalton ergriffen würde, möglichst hoch ausfällt, hat Euch Frau Mama lieb. Bis dieser Spielmodus zu Ende gespielt wurde, dürften ein paar Stündchen vergehen. Allerdings könnt Ihr Euch auch gleich zu Beginn allen Minispieleinlagen im „Arcade-Modus" widmen. Um hinter alle Spiele ein Häkchen setzen zu können, bedarf es einiges an Ausdauer. Weil jeder spielerischen Idee innovatives Gedankengut bescheinigt werden kann, stellen wir Euch im Folgenden einige der umgesetzten Ideen etwas näher vor. Denn „Lucky Luke – Die Daltons" ist eine rühmliche Ausnahme im ansonsten durchweg mittelmäßigen Casual-Einerlei. Alle Minispiele – ohne Ausnahme – bereiten ordentlich Spaß! Das Lob geht also an „Neko Entertainment"!

Richtig genial: Das Nachbilden von bestimmten Gegenständen, beispielsweise einem Revolver. Dieser erscheint auf dem Topscreen. Aufgabe: Bildet diesen auf dem unteren Bildschirm nach. Die Krux: Die zur Verfügung gestellten „Bauteile" stammen aus dem Obst- und Gemüsesortiment. Also muss schon mal eine Wurst herhalten oder ein Stück Gurke, um einen Pistolenlauf nachzubilden. Erschwerend kommt in einer fortgeschrittenen Variante des Minispiels hinzu, dass das Verschieben der „Bauteile" dadurch behindert wird, weil gewisse Hindernisse im Weg stehen. Also kommt auch das Puzzleelement hinzu, die Aufgabe wird abermals erschwert. Auch witzig: Averell als allesfressender „Scheunendrescher". Von oben herab segeln direkt in des Daltons Mund diverse Objekte, zumeist leckere Kuchen, aber eben auch mal Kakteen oder Ambosse. Logisch, dass Letztere nicht verspeist werden können. Zum einen, weil es den Zähnen nicht gut täte, zum anderen, weil es ungenießbar wäre. Demnach müsst Ihr solche Dinge mit dem Stylus wegschnippen oder im richtigen Moment Averells Mund manuell zumachen. Wenn mal eine Bombe am Fallschirm hängt, die auf dem besten Weg ist, im Schlund des Banditen zu landen, hilft nur noch das Mikrofon des Nintendo DS: Pustet, was das Zeug hält!

Wenn Mama wieder mal in einem der Träume unterwegs ist und von herabfallenden Gegenständen gepeinigt wird, gilt es, mit dem Revolver auf Objektjagd zu gehen. Bei aufziehendem Nebel, der Euch die Sicht nimmt und womöglich Mama in Gefahr bringt, müsst Ihr pusten, ansonsten immer in steter Folge Schüsse abgeben, um wirklich jeglichen Schund in Stücke zu schießen, der vom Himmel herabfällt. Richtig spaßig ist ebenfalls die Jagd mit dem Kanu. Was Ihr jagt? Selbstverständlich nach einer Portion Moneten, die von einem Geier gestohlen wurden. Oder Ihr seid in klassischer 2D-Manier auf der Flucht. Ein überdimensionaler Lucky Luke verfolgt Euch, er droht, mit seinen riesigen Füßen Euch zu zermalmen. In einer Art Irrgarten macht Ihr Euch auf die Suche nach dem Banktresor oder spielt eine witzige Weise eines „UNO"-Spiels. Ok, die Verwandtschaft zu jenem Klassiker ist an den Haaren herbeigezogen. Es gilt auf jeden Fall, Karten der gleichen Farbe und Zahl abzulegen – auf „tanzende" Pendants. Gleichgültig für welches Minispiel Ihr Euch entscheidet: Laune kommt bei jedem spielerischen Vertreter auf – und genau das ist es, was wir uns als Spieler wünschen!

Grafik & Sound....

„Neko Entertainment" ist nicht gerade bekannt dafür, dass man grafisch exzellentes Gut auf die Spielkarten bannt. Bei „Lucky Luke – Die Daltons" hat man sich aber am Riemen genommen und ein sehr anständiges Gesamtresultat auf die Beine gestellt. Zwar wirkt ein Großteil der Spiele minimalistisch was die größenmäßige Darstellungsweise der Daltons anbelangt, jedoch fühlt man sich zu jederzeit wohl in dem, was man sieht. Sofern man Fan der Serie ist und nach weiteren Cowboy-/Banditen-Inhalten dürstet, ist das vorliegende Machwerk keine schlechte Wahl.

Ein Saloon könnte keine bessere Mucke bieten. Das einzige, was man sich noch vorzustellen hat, sind die tanzbeinschwingenden Damen besten Alters, die für Stimmung sorgen. Sprachausgabe gibt es keine, die Melodien sind aber allesamt bestens dafür geeignet, zu unterhalten und vor den Bildschirm zu fesseln.

Multiplayer....

Zu viert sensationelle Minispiele zocken und das mit nur einem einzigen Modul! Mit „Lucky Luke – Die Daltons" ist das möglich. Im Quartett macht das Spiel ums große Kopfgeld noch viel mehr Spaß. Wir waren beim Test wirklich begeistert, wie sehr man vor den Bildschirm gebannt ist, wenn man gegen ein gegnerisches Trio – im besten Fall bestehend aus guten Kumpels – antritt.

Fazit....

Wir können uns recht kurz fassen: „Lucky Luke – Die Daltons" ist ein gelungenes Sammelsurium innovativer, aufeinander aufbauender Minispiele. Eine Sammlung, die nicht nur mit einer wertgeschätzten Lizenz auftrumpft, sondern auch inhaltlich durchdacht ist. Einmal den Bösewicht zu spielen, in schräger Umgebung, macht in diesem skurrilen Szenario eine Mordslaune. Vor allem der Mehrspieler-Modus rockt. Ein Minispiel-Kauftipp der ganz besonderen Art!

 

+ 20 geniale Minispiele
+ skurrile Story
+ toller MP (Einzelkarte-Spiel)
+ einfallsreiche Umsetzungen
- keine zusammenhängende Story
- keine allzu lange Spielzeit

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: 80%

GESAMTWERTUNG: 74%

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