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NDS Looney Tunes - Cartoon Concerto
 
 
Looney Tunes - Cartoon Concerto - NDS
Kilian Pfeiffer (08.08.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Eidos
GENRE: Musikspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Habt Ihr „High School Musical – Regie führst Du!" für Nintendo DS gespielt? Wisst Ihr, wie es ist auf die Probe gestellt zu werden? Auf die Probe, ob das eigene Reaktionsvermögen geschult ist oder noch etwas Nachholbedarf mit sich bringt? Denn reaktionsschnell solltet Ihr beim aktuellsten „Warner Bros."-Titel definitiv sein: „Looney Tunes – Cartoon Concerto". Auch wenn der Titel vom Gameplay her eher monoton anmutet, hat er seine Stärken, die unter anderen im Soundtrack sowie den drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden liegen. Selbst der mittlere Härtegrad ist dermaßen heftig, dass einem beim Probespiel schon angst und bange wird. Wer „Hanna-Barbera"-Charaktere wertschätzt und gern mal ein wenig casualig auf die Tube drücken will, ist hier richtig.

Menus und die Story....

Vorbilder, die unserem heutigen Testkandidaten zugrunde liegen, gibt es wohl einige, wenngleich der erste DS-Teil der „High School Musical"-Serie am ebenbürtigsten erscheint. Auch in diesem musstet Ihr zu einem Soundtrack Buttons auf dem Bildschirm im richtigen Moment antippen, um Punkte zu kassieren und als perfekter Tänzer respektive Sänger abzurocken. Bei „Looney Tunes – Cartoon Concerto" ist die Sachlage eine etwas andere – es wird nicht gesungen, hingegen befindet Ihr Euch in einem virtuellen Konzertsaal, der von klassischer Musik erfüllt wird. Ja, mit jener Art von musikalischer Unterhaltung solltet Ihr schon sympathisieren können, denn anderenfalls werdet Ihr allzu schnell den Volume-Regler nach unten schrauben. Und da der Titel von der Musik lebt, ist es ratsam, erst einmal in sich zu gehen und zu fragen, ob Beethoven, Liszt oder Mozart das Richtige sind. In der Tat ist das Hörerlebnis aber imposant und mit Kopfhörern ein weiteres Mal eindrucksvoller.

Weil klassische Musik und die Charaktere von „Hanna Barbera" im ersten Moment so gar nicht zueinander passen, sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich diese Annahme mit der Zeit relativiert. Jedem Musikstück liegt ein Szenario mit Euren Lieblingshelden zugrunde, das parallel zum Gameplay abläuft. Allerdings in der Art, dass Ihr die kurzen Geschichten in voller Länge mitbekommt. Vergleicht man beispielsweise die „Guitar Hero"-Serie, fällt auf, dass das eigentliche Bühnenspektakel der eigenen Band untergeht – man konzentriert sich schließlich nur auf den Gitarrenhals und die heranfliegenden Farbpunkte. Eine richtige Story erwartet Euch bei diesem Titel aber nicht!

Technik und Gameplay....

Drei Spielstände erwarten Euch im Hauptmenü, Bugs Bunnys Konterfei begrüßt Euch wie immer freudestrahlend und selbstverständlich mit einer Mohrrübe in der Hand. Was uns recht gut gefällt, ist die Biografien-Sammlung diverser bekannter Charaktere, in denen Ihr zum einen wertvolle Infos in Textform präsentiert bekommt, zum anderen auch charakterspezifische Sounds und Sprachschnipsel jener Figuren anhören könnt. Vor allem für echte Fans ist dieser Menüpunkt interessant, alle anderen führen sich in der „Jukebox" bereits freigespielte Klassik-Stücke zu Gemüte und lesen abermals Infos zu den jeweiligen Komponisten und zu der Entstehungsgeschichte ebenjenes Stückes. Weshalb man einzelne, selbst gespielte Szenarien speichern und jederzeit wieder ansehen kann, ist uns schleierhaft, da weder eine Fehleranalyse getätigt wird, noch Zusatz-Features dort möglich wären.

Das Hauptaugenmerk liegt auf insgesamt 18 Szenarien, die so „verrückt" wie sie betitelt werden, gar nicht sind. Vielmehr handelt es sich dabei um Alltagssituationen aus dem „Looney Tunes"-Universum, die Ihr in wenigen Minuten auf dem Topscreen verfolgen könnt. Das eigentliche Geschehen findet dagegen auf dem unteren, berührungssensitiven Bildschirm statt. Wegen der drei zur Verfügung stehenden Schwierigkeitsgrade, fällt die Wahl zunächst nicht leicht – wir raten Euch aber Euch als „Lehrling" in’s Abenteuer aufzumachen, da „Dirigent" und „Maestro" für Anfänger einfach eine Schippe zu hoch gestapelt sind. Ob Ihr noch ein wenig üben wollt, bleibt Euch ganz persönlich überlassen. Bevor das „Konzert" allerdings beginnt, solltet Ihr dreimal mit dem Dirigenten-Stylus den Bildschirm antippen, um das nun Folgende einzuleiten. Selbstverständlich vor versammeltem Publikum spielend, geht das klassische Sinfonieorchester sofort an‘s Eingemachte. Eine Publikumsanzeige zeigt, wie den Anwesenden zumute ist, was auch im Laufe der Stücke in der eigenen Hand bleibt. Je nachdem wie gut die Arbeit erledigt wird, erfreut sich die Zuhörerschaft. Doch wie funktioniert das Gameplay eigentlich?

Auf dem Touchscreen erscheinen je nach Takt Zahlen in aufsteigender Reihenfolge. Ein sich von außen nach innen bewegender Kreis umschließt die jeweiligen Zahlen, bevor dies geschieht, solltet Ihr die Zahl berührt haben. Jene Ziffern können alleine stehend den Screen besiedeln oder durch gestrichelte Linien miteinander verbunden sein. Wenn Letzteres der Fall ist, gilt es ohne abzusetzen von Zahl zu Zahl zu fahren, was vor allem innerhalb der höheren Härtegrade anspruchsvoll scheint. Anders als bei „High School Musical – Regie führst Du!" muss man also nicht nur rechtzeitig einzelne Noten antippen, sondern vielmehr ganze Reihen bewerkstelligen, was zur anspruchsvollen Tortur werden kann. 18 Szenarien, die Euch während der Spielzeit erwarten, sind zwar nicht gerade viel, allerdings wird es eine ganz Zeit lang benötigen, bis Ihr selbst die höchsten Schwierigkeitsgrade beherrscht. Weiterhin gibt es während eines klassischen Stückes Antipp-Abschnitte, in welchen Noten von oben herabfallen und durch ein Raster jagen, das im rechten Moment berührt werden soll. Je nach Präzision erscheinen Karotten, die bis hin zur goldenen Mohrrübe reichen. Je veredelter sie sind, desto mehr Punkte garantieren sie. Demgemäß sind Kombos, bei denen Ihr kein einziges Mal absetzen müsst, das zu erreichende Ziel. Meister ihres Fachs steigen im Rang nach oben, von einem „C" („Crazy Rabbit") bis hin zu einem „S" („Supergenie").

Grafik & Sound....

Oh ja, die Szenariendarstellungen, die ein jedes Mal im „Looney Tunes"-Universum angesiedelt sind, können aufgrund der witzig animierten und grafisch ansprechenden Texturen durchaus überzeugen. Im Grunde spielt sich aber das Geschehen beinahe nur auf dem Touchscreen ab, so dass die minimalen Antipp-Aktionen als Hauptact des Spieles angesehen werden. Vielmehr als die bekannten Charaktere zu beobachten, ist jedoch nicht möglich. Dazu bietet „Looney Tunes – Cartoon Concerto" einfach zu wenig Inhalt.

Der Sound ist – sofern man klassischen Klängen nicht abgeneigt ist – einfach fantastisch! „Vom Ritt der Walküren" über „Carmen" bis hin zum „Hummelflug" wartet der Titel mit allerhand klassischer Kompositionskost auf, die im Besonderen erst dann eindrucksvoll rüberkommt, wenn Ihr mit Kopfhörern spielt, die direkt an der Buchse des Nintendo DS angeschlossen sind. Auch klasse: Die Sprachausgabe der Protagonisten, die teilweise aus den Zeichentrickserien bekannt sein dürften. Wirklich gelungen!

Fazit....

Immer wieder ist es der dürftige Umfang, der bestimmte Titel eine bessere Wertung kostet. Denn technisch ist „Looney Tunes – Cartoon Concerto" ein astreines Werk, das als Rhythmusspiel mit Sicherheit auch Fans finden dürfte. Freilich werden sich selbst diese nicht auf ein wochenlanges Spiel einstellen, sondern vielmehr ohne großartige Vorkenntnisse loslegen. Was sich aber gleich zu Beginn zeigt, ist der mitunter heftige Anspruch, der von Euch gefordert wird. Trotz des Spielwitzes und der tollen Klassik-Stücke, die selbstverständlich nicht jedermanns Geschmack sein werden, ist es erneut der spielerische Inhalt, der zu wenig Substanz mit sich bringt. Einen Mehrspieler-Modus gibt es ebenfalls nicht.

 

+ bekannte Klassik-Kost
+ Lizenz-Charaktere
+ synchronisierte Sprachausgabe
+ simples Antipp-Szenario,...
- ...das schwer zu meistern ist
- wenig Umfang
- inhaltsarm
- kein Multiplayer-Part

GRAFIK: 74%

SOUND/EFFEKTE: 83%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 60%

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