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NDS Nacho Libre
 
 
Nacho Libre - NDS
Kilian Pfeiffer (20.12.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Eidos
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Wenig bekannt ist "Nacho Libre" in unseren Breitengraden, dennoch aber ein Streifen, der dank seines abgedrehten Humors für einige Lacher sorgen dürfte. Dies erschließt sich dem Spieler spätestens beim Anblick des Software-Abenteuers, das durchgeknallter nicht hätte ausfallen können. Wrestling-Fans aufgepasst: sinnfreier seid Ihr bislang nicht in den Ring gestiegen, jedoch ist der Anspruch von "Nacho Libre" immer mit einem Augenzwinkern zu sehen, denn weder handelt es sich bei diesem Titel um einen reinrassigen Wrestler, noch um eine Minispielsammlung - die Mischung besagter Spielelemente zeichnet für den spielerischen Witz verantwortlich. Aber erwartet Euch nicht zuviel, denn der Spielspaß ist hier zeitlich stark begrenzt.

Menus und die Story....

Nacho, ein pummelig wirkender, keck dreinschauender Lockenkopf, der am Tage den Kochlöffel in einem Waisenhaus schwingt und abends seiner großen Leidenschaft nachgeht. Vielleicht gar nicht so ungewöhnlich, bis auf die Tatsache, dass eine Nonne ihm den Kopf verdreht. Allerdings ist sein Hobby das eines Luchadors, der mit Maske bekleidet die Wrestling-Arenen der Umgebung unsicher macht und dort seinen Kontrahenten Saures verpasst. Der kochlöffelschwingende Super-Wrestler wird dann zur rasenden Pistensau und walzt alles, was sich im Ring bewegt, einfach um. Das an seinen Beruf angelehnte Motto: "Ich vernasche dich wie Toast!". Na dann mal guten Appetit!

Obwohl das Spielkonzept äußerst fraglich ist - nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der teils merkwürdigen Vermischung von Kampfspiel- und Minispielelementen - stellen wir Euch "Nacho Libre" im Folgenden genauer vor. Leider ist der "Majesco"-Titel in unseren Breitengraden vollkommen untergegangen. Nicht einmal Fans der muskelgestählten Ringakrobatiker wissen wohl um das Stück Software Bescheid. Deshalb wollen wir hier für Aufklärung sorgen und stellen Euch den schnurrbarttragenden Nacho näher vor. Übrigens hat man sich bei dem multilingualen Titel auch für eine Eindeutschung entschieden, selbst während der originalen Kinofilmsequenzen.

Technik und Gameplay....

Bereits die Aufmachung des Nintendo DS-Titels ist mit anderen Spielen kaum vergleichbar, da grafische und inhaltliche Faktoren bewusst konträr zu gewöhnlicher Software-Kost gestaltet wurden. Als angehender Luchador tritt Nacho regelmäßig in den Ring, tagsüber unterhält er die Waisen der örtlichen Institution mit seinen Späßen und kreiert leckere Gerichte. Spielerisch werdet Ihr allerdings den Großteil der Zeit im Wrestling-Ring stehen und in unkontrollierter Weise Eure Moves am Gegner ausführen. Auf einer Übersichtskarte auf dem Touchscreen habt Ihr alle möglichen Ziele im Überblick. Welchen Ort Ihr als nächstes ansteuert, bleibt jedoch Euch überlassen - demnach dürft Ihr Euch entweder in einen Kampf "Mann-gegen-Mann" stürzen, respektive eines von acht Minispielen üben. Einer von drei Schwierigkeitsgraden darf vor dem Einstieg in den Ring gewählt werden, wobei im leichtesten durchaus auch absolute Anfänger Erfolge feiern werden.

Die Fights gestalten sich zwar relativ unspektakulär in der Aufmachung, überzeugen allerdings durch die vielfältigen Griff- und Wurfmanöver. Die witzig animierten, hampelmannähnlichen Wrestler, kämpfen in eher humoristischer Art und Weise um den Sieg des Besseren, nichtsdestotrotz steht der Ernst des Anliegens Nacho auf die Stirn geschrieben. Diverse Tastenkombinationen, ergänzt durch das Steuerkreuz, ergeben heftige Ringduelle, die mit Würgegriffen, halsbrecherischen Über-Kopf-Manövern und fiesen Moves alles andere als langweilig sind. Das Ziel Eures jahrelangen Trainings: der Sieg über das Gegenüber, was angesichts einer Lebensenergieleiste kein größeres Problem darstellen sollte. Taktische Raffinessen entscheiden die Kämpfe meist nicht, viel eher gilt der passende Knopfdruck im richtigen Augenblick als Gewinnfaktor. Außerdem variieren die Moves bei frei geschalteten Luchadores erheblich, wobei die Steuerung die gleiche bleibt. Wie gesagt: ob Schwitzkasten, Seilmove oder brachialer Bodenschmetterer, Euer Händchen wird über das Ringergebnis entscheiden!

Die während der Kämpfe stattfindenden Minispiele sind qualitativ minderwertiger, das muss man leider so sagen, immerhin tragen sie aber wesentlich zur Abwechslung bei. Des Weiteren wurde hier der Einsatz des Stylus forciert, so dass Ihr mit gezücktem Touchpen auf dem berührungssensitiven Bildschirm entlang gleiten könnt. So schleudert Ihr Basketball-like das Runde in die Reuse oder setzt zum Beeindrucken Eurer Liebsten ein Salatpuzzle aus vielen Einzelteilen zusammen. Beim Stierkampf weicht Ihr mit den Pfeiltasten rasenden Bullen auf simpelste Weise aus und wollt im Wettlauf als Erster die Ziellinie überqueren. Ziemlich einfallslos ist das ständige Hin- und Hergerubbel auf den dargestellten Fußsymbolen, überhaupt zeichnen sich die integrierten Minispiele nicht gerade durch Originalität aus. Während der Vertreibung von wilden Bienen vor Esqueleto ebenso wenig, wie beim Melonenschleudern auf Nacho. Selbst die rasante Wagenfahrt, bei der Ihr einigen Hindernissen ausweichen müsst und über Abgründe flitzt, macht nur kurzfristig etwas her, der Wrestlingspaß steht jederzeit auf der persönlichen Spaßagenda on top. Ebenso agiert Nacho als zielstrebiger Kletterer, dessen Ambitionen den Gipfel zu erreichen zwar vorhanden sind, jedoch bereits an der Bergwand zu scheitern drohen. Mit Eurer Hilfe dirigiert Ihr den "Chefkoch" aber gewissenhaft ans Ziel.

Größter Kritikpunkt an "Nacho Libre" ist eindeutig der dürftige Umfang. Denn nach wenigen Spielstunden seid Ihr am Ziel angekommen und werdet der größte Luchadores sein, den die Welt je gesehen hat. Je weiter Ihr vorankommt, desto mehr Spielcharaktere (17 an der Zahl!) stehen Euch zur Verfügung, die Ihr selbstverständlich auch in einem Trainingsmatch anwählen könnt. Unzählige Zwischensequenzen, Filmclips und Fotos füllen die "Schatzkammer" des Spieles; auf Wunsch dürft Ihr Euch diese jederzeit zu Gemüte führen.

Grafik & Sound....

Auch wenn der Titel technisch keine Wucht darstellt, ist der ganz eigene Umsetzungscharme ein identifikationsstiftendes Element von "Nacho Libre". Die Charaktere, die aus teils fotorealistischen Bilder in eigens zusammengezimmerten Umgebungen bestehen, machen einen witzigen Eindruck, auch der abgedrehte Humor kann gefallen. Ebenso die Wrestling-Action ist vom Stil her eine Einzigartigkeit, wohingegen man dennoch nicht von einer grafischen Bombe sprechen kann.

Neben teilweise eingestreuten Sprachschnipseln und unterlegten Zwischensequenzen ist der akustische Gesamteindruck eher besserer Durchschnitt. Passend zum südamerikanisch wirkenden Setting sind die Musikstücke, die zwar verschiedene Aspekte des Titels bereichern, aber keinen Ohrwurmcharakter an den Tag legen.

Multiplayer....

"Majesco" integrierte in "Nacho Libre" auch eine Gelegenheit für Mehrspieler-Duellanten - selbst wenn nur eine Spielkarte zur Verfügung steht, könnt Ihr die Download-Funktion nutzen. So tretet Ihr beispielsweise in einem Meisterschaftskampf um den Gürtel an, was wiederum bedeutet, dass sich jeder Teilnehmer für einen Charakter (Luchador) entscheidet und fünf Kämpfe gewinnt, um an die Trophäe, den Gürtel, zu kommen. Tag-Team-Matches mit bis zu vier Mitspielern können ebenfalls ausgetragen werden, wobei Ihr hier in Teams antretet und Euch abklatscht, um den Partner in den Ring zu holen.

Fazit....

"Nacho Libre" für den Nintendo DS ist ein voll mit Humor und merkwürdigen Einfällen gespickter Titel, dessen Stärke in der grafisch gelungenen Wrestling-Action liegt. Obwohl auch hier nicht überwältigend viel geboten wird. Minispieltechnisch gibt es hingegen auch keine Erfolgsmeldung, jedoch ist es die Heiterkeit der Story, die verquerten Ideen, sowie teils merkwürdigen Einfälle, die den "Karren" vor einer spielerischen Gurke bewahren. Im Panorama-Blick also eine Unterhaltungslizenz der "besonderen" Art, wenn auch mit läppischem Umfang.

 

+ 17 Luchadores
+ acht Minispiele
+ nette Wrestling-Action
+ Spielwitz
- dürftiger Umfang
- wenig innovative Minigames

GRAFIK: 59%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER/: 63%

GESAMTWERTUNG: 57%

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