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NDS Der Goldene Kompass
 
 
Der Goldene Kompass - NDS
Kilian Pfeiffer (24.03.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Sega
GENRE: Adventure
SPIELER: 1-3 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-6
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Manchmal wäre ein Kompass keine schlechte Sache: speziell zur Beratung beim Kauf eines Videospiels würde sich ein derartiges Gerät bestens eignen. Gurken werden ausgeblendet, nur die besten Titel schaffen es vom Kompass angepeilt zu werden. Ein solches Gerät wäre wohl der Niedergang aller Printmedien sowie mit Sicherheit auch der Online-Medien. Wollen wir also nicht hoffe, dass irgendwer diese Erfindung gut gehütet auf dem Labortisch liegen hat. Aber auch ohne das Wunderwerk ist ein Kompass in vorliegendem Test nicht nur Namensgeber, sondern auch wichtiger Bestandteil des Titels. In "Der Goldene Kompass - Das offizielle Videospiel" wird Fantasy groß geschrieben, wie so oft beruht das Spiel auf dem zugehörigen Film, der vor geraumer Zeit in den Kinos lief. Auch wenn der "New Line Cinema"-Film größtenteils sehenswert war, heißt das noch lange nicht, dass auch die Handheld-Umsetzung überzeugen kann. Wir haben uns dieser angenommen und wollen doch mal sehen, ob "Sega" gute Arbeit geleistet hat.

Menus und die Story....

Nicht dass wir umfangreiche Spiele scheuen würden, im Gegenteil, wir lieben sie und die Filmversoftung ist ein solcher Titel. Häufig sind gerade die Lizenztitel alles andere als langwierig und meist nach wenigen Stunden hat man bereits den Abspann erreicht. Dieses Mal passt das gewohnte Prozedere nicht ins Lizenz-Schema, vielmehr habt Ihr es mit insgesamt 17 Kapiteln zu tun, die wiederum in unzählige Untermissionen untergliedert wurden. Summa summarum kommt Ihr auf 42 Levels, was eine stattliche Anzahl ist. Nicht nur deren Länge stimmt, auch die drei Schwierigkeitsgrade erlauben Euch immer wieder interessante Ausflüge in eine voller Fantasiegestalten besiedelte Welt.

Voller Einfälle und Ideen sollte man schon sein, wenn man sich an ein Fantasy-Konstrukt, wie vorliegendes nun mal ist, heranwagt. Allein das Setting bedarf wohl unzähliger Konzeptentwürfe, alle Kreaturen und deren Eingliederung in die Spielwelt weitere arbeitsreiche Monate. Wäre der Film nicht das spielerische Vorbild, hätten wir wohl auf ein derart umfassendes Abenteuer verzichten müssen - denn wie gesagt, Lizenz-Versoftungen sind meist auf der knausrigen Seite, was Level-Anzahl und Einfallsreichtum angeht. Apropos Einfallsreichtum: schon einmal von einem von Eisbären regierten Königreich gehört? Oder von Gobblern, die nicht zu unterschätzen sind? Das zugrunde liegende Abenteuer ist gespickt mit vielen Fabelwesen und selbstverständlich drei Charakteren, deren Steuerung von Euch persönlich übernommen werden darf. Lyra, die zwölfjährige Heldin der Geschichte, besucht noch das Jordan College in Oxford, ist aber dank ihrer Abenteuerlust immer bereit dafür, das eine oder andere "Pferd zu stehlen". Des Weiteren ist sie im Besitz des Alethiometers. Man sagt, dieses Gerät könne die Wahrheit voraussagen. Pan, Lyras tierischer Freund, ist ein Gestaltenwandler und verhilft der weiblichen Protagonistin in Form vier verschiedener Gestalten zu neuen Fähigkeiten, wohingegen Iorek, ein buchstäblich gepanzerter Bär, wegen seiner Rettung, der mutigen Heldin zu Dank verpflichtet ist und sie im Spiel begleitet. Zuviel soll zur Story allerdings nicht verraten werden, denn diese wird in Form banal dargestellter Standbildchen fortgesponnen. Deutsche Texte erwarten Euch ebenso.

Technik und Gameplay....

Weil sich der Titel linear gestaltet, gilt es, sich von Kapitel zu Kapitel durchzuschlagen, um nach rund acht bis zwölf Stunden den Abspann zu erreichen. Nur vom Umfang her betrachtet, können sich andere Titel direkt eine Scheibe von "Segas" Werk abschneiden, denn vor dem Bildschirm verweilt Ihr unter Garantie länger als bei gewöhnlicher Lizenz-Software. Witzig für interessierte Hobby-Statistiker sind diverse von der Software erstellte Details, wie viele Kilometer Ihr beispielsweise hinter Euch gebracht oder wie viel Prozentpunkte Ihr vom derzeit gewählten Schwierigkeitsgrad bereits bestritten habt. Mit dem Alethiometer, das Euch bekanntlich ja die Wahrheit nennt, ist es Euch möglich in Dialogen Erkenntnisse zu erfahren, die wiederum hilfreich für das Vorankommen sind. Im Laufe der Spielzeit lernt Ihr den Aufbau des aus Zeigern bestehenden Alethiometers kennen und erfahrt Formeln, die bestimmte Bedeutungen haben. So erkennt Ihr beispielsweise die korrekte Antwort in einem Dialog.

Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Handlungslevels, die als Lyra, Pan oder Iorek bestritten werden. Die Spielsteuerung erfolgt über die Tasten des Nintendo DS, wobei jeder Charakter sein ganz eigenes Manöver parat hat. Lyra ist diejenige, die vornehmlich ihren Kopf einsetzt, um Gefahren zu überwinden. Mit ihr werden patrouillierende Gegner umschlichen, jedoch ist sie ebenso wendig und hüpft in behänder Weise von Ebene zu Ebene. Wegen der sehr abwechslungsreichen Umgebungen, die in der freien Natur oder aber auf den Dächern der Stadt angesiedelt sind, seht Ihr immer wieder neue Details, was für Abwechslung sorgt und Motivation aufkommen lässt. Allerdings steuert Ihr nicht nur Lyra allein, denn Pan begleitet sie und kann in Form von vier tierischen Gestalten Hilfestellung leisten. Als Nagetier gräbt er sich durch Berge von Schnee oder hässlich stinkende Müllhaufen, als Wildkatze sind feindlich gesinnte Kreaturen ratzfatz vom Bildschirm gekrallt. In Insektenform ist Pan nicht auffindbar und daher als Spion bestens einsetzbar. Außerdem kann er in dieser Form fliegen und die Umgebungen unsicher machen, allerdings ist die Vogelform wesentlich besser dazu geeignet rätsellastige Abschnitte zu meistern. Man denke nur an schwere Gegenstände, die von A nach B transportiert werden sollen…

Der ständige Wechsel zwischen Lyra und Pan ist ein gelungenes Spielelement, nicht nur weil verschiedene Charaktere mehr Laune verbreiten, sondern weil die Abhängigkeiten zur Motivation beitragen und auf Dauer interessant und spannend bleiben. Außerdem ist der Einsatz von Pan stellenweise zwingend notwendig, um Lyra vorankommen zu lassen, andererseits ist aber auch Pan auf das weibliche Power-Girl angewiesen. Zu weit darf der Gefährte allerdings nicht alleine voranschreiten, denn ein unsichtbares Band sorgt dafür, dass - wenn dieses abreißt - der Verlust eines Lebens die Folge ist. Mit Lyra betretet Ihr Türen, balanciert auf schmalen Stegen, nutzt Leitern, um weiter nach oben zu gelangen oder verwendet Gegenstände, um teils etwas fragwürdige und meist recht simple Rätsel zu lösen. Iorek setzt hingegen weniger aufs Köpfchen, als vielmehr auf seine Bärenkraft. Verteidigt wird der Koloss von einer Rüstung, bestehend aus Himmelseisen. Zwar kommt der Bär seltener zum Einsatz als beispielsweise Pan, dennoch sind derartige Missionen von Bedeutung, da Iorek Lyra oftmals schützen muss oder im Kampf ganze Gegnermassen ausradiert. Neben wilden Hunden und jaulenden Wölfen erwarten Euch diverse, mit Schießprügeln bewaffnete, Soldaten, die Euch ans Leder wollen. An Wachen schleicht sich Lyra dank der perfekten Ablenkstrategien Pans vorbei, Flugtiere können am besten mit Pans Wildkatzengestalt besiegt werden.

Grafik & Sound....

Die Umgebungsgrafik erstrahlt zwar in modellierten 3D-Welten, jedoch bewegt Ihr Euch auf vorgefertigten Wegen, die Ihr nur durch Türen und dergleichen verlassen dürft. So gestaltet sich das Spiel relativ linear, spektakulär ist die Darstellung der Spielwelt nicht gerade. Insbesondere Lyra ist alles andere als eine Granate und glänzt eher durch fehlende Gesichtsdetails sowie einen leicht befremdlich wirkenden Bewegungsapparat. Wohingegen Iorek und die Pan-Wandlungen schon mehr überzeugen können.

Die musikalische Komponente ist durchweg authentisch, da sie das fantasiereiche Setting bedient und gute Überzeugungsarbeit leistet. Auf eine Sprachausgabe hat man bei der Entwicklung zwar verzichtet, dennoch aber ein Händchen für gute Soundeffekte und ins Ohr gehende, kompositorische Musikeinlagen gehabt.

Multiplayer....

Leider ist der Multiplayer kein gelungenes Fressen für Mehrspieler-Freunde, denn das Suchen nach Symbolen gestaltet sich äußerst unspektakulär und im Endeffekt langweilig. Zwar könnt Ihr Rundenanzahl und Spielzeit nach Belieben einstellen, allerdings ändert dies auch nichts an der Motivationsleistung des Gameplays. Schade drum!

Fazit....

"Der Goldene Kompass - Das offizielle Videospiel" ist im Gesamten ein sehr innovativer Vertreter aus der Jump `n Run-Kiste, die mit Rätseln bereichert wurde und dank der verschiedenartigen Pan-Gestalten zu überzeugen weiß. Insbesondere die lange Spielzeit weiß zu gefallen, bedauerlicherweise sind die Umgebungen kein grafisches Gedicht. Als Lizenzversoftung macht der Titel jedoch eine recht gute Figur und dürfte von Freunden des Kinofilmes wohlwollend entgegen genommen werden.

 

+ lange Spielzeit
+ drei Charaktere
+ Eigenschaften der Tierwesen
- grafisch keine Granate
- lineare Levels
- wenig spektakulär gestaltet

GRAFIK: 67%

SOUND/EFFEKTE: 74%

MULTIPLAYER: 32%

GESAMTWERTUNG: 70%

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