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NDS Dr. Reiner Knizias Logik-Coach
 
 
Dr. Reiner Knizias Logik-Coach - NDS
Kilian Pfeiffer (05.05.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Eidos
GENRE: Logikspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-9
SECRETS: Jabr>
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Nicht jedes Spiel, welches eine „Dr."-Würde im Namen hat, muss unbedingt ein Gehirntrainer sein. Dies stellten wir zumindest fest, nachdem wir ausgiebig „Dr. Reiner Knizias Logik-Coach" getestet hatten. Denn trotz des verdächtigen Titels, der an Dr. Kawashima und Konsorten angelehnt ist, hat das Spiel reichlich wenig mit einem traditionellen Gehirn-Jogger zu tun. Was aber nicht heißen soll, dass der Inhalt unbrauchbar sei. Im Gegenteil: Die Aufgaben, die Dr. Knizia Euch im Laufe des Spieles stellt, haben es teilweise faustdick hinter den gedachten Ohren. Logik-Herausforderungen der ganz besonderen Art sind die Zutaten, um im Gehirnstübchen auch weiterhin an vorderster Front „mitzuspielen".

Menus und die Story....

Drei Spielstände erwarten Euch gleich zu Beginn, kurz nachdem Ihr den Nintendo DS „unter Strom" gesetzt habt. Speicherstände, die im Folgenden also auch Raum für Familienmitglieder und deren Leistungen bieten. Jedes erstellte Profil speichert Eure Erfolge, bestehend aus Münzen sowie Bronze-, Silber- und Goldmedaillen, ab. Der Titel ist so aufgebaut, dass gewisse Medaillenanzahlen benötigt werden, um neue Schauplätze auf der Weltkarte freizuschalten. Somit seid Ihr immer gefordert die Bestleistung zu zeigen. Seid Ihr nicht motiviert, bleiben Euch die übrigen Spielinhalte verwehrt! Fünf Menüoptionen erwarten Euch zu Beginn des Spieles, wobei die Rätselbank ein Sammelsurium von persönlich abgespeicherten Logik-Herausforderungen ist – hübsch geordnet nach Datum, wahlweise aber auch nach dem Anfangsbuchstaben. Das „Zufallsspiel" wartet mit vier, acht beziehungsweise 16 Spielen auf Euch – je nachdem wie viele Herausforderungen Ihr bereits gespielt habt.

Der Erdball ist in „Dr. Reiner Knizias Logik-Coach" Eure Arbeitsstätte. In allen Teilen der Welt warten diverse Puzzles auf Euch, die es in je fünf Schwierigkeitsgraden zu lösen gilt. Wobei zu Beginn immer nur der erste eines jeden Rätsels zur Verfügung steht. 16 Schauplätze gilt es insgesamt zu bereisen, in der Summe sind dies 80 knifflige Herausforderungen, die allerdings erst dann alle zugänglich sind, sobald Euch der ultimative Medaillen-Run gelungen ist.

Technik und Gameplay....

Dass sich Dr. Reiner Knizia als Erfinder so mancher Herausforderungen im Spiel ausgibt, ist zwar etwas dreist, denn ein „Memory" stammt nun erfahrungsgemäß mit Sicherheit nicht von ihm. Nichtsdestotrotz gehört Dr. Knizia zu einem der bekanntesten Brettspiel-Designer – so lernen wir es zumindest aus dem Spiel. Weit über 400 Brettspiele verdanken wir ihm, ein paar seiner Einfälle finden sich auch in vorliegendem, von „Eidos" veröffentlichtem Titel wieder.

Ohne Ausnahme navigiert Ihr innerhalb der Software mit dem Touchpen, sei es durch die einzelnen Spielmenüs oder durch die Herausforderungen selbst. Die „Weltreise" ist im Übrigen jener Schauplatz, in welchem Ihr auf Entdeckungstour geht: 16 „Rätsel-Bühnen" in Form weltberühmter Städte gilt es zu bereisen. Städte wie Paris, Las Vegas, Moskau, Berlin oder London. Je nachdem wie viele Münzen Ihr Euer Eigen nennt – die wiederum durch einen Medaillengewinn auf Euch warten -, dürft Ihr neue Städte freispielen. Selbst verborgene Örtlichkeiten, von denen anfangs nichts Näheres bekannt ist, stehen letzten Endes zum Spielen bereit. Toll finden wir, dass jede spielerische Herausforderung in fünf Ausführungen zur Verfügung steht – in aufsteigender Folge erhöht sich der Anspruch zusehends, auch die Inhalte ändern sich in gewisser Art und Weise. Ein Beispiel gefällig? Im „Alarm"-Spiel gilt es ein Gesamtfeld bestehend aus grünen und roten Bereichen so zu bearbeiten, dass das Feld schlussendlich einfarbig wird. Tippt Ihr beispielsweise ein rotes Feld an, ändern sich alle angrenzenden Bereiche in das farbliche Gegenstück. Vormals grüne Kästchen werden rot. Je nach Level werden die Spielfelder größer, daher wird es auch anspruchsvoller erfolgreich zu sein. In Moskau gilt es beispielsweise an einer „Memory"-artigen Einlage teilzunehmen, wobei erfolglose Aufdeckversuche die Chance auf eine wertvolle Medaille verbauen. Ziemlich anspruchsvoll und gleichsam unter Zeitdruck stehend fühlt man sich bei den Rechenaufgaben, wobei Ihr hier Rechenzeichen in vorgefertigte Gleichungen einsetzen müsst. Höhere Levels bedeuten gleichzeitig härtere Aufgaben. Ähnliches gibt es bei „Enigma" zu vermelden. Anhand eines elektronischen Schlosses, das nur anhand von farbigen Blöcken geöffnet werden kann, ist es Eure Aufgabe, die richtige Kombination zu finden. Wichtig ist, dass die farbigen Steine nicht nur die korrekte Position innehaben. Verteilte Punkte zeigen Euch, ob die Positionen korrekt sind beziehungsweise die Lage vollkommen verkehrt ist.

In Mumbai gilt es den Zugverkehr genauestens zu prüfen und Wagenladungen nach Unterschieden zu durchforsten. Je nachdem wie viele Gegensätze Ihr erkannt habt, tippt Ihr den Wagen dementsprechend oft an. Achtet allerdings darauf, dass dies nicht zu oft geschieht, denn anderenfalls werden wertvolle Punkte vom mühsam erspielten Punktekonto subtrahiert. Ebenso nett ist Dr. Knizias ganz spezielle Pokervariante, die zwar im Grunde nichts mit dem beinahe schon zum „Volkssport" mutierten Spiel zu tun, dennoch aber Potenzial zum Immer-wieder-spielen hat. Horizontal und vertikal sollt Ihr Karten gleichen Wertes platzieren – ein Duo bringt ebenso Punkte wie ein Trio, allerdings ist eine Straße noch einen Deut wertvoller, jedoch auch wesentlich kniffliger zu legen. Denn pro Zug müsst Ihr die derzeitig auf der Hand befindliche Karte ablegen. Ein einzelner Zug kann da schon mal über den weiteren Spielverlauf entscheiden. Sechzehn Spiele gibt es im Gesamten zu bestaunen, wobei der Entdeckergeist in Euch geweckt werden sollte. Ob Ihr nun in Rio am Karneval teilnehmt, in Sydney das musikalische Gedächtnis schult oder in den Aztekenruinen „komplexe Strukturen" anordnet, bleibt Eure persönliche Angelegenheit, dank der verschiedenen Schwierigkeitsgrade werdet Ihr aber bis zum Schluss hinaus kräftig gefordert.

Grafik & Sound....

Zwar wollen wir es uns nicht anmaßen, ein Urteil über Dr. Knizias Äußeres zu fällen, soviel sei jedoch an dieser Stelle gesagt: Als Spielfigur, als Präsentator des Titels, der auf dem Topscreen des Nintendo DS in jeder Hinsicht sein Bestes versucht, Karten austeilt oder zum Rhythmus die Trommeln schlägt, ist der gute Reiner alles andere als geeignet. Regelrecht deformiert wirkt er, seine Schultern sind nicht viel breiter als sein Kopf – optisch macht nicht nur der Namensgeber eine schlechte Figur, die anderen Inhalte kommen nicht über ihre Zweckmäßigkeit hinaus.

Auch wenn man es nicht geschafft hat, die Spielerklärungen in deutscher Sprachausgabe auf die Spielkarte zu bannen, sind die untermalenden Sounds, die oftmals an verrauchte Spielhallen erinnern, ganz in Ordnung. Elektronisch angehauchte Sequenzen und typischer Einheitsbrei im neuen Musikgewand versprühen zwar nicht gerade Charme, dennoch aber soviel Atmosphäre, dass man als Spieler ohne Verzweiflung wegen der Akustik gerne auch ein weiteres Mal den DS einschaltet.

Fazit....

Auch wenn „Dr. Reiner Knizias Logik-Coach" keine gewöhnliche Trainingssoftware ist, bleibt das Potenzial bestehen. Nicht nur wegen teils gelungener Herausforderungen, sondern auch wegen motivierender Medaillenjagden legt man den Titel gerne auch zukünftig in den Handheld-Schacht. 80 spielerische Herausforderungen sind eine ganze Menge, wobei auf der anderen Seite ein Großteil davon relativ schnell gemeistert werden dürfte. Aufgrund des ansteigenden Anspruchs gibt es später aber durchaus Situationen, in welchen Verzweiflung im Gesicht des Spielers zu lesen ist. Auf einen Mehrspieler-Modus verzichtete man bei den Entwicklern, dafür erwartet Freunde und Bekannte eine Download-Funktion aller freigespielten Unterhaltungsspiele.

 

+ 80 Herausforderungen
+ Medaillenjagd
+ ansteigender Schwierigkeitsgrad
+ Download-Feature
- teils öde Spiele (z.b.„Memory")
- stellenweise (zu) knifflig
- insgesamt zu kurze Spielzeit
- kein Multiplayer
- größtenteils unschöne Optik

GRAFIK: 52%

SOUND/EFFEKTE: 64%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 68%

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