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NDS Kult-Klassiker Kartenspiele
 
 
Kult-Klassiker Kartenspiele - NDS
Kilian Pfeiffer (02.08.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Dream On
GENRE: Spielesammlung
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

Sammlungen à la „42 Spieleklassiker" von Nintendo haben den Spielemarkt neu aufgerollt und bewiesen, dass selbst altbekannte, teils ausgediente Klassiker – seien es Brett- aber auch Kartenspiele – von großem Interesse sein können. Folglich machte sich eine Vielzahl von Herstellern daran, neues Software-Material zu produzieren, das dieses Genre auch weiterhin bedient, eventuell gar mit zusätzlichen Spielen erweitert. „Kult-Klassiker Kartenspiele - Best of Card Games DS" für den Doppelbildschirm ist ein erster Versuch im Genre, das von unzähligen kostenlosen Umsetzungen „bevölkert" wird, Fuß zu fassen. Wegen der schier übermächtig erscheinenden Dominanz von „42 Spieleklassiker" scheint es aber schwer, den Hausherrn aus seinem angestammten Sitz vertreiben zu können.

Menus und die Story....

Der Titel des vorliegenden Software-Exemplars lässt ja bereits einige Erwartungen aufkommen, so viel sei schon mal sicher. „Kult-Klassiker" sollten schon Titel sein, die diese Bezeichnung auch wirklich verdienen. Weiterhin geht man als geneigter Kartenzocker davon aus, dass eine stattliche Auswahl besagter Klassiker zugrunde liegt. Immerhin waren es 42 Umsetzungen bei Nintendos Vorzeigeprodukt. Bei von „Neko Entertainment" entwickeltem „Kult-Klassiker Kartenspiele - Best of Card Games DS" sind es bedauerlicherweise nur schlappe vier (!) Spiele, welche die Sammlung beinhaltet. Das muss ja erst einmal nichts Schlechtes heißen, denn vier Kartenvarianten könnten eine Menge Unterhaltung bieten, die Umsetzung muss aber zugegebenermaßen auch stimmen.

Die Vollpreis-Sammlung wartet mit den Titeln „Belote", „Poker", „Solitär" sowie „Tarot" auf – vier durchaus zu Klassikern zu zählende Kartenspiele. Soweit, so gut! Solange die Umsetzung stimmt, könnte also tatsächlich ein ansprechender Titel dabei herauskommen. Was aber während des Testzeitraums dann wirklich negativ auffiel und unsere Vermutung bestätigte, war die Tatsache, dass alle vier Games in lediglich je einer Version auf uns warten. Andere Software-Veröffentlichungen zeigen, wie es anders geht. So bietet beispielsweise „Solitaire DS" ganze 101 Varianten des namensgleichen Spieles – obwohl sich viele davon ziemlich gleichen, bleibt mit jenem Variantenreichtum die Motivation auch auf Dauer gewahrt.

Technik und Gameplay....

Der Umfang von „Kult-Klassiker Kartenspiele - Best of Card Games DS" ist also ziemlich mau geraten. Eine Spielvariante pro Kartentitel ist einfach zu wenig, um dafür knapp 30 Euro verlangen zu können. Außer man ist vernarrt in das Produkt und ob der Zusammenstellung der vier Spiele begeistert. Im Folgenden werfen wir also einen Blick auf besagte Klassikerprodukte und umreißen kurz die Regeln. Vielmehr gibt es aber auch nicht zu sagen, da man flugs am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Bis auf jeweils ein Lehrprogramm pro Spiel bietet die „Neko Entertainment"-Entwicklung nämlich nichts weiteres, was zur Ansprache kommen müsste.

Zwischen zwei Schwierigkeitsgraden dürft Ihr wählen, wenn Ihr Euch für einen der vier Titel entschieden habt. Differenziertere Möglichkeiten sind leider nicht gestattet, dafür solltet Ihr euch – vor allem wenn Ihr mit der Materie bislang noch nicht vertraut seid – zunächst dem jeweiligen „Lernprogramm" widmen. Beispielsweise zu „Tarot", das mit einem Blatt von 78 Karten gespielt wird. Wie so oft wird um Punkte gespielt, Punkte, die unter anderen durch sogenannte „Spitzen" erreicht werden. Sollte man das Spiel beispielsweise durch drei Spitzen beenden, würde man lediglich 36 Zähler benötigen. Gegen den Uhrzeigersinn wird gekartelt, Reizangebote, die höher sein sollten als zuvor abgegebene Gebote, sind das Salz in der Suppe – auf eine detaillierte Regelerklärung wollen wir uns allerdings nicht einlassen, da Ihr dies immerhin innerhalb des Programmes vorgesetzt bekommt.

Was hingegen toll klappt, ist die Menüführung: Mithilfe des Touchpens funktioniert diese optimal, hier kann wirklich keine Kritik geübt werden. Was aber immer wieder klar und deutlich ausgesprochen werden sollte, ist die Tatsache der fehlenden Modi. Weshalb ist es nicht möglich, verschiedene „Poker"-Varianten zu spielen, sondern lediglich auf das „Texas Hold’Em" zurückgreifen zu können? Auf Dauer wird man als Spieler damit nicht ausgelastet, man dürstet nach Neuem, wäre hocherfreut, wenn doch wenigstens freispielbares Material dem Titel beiläge. Pustekuchen! So dürftig wie der Inhalt, kann in der Regel doch nicht einmal die Anleitung sein – aber in der Tat: keine niedergeschriebenen Regelerklärungen, sondern nur Bildschirmerklärungen, wobei man bei „Solitär" vergaß, die Bildschirmoptionen mit Zahlen zu kennzeichnen. Sollte nicht passieren, ist aber nun mal menschlich. Ansonsten bietet die Anleitung leider nichts Weiteres.

Was also heißt, dass wir uns „Belote" zuwenden können, einem Team-Spiel, das selbstverständlich auch alleine gegen die CPU gespielt werden darf. 1.000 Punkte zu erreichen ist zwar ein hehres Ziel, aber möglich und angesichts der unterschiedlich wertigen Karten ein durchaus interessantes Vergnügen. Im Grunde genommen wäre dies auch „Solitär", das in der typischen Variante beiliegt – aber eben nur in dieser! Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es für den Nintendo DS zwischenzeitlich bereits zwei eigens dafür programmierte Solitär-Umsetzungen gibt (Stand: August 2008). Natürlich bieten diese einen weit größeren Umfang als die beschnittene Version, die in „Kult-Klassiker Kartenspiele - Best of Card Games DS" integriert wurde. Die Regeln dürften den meisten Hobby-Kartenspielern ein Begriff sein, gilt es doch vier Kartenstapel aus dem vorhandenen Stock (so nennt man den Hauptkartenstapel!) zu bilden.

Grafik & Sound....

Hintergründe, die Langeweile ausstrahlen – kein Problem, immerhin handelt es sich um ein Kartenspiel. Da darf ein Entwickler das! Ein wenig Pep in die Geschichte zu bringen, wäre beinahe infam, müsste man angesichts der schlappen Grafik annehmen. Nichts als Karten, die den Bildschirm besiedeln! Billig wirken die Menüs des Spieles. Optisch geben diese rein gar nichts her, nicht einmal ein Lächeln können sie dem geneigten Nutzer entlocken. Aber die alte Leier zieht auch hier: Zweckmäßigkeit!

In Ordnung, der Sound ist nicht verkehrt und größtenteils unterhaltsam. Nette Melodien und Klänge, die zum Geschehen passen. Allerdings ist das je nach Spiel verschieden. Sprachausgabe, die beispielsweise die Regeln vortragen könnte, trifft man nicht an. Jedoch sind die deutschen Texte ohne Ausnahme gut eingedeutscht worden.

Multiplayer....

Bis auf „Solitär" lassen sich alle enthaltenen Kartenklassiker im Mehrspieler-Modus anwählen. Maximal vier Spieler können dann mit nur einer DS-Karte loslegen und sich in monotonen – da ohne Modi-Vielfalt – Partien beharken. Auf kurze Sicht machen die Kartenspiele auch durchaus Spaß, versprühen sie doch ein wenig Klassiker-Glanz in zeitlich unmodernem Gewand. Für die eine oder andere Session in Ordnung, ist es hingegen aber keine Pflicht ein Gruppenspiel von „Kult-Klassiker Kartenspiele - Best of Card Games DS" gesehen zu haben.

Fazit....

Wenn das Wörtchen „wenn" nicht wäre… Ja dann wäre „Kult-Klassiker Kartenspiele - Best of Card Games DS" ein echter Geheimtipp geworden. Die Krankheiten finden sich jedoch an vielen Stellen des Spieles. Größtes Manko ist die fehlende Modi-Vielfalt, da alle vier Klassiker nur als Einzelversion vorliegen. Für ein Vollpreisspiel ist solch ein Vorgehen einfach nicht drin! Immerhin will die Kundschaft etwas für ihr Geld. Andererseits kann man nicht sagen, dass der Titel grottenschlecht wäre, denn einzelne Partien machen durchaus Spaß, wenngleich Konkurrenzprodukte aber einfach mehr zu bieten haben – und das für’s selbe Geld. Verwiesen wird in diesem Fall wie so oft auf „42 Spieleklassiker" für den Nintendo DS. Wie der Name schon sagt: 42 Spiele auf einer Karte! Immerhin ist bei vorliegendem Titel der Mehrspieler-Modus mit nur einem Software-Exemplar möglich.

 

+ Lernprogramme inklusive
+ MP mit einer Karte
- Kaum Modus Varianten
- technisch unzeitgemäß
- nur vier Klassiker-Titel

GRAFIK: 29%

SOUND/EFFEKTE: 62%

MULTIPLAYER: 63%

GESAMTWERTUNG: 42%

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