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NDS Jam Session
 
 
Jam Session - NDS
Kilian Pfeiffer (12.10.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Ubisoft
GENRE: Songspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Ein Lied zu trällern ist eine schöne Sache und findet vornehmlich nach einer gepflegten Dusche im Bad vor dem Spiegel statt. Das dort vorgetragene Solo würde - so glaubt man zumindest - wohl niemanden besonders interessieren und die Gehörgänge eventuell Anwesender in beträchtlicher Weise strapazieren. Bei "Jam Sessions" von "Ubisoft" ist das anders, denn hier wird die Priorität auf das Gitarrenspielen gelegt und erst in zweiter Reihe - je nach eigener Vorliebe - der Gesang geübt. Gleich vorneweg: Singen verlangt das Programm von Euch zu keinem Zeitpunkt, allerdings erwarten Euch zu allen der über 30 Songs die jeweiligen Texte, die man jederzeit mitsingen kann. Bevor Ihr Euch daran wagt, solltet Ihr Euch aber erst einmal Gedanken um das Gitarrespielen machen, da dies in "Jam Sessions" wesentlich ist und Euch vor eine ziemlich große Aufgabe stellt.

Menus und die Story....

"Jam Sessions" ist kein Spiel im üblichen Sinne. Warum das so ist, ist schnell geklärt: ein Spielziel gibt es nicht, die Songs sind lediglich zur eigenen Unterhaltung, sowie der Perfektionierung des Musikinstruments da. Als Spieler wird man daher nie unter Druck gesetzt weiter zu machen. Daraus ergibt sich jedoch eine etwas ungute Mischung, denn das Verfolgen einer Storyline, das Hinarbeiten auf ein konkretes Ziel - vielleicht sogar durch spielerische Belohnungen - gibt es in dieser Form nicht. "Jam Sessions" bedeutet hingegen das Erlernen eines virtuellen Instruments, das viel Blutschweiß und eine Menge Einarbeitungszeit erfordert, um einen Song erfolgreich spielen zu können. Vom Singen noch gar nicht zu sprechen…

Ob man dem Titel nun eine Wertung wegen des fehlenden Spielziels verweigern sollte, was man als logische Konsequenz folgern könnte, darüber lässt sich streiten. Ein Spiel in gewöhnlichem Sinne ist der "Ubisoft"-Titel nicht, eher eine Anleitung zum Gitarrespielen - dennoch haben wir uns auf eine Wertung eingelassen, da man als Spieler immer im Vordergrund steht und selbstständig agiert statt reagiert.

Technik und Gameplay....

Der Nintendo DS ist nicht nur ein gewöhnlicher Handheld, nein, auch eine Gitarre kann man aus dem handlichen Spielegerät herausholen. Wie das geht? Der Touchscreen wird zur Saite, die man mit dem Stylus spielen kann. Klingt einfach, ist es aber nicht. Um eventuelle Schwierigkeiten im Voraus auszuräumen, sei Euch als Spieler das Tutorial ans Herz gelegt, das nicht nur mit Haltungs-, Tasten-, und Anschlag-Tipps informiert, sondern ebenso ein Gehör-Training anbietet, in dem Ihr neben allen Dur- auch Moll-Tonarten üben könnt. In einzelnen Phrasen werden Euch einige Töne vorgegeben, die Ihr ohne Kenntnis der gespielten Noten, nachspielen müsst. Dies gestaltet sich als ganz sinnvoll, ist aber wirklich eine Einrichtung, die speziell von Musikbegabten begeistert aufgenommen werden dürfte. Als Normalspieler tut man sich anfangs recht schwer, mit der Zeit hat man den Dreh aber ein wenig mehr raus und die eine oder andere perfekte Note auf der Gitarrensaite gespielt.

Seid Ihr soweit mit der Einführung erfolgreich und habt die Akkordpalette (acht Zellen, die mit unterschiedlichen Noten belegt sind) verinnerlicht, könnt Ihr die ersten Noten ohne weiteres ertönen lassen. Die Akkorde liegen auf dem Steuerkreuz. Abhängig welche der acht Richtungen (auch diagonal!) Ihr gedrückt haltet und gleichzeitig mit dem Touchpen über den berührungsempfindlichen Bildschirm streift, ertönt der von Euch gewünschte Akkord. In Verbindung mit der "L"-Taste habt Ihr die Möglichkeit acht weitere Akkorde zu spielen, so dass die Palette auf ganze 16 wächst. Ziemlich anspruchsvoll für einen unbedarften Gitarrenspieler. Gut, dass die ersten Songs in der umfangreichen Liste relativ einfach zu spielen sind und sich auf zwei Akkorde beschränken. Im Topscreen seht Ihr einen Abspielbereich, der durch Positions- und Anschlagshilfen gekennzeichnet ist. Weiterhin hilft ein Metronom, den richtigen Takt zu behalten und somit eine Orientierung im Song zu behalten. Ebenso macht es einen Unterschied ob Ihr die virtuelle Saite von oben (Abschlag) oder von unten (Aufschlag) anspielt.

Eine Vielzahl von Songs steht im Spiel bereit, wobei ein Großteil eher unbekannter Natur ist, dennoch die Noten populärer Bands und Songs vertreten sind. Avril Lavigne, Nirvana, die Jackson 5, Jimi Hendrix, Eros Ramazzotti, Juli oder Nena: sie alle kann man in der Software finden und im Song-Modus nachspielen. Wobei Ihr Euch dies so vorstellen müsst, dass alle Lieder nur in Gitarrenakkorden vorliegen, also keine ganze Band, die im Hintergrund die Melodie begleitet. Erwartet Euch daher nicht zu viel von den bekannten Interpreten. Im Übrigen sind die ersten zehn Songs in der Liste inklusive Spielhilfe vertreten, das bedeutet, dass Ihr diesen Liedern, besser gesagt den Gitarrenakkorden, lauschen könnt und diese nachspielen dürft. Auf Wunsch mit Spielhilfen, jedoch ist es möglich, diese auch komplett zu deaktivieren.

Im freien Spiel habt Ihr eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Euer Spiel nach Belieben abzuändern. So könnt Ihr mit Hilfe einer so genannten Maskierung die Akkordpalette in der Tonlage anheben, beziehungsweise absenken. Selbst kreierte oder auch nur nachgespielte Lieder lassen sich aufnehmen und auf der Spielkarte abspeichern, des Weiteren verändern Effekte, die manuell und im Detail bearbeitet werden können, Euer Gitarrenspiel - Klang verzerrende Effekte in Reinkultur! Die Akkord-Palette lässt sich bis auf über 100 Akkorde erweitern, zusätzlich ist es möglich die Hintergründe sowie die Saitenanimation aus einer Vielzahl von vorgegebenen Schablonen auszuwählen. Gedämpfte Töne, Echos in den Akkorden - was Euch auch immer missfällt, darf selbstständig eingestellt werden, selbst in Nuancen sind Abweichungen zu jeder Zeit möglich, die Transponierung von Halbtönen ist erwünscht und nur einen Wimpernschlag von der Durchführung entfernt.

Grafik & Sound....

Will man bei "Jam Sessions" von einer Grafik sprechen - und dies sollte man bei einem zu bewertenden Titel tun - ist das Endergebnis ernüchternd. Logisch, denn was soll man bei spärlichen Notenzeilen, einer vibrierenden Gitarrensaite und einer ganzen Palette an Optionsmöglichkeiten denn schon groß erwarten? Zweckmäßigkeit am laufenden Band - Extras oder grafische Schmankerl sind dagegen Fehlanzeige. Dennoch: der grafische Flop tut nichts zur Gesamtwertung hinzu!

Ebenso gibt es im Grunde keine Musik, denn: die Musik macht bekanntlich Ihr selbst und dies mit einfachen Gitarrenakkorden. Alles was Euch vorgespielt wird, sind die ersten zehn Songs, bei allem anderen habt Ihr selbst die Zügel zu halten. Ob es funktioniert, liegt an Euch. Demnach verzichten wir auf eine Bewertung im Bereich "Musik/Soundeffekte".

Fazit....

"Jam Sessions" ist als Lernprogramm recht gelungen, andererseits aber sehr schwer zu meistern, da Gitarrenakkorde noch lange keine bekannte Melodie ergeben, weil diese sehr häufig von der Stimme geprägt wird. Und dies alles unter einen Hut zu bringen, ist eine anspruchsvolle Herausforderung, die nicht ohne weiteres funktioniert. Wenn Ihr aber dranbleibt und für abgefahrene Ideen - in diesem Fall der Nintendo DS als Gitarre - bereit seid, solltet Ihr dem "Ubisoft"-Titel unbedingt eine Chance geben.

 

+ innovat.Idee in schalem Gewand
+ viele Genre Songs querbeet
+ Vielzahl an Optionsmöglichkeiten
+ Liedtexte vorhanden
- kein Spiel im klassischen Sinne
- schwer zu meistern
- keine Spielaufgabe
- nicht jedes Lied kann angehört werden

GRAFIK: 19%

SOUND/EFFEKTE: --

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 70%

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