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NDS Professor Heinz Wolff's Gravity
 
 
Professor Heinz Wolff's Gravity - NDS
Kilian Pfeiffer (01.02.2009)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Koch Media
GENRE: Denkspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Knobeln liegt wohl im Ursprung der menschlichen Natur. Knobeln tut ein jeder gern. Warum das so ist, können wir nur vermuten. Allerdings haben diese These bereits einige Spielehersteller erkannt und versucht umzusetzen. „Deep Silver" hat sich ebenso daran gewagt und all diejenigen bedacht, die einer Sache gerne physikalisch begegnen. In „Professor Heinz Wolff's Gravity" gilt es mit den Gesetzen der Schwerkraft 100 Stages zu lösen, die nach und nach kniffliger werden. Ein paar wenige Objekte stehen Euch bei dieser Aufgabe zur Verfügung. Dass das Unterfangen ungemein viel Spaß bereitet, hatten wir zunächst nicht vermutet, doch wurden wir eines Besseren belehrt.

Menus und die Story....

Einem Produkt einen Namen zu verleihen, dessen Namensgeber in fachlichen Kreisen bereits zu größeren Ehren gekommen ist, ist eine Idee, die sich bewährt hat. Dr. Kawashima, der Professor „fürs Gehirn", ist wohl das bekannteste aller Beispiele. Professor Heinz Wolff, Namensgeber des vorliegenden Titels, ist ebenfalls eine Berühmtheit in seinem Fach. Die Anleitung spendiert dem glatzköpfigen Brillenträger gleich drei ganze Seiten, in dem sie auf Wolffs Geschichte eingeht. Eine Aufzählung seiner unzähligen Mitgliedschaften und Titel, ebenso eine Erklärung, was der schlaue Kopf in seinem Leben bislang geleistet hat, findet Ihr im gedruckten Beiwerk. Und weil er nicht nur ein sehr angesehener Wissenschaftler ist, sondern ihm auch die Jugend am Herzen liegt, tritt er „leidenschaftlich für die technische Erziehung junger Menschen ein und möchte sie gleichzeitig dazu bringen, die möglichen sozialen und ethischen Folgen von wissenschaftlichen Fortschritten nicht außer Acht zu lassen", erfahren wir über ihn in der Anleitung. Mal sehen, inwiefern sein Bemühen in der spielerischen Umsetzung Früchte trägt.

In „Professor Heinz Wolff's Gravity" muss Physik begriffen werden, um Erfolge erringen zu können. Rätsel zu knacken, ist nur dann möglich, wenn Ihr Euer Köpfchen einschaltet und jede Spielebene von Grund auf bestehen wollt. Es gibt in der Tat diffizilere Fassungen als vorliegende. Aber vielleicht ist es gerade die Erreichbarkeit der gesteckten Kopfnüsse, die den Titel zu einer derartig motivierenden Unterhaltung machen. Wir waren sehr erstaunt, was durch wenige Einsatzmittel passieren kann, wenn man physikalisch korrekt um die Ecke denkt. Allen Puzzlern sei der Titel daher ans Herz gelegt!

Technik und Gameplay....

Im Endeffekt ist es ja kein Wunder, dass Professor Heinz Wolff als Pate des Spieles fungiert – immerhin ist er Vorsitzender des „Microgravity Advisory Committee" (Beratungsausschuss für Mikrogravitation) und verantwortlich dafür, dass Ihr als Spieler immerzu informiert seid. Denn Wolff agiert sozusagen als das wandelnde Info-Büchlein, gibt Euch Tipps und Tricks und erklärt in wenigen Sätzen die Funktionsweise des „Deep Silver"-Titels, der von den unbekannten „EM Studios" programmiert wurde. Einen „Partymodus" gibt es im Hauptmenü zwar, allerdings handelt es sich hierbei nicht um das eigentliche Spiel, sondern lediglich um ein Zusatzangebot in unterhalterischem Sinne. Drei Minispiele mit physikalischem Hintergrund warten dort auf Euch. Und diese sind in jeder Hinsicht „intelligente" Unterhaltungsformate. Warum? Weil man auch hier das Köpfchen rauchen lassen muss, um gute Ergebnisse zu erzielen. Wenngleich es auch nur um den Einzug in die Highscore-Liste geht. So versucht Ihr in „Hoch hinaus" in etwas mehr als einer halben Minute einen Turm aus diversen Quadraten und Stangen zu bauen. Je höher Ihr kommt, umso besser. Bei „Bälle versenken" schießt Ihr mithilfe einer Kanone 35 runde Dinger durch den aktuellen Level. So einfach ist das Unterfangen nun aber auch nicht! Diverse Behälter mit Punktewert wollen getroffen werden. Kraft und Flugbahn zu berechnen, sind die wesentlichen Aufgaben, die Euch erwarten. Die Steuerung mittels des Touchpens funktioniert indes einwandfrei – auch hier gilt im Übrigen, in die Highscore-Liste einzuziehen. Bei „Abräumer" kommt erneut die Ballkugel zum Einsatz, dieses Mal jedoch sind die Geschosse verschiedenfarbig, ebenso die Klötze, die es abzuschießen gilt. Allerdings lassen sich nur farbige, zu den Bällen identische Objekte entfernen. Knifflig, knifflig…

Diese drei Games sollen aber nur als Appetizer dienen, als kleiner Vorgeschmack auf die nun wartenden 100 Missionen, die zunächst recht einfach daherkommen, dann aber sukzessive fordernder werden. So fordernd, dass Ihr teils erst einmal zehn Minuten knobelt, Möglichkeiten auslotet und schaut, ob Ihr Euch nicht etwa doch auf dem Holzweg befindet. Das Durchhaltevermögen wird also auf die Probe gestellt, das Gameplay wird knackig – unter Garantie! Wollen wir mal einen Blick auf die Spielweise richten: Die Levels, die Euch vorgesetzt werden, sind durchzogen von Rampen, Tunnels, Senken, Steigen oder treppenartigen Auf- und Abgängen. Irgendwo innerhalb der Stage ist ein roter Knopf angebracht worden. Diesen Knopf müsst Ihr drücken, um die aktuelle Mission zu bestehen. Dies alles muss aber in einem einzigen Zug vollführt werden. Ein bewegliches Objekt (Ball oder vierrädriges Fahrzeug) wird auf Knopfdruck auf den Weg gen Ziel geschickt und sollte – im Idealfall – als Auslöser dafür fungieren, dass weitere im Spiel befindliche, bewegliche Objekte den roten Knopf berühren. Zunächst gilt es also, einen Blick in das eigene Inventar zu werfen. Dort befinden sich dann Stangen, Kugeln oder Quader, die als Zuhilfenahme zur Lösung des Puzzles verwendet werden dürfen. Besagte bewegliche Objekte ordnet Ihr nach Belieben an, so, dass am Ende der rote Knopf gedrückt wird. Ein Beispiel: Der Button befindet sich auf einer Anhöhe, kann also durch den Ball/das Fahrzeug, das von oben aus einem Loch herabfällt, nicht ohne weiteres erreicht werden. Zur Verfügung steht Euch ein Viereck, eine lange Latte sowie ein Miniquadrat. Irgendwie müsst Ihr also besagte Objekte in Einklang bringen. Doch wie? Wir verraten es Euch: Positioniert das Viereck unterhalb des Austritts der Kugel. Legt dort die Latte in schräger Weise drauf und das Miniquadrat auf den Teil, der dem Boden am nächsten ist. Nun startet Ihr die Sequenz: Der Ball fällt auf die Latte und befördert durch die Hebelwirkung das Miniquadrat in die Höhe. Die Physik will es so, dass der rote Knopf zielgenau getroffen wird. Herzlichen Glückwunsch!

Ähnlich verlaufen alle Missionen, nur wird das Vorgehen mit der Zeit immer komplexer. Eine begrenzte Anzahl an Spieltipps steht Euch zur Verfügung. Allerdings kostet jeder Tipp ein paar Punkte, gibt Euch im Gegenzug jedoch die Position eines Levelobjektes preis. Freilich solltet Ihr sehr vorsichtig mit der geringen Anzahl an Hilfen umgehen. Toll übrigens, dass Ihr jederzeit und so lange als möglich Probeläufe der Kugel bei den aktuellen Aufbauten durchführen könnt. Die Bedienung durch den Touchpen unter Zuhilfenahme des Steuerkreuzes (um einzelne Objekte zu drehen!) funktioniert beinahe reibungslos. Fünf Baukastenlevels, in denen Ihr Euch austoben dürft, runden „Professor Heinz Wolff’s Gravity" ab.

Grafik & Sound....

Die Hintergrundgrafiken des Titels sind allesamt von statischer Natur. Oftmals entstammen sie der bloßen Fantasie der Entwickler, machen aber einiges her. Düstere Landschaften, eisige Schneewelten, abgefahrene, futuristische Eindrücke der besonderen Art. Zwischenszenen oder dergleichen gibt es nicht. Die Physik-Engine ist soweit größtenteils realistisch, nur ab und zu hat man den Eindruck, dass diese und jene Berührung einen anderen Ausgang hätte haben müssen. Aber vielleicht haben auch wir einen kleinen Knick in der Optik ;-).

Der Soundtheme bringt nicht die größte melodische Abwechslung mit sich, allerdings gibt es ein epochales Stück, das die ganze Bandbreite einer kompositorischen Meisterleistung mit sich bringt. Beeindruckend, selbst nach dem zwanzigsten Durchlauf. Der Rest der Melodien ist besserer Durchschnitt und unterhält den Spieler in befriedigender bis guter Art und Weise.

Fazit....

„Professor Heinz Wolff's Gravity" ist unser kleiner Geheimtipp zum Ende des Januars 2009. „Physik spielend entdecken!" – so heißt es auf der Packung des Titels in treffender Weise. Als Puzzlefreund kommt man um diesen Titel nicht herum, wenn jemandem physikalische Spielchen am Herzen liegen und man Interesse an einer ungemein fesselnden Umsetzungsweise hat, die von Puzzle zu Puzzle anspruchsvoller wird. Wir freuen uns, dass der Titel demnächst auch den Weg auf die Wii finden wird. Wollen wir hoffen, dass wir es mit einer abgewandelten Form des vorliegenden Titels zu tun haben. Denn dann könnten Besitzer der DS-Version auch bedenkenlos ein zweites Mal zugreifen. Alle anderen sollten sich „Professor Heinz Wolff's Gravity" ebenfalls ansehen!

 

+ 100 Levels
+ 3 physikalische Minispiele
+ motivierend bis zuletzt
+ fünf Baukastenlevels
+ ungemein suchterzeugend
- später recht knifflig
- begrenzte Menge an Tipps
- kein Mehrspieler-Modus

GRAFIK: 69%

SOUND/EFFEKTE: 76%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 80%

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