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NDS Hannah Montana
 
 
Hannah Montana - NDS
Kilian Pfeiffer (19.11.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Disney Interactive
GENRE: Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Teenager, Pop-Sternchen, Fan-Idol: Miley Stewart alias Hannah Montana vereint all dies in einer Person. Ein amerikanisches Girlie, wie es im Buche steht, dennoch bleibt sie auf dem Boden, Star-Allüren Fehlanzeige! Dazu hat sie auch allen Grund, denn neben ihrem relativ unspektakulären Leben als amerikanischer Teenager, tritt sie allabendlich auf den größten Bühnen überhaupt auf, beigeistert das Publikum mit ihren Liedern und versetzt riesige Fan-Scharen in helle Aufregung. "Hannah Montana" dürfte dem einen oder anderen aus dem TV-Programm ein Begriff sein, so bekannt wie die "Bratz"-Girls ist sie in unseren Breitengraden indes bislang aber nicht. Dennoch spendiert "Disney" dem Jungspund sein eigenes Abenteuer auf dem Nintendo DS und knüpft somit an die neuerliche Lizenz-Versoftungswelle an.

Menus und die Story....

"Hannah Montana" ist als Teenager-Idol die perfekte Besetzung - nicht nur im TV, sondern auch auf dem Handheld. Ein wenig aufmüpfig, dennoch anständig. Miley Stewart ist im Alltag ein nettes Mädchen von nebenan, das ihr Geheimnis wie ihren Augapfel mit sich führt. Nur Lilly weiß darüber Bescheid, dass Hannah als gefeierter Star auftritt, alle anderen Bekannten und Freunde hegen noch nicht einmal einen Verdacht. Jedoch hat Hannah eine anonymisierte Nachricht erhalten, in welcher Ihr angedroht wird, das Geheimnis in aller Öffentlichkeit publik zu machen. Für unsere Protagonistin eine absolute Horrorvorstellung! Als gestandenes Girlie setzt sie freilich alles daran, den Fremden an seinem Vorhaben zu hindern - koste es was es wolle!

Rollschuh-Laufen, Skateboard-Fahren, sich mit Freunden treffen - alles Dinge, die man als amerikanischer Jugendlicher durchaus gerne macht. Miley und ihre beste Freundin Lilly inklusive! Doch bevor der Spaß richtig losgehen kann, ist schweißtreibende Arbeit zu erledigen. Rund eineinhalb Stunden dauert die spielerische Angelegenheit, danach ist das Spiel bereits vorbei. Für ein Vollpreisprodukt ein etwas dürftiger Umfang… Dennoch werden sich Fans mit der Protagonistin in jeder Hinsicht identifizieren können, denn selbstverständlich ist auch das altbekannte Klamotten-Feature mit von der Partie.

Technik und Gameplay....

In der Art eines Adventures dirigiert Ihr Miley etwas umständlich mit andauernden Tipp-Einlagen auf dem Touchscreen von Ort zu Ort. Einfacher wäre es gewesen, wenn diese Euren Bewegungen folgen würde - somit wäre das andauernde Stylus-Tippen überflüssig gewesen. Nichtsdestotrotz habt Ihr Euch nach einiger Zeit zu Recht gefunden und bewegt Miley - ausgehend von ihrem Zuhause - über die gesamte Stadtkarte zu den verschiedenen Örtlichkeiten. Das Spielprinzip ist recht einfach gestrickt und im Grunde vollkommen anspruchslos. Einen Schwierigkeitsgrad gibt es in diesem Sinne nicht, da jede Aktion, die Ihr als nächstes erledigen sollt, erklärt wird. So soll Miley, sozusagen die eigentliche Hannah, aus einem Spind in der Schule Hausaufgaben holen, um sie dem Erzfeind ihres Bruders zu geben, so dass dieser ihr weiterhilft. Nach diesem Muster funktioniert beinahe das gesamte Abenteuer. Beispielsweise müsst Ihr im Zooladen eine Hundeleine samt Marke abholen, um damit Eurem Gesprächspartner eine Freude zu bereiten und gleichzeitig eine Info aus ihm herauszuquetschen.

Die Örtlichkeiten sind vollkommen zusammenhangslos in Szene gesetzt worden, mit einer einzigen Touchscreen-Berührung befindet Ihr Euch am gewünschten Ort (die Auswahl erfolgt über den Bildschirm!) und springt so von Location zu Location. Mit der Zeit langweilen die immergleichen "Ich-hab-noch-ein-Buch-verliehen,-kannst-Du-es-mir-bitte-holen?"-Aufgaben immer deutlicher. Noch unangenehmer wird es dann, wenn Ihr auf die betreffende Person trefft, diese Euch dann aber miteilt, das Buch ebenfalls verliehen zu haben. Das fortwährende "Weiterreichen" kristallisiert sich im Laufe der Zeit als das Damoklesschwert des Titels heraus. Abwechslungsreichere Aufgabenstellungen wären hier oberstes Gebot gewesen.

Übrigens macht es nur Sinn mit den aufgabenrelevanten Leuten ein Gespräch zu führen, anderenfalls sind deren Kommentare äußerst belanglos und haben nur wenig mit dem eigentlichen Spiel gemein. Dennoch trefft Ihr immer wieder auf bekannte Gesichter, wie die von Amber, Ashley, Oliver und Jackson, die Euch diverse Räumlichkeiten - beispielsweise im Einkaufszentrum - versperren. Solltet Ihr sie erblicken, wisst Ihr, dass hinter ihnen ein wichtiger Spielinhalt zu finden ist. In kurzen Gesprächen versucht Miley die vier also immer wieder los zu bekommen, was bedeutet, dass Ihr Eure Antwortmöglichkeit im Gespräch durch eine kleine Zeichnung eines vorgegebenen Symbols auswählt. Amber und Ashley stoßt Ihr somit in regelmäßigen Abständen gehörig vor den Kopf und verscheucht sie. Als Lohn winkt zumeist ein neues Kleidungsstück für Eure Garderobe. Um eine Tür letzten Endes betreten zu können, müsst Ihr ebenfalls Euer künstlerisches Talent in Form einer Symbolzeichnung an den Tag legen. Erst nach korrekter Malweise, öffnet sich die gewünschte Tür. Solltet Ihr an einer Stelle nicht mehr weiter wissen, steht Euch Lilly, Hannahs beste Freundin, mit gutem Rat zur Seite. Was als nächstes zu machen ist, wird somit jederzeit ersichtlich - im Grunde eine Komplettlösung im Spiel!

Weiterhin bekommt Hannah bereits zu Beginn des Spiels den so genannten "Strahl-O-Mat" sowie die "Superlupe", zwei Utensilien, die im Folgenden als "überlebenswichtige" Werkzeuge fungieren. Mit ersterem, neudeutsch auch Taschenlampe genannt, leuchtet Ihr dunkle Räume nach versteckten Gegenständen aus, die Lupe verwendet Ihr, um aus scheinbar unscheinbaren Räumen verborgene Items zu "bergen". Das höchste der Gefühle, das sich in deutlicher Weise an klassische Adventures anlehnt, ist die Möglichkeit der Gegenstandskombination. Ihr müsst einzelne Nachrichtenteile innerhalb des Inventars zusammenfügen, ebenso ein vormals in kriminalistischer Sucharbeit aufgestöbertes Scherenteil mit seinem kongruenten Gegenstück zusammenfügen. Das war es dann aber auch schon wieder! Hier hätte man durchaus tiefgründigere Rätsel einbauen dürfen, die dennoch die spielerische Klientel nicht überfordert hätten. Leider macht dieses Manko nicht einmal die obligatorische "Wer-gestaltet-das-hübscheste-Outfit"-Option wieder wett. Selbst die relativ nüchternen Renn-Einlagen auf dem Skateboard, den Rollschuhen oder dem Roller hätten spannender sein können. Warum? Bedauerlicherweise könnt Ihr Lilly aus der Vogelperspektive nicht direkt steuern, sondern müsst lediglich einzelne, den Weg säumende Objekte, wegklicken. Steine werden mit einem Tipp zerbröselt, Wasserflaschen beiseite gezogen. Selbst auf Katzen solltet Ihr acht nehmen - eine Stylus-Berührung und der Weg ist wieder frei!

Grafik & Sound....

In grafischer Hinsicht ist der Titel zielgruppengerecht aufbereitet und erstrahlt in bunter Farbenpracht. Comicartige Unterhaltungen finden auf dem Topscreen statt, das eigentliche Augenmerk liegt auf der Story, die auf dem Touchscreen vonstatten läuft. Auch die minispielähnlichen Fahrten können sich sehen lassen - somit ist die Darstellung optisch ganz gut gelungen. Auf herausragende grafische Leistungen zielte man bei der Entwicklung aber sowieso nicht ab, vielmehr zählt der eigene Comic-Look.

Der im Hintergrund laufende Teenie-Sound passt perfekt zum Spiel, wirkt aber zu keiner Zeit aufdringlich, geschweige denn nervtötend. Im Gegenteil, er gefällt und verleiht dem Spiel einen ganz eigenen Charakter. Sprachausgabe gibt es hingegen nicht, als Spieler muss man sich auf eine Vielzahl von kurzen, relativ oberflächlichen Text-Unterhaltungen gefasst machen.

Fazit....

"Hannah Montana" ist zwar das perfekte Spiel für die kleine Schwester, die Euch schon seit Wochen nervend am nicht vorhandenen Rockzipfel hängt und nach dem Kauf des Titels inständig bettelt und fleht. Ein sehr eingängiges Spielprinzip, sozusagen ein "Adventure-light-light", wenig Umfang, dafür alle Charaktere, die bereits aus der Fernsehserie bekannt sein dürften. Auch vom Anspruch her habt Ihr hier nur wenig zu tun, die immergleichen Aufgaben-Konstellationen hätten ein wenig mehr Abwechslung verdient. Dennoch kann es durchaus sein, dass genau dieses Konzept das richtige für die kleine Schwester ist. Vom Umfang hätten wir uns aber doch ein wenig mehr erwartet. Unter Freunden darf man - sofern man dies als sinnvoll erachtet - selbst designte Modestücke - auf die jeweils andere Spielkarte übertragen. Einen eigenständigen Mehrspieler-Modus gibt es indes aber nicht.

 

+ "Hannah Montana"-Lizenz
+ (zu) einfaches Spielprinzip
mit interner Lösung
- unvorteilhafte Steuerung
- zu geringe Spielzeit
- oberflächliches Spielprinzip
ohne Tiefgang

GRAFIK: 68%

SOUND/EFFEKTE: 69%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 58%

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