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NDS Go West! - Abenteuer mit Lucky Luke
 
 
Go West! - Abenteuer mit Lucky Luke - NDS
Kilian Pfeiffer (23.01.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Atari
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Ein Cowboy zu sein hat einige Vorteile, die dem Bürger des heutigen, westlichen Daseins wohl für alle Zeit verwehrt bleiben dürften: eine Prärie so weit das Auge reicht, flinke Banditen, die womöglich mit Sprengstoff beladen den nächsten Kutschenwagen in die Luft jagen wollen sowie das Gefühl von unendlicher Freiheit. Nicht umsonst ist Lucky Luke ein Cowboy, dem der Neid vieler seiner Fans des Öfteren zuteil wird. Trotz seiner Rivalen, den Dalton-Brüdern, denen es immer wieder gelingt aus dem Knast auszubüchsen und dem Protagonisten das Leben schwer zu machen. Gut, dass der schlaksig gewachsene Hüter des Rechts von allen Seiten Unterstützung zugesichert bekommt: Hund Rantanplan und der Gaul Jolly Jumper sind das gelungenste Duo überhaupt und stete Wegbegleiter des Draufgängers.

Menus und die Story....

Dass es der titelgebende Held endlich auf den Nintendo DS sowie die Wii geschafft hat, freut uns im Mag'64 ganz besonders, da dessen Comics schon zu Kindheitszeiten für viele vergnügliche Stunden gesorgt haben. Lucky Luke ist Kult, für manche vergleichbar mit den "Asterix"-Publikationen, die - zur Freude vieler - zurzeit ebenso im Programm von "Atari" zu finden sind. Bei "Go West! - Ein Abenteuer mit Lucky Luke" handelt es sich um eine waschechte Sammlung verschiedener Minispiele, die sich im Laufe der Zeit kontinuierlich innerhalb ihres Schwierigkeitsgrads ansteigen. Auch wenn sich die Games im Laufe der Zeit immer wieder wiederholen, habt Ihr einige Prüfungen zu bestehen. Dennoch sind die angepeilten 80 Aufgaben schneller erledigt als man meint. Drei Spielstände stehen Euch zu Beginn des Spieles zur Verfügung, wobei nach jeder erfolgreichen Erledigung eines Abschnitts die Software automatisch abspeichert.

Angesiedelt im Jahr 1855 muss Lucky Luke erneut seine Widersacher, die Dalton-Brüder, auf ihrem Weg hin zu Recht und Ordnung begleiten. Dass sie erneut türmen können und der nächste Weg derjenige in die prall gefüllte Geldbank ist, dürfte Kennern der Comics recht bekannt vorkommen. Ihre eingeheimste Beute wird gut versteckt, kommt jedoch in die falschen Hände - Pioniere, die mitsamt 80 Karawanenwagen auf dem Weg in den Westen sind. Nicht nur die Daltons folgen den ahnungslosen Reisenden, sondern auch Lucky Luke, Held des Spieles und gute Seele in der weitläufigen Prärie.

Technik und Gameplay....

Weil die Reise nach Westen einige Zeit dauert, hat man sich dafür entschieden, den Titel in 80 Minispiele aufzuteilen, wobei ein Spiel einen Tag symbolisiert. Durch die USA von Osten nach Westen zu ziehen, ist ein weiter, schwerfälliger Weg, auf dessen Pfaden viele unvorhergesehene Dinge passieren können. Nur zu gut, dass Ihr nicht alle Stationen der Amerika-Karte ansteuern müsst, denn Abkürzungen sorgen für ein schnelleres Vorankommen und Lucky Luke ist, wie man weiß, ja dafür bekannt, dass er schneller ist als sein eigener Schatten. Der "Story-Modus" ist dann auch der eigentliche Tummelplatz des Spielers, wobei es ebenso möglich ist, alle bereits frei geschalteten Minispiele ganz nach Belieben anwählen und immer wieder auf's Neue spielen zu dürfen. Haltet Ihr Euch an das Spiel und wollt den Titel zu Ende bringen, gelingt Euch dies in drei bis vier Stunden ohne weitere Probleme - denn jedes Minispielereignis dauert nicht viel länger als ein bis zwei Minuten, der Rest der Zeit geht für einige Zwischenszenen und Textkästen drauf.

Leider krankt der Titel an der bereits nach einer Stunde aufkommenden Eintönigkeit. Letztendlich existieren sechs gewöhnliche Spiele in diversen Abwandlungen, was bedeutet, dass der Schwierigkeitsgrad mit der Zeit anzieht. So gibt es beispielsweise unterschiedliche Renneinlagen, die ihr nicht nur mit Lucky Luke bestreitet, sondern auch mit Rantanplan, dem Köter, sowie Jolly Jumper. Hierbei ist das Zeitlimit, bis Ihr schließlich das Ziel vor Augen habt, sehr begrenzt, daher solltet Ihr alle goldenen Sheriffsterne einsammeln und die Ziele mit dem Touchpen abschießen. Dies geschieht selbstverständlich alles während des 2D-Rennens, wobei Ihr zusätzlich auf Hindernisse Acht geben solltet. Im korrekten Moment zu springen oder sich zu ducken ist Pflicht, Rempler mit Barrieren verursachen zeitliche Einbußen, die Euch in späteren Situationen besser nicht mehr passieren dürfen.

Recht nett, aber auf Dauer ziemlich eintönig, sind die die Maultiere anfeuernden Flüche von Ugly Barrow, die Ihr anhand von einigen einfachen Zeichnungen zum Besten geben dürft. Symbole solltet Ihr mit dem Touchpen nachzeichnen, allerdings recht schnell agieren, da immer mehr Anforderungen auf Euch hereinprasseln werden. Weil Ugly Barrow die Karawane antreibt, wären unnötige Verzögerungen daher nicht wünschenswert. Immer wieder stehen auch Pistolenduelle mit den Dalton-Brüdern an, wobei hier das Ziel ist, den markierten Bereich mit Eurer Waffe zu fokussieren und ihn letztendlich abzuschießen. Die Steuerung funktioniert im Großen und Ganzen recht schwammig, spätestens wenn mehrere Schießprügel gleichzeitig auf Euch gerichtet sind, müsst Ihr Euch beeilen. Dass selbst das Kochen mit Meister Tang nicht zu kurz kommt, verdanken wir den Entwicklern des Titels. Spielerischen Sinn konnten wir hinter der "Cooking Mama"-ähnlichen Rezepterstellung nicht entdecken, immerhin gelang es recht gut, die diversen Küchentätigkeiten umzusetzen. Auf Wunsch müsst Ihr den Sud umrühren, pustet kräftig in das Mikrofon und ergänzt das Gebräu durch gewünschte Zutaten, die Ihr kurz zuvor von überflüssigen Stacheln befreit habt. Strategisch angehaucht sind hingegen die Feldzüge der Dalton-Brüder, die sich aufgemacht haben, die Karawanenwagen zu durchstöbern. Anhand manuell platzierter Pfeile manövriert Ihr die Gruppe gen Wagen, zerstört Euch behindernde Fässer und pustet unverhofft auftauchende Feuerstellen per internes Mikrofon aus. Weiterhin wird Lucky Luke immer wieder dazu aufgefordert seine Wagenkarawane für das Nachtlager fix zu machen, was bedeutet, dass er wild galoppierend über die Prärie düst und aus einer Vielzahl von auftauchenden Wägelchen die korrekten herauspickt. Leider ist die hier notwendige Touchpen-Steuerung alles andere als gelungen, so dass Kollisionen mit Hindernissen des Öfteren vorkommen können. Spezialspiele und diverse Boni sorgen ebenfalls für zusätzliche Abwechslung, wobei einige wenige Schießeinlagen oder das "Boogie"-ähnliche Musiknotentreffen nicht zur spielerischen Erfüllung gehört.

Grafik & Sound....

In Sachen Grafik reiht sich der Titel in den klassischen Nintendo DS-Durchschnitt ein. Wegen fehlender spielerischer Zusammenhänge kommt jedoch keine gewünschte Atmosphäre auf - Minispiele eignen sich leider nur bedingt für ausgiebige Dauerzocksessions. In Sachen Sequenzen haben die Grafiker zwar einige kurze Demonstrationen ihres Könnens auf die Spielkarte gebannt, allerdings wirken diese äußerst kurz und nur lieblos zusammengeschustert. Die Minispiele sind ganz nett umgesetzt worden, wobei in Sachen Grafik krasse Gegensätze zu finden sind. So ähnelt das Dalton-Brüder-Spielchen einem Shareware-Programm aus den frühen 90er Jahren, das Duell kommt da schon wesentlich ansehnlicher daher.

Auch der Sound reiht sich im Durchschnittsbereich ein, kann aber zu keinem Zeitpunkt das notwendige Flair erzeugen, das wir uns für einen Lucky Luke-Titel gewünscht hätten. Sprachausgabe findet man im Titel nicht vor, dafür treiben Textkästen das Spielgeschehen weiter.

Multiplayer....

Auch wenn der Mehrspielermodus wohl nur als schlapper Zusatz angesehen werden dürfte, ist die Möglichkeit dennoch vorhanden. Selbst das Einzelkarten-Download-Spiel wird von "Go West! - Ein Abenteuer mit Lucky Luke" unterstützt. In körperangriffsbetonter Situation spielt Ihr in einem Zwei-Mann-Duell diverse Angriffs- und Verteidigungsmodule aus, um Euer Gegenüber auszuschalten. Kopf-, Körper- und Beintreffer sind möglich - da man immer auf die passende Verteidigungskarte setzen muss, um einen Angriff abwehren zu können, ist das Geschehen nicht immer sofort auszumachen. Gegen schwer verdiente Dollars erwerbt Ihr übrigens weitere Module, die, abhängig von ihrem Kaufpreis, unterschiedlich effektiv ausfallen.

Fazit....

"Go West! - Ein Abenteuer mit Lucky Luke" ist eine reine Minispielsammlung, die anfangs einen guten Eindruck machte, bis man letztendlich feststellen muss, dass sich beinahe alle Minispiele mehrfach wiederholen. Zwar wird der Anspruch immer wieder variiert, dennoch ist man als Spieler oftmals ernüchtert ob der dauerhaften Minispielwiederholungen. Für unterwegs kann man mit dem Titel nicht viel verkehrt machen, eine zusammenhängende Gameplay-Möglichkeit, beispielsweise mit Lucky Luke-typischen Schießeinlagen, hätte dem Titel äußerst gut gestanden. So bleibt ein Casual Game, das dem großen Namen nicht gerecht wird, auch wenn die Minispiele ganz gut umgesetzt wurden.

 

+ ansteigender Schwierigkeitsgrad
+ Spezialspiele
+ Zwischensequenzen
- oberflächliches Gameplay
- sich wiederholende Spieleinlagen
- kein zusammenhängender Spielfluss

GRAFIK: 66%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: 55%

GESAMTWERTUNG: 63%

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