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NDS Fizz
 
 
Fizz - NDS
Kilian Pfeiffer (30.07.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp Entertainemnt
GENRE: Puzzle
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Und schon wieder hat es einen Knall getan! Aus heiterem Himmel kam „Fizz" in die Welt der Handheld-Spieler, schwebte ein wie ein außerirdisches Flugobjekt – unverhofft war es da, ohne großartige Ankündigung. Im Software-Sektor ist dies manchmal der Fall, auch wenn das Ergebnis dann meist eher ernüchternd ist. Ohne großartigen Werbeaufwand erweckt ein Titel nun mal kaum Interesse bei der potenziellen Käuferschaft. Aber für was sind wir da? Genau, um Euch „Fizz" näher vorzustellen. Entwickelt von „DK Games" (nein, die Firma hat nichts mit dem bananenfressenden Affen zu tun!), zeichnet „Lexicon Entertainment" für die Publisher-Arbeit verantwortlich. So viel dazu, weiter geht’s im nächsten Kapitel.

Menus und die Story....

Auch wenn unverhoffte Spielprinzipien schon des Öfteren für Furore gesorgt haben, bleibt die Wahrscheinlichkeit generell gering, dass solch ein Coup gelingt. Nicht umsonst ist der betriebene Aufwand dürftig. Vielleicht erhofft man sich insgeheim, dass besagter Titel ein typisches Mitnahmeprodukt wird. Ganz nach dem Motto: Im Kaufhaus liegt ein Spiel, das schaut nach einem Puzzler aus, warum soll ich es nicht gleich mitnehmen? Das alles soll aber nicht bedeuten, dass „Fizz" auch in jener Kategorie einzuordnen wäre. Darüber werden wir uns erst im Laufe des Testes klar werden. Bis dahin heißt es abwarten und diese Zeilen lesen.

Was „Fizz" eigentlich bedeutet? Wissen wir auch nicht, wir können Euch allerdings erklären, was es im Groben zu tun gilt: Durch die farbliche Übereinstimmung von Elementen Energieschleifen erzeugen, die frei drehbar im Raum herumgeistern. Im Entferntesten erinnert die Chose an den Urklassiker „Tetris", hat aber vom Klötzchenprinzip her rein gar nichts mit dem „Vater aller Puzzler" zu tun. Lediglich die Tatsache, dass es etwas abzubauen gilt, bringt die Titel in eine gewisse Verwandtschaft. Und dass wir auf eine Story verzichten müssen, scheint nicht verwunderlich – was will man auch Anständiges um das Energieschleifen-Prinzip herumstricken?

Technik und Gameplay....

Weshalb die comicartigen Charaktere im Spiel dergestalt „abgespaced" aus der Wäsche schauen, wundert uns. Auf Gedeih und Verderb hip aussehen zu müssen, ging schon immer schief. Speziell dann, wenn man sich gar einen eigenen „Avatar" aussuchen darf, der aber im eigentlichen Spiel zur absoluten Randerscheinung degradiert wird, da man sich, wie bereits gesagt, um Energieschleifen sorgt und nicht etwa um den eigenen Protagonisten. Ob „Krea"-, „Nexten"- oder „Xtrem"-Team – gemein haben alle, dass sie vollkommen austauschbar sind und dadurch die Gleichgültigkeit auf Seiten des Spielers intensiviert wird. Wenn schon eine Hauptfigur im Spiel existieren soll, dann wenigstens eine, mit der man eine Identifikation aufbauen kann!

Zunächst wollen wir Euch allerdings das „Fizz" unterliegende Spielprinzip näher erläutern. Das Spielfeld (der Touchscreen) ist maximal mit 25 Stationen gefüllt, wobei eine jede Station maximal vier unterschiedliche Farben (an jeder Ecke) aufweist. Jene Farben sind die Essenz, mit welcher sich einzelne Stationen zerstören lassen, woraufhin es punkte regnet und weitere über die linke Bildschirmseite in den Screen „hineinfallen". Weil besagte Stationen frei drehbar sind und gleiche Farben sich gegenüberliegen müssen, um einen Energiefluss zu generieren, ist es das Ziel des Spieles, jene Elemente so auszurichten, dass ein Energiekreis (über mindestens vier Stationen hinweg!) geschlossen wird. Erst dann zerstören sich die betreffenden Elemente und das Punktekonto freut sich. Allerdings ist die Punkte-Ausbeute bei einer Vier-Stationen-Kombination noch relativ übersichtlich. Deshalb warten teils äußerst komplexe Aneinanderreihungen auf ihre Verwirklichung. Im Grunde sind diverse Formen möglich, die lediglich von der Anordnung der einzelnen auf den Stationen liegenden Farbkreisen abhängen. Aus den Farben Gelb, Rot, Grün, Blau und Weiß bestehend, setzen sich die Gebilde zusammen. Weiß gilt sozusagen als Joker-Farbe, die sich mit jeder anderen Kolorierung in Verbindung bringen lässt und folglich eine Energieschleife aufbaut.

Zum besseren Verständnis: Es lassen sich nur diagonal zueinander liegende Stationen miteinander verbinden, nebeneinander und übereinander befindliche Gebilde können gemeinsam keine Verbindung aufbauen. Was aber möglich ist, ist der Austausch von diagonal, neben- und übereinander liegenden Stationen zum einen, zum anderen die Chance, beinahe jede Station in 90°-Schritten mit dem Touchpen zu drehen, um die Farbanordnungen zu wechseln. So kommt es des Öfteren zu Überladungen von Energieströmen, die zur Zerstörung der in die Überladung verwickelten Farben führen kann. Bei einer Überkreuzung von Energie solltet Ihr schleunigst reagieren und betreffende Stationen sofort verschieben, um Schlimmeres zu vermeiden. Wobei zerstörte Farbblöcke jederzeit repariert werden können, was aber angesichts der herunter tickenden Uhr nicht immer ideal erscheint. Denn alle Missionen, die auf den uns bekannten Planeten unseres Sonnensystems angesiedelt sind, unterliegen einem Zeitlimit. Ist ein Farbsegment zerstört und bedarf einer Reparatur, bedeutet das für Euch, den Stylus zu schwingen und kräftig drauflos zu rubbeln, um das jeweilige Element wieder auf Vordermann zu „polieren". Erst wenn Ihr eine vorgegebene Punktzahl durch Zerstörung von Stationen auf dem eigenen Konto verbuchen könnt, ist der aktuelle Level beendet und Ihr rückt eine Stage voran.

Vier Spielmodi gibt es im Gesamten zu erkunden, wobei die „Eroberung" als das Hauptspiel angesehen werden dürfte. 40 Welten gilt es dort zu bereisen, vier Schwierigkeitsgrade zu bestehen. Je nach Anspruch wartet „Fizz" mit unvorhergesehenen Eventualitäten auf, die vor allem im Bereich der Naturkatastrophen angesiedelt sind. Durchaus wird das Spielfeld von Außerirdischen heimgesucht, die einzelne Gebilde teilweise zerstören und nur durch einen Gegenangriff in ihre Schranken verwiesen werden. Meteoriten- und Meteorregen zerstören einzelne Farbsegmente, was eine Reparaturwelle nach sich zieht, der Magnetsturm lässt sich hingegen nur durch Berühren des Touchscreens beseitigen. Des Weiteren existieren Stationen, bei denen eine Seite keine Farbpartie aufweist, andere wiederum sind unbeweglich, Magnetkugeln hindern Euch daran, dass Ihr Verbindungsstellen nutzen könnt. Wiederum andere Bildschirmelemente wechseln konstant die Farbe. Im „Zeitspiel", dem „Arcade"-Modus oder der Option „Unendlich" stoßt Ihr auf alle jene Spielelemente, die den Reiz des Titels ausmachen. Auch, wenn Ihr nach rund einer halben Stunde so ziemlich alles Wesentliche gesehen habt – „Fizz" bleibt spannend, wenngleich aber kein Überpuzzler, der einen Klassiker wie „Tetris" zur Schnecke machen könnte.

Grafik & Sound....

Eine gute Handvoll Menschen war wesentlich an der Entwicklung von „Fizz" beteiligt, demnach fällt der personelle Einsatz für den Grafikbereich eher gering denn verschwenderisch aus. Das sieht man sowohl an der Comic-Optik der Spielcharaktere, die weder animiert, noch sympathisch ausfallen, als auch an der Spielgrafik selbst. Lediglich andere Hintergrundfarben bringen Abwechslung in’s Spiel, bahnbrechende Effekte gibt es nicht, ebenso keine Alternativstationen, die ein wenig Pep in die grafische Geschichte bringen würden.

Unterhaltsam ist der Sound, wenngleich kein Dauerbrenner, den man sich zukünftig tagelang reinpfeifen möchte. Der Zweck der spielerischen Unterhaltung wird erfüllt, ein wenig mehr Farbenspiel hinsichtlich der Klänge und Melodien wäre aber schon drin gewesen. Sowohl Sprachausgabe als auch ansprechende Untertitel gibt es hingegen keine.

Multiplayer....

Das „Zeitspiel" sowie der „Unendlich"-Modus lassen sich im Mehrspieler bestreiten, wobei die Spielarten selbsterklärend sind und nicht weiter einer Beschreibung bedürfen. Bis zu vier Spieler erobern den Weltraum wegen des höchsten Highscores, den man in kürzester Zeit erreichen kann oder beharken sich so lange als möglich über die Schwierigkeitsgradgrenzen hinaus und unter dem Einfluss zuvor besprochener Ereignisse. Das macht zwar Spaß, aber leider nicht dauerhaft.

Fazit....

„Fizz" für den Nintendo DS ist ein durchaus ansprechendes Stück Software, das den Weg angetreten hat, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Denn das Spielprinzip hat das Potenzial, eine feine Fan-Schar um sich herum zu versammeln. Erneut benötigt man einige Einarbeitungszeit, um die Vorzüge des Titels zu begreifen, das Verschieben der Stationen zu lernen, mit den Ereignissen umgehen zu können. Energieströme fließen zu lassen, ist gar kein so leichtes Unterfangen, aber mit ein wenig Köpfchen, dem notwendigen Durchhaltevermögen und dem Entgegenkommen, dass der Touchscreen nicht immer so mitspielt wie man das gerne hätte, wird man gelungen unterhalten. Wenngleich Ihr Euch keinen neuen Superhit erwarten dürft. Dazu bietet „Fizz" wiederum zu wenig Abwechslung.

 

+ eingängige Farbspielereien
+ vier Modi
+ herausfordernde Ereignisse
+ MP (2-4 Spieler)
- teils ziemlich anspruchsvoll
- öde Optik/nicht zeitgemäß
- dauerhaft fehl. Abwechslung

GRAFIK: 39%

SOUND/EFFEKTE: 61%

MULTIPLAYER/: 68%

GESAMTWERTUNG: 70%

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