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NDS Fashion Designer
 
 
Fashion Designer - NDS
Kilian Pfeiffer (13.04.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: THQ
GENRE: Modespiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-4
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die Modewelt kennt keine Grenzen: Global ist die Branche allemal, das sieht man allein an Heidi Klum, die mit ihrem Tross an Designern, Make-Up-Artists und selbstverständlich den blutjungen Modelanwärterinnen über die Welt jettet. Verfolgt wird sie dabei von Kamerateams, die das Geschehen einfangen und in soapgerechter Manier verwursten. „Fashion Designer – Style Icon" ist zwar nicht weltumspannend angesiedelt, fängt aber das Geschehen, das in der Modewelt hinter den Kulissen abgeht, ganz gut ein. Zwar in vereinfachter Form, aber immerhin. Dass der Titel vor allem die Mädels unter Euch anspricht, dürfte wegen des Settings und des Spielinhalts klar wie Kloßbrühe sein.

Menus und die Story....

„505 Games" dürfte langsam aber sicher in der deutschen Spielelandschaft eine Begrifflichkeit werden. Denn von „THQ" werden einige der oftmals für Gelegenheitsspieler programmierten Software-Titel in Deutschland vertrieben. Ob die Handheld-Welt die Umsetzungen allerdings braucht und wie sie sich im Vergleich mit anderen Titeln schlagen, klären wir im Test. Interessant dürfte ebenso der Aspekt des Preis-Leistungsverhältnisses sein, das des Öfteren in letzter Zeit – insbesondere wegen Casual-Games – zu leiden hatte. Anders ausgedrückt: Die Software der letzten Zeit war nicht immer das Gelbe vom Ei, häufig dominierten Gurken die im Testlabor befindlichen Spiele.

Zoé, eine Mode-Designerin mit Hang zum Extrovertierten, sucht händeringend nach einer helfenden Hand, die ihr jederzeit unter die Arme greift und beim Schneidern der Kundenwünsche hilft. Als Spielerin habt Ihr die Gelegenheit hier Euer Bestes zu geben und Euch im Mode-Segment einen Namen zu machen. Anfangs erledigt Ihr zwar noch Handlanger-Jobs, später wird es aber schon wesentlich interessanter – und zu guter Letzt wartet die größte Herausforderung überhaupt auf Euch als Mode-Designer: Ein Brautkleid mit allen nur denkbaren Facetten. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, der von widerlichen, stofffressenden Motten begleitet wird. Ob Ihr dagegen etwas in petto habt?

Technik und Gameplay....

Bevor Ihr richtig ins Spiel startet, steht die Wahl des Avatars an, sozusagen Euer Alter Ego, das Ihr während des Spieles verkörpert. Ob Mottenkopf oder Blondschopf, Euch bleibt die Qual der Wahl. Für wen Ihr Euch auch entscheidet, ist im Endeffekt gleichgültig, da es keine spielerischen Auswirkungen hat. Erzählt wird die Hintergrundgeschichte in Form ansehnlicher Zwischenszenen, die gerne an Phoenix Wright-Zeiten zurückerinnern lassen. Allerdings hätte man dort mehr Abwechslung in die Hintergründe hineinbringen können, denn das Atelier ist nun wirklich nicht ausreichend, um es das gesamte Spiel über zu begutachten.

Die Karriere startet verhältnismäßig unspektakulär, da Ihr zunächst einmal das Handwerkszeug einer Mode-Designerin erlernen müsst. Letztendlich aber keine allzu diffizile Angelegenheit, wie sich herausstellt. Zu Beginn eines der insgesamt 30 Spielkapitel bekommt Ihr einen Auftrag zugeschustert, beispielsweise ein schickes Sakko zu schneidern für den feinen Geschäftsmann. Attribute, wie die ungefähre Farbvorstellung oder ob sich das zu kreierende Objekt als seriös oder doch eher sportlich zeigen soll, verhelfen Euch zur richtigen Auswahl der Stoffgrundform, respektive der Farbgebung. Bevor es an die Handarbeit geht, wählt Ihr die Silhouette des zukünftigen Outfits, gebt ihm einen geeigneten Stoff, wählt bei Damenblusen eine schicke Kragenform oder beim zweiteiligen Hosenanzug die Weite der Beinbekleidung. Auch das Ärmeldesign bedarf Eures Profiblicks: weite Armform oder doch eng geschnittene, sich ans Handgelenk anschmiegende Lösung. So genau haben die Kunden Ihr Wunschteil nun auch wieder nicht vor Augen, denn Ihr dürft ohne weiteres Eurer kreativen Gestaltungslinie freien Lauf lassen.

Das eigentliche Kernstück des Titels ist dann aber das Anfertigen der sündhaft teuren Kleidungseinzelstücke. Fünf Handwerksschritte gibt es zu beachten, nicht immer sind alle notwendig, um ein Objekt erfolgreich zu schneidern. Dennoch solltet Ihr überall Bescheid wissen, was Ihr bei welchen Bildschirmsymbolen zu beachten habt. Essentiell wichtig ist der Umgang mit der Stoffschere, da hieraus die eigentlichen Monturen entstehen – wenigstens in Grobform. Mit dem Stylus fahrt Ihr entlang gepunkteter Linien. Daneben schneiden solltet Ihr allerdings nicht, da Ihr hierdurch einen Fehler notiert bekommt, der wiederum für das Endergebnis negative Auswirkungen haben kann. Erscheint ein Handsymbol auf dem zu bearbeitenden Stoff, müsst Ihr dieses mit dem Touchpen falten, um es kurz darauf mit dem Bügeleisen zu glätten. Jedoch ist der Umgang mit einem elektronischen Handwerkszeug ein sprichwörtlich „heißes Eisen" – zu lange auf ein- und derselben Stelle verweilt, habt Ihr sofort ein Löchlein in den edlen Stoff gebrannt, das nur mit der Hand entfernt werden kann. Nähte erstellen erfolgt mit der Nähmaschine – im Grunde funktioniert diese genau so wie die Schere, freilich ist der Zweck ein anderer, denn Stoffteile werden damit ebenso zusammengenäht. Mit Nadel und Faden setzt Ihr zu guter Letzt Knöpfe an das zu bearbeitende Stoffstück. Achtet hierbei auf die Pfeilrichtungen, die auf dem Touchscreen angezeigt werden. Im Nu seid Ihr mit Eurer Kreation fertig! Übrigens lauert Euch immer eine Zeitleiste im Rücken, die jedoch nie zur akuten Gefahr wird, da man in der Regel mit der Aufgabenstellung ganz gut zu Recht kommt.

Sobald das Kleid fertig gestellt wurde, liegt es an Euch, das geeignete Model zu finden, an welchem das Kleidungsstück dem Kunden präsentiert wird. Neben einer Auswahl an Gesichtern, entscheidet Ihr Euch für die passende Pose, wählt die Frisur, sorgt Euch um wertvolles Schuhwerk und veredelt das Äußere durch ein schickes Accessoire, wie beispielsweise eine Handtasche. Ganz am Ende der relativ fix zu schaffenden Missionen steht die Bewertung Eures Kunden. Hier entscheidet sich dann, ob die Arbeit einem Erfolg oder doch eher einem Misserfolg unterliegt. Wie schnell Ihr gewesen seid, ist hier von Belang, ebenso wie viele Fehler Euch bei der Bearbeitung unterlaufen sind. Schlussendlich steht der Stilfaktor, der darüber urteilt, inwiefern der Stil des Kunden getroffen wurde und ob die Präsentation am Model gefallen hat. Dementsprechend werdet Ihr mit einem Rang belohnt oder bestraft: Von der „Reinigungskraft" bis hin zum „Grand Couturier" ist alles drin – je nachdem ob es den Motten gelungen ist, Euch während der Arbeit ins Werk hineinzupfuschen. Aber das solltet Ihr besser am eigenen Leib erfahren ;-) !

Grafik & Sound....

Die Standszenen, welche die Story vor und nach jedem Kapitel fortspinnen, sind im Grunde ganz nett gezeichnete Einlagen, die jedoch kein großes Kino oder vollständig animierte Zwischensequenzen ersetzen könnten. Die eigentlichen, aus Minispielen bestehenden Fertigungsabschnitte sind – wenn überhaupt – nur zweckmäßig, da sie nicht weniger als bloße Stoffstücke darstellen. Das war es dann auch schon.

Treibend und geeignet für die Handwerksabschnitte sind die amüsanten Sounds, die den Titel begleiten. Weswegen erneut keine Sprachausgabe den Weg in das Spiel gefunden hat, ist fraglich, dafür erwarten Euch immer wieder französische Sprachsamples à la „Bonjour" – logisch, immerhin befinden wir uns auch in der Modehochburg Paris. Selbst nach dem 30sten Kapitel seid Ihr vom Sound noch nicht genervt, obwohl er im Großen und Ganzen nicht sehr spektakulär ausfällt.

Fazit....

„Fashion Designer – Style Icon" ist ein Titel, der dem weiblichen Geschlecht gut steht. Modegelüste werden hier Realität, der Traum vom Designer-Job rückt wenigstens schon einmal in der virtuellen Welt in greifbare Nähe. Selbst wenn der Spielinhalt sich immerzu wiederholt, bereitet es Spaß – auch oder vor allem dank der Story, die durch besagte Zwischenszenen stetig fortgeführt wird. Dies trägt viel zur Atmosphäre bei und gefällt. Der Gesamtumfang ist zwar nicht der größte, dafür könnt Ihr jede Mission einzeln auch im Nachhinein anwählen. Die Männer unter uns müssen sich den Titel hingegen nicht antun, das klare Anvisieren der weiblichen Zielgruppe ist zu offensichtlich.

 

+ 30 Kapitel
+ schön erzählte, witzige Story
+ Schneidern macht Spaß!
- recht dürftiger Umfang
- nur für Mädels!
- oberflächliches Spielprinzip

GRAFIK: 62%

SOUND/EFFEKTE: 67%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 63%

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