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NDS Englisch macht Spass
 
 
Englisch macht Spass - NDS
Kilian Pfeiffer (26.05.2009)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp young
GENRE: Sprachen Software
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

In der heutigen Grundschule gehört die englische Sprache bereits zum festen Bestandteil dessen, was man als Jungspund mit auf den Weg bekommt. Englisch ist also nicht mehr eine Sprache, die einem in der fünften Klasse begegnet, sondern bereits in den ersten Jahren nach der Einschulung präsent und von besonderem Interesse ist. Die Hersteller von Lernsoftware buhlen daher um die Gunst der ABC-linge, die jedes Jahr auf’s Neue in die Grundschulen der Nation eingeschult werden. Auch „dtp young entertainment" bringt mit „Englisch macht Spass" ein Programm in die Ladenregale, das sich genau denjenigen Bedürfnissen annimmt, die man als Frischling nun mal hat: Englisch zu lernen und Spaß dabei zu haben. Wir haben uns dem Programm gewidmet und müssen sagen: Von Grund auf lernen werdet Ihr die Sprache hier nicht, wichtige Wörter aber ganz gezielt immer und immer wieder verinnerlichen. Anhand von Minispielen, die den Zöglingen viel Spaß bereiten werden!

Menus und die Story....

Und schon wieder begegnen uns in einem deutschen Titel die Jungs von „Kritzelkratz 3000", dem wohl doofsten Firmennamen überhaupt. Sorry, Jungs, aber damit müsst Ihr leider leben ;-). Soviel sei gesagt: Bei ihrem aktuellen Projekt, „Englisch macht Spass" haben die Mannen gute Arbeit geleistet und ein kinderfreundliches Sprachprogramm gezaubert, das dank spielerischer Umsetzungsweise begeistern dürfte. Man ist also auf dem richtigen Weg und sollte sich auch für künftige Projekte dieses Credo hinter die Ohren schreiben!

Anders als bei anderen pädagogisch wertvollen Programmen wurde vorliegender Umsetzung eine wirklich liebevolle Story spendiert, eine, in der sich Euer Protagonist (wahlweise Junge oder Mädchen) in London befindet. Allerdings verliert er gleich am Flughafen seine Sprachreisegruppe und ist zunächst auf sich alleine gestellt. Kein Problem, denn was Ihr nicht wisst: Im Koffer befindet sich Spikey, ein für alle anderen unsichtbares Plüschtier. Und in der Tat – es lebt, es spricht, es will gefüttert und gekleidet werden. Alles Dinge, die Ihr im Laufe des aus vier Kapiteln bestehenden Abenteuers zufriedenstellend erledigen müsst. Im Endeffekt sind es zwar lediglich 45 englische Wörter, die man bei „Englisch macht Spass" lernen wird, dafür sind es solche, die man für den Anfang benötigt. Außerdem – und das ist unsere Sichtweise – ist der Anspruch des Titels ein anderer: Die Lust am Englischen soll hier geweckt werden. Wir sind der Ansicht, dass „Kritzelkratz 3000" das auch recht gut gelingt!

Technik und Gameplay....

Ihr seid also nun mit Spikey, dem Plüschtier, unterwegs, habt zwischenzeitlich einen Engländer kennen gelernt, der Euch bei allerlei Problemen mit Ratschlägen zur Seite steht und seid nun relativ aufgeschmissen. Was also tun? Ein Blick in das Menü reicht aus, um festzustellen, dass Spikey ja auch versorgt sein will. Immerhin ist der putzige Geselle ein ziemlich verfressenes Tierchen, das gerne einmal Bananen, Karotten, Brot oder ein Glas Milch zu trinken möchte. Allerdings müsst Ihr diese Sachen käuflich erwerben, erst dann könnt Ihr die Naturalien an den kleinen Begleiter weiterverfüttern und Euch gleichzeitig noch ein Sprachsample jedes einzelnen Begriffs zu Gemüte führen – wenn Ihr dies wollt! Ebenso im spielinternen Shop erhältlich: Kleidung und Accessoires. Auf Dauer könnt Ihr Spikey nur mit solchen Geschenken zufrieden stimmen. Dennoch müsst Ihr auch darauf achten, ihn regelmäßig mit dem Stylus zu streicheln, sein Fell zu bürsten und ihm via Zahnbürste das in strahlendem Weiß glänzende Gebiss reinigen. Nur wenn Ihr diese Dinge regelmäßig bewerkstelligt, wird Spikey glücklich, zudem seine Zustandsanzeigen gut gefüllt sein. Nur wenn das Plüschknäuel 100 Prozent Zufriedenheit zeigt, steht der Tafel-Modus zur Verfügung. Hier könnt Ihr dann nach Lust und Laune eine Tafel mit bunter Kreide vollschmieren oder Spikey Wörter lehren, die er wiederholt und per Sprachausgabe vorträgt.

Das eigentliche Herzstück von „Englisch macht Spass" ist und bleibt aber der Stadtplan, denn immerhin befindet Ihr Euch derzeit in London, seid noch immer auf der Suche nach Eurer Familie. Also Augen auf, denn neun Minispiele, jedes in vier Ausführungen, warten im Laufe der vier Kapitel auf Euch. Flinke Spieler dürften zwar in rund drei Stunden am Ziel des Abenteuers angelangt sein, jedoch geht es wie gesagt nicht darum, ein Spielziel im eigentlichen Sinne zu erreichen, sondern den Spaß an der Sprache zu finden und im Zuge dessen einige sinnvolle Englischwörter aufzuschnappen. Diverse Nebencharaktere begegnen Euch im Laufe der Spielzeit: Timmy, der unfreundliche Junge, ein zerstreuter Clown, der aus dem Zoo stammende Maler von nebenan sowie der indische Besitzer des Gemischtwarenladens. Weil sich der Titel vornehmlich an eine recht junge Zielgruppe richtet, fallen die Minispiele dementsprechend einfach aus. Sei es beispielsweise das simple Memory-Spiel mit Vokabelsymbolen oder aber die Begriffszuordnung. Dort wird Euch ein englisches Wort vorgetragen und Eure Aufgabe ist es nun, den Begriff korrekt niederzuschreiben.

Die Schrifterkennung bei „Englisch macht Spass" funktionierte während des Testzeitraumes ohne größere Probleme einwandfrei. In einem weiteren Spiel müsst Ihr eine aus vier Begrifflichkeiten aussortieren und im Mülleimer entsorgen – und zwar diejenige, die nicht zum Umfeld der anderen passt. Auch relativ leichte Hörverstehensübungen stehen auf dem Tagesprogramm – weil Ihr schließlich nur unter vier Begriffen wählen müsst. Eine Labyrinthsuche nach Bildkarten ist des Weiteren dabei, ebenso wie das Windrad-Spiel, in dem Ihr in das Nintendo DS-Mikrofon hinein pustet und somit diverse Karten empor wirbelt. Je nachdem welcher Begriff vom Sprecher gefordert wird, tippt Ihr an. Je schneller Ihr bei den Minispielen seid, desto mehr Pfund (großbritannische Währung) landen auf dem eigenen Konto. Und selbst kleinere Verständnisübungen fordert das Programm von Euch: Ist der Satz korrekt, der gleichzeitig mit einer Bildkarte präsentiert wird? Der Wortsalat ist eine weitere Variante eines lehrreichen Minispiels. Welche Finalspiele Euch zum Ende eines Kapitels erwarten, davon solltet Ihr Euch allerdings selbstständig überzeugen lassen.

Grafik & Sound....

Optisch kann „Englisch macht Spass" glänzen. Das sind wird von „Kritzelkratz 3000" zugegebenermaßen nicht gewohnt, es scheint jedoch, dass sie das Segment der kindgerechten Software ganz gut bedienen können. Besonders gefiel uns, dass immer wieder Zwischenszenen für Unterhaltung sorgten, solche, die farbenfroh gestaltet wurden und in denen selbst die im Spiel auftauchenden Charaktere Anklang finden. Der gesamte Look des Titels kann sich wirklich sehen lassen, leider verzichten wir bei unserer Empfehlungswertung auf gesonderte Prozentwertungen in den einzelnen Bereichen.

Ein großes Lob gebührt den deutschen und englischen Sprechern, die ihre Aufgabe ganz hervorragend gelöst haben. Alle Texte wurden synchronisiert. So wünschen wir uns das als Spieler. Der Eindruck, der dadurch vermittelt wird, fällt deswegen wesentlich positiver aus, außerdem empfinden Kinder mehr Spaß an der Sache. Auch die musikalische Komponente hat uns soweit überzeugt.

Fazit....

„Englisch macht Spass". Bei mir war es in der Gymnasialzeit in der Tat so. Dennoch ist der Titel perfekt dafür geeignet, der jungen Grundschulfraktion, die – mitunter – leichte Aversionen gegen ein neues Schulfach hat, den interessanten Inhalt näher zu bringen. Zwar sind 45 Vokabeln, die man hier lernen kann zu wenig, aber es ist nun mal nicht der Anspruch des „dtp young entertainment"-Programms ein gewaltiges Vokabelwerk zu vermitteln. Nüchtern und trocken – nein, bei „Englisch macht Spass" ist der Titel Programm. Juvenile Neulinge im Fremdsprachenbereich werden sich über die Umsetzung mit Bestimmtheit freuen.

 

+ gelungene Schrifterkennung
+ 9 Minispiele in je 4 Varianten
+ äußerst kindgerecht
+ liebevolle Umsetzung
+ komplett dt. Sprachausgabe
- nur 45 Vokabeln
- für sehr junge ABC-Schützen
- nicht zum Lernen,
sondern zur Lust an der Sprache

GRAFIK: --

SOUND/EFFEKTE: --

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG:
Sehr Empfehlenswert

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