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NDS Einer gegen 100
 
 
Einer gegen 100 - NDS
Kilian Pfeiffer (24.02.2009)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Mindscape
GENRE: Quiz Game
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 7
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Nicht sonderlich ratsam ist es, nachmittags durch das Programm der Privatsender hierzulande zu zappen. Wo man auch hinschaut – qualitativ minderbemittelte Sendungen bevölkern die Sendeplätze der werbefinanzierten Privatfernsehlandschaft. In Mode gekommen ist die Tatsache, dass ein erfolgversprechendes Programm sofort einen Platz in der Konsolenwelt zugeteilt bekommt, zumeist auf dem Nintendo DS, dem millionenfach verkauften Doppelbildschirm-Handheld. Wenn es sich dann aber um eine Umsetzung handelt, dessen Vorbild schon längst vom ursprünglichen Programmplatz verschwunden ist, macht man sich so seine Gedanken. „Einer gegen 100" von „Mindscape" ist ein solcher Titel. Wegen Erfolglosigkeit ist das große Fernsehvorbild eingestellt worden. Warum dann eine Versoftung?

Menus und die Story....

Gewöhnlich vermarktet „RTL" seine Spiele unter dem Label „RTL Games" selbstständig, „Einer gegen 100" hingegen nicht. Eine solche Firmenpolitik will man erst mal verstehen, kann aber gut damit zusammen hängen, dass „Endemol" aus den Niederlanden seine Finger mit im Spiel hat. Denn jener niederländische Ideen-auf-den-Markt-Werfer zeichnet verantwortlich für das Frage-Antwort-Spiel. Der Titel ist Programm. Wollen wir also schauen, wie die Entwickler von „Mindscape" das Konzept umgesetzt haben. Zunächst wollen wir Euch jedoch erklären, mit was Ihr es hier eigentlich zu tun bekommt. Anders gesagt: das Regelwerk!

Ganz grob gesprochen, müsst Ihr in „Einer gegen 100" die hundert am Spiel teilnehmenden Personen hinaus kicken, um als Einziger übrig zu bleiben und die gesamte Kohle abzuräumen. Denn wie für eine Show dieses Kalibers üblich, geht es um Moneten, im Idealfall um bis zu 100.000 Euro, wobei dieser Fall – seien wir doch einfach mal realistisch – nicht eintreten kann! Weil es sich schließlich um einen Titel handelt, in welchem es Gegenspieler gibt, wunderten wir uns, dass der Mehrspieler-Part gekippt wurde. Ihr dürft also nur als Solokünstler den Platz einnehmen und die an Euch gestellten Fragen korrekt beantworten. Weil es nur einen einzigen Modus gibt, dem Ihr Euch stellen dürft, ist das Menü verhältnismäßig überschaubar. Ganz nett ist aber die „Statistik", in der Ihr Eure Gesamtgewinne in Eurobeträgen ansehen dürft, des Weiteren Sieger-Medaillen begutachten könnt, die Ihr für erfolgreiche Sessions erhaltet.

Technik und Gameplay....

Der Ablauf einer typischen Runde „Einer gegen 100" ist schnell erklärt. Je nachdem, wie weit Ihr in der Gewinntabelle fortgeschritten seid, gibt es mehr Geld zu gewinnen. Bei 50 Euro wird begonnen, in 50 Euro-Schritten bis hin zu 500 Euro. Der höchste zu gewinnende Betrag ist 1.000 Euro. 13 Gewinnstufen also. Weil Ihr anfangs gegen 100 Gegenspieler ins Gefecht zieht, erhaltet Ihr für jeden Kandidaten, der eine Frage falsch oder gar nicht beantwortet, den jeweiligen, aktuellen Betrag zugeteilt. Ein Rechenbeispiel: Können 20 Teilnehmer die erste Frage (50-Euro-Gewinnstufe) nicht beantworten, erhaltet Ihr summa summarum 1.000 Euro Prämie. Der Idealfall wäre also folgender: Zwölf Gewinnstufen über würden alle Teilnehmer alles richtig machen, erst bei der 1.000-Euro-Frage würden mit einem Schlag alle Konkurrenten auf dem Schlauch stehen, versagen und Ihr würdet somit um 100.000 Euro reicher.

Mit 1.000 Fragen wartet der Titel übrigens auf. Klingt viel, jedoch kommt es schon relativ bald vor, dass sich einzelne Fragen wiederholen. Denn dies bedeutet für den Titel als Einzelspieler-Umsetzung den ganz klaren spielerischen Tod: Einmal alle Fragen erlebt, weiß man die Antworten und damit ist ein Durchlauf garantiert. Der Wiederspielwert ist somit zunichte gemacht. Nebenbei: Die Auswahl der Fragen ist sehr wahllos geführt worden, es gibt äußerst leichte Fragen, aber auch recht knifflige respektive anspruchsvolle. Ein Beispiel gefällig? „Gegen wen kämpften die Griechen in den legendären Schlachten bei Marathon und Salamis?". Die Antwortmöglichkeiten sind folgende: „Perser", „Römer", „Ägypter". Dann viel Spaß beim Raten! Für jede Frage bleiben Euch 20 Sekunden. 20 Sekunden, um zu überlegen und die Antwort einzuloggen.

Außerdem stehen Euch drei Joker zur Verfügung, die allesamt mithilfe des Touchpens verwendet werden können. Jeder Joker zieht eine verschiedenartige Wirkung nach sich. So ist „Joker 1" eine geschenkte Antwort, die sich vor allem dann eignet, wenn Ihr absolut keine Ahnung habt. Allerdings bleibt Euch keine Wahl. Ihr müsst Euch von „Joker 1" bis hin zu „Joker 3" durcharbeiten. Mit dem dritten loszulegen, ist somit nicht erlaubt. „Joker 2" sagt aus, dass eine zweite Möglichkeit zur Verfügung steht, sollte die erste Antwortauswahl sich als Fehler erweisen. Beim „Joker 3" könnt Ihr hingegen feststellen, wer von den im Kandidatenfeld Sitzenden dieselbe Meinung hat wie Ihr. Je nachdem, ob die ausgewählte Antwort ein ausreichend großes Kandidatenfeld hinter sich herzieht, könnt Ihr diese einloggen oder doch nochmals etwas genauer überlegen.

Somit hätten wir den eigentlichen Kern des Spieles abgedeckt, denn weitere inhaltliche Dinge gibt es nicht zu vermelden. Weder auf Seite der Spielmöglichkeiten, noch auf Seite eventuell freizuspielender Inhalte. Bei beiden Aspekten müssen wir Euch als Knobler leider enttäuschen. 1.000 Fragen, drei Joker und eine Konkurrenz von 100 Mann. Das ist „Einer gegen 100". Nicht mehr und nicht weniger! Dass man dennoch gerne vorbeischaut, liegt daran, dass man unbedingt alle 100 Anderen ausstechen will – dies gelingt allerdings fast nie!

Grafik & Sound....

Erneut ein Titel, bei dem die Thematik „Präsentation" kaum zur Geltung kommt. Entweder, weil man kein Interesse daran hat, grafisch Aufreizendes zu präsentieren und sich das Budget lieber für die nächste Weihnachtsfeier anspart oder aber weil der Zweck bekanntlich die Mittel heiligt. Denn zweckmäßig kommt der „Mindscape"-Titel durchaus daher. Ein paar Fragen hie und da, das Publikum, bestehend aus roten und blauen Quadraten – fertig ist das Grafikgerüst des in Frankreich entwickelten Titels. Das kann aber nicht der Anspruch sein, um alle Spieler dieser Welt anzusprechen. Im Gegenteil: Mit hingeschluderter Grafikware schreckt man größere Teile ab, als dass man diese magnetisch anziehen würde.

Eine einzige Melodie, die während des Geschehens mitschwingt. Keine Auswahlmöglichkeiten, keine Ohrwürmer. Wie das nun aber mal so ist, gehört es zu solch einer Serie, eine eigens dafür geschaffene Melodie vorzufinden, die aufzeigt, dass es sich eben um „Einer gegen 100" handelt.

Fazit....

„Einer gegen 100" ist nicht mehr als eine Spielshow-Umsetzung. Eine, die man sich für gewöhnlich im Fernsehen anschaut. Nun ja, wenn sie denn noch nicht abgesetzt wäre. Ein gewisser Suchtfaktor kommt durchaus auf, wenn Ihr Euch den 1.000 Fragen hingebt und versucht, die Kandidatenmeute aus der Halle zu jagen. Einen Mehrspieler-Modus hätten wir uns aber dennoch gewünscht, übrigens auch die Auswahl unter weiteren Fragen. Denn 1.000 Fragen hat man – obwohl es nach sehr viel klingt – verhältnismäßig schnell beantwortet.

 

+ 1.000 Fragen
+ für gewisse Zeit motivierend
- nur ein Spielmodus
- ausgesparter Mehrspieler
- nach kurzer Zeit Wiederhol.
- Schwierigkeitsgrad

GRAFIK: 14%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 61%

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