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NDS Ed's Farm
 
 
Ed's Farm - NDS
Kilian Pfeiffer (13.12.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Atari
GENRE: Action Jumper
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-6
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Könnt Ihr Euch noch an die kleinen Lemminge erinnern, die in regelmäßigen Abständen den Todesmarsch antraten und ohne Vernunft einfach geradeaus liefen? Von der scheinbaren Gefahr getrieben, machten sie sich auf, dieser zu entgehen. Mit Hilfe von unzähligen Behelfsobjekten habt Ihr den kleinen Tierchen über tiefe Abgründe hinweg geholfen, Stopper gesetzt, um die Karawane umzuleiten oder Regenschirme verteilt, so dass der Boden der Tatsachen problemlos und ohne größere Schmerzen erreicht werden konnte. An diesem klassischen Spielprinzip folgend, orientiert sich auch "Ed's Farm", jedoch nur in einem komplett anderen Setting. Anstatt von Lemmingen überrannt zu werden, sind es hier einige hoppelnde Hasen, die das Ziel der 40 Levels erreichen wollen. Schauen wir doch mal, was die "Frontline Studios" auf die Beine gestellt haben...

Menus und die Story....

Trotz der Tatsache, dass der Titel nur einem äußerst bescheidenen "Medienrummel" ausgesetzt war, kann man ihm seinen spielerischen Gehalt definitiv nicht absprechen. Auch wenn die Grafik veraltet ist und kaum einen Optik-Freak hinter dem Ofen hervorholen dürfte. Der spielerische Gehalt ist anständig und demnach hatte uns der Testzeitraum auch Freude bereitet. Zwar wird der Titel als "Jump'n Run" gekennzeichnet, wobei wir dem nicht ganz so pauschal zustimmen würden, sondern die Sache differenzierter sehen. Insbesondere durch die vielen rätsellastigen Einlagen verschiebt sich das Spielgenre deutlicher, als zuvor angenommen. Das Resultat kann sich sehen lassen - zwar nicht grafisch - aber das Zusammenspiel der unzähligen Interaktionsgegenstände erfreut das Spielerherz, das durch den immer weiter steigenden Anspruch zunehmend an Fahrt gewinnt.

Storytechnisch habt Ihr es mit selten abgedrehter Kost eines grimmig dreinschauenden Bauern zu tun, dessen Hasenbande abgehauen ist und nun mit allen Mitteln eingefangen werden will. Ähnlich wie Lemminge stromern besagte Mümmelmänner geradewegs von ihrem Stall in Richtung Verderbnis. Die einzige Rettung ist des Bauern Einfallsreichtum, der dank einiger Objekte und situationsrelevanten Gegenständen für das Weiterkommen sorgt. Da Ihr sozusagen dessen Steuerung übernehmt, seid Ihr folglich auch für den Erfolg verantwortlich. Also immer gut überlegen, denn oftmals drängt die Zeit.

Technik und Gameplay....

Drei Szenarien durchläuft Ed während seines Abenteuers, wobei das baumbewachsene Waldstückareal ebenso vertreten ist wie der eisig-kalte Winter. Mittelalterfreunde werden sich auch dort gerne wiederfinden. Jeden Level erreicht Ihr über eine Übersichtskarte, was wiederum bedeutet, dass bereits absolvierte Gegenden auch ein weiteres Mal gespielt werden können. Grundsätzlich ist jede der Welten dergestalt konstruiert, dass Ihr auf eine platte 2D-Welt blickt, die Euch das Geschehen zeigt - im klassischen "Lemmings"-Stil eben, der schon vor vielen Jahren Spieler in seinen Bann zog und in unzähligen Fortsetzungen weiterentwickelt wurde. So lange, bis "Lemmings 3D" schließlich keine allzu großen Erfolge mehr feiern konnte und - ähnlich der 3D-Ausflüge der "Worms"-Serie - wieder zu klassischen Wurzeln zurückfinden musste.

In jeder Mission werdet Ihr zu Beginn dahingehend informiert, wie viele Hasen von Euch gesund ins Ziel gebracht werden müssen. Demnach könnt Ihr sofort berechnen, wie groß die Anzahl der zugrunde gehenden Hasensippschaft sein darf. Denn selbstverständlich habt Ihr einen kleinen Puffer, so dass einige flinke Häschen gerne mal ihre Erfahrung mit einer Schlucht oder dem garstigen Feind machen können. Solange Ihr ausreichend Hoppler in den Bau führt, ist jeder Level machbar. Gesteuert wird optimalerweise mit der Nintendo DS-Tastenbelegung, der Stylus kommt jedoch auch das eine oder andere Mal zum Einsatz. Mit diesem dürft Ihr das Spielmenü am unteren Bildschirmrand betätigen, auf Wunsch auch in Kombination mit der "L"-Taste einen Blick über das gesamte Areal werfen. Auf diese Weise könnt Ihr, bevor der Countdown die Hasen in die freie Wildbahn entlässt, einen ungefähren Plan erstellen, wie Ihr im Folgenden vorgeht. Denn wenn die Hasen erst einmal unterwegs sind, sind sie nicht mehr zu bändigen und hoppeln und hoppeln und hoppeln…

Mit Eds Hilfe solltet Ihr allerdings recht schnell gute Ergebnisse und große Fortschritte im Spiel erzielen. Ähnlich wie in einem Jump'n Run hüpft Ihr durch die 2D-Welt, klettert an Leitern empor, überquert einstürzende Brückenkonstruktionen und setzt zu einem weiten Hopser über gefährliche Abgründe an. Allerdings sollte der gewiefte Bauer auf allerhand gefahrbringende Situationen Acht geben, die ihm im Laufe seines Abenteuers auf dem Weg begegnen werden. Neben pieksenden Eiszapfen sind vor allem Dornen und scharfe Kanten zu erwähnen, die generell nach dem Leben des Protagonisten trachten. Nur zu gut, dass das Spiel nach jedem Level speichert und Ihr somit unzählige Wiederholungen habt. Über szenarienabhängige Objekte - ob Wagen, Bärenbauch oder Wurzel - geht es gen Himmel und damit auf höhere Etagen empor, wo beispielsweise Schweine oder Schafe darauf warten von Bauer Ed gepackt und an geeigneter Stelle - unter anderen vor Abgründen - als Stopper "aufgebaut" zu werden. An jenen Tieren gibt es für die Hasenschar kein Vorbeikommen, ein Richtungswechsel ist also erforderlich. Neben tiefen Schluchten sind ebenso fiese Widersacher ein Dorn in Eds Augen: Ritter und Drachen sind tödlich für die Hoppelbande, daher solltet Ihr auf deren Präsenz ein Auge werfen. Zuvor verschlossene Falltüren könnt Ihr mit einem Bodenschalter aktivieren, um den Weg für die Hasen zu ebnen, oder besser gesagt nach unten hin zu öffnen. Aber da Ihr nicht nur auf die kleinen Racker Obacht geben müsst, sondern auch Euer eigenes Leben an einem seidenen Faden hängt, habt Ihr einige Dinge zu beachten, respektive Sorge, um der Häschen Willen, walten zu lassen. Insbesondere mit den speziellen Bonusobjekten im Spiel könnt Ihr Dinge anstellen, ohne die viele Missionen nicht machbar wären. "Hä(n)schen in der Grube" ist hier im Spiel nicht nur wörtlich zu nehmen, sondern Ihr müsst den armen Seelen hier auch wieder heraus helfen. Mit der "Hand Gottes" - leicht blasphemisch angehaucht - hebt Ihr die Riesenlöffler aus ihrer Gefangenschaft und bringt sie zurück auf ihren gefährlichen Fußmarsch, andererseits könnt Ihr mit einem Hammer Mauern in ihre Einzelteile zusammenfallen lassen. Gar das Atmen unter Wasser ist mit der passenden Sauerstoffflasche kein großes Problem mehr.

Überall wo Ihr hinseht, wird Ed gefordert einzugreifen, sei es bei der Überwindung einer Schlucht an hochgelegenen Balken, sei es bei den todbringenden Pendeln, die im rechtzeitigen Augenblick überwunden werden sollen, oder den kraftvollen Katapulten, die nicht nur Hasen durch den gesamten Spielbereich feuern. Alles nur um den Hasen ihr Leben zu schenken - dass sie in vorliegendem Software-Fall leider mit ach so wenig Hirn bedacht wurden, konnte man ja nicht ahnen ;-) . Auch wenn 40 Level und einige nette Miniunterhaltungen für Abwechslung sorgen, hätte man noch weitere Umgebungen im Spiel einbauen müssen, um auch über lange Zeit hinweg Motivation erzeugen zu können. Seid Ihr einmal am Ende angelangt, gibt es nur wenige Gründe gleich ein weiteres Mal von vorne zu beginnen. Solange Ihr allerdings spielt, erhaltet Ihr einen netten Zeitvertreib für zwischendurch.

Grafik & Sound....

Grafisch können wir uns nicht sehr erfreut zeigen, denn alles was man zu Gesicht bekommt, könnte genau so schon vor einigen Jahren präsentiert worden sein. Ziemlich unspektakuläre 2D-Grafik, gepaart mit einem unschön animierten Bauern Ed machen nicht unbedingt Lust auf mehr. Und vor allem die blauen Häschen - alles andere als eine Augenweide! Allerdings hat man bei der 2D-Darstellung die beste Übersicht, ähnlich den "Lemmings"-Titeln, was wiederum die häufig angesprochene Zweckmäßigkeit an den Tag treten lässt. Dennoch hätte man sich grafisch wesentlich mehr Mühe geben können.

Leicht hektische Soundkost unterlegt das Spielgeschehen, oftmals zwar passend zum ohnehin countdowngespickten, knapp bemessenen Zeitlimit, teilweise zehrt dies jedoch auch an den Nerven. Sprachausgabe gibt es indes keine, wobei Texte im Spiel so gut wie keine Rolle spielen. Knobeln ist angesagt, wenn auch größtenteils auf fairem Niveau.

Fazit....

"Ed's Farm" ist ein netter Kandidat der Marke "Für-zwischendurch-ganz-unterhaltsam!". Durch die Vielzahl an witzigen Einfällen zur Errettung der Hasen aus ihrer unverschuldeten Dummheit, macht die Software Spaß, auch wenn die Spielzeit nicht allzu lange ausfallen dürfte. Zwar hängt dies wiederum vom Spielcharakter ab und inwieweit man sich als fortgeschrittener Spieler betrachtet. Der Countdown versetzt den Spieler immer wieder in ein leicht nervöses Gesamtbild, das durch die Musik teils untermauert wird. Technisch ein unterdurchschnittlicher Reinfall kann dennoch die spielerische Weise überzeugen. Zu einem guten 70er-Kandidaten hätte es allerdings zusätzlicher Spielinhalte bedurft.

 

+ über 40 Levels und Minispiele
+ leicht verständlich
+ Fähigkeiten ("Hand Gottes")
+ Rätseleinlagen
- technisch veraltet
- teils ungenaue Steuerung
- Umfang dürfte größer sein

GRAFIK: 56%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 69%

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