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NDS Ed,Edd n Eddy: Scam of the Century
 
 
Ed,Edd n Eddy: Scam of the Century - NDS
Kilian Pfeiffer (27.05.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Koch Media
GENRE: Jump'n Run
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-9
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Schwarzer Humor ist ein beliebtes Mittel, um für Aufmerksamkeit zu sorgen. Nicht nur bei Filmen ist diese Maßnahme beliebt, sondern vor allen Dingen auch innerhalb von Versoftungen aller Art. „Ed, Edd n Eddy – Scam of the Century" ist ein solches Beispiel – zwar handelt es sich bei dem Titel, dessen Ursprung auf „Cartoon Network" zu finden ist, um ein waschechtes 2D-Jump’n Run, mit Einlagen jenseits des guten Geschmacks müsst Ihr allerdings des Öfteren rechnen, wenn Ihr den Lebenswandel der drei hässlichen Bengel verfolgt. Was Euch sonst noch bei dem deftig schweren Titel erwartet, lest Ihr im Folgenden. Anfänger sollten sich schleunigst warm anziehen.

Menus und die Story....

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Ed, Edd und Eddy um die spielbaren Charaktere, wobei ein jeder anders zu steuern ist und demzufolge für gemischte, oftmals auch frustvolle Momente sorgen wird. Wen Ihr zu Beginn auch auswählen werdet, ist zunächst relativ gleichgültig, da sowieso jeweils nur ein einziger Level zur Verfügung steht. Alle anderen werden nach erfolgreicher Absolvierung nach und nach freigeschaltet. Neben den zwölf Stages warten drei weitere Minispiele auf Euch, die durch den Einsatz eroberten Spielgeldes zugänglich werden. Wäre der Titel in gewissen Situationen nicht so unverschämt anspruchsvoll, könnte man ihn in kurzer Zeit beenden. So werdet Ihr jedoch häufiger ein und denselben Level von Anfang an starten.

Doch zunächst wollen wir einige Worte zur chaotischen Hintergrundgeschichte verlieren, die wegen der sehr eigenwilligen, zum Schmunzeln motivierenden Weise aber zu gefallen weiß. Eddy stellt eines Tages fest, dass die Schwindlerfibel, auf die er immer ein Argusauge geworfen hatte, aus seinem Schulpack entwendet wurde. Hoffentlich kriegt die keiner in die Finger, denn der Inhalt könnte für die drei Eds böse Konsequenzen mit sich bringen. Schwindeltechniken über Schwindeltechniken, eine schlimmer als die andere. Wüssten alle Personen über die Lügengeschichten des Trios Bescheid – die Hölle auf Erden bräche aus. Gar nicht auszumalen, wie den drei geschehen würde. Allerdings kommt es genau so: Die einzige Möglichkeit ist die Flucht – getrennt, versteht sich! Ab geht’s in Richtung der Sackgasse, auf deren Weg allerlei Tricks und fiese Einlagen angewendet werden müssen, um den Verfolgern ein Schnippchen zu schlagen. Ob Ihr erfolgreich sein werdet, entscheidet schließlich Ihr ganz allein!

Technik und Gameplay....

Jeden einzelnen Charakter des Trios dürft Ihr zunächst auswählen. Innerhalb des ersten Levels erklärt Euch das Programm die wesentlichen Steuerfeinheiten und weist Euch auf diejenigen Situationen hin, die während des Spielens von Bedeutung sind. So lehrt Euch die Software vorab, dass Edd mit Schulbüchern nach seinen Widersachern werfen kann, wohingegen Eddy tausendfach gekaute „Hubba Bubba"-Verschnitte auf seinen Rivalen spucken darf. Ed, der unschönste im Bunde, samt deformiertem Kopf, rammt seinen Dickschädel bei Bedarf in den Erdboden, um kurz darauf ein brisantes Beben zu erzeugen, dass dem Gegenüber sprichwörtlich den Boden unter den Füßen entreißt. Letzten Endes bewirken alle Angriffe in den platten 2D-Welten einen ähnlichen Effekt, was die Spielcharaktere als ziemlich austauschbar erscheinen lässt. Lediglich die Ausführungen der Angriffe sind unterschiedlicher Art. Neben gewöhnlichen Sprungeinlagen und der obligatorischen Renn-Option, die sich in Höhe und Lauftempo unterscheiden (je nach gewähltem Protagonisten), ist ebenso der Einsatz eines Spezialangriffes möglich.

Dabei ist ein solcher erst dann möglich, wenn dessen Leiste komplett gefüllt ist. Über den Touchscreen aktiviert Ihr dann die jeweilige, teils leicht geschmacklose Sequenz seitens der Ed-Gestalten. Mit dem Stylus an der Nase gekratzt, niest Ed was das Zeug hält und bläst die sich nähernden Gegner regelrecht um. Edd hingegen flippt aus und rast für einen kurzen Moment wie ein Derwisch durch das Areal, wohingegen Eddy bei einer Bauchberührung unangenehm aufstößt und den dadurch produzierten Rülpser als nach Erbrochenes stinkende Geruchsbombe seinen Angreifern entgegen schickt.

Die Levels unterscheiden sich nicht nur vom Setting her, das von der Baustelle, über einen Schrottplatz hin zu einem Wohnwagenplatz reicht, sondern auch vom generellen Aufbau. So gibt es Welten, die in linearer Weise durchlaufen werden müssen und wiederum Areale, die, durch Türen verbunden, in die Irre führen wollen. Was aber dann doch zu lasch verfolgt wurde, als dass man damit Eindruck beim Spieler schinden könnte. Witzig sind allerdings Verfolgungsjagden wild gewordener Kühe oder rasende Schweine, die nicht eher aufgeben, als dass sie nach einer Hetzjagd ermattet zu Boden sinken. Einige Spielabschnitte führen Euch in gewohnt horizontaler Weise durch den Level, andere indessen weit nach oben, über Baugerüste hinweg, an todbringenden, rollenden Kugeln vorbei. Um einen anständigen Highscore für sich zu beanspruchen, solltet Ihr fleißig die in der Gegend verstreuten Objekte aufsammeln, viel wichtiger sind aber die Items, welche Ihr per Touchpen aktivieren könnt. So erhaltet Ihr im Nu eine gehörige Portion Bonuspunkte, besiegt im Akkord ein ganzes Heer an Feinden, füllt in Sekundenschnelle Eure Spezialleiste, verbessert die Gesundheit des derzeitigen Charakters oder seid kurzfristig unbesiegbar. Ab und an warten Checkpoints darauf, dass Ihr diese aktiviert, um bei einem Lebensverlust von besagter Stelle weiterspielen zu können. Diese sind auch äußerst wichtig, da der Schwierigkeitsgrad wegen angreifender Vögel, weiter Abgründe und kaum zu meidender Hühner nicht gerade einsteigerfreundlich ist – im Gegenteil. Drei Minispiele könnt Ihr im „Mini-Spiel-Center" gegen Bares kaufen, wobei der Innovationsfaktor kein besonders großer ist. Ob Ihr nun überreife Pickel auf Eds Rücken drückt, Fleischstücke korrekt positioniert oder Euch in eine Kuchenschlacht eingliedert, bleibt Euch überlassen. Alle Minispiele sind nur des Spaßes wegen im Spiel enthalten, das Ziel ist der Highscore – einmal freigeschaltet, könnt Ihr diese so oft Ihr wollt wiederholen.

Grafik & Sound....

Ähnlich wie der übertriebene Anspruch, den das Spiel der Zockerwelt vorsetzt, ist auch die grafische Komponente zunächst gewöhnungsbedürftig. Die Figuren erscheinen irrwitzig und ziemlich verlottert, der Comic-Look kann sich zwar sehen lassen, begeistert aber weniger wegen opulenter Grafikspielereien, als vielmehr wegen der an die „Cartoon Network"-Serie angelehnten Optik. Wenn Ihr allerdings mit Comic-Grafik nur wenig anfangen könnt, werdet Ihr wohl enttäuscht das Handtuch werfen.

Die Soundkulisse passt zwar zum Titel und bietet speziell auf die Software zugeschnittene Schnipsel. Uns fehlten aber typische Ohrwürmer, die Atmosphäre stiften und das gewisse Flair auf die „Mattscheibe" zaubern, das man sich bei virtuellen Ausflügen immer wünscht, aber oftmals nicht vorgesetzt bekommt. Die Story wird nicht mithilfe von Sprachausgabe fortgesponnen, sondern durch typische Textboxen, die aber nur wenig Inhalt bieten.

Fazit....

„Ed, Edd n Eddy – Scam of the Century" ist leider nicht das, was man sich unter einem comicartigen Jump’n Run vorstellt. Zu knifflig sind einzelne Spielpassagen, zu abwechslungsarm die zwölf Levels des größtenteils linearen Abenteuers. Doofe Feinde im Überfluss sorgen nur für wenig Motivation, was allerdings motiviert, sind die teils verschiedenartig aufgebauten Umgebungen. Auch wenn die Spezialfertigkeiten des Trios unterschiedlich dargestellt sind, hätte man sich abwechslungsreichere Gameplay-Elemente vorstellen können, die man dann per Tastendruck zum Besten gibt. Relativ anspruchsvolles 2D-Gehüpfe, aber grundsätzlich wenig inspirierte und umfangarme Welten können den Titel leider nicht auf den Thron des Genres bugsieren.

 

+ 3 verschiedene Charaktere
+ zusätzliche Minispiele
- hoher Schwierigkeitsgrad
- uninspiriertes Gameplay
- Comic-Look Geschmackssache

GRAFIK: 60%

SOUND/EFFEKTE: 61%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 59%

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