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NDS Die Wilden Hühner
 
 
Die Wilden Hühner: Jagd nach dem Rubinherz - NDS
Kilian Pfeiffer (07.07.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Oetinger Verlag
GENRE: Minispiele
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-5
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die „Wilden Hühner" sind – bereits der Name lässt darauf schließen – eine Gruppe von Mädels, die schon im Kino Erfolg hatten und nun auch Nintendos Handheld erobern wollen. Betrachtet man die Mädels genauer, erinnern diese im ersten Moment an den Anfang der 80er Jahre, als man noch mit merkwürdigen Haartollen herumlief, in gepunkteten Hosen daherkam und wegen des geschmacklosen Outfits eigentlich hätte bestraft werden müssen ;-) . In die heutige Zeit ist die Fünfergruppe daher nur schwerlich einzuordnen. Und wenn man dann noch Trude, Wilma oder Frieda heißt, meint man als geneigter Spieler, man würde ein Grüppchen von Damen steuern, die gerade vom gemütlichen Kaffeeplausch nach Hause kommen.

Menus und die Story....

„Die Wilden Hühner und die Jagd nach dem Rubinherz" ist nichtsdestotrotz äußerst kinderfreundlich in der Inszenierung, sei es der Versuch möglichst menschenfreundlich mit seinem Gegenüber in Kontakt zu treten, sei es die vollkommen gewaltfreie Vermittlung des spielerischen Inhalts. Was man dem Titel aber nach der Testphase ankreiden muss, ist die kurze Spielzeit von knapp einer Stunde, die wir zur Bewältigung des Abenteuers investieren mussten. Wiederspielwert hat die Software dahingehend nicht, als dass es keine neuen Inhalte zum Freispielen gibt, ebenso fehlt eine Auswahl von Schwierigkeitsgraden. Alles was Ihr vorgesetzt bekommt, sind ein paar Minispiele. Mehr hat uns der Entwickler leider nicht spendiert. Zu Gute muss man ihm aber halten, dass es sich bei vorliegendem Titel um ein Debütspiel handelt, also ein erster Versuch im kaum mehr zu überschauenden Nintendo DS-Software-Dschungel. Fans wird das Abenteuer aber mit Sicherheit finden, denn immerhin erscheint voraussichtlich Anfang 2009 der inzwischen dritte Teil des „Die Wilden Hühner"-Kinostreifens.

Auf die anstehende Klassenfahrt freuen sich die „Wilden Hühner" schon seit geraumer Zeit, was nicht zuletzt daran liegt, dass die fünf Freundinnen, ihres Zeichens Sprotte, Wilma, Frieda, Trude und Melanie gerne viel Zeit miteinander verbringen. Was zum perfekten Glück allerdings noch fehlt, sind die Reisekosten. Die muss sich das Quintett nämlich selbst zusammensparen – mit diversen Jobs sollt Ihr der Fünfergruppe bei ihrem Vorhaben unter die Arme greifen. Außerdem wäre da noch Oma Slättberg, die ein großes Geheimnis mit sich führt, was letzten Endes aber gar nicht großartig zur Geltung kommt, da wie gesagt nach rund einer Stunde schon wieder Schluss ist...

Technik und Gameplay....

Wegen des geringen Umfangs ist es selbsterklärend, dass man im Hauptmenü nichts weiter vorfindet, als eine Auswahl von drei Speicherplätzen. Weiterhin dürft Ihr Euch unter drei Spielsprachen entscheiden, die da Deutsch, Englisch sowie Schwedisch wären. Freilich existiert bei einem solch umfangmäßig bescheidenen Titel keine Textlawine, vielmehr einige kurze, prägnante Sätze, die zwischen den Minispielsequenzen zum Tragen kommen. Symbolisch für unsere zuvor geäußerte 80er Jahre-Ansicht was das Auftreten der Protagonistinnen angeht, ist die grafische Darstellung, auf welche wir später in einem gesonderten Punkt eingehen werden.

Auf einer simpel gestrickten Stadtkarte navigiert Ihr im Folgenden die fünf Mädels zu den jeweiligen Aufgaben, wobei jede ein Spezialgebiet aufweist, mit welchem sie ein paar Kröten für die Klassenfahrt beisteuern will: Wilma kann beispielsweise hervorragend kochen, Frieda ist eine exzellente Reiterin, Melanie dafür eine begnadete Tänzerin. Und wie es der Zufall einmal so will, stehen gerade eben solche „Jobangebote" an. In der Disco ein wenig die Hüften kreisen zu lassen, ist ebenso wenig anstrengend, wie den Kochlöffel zu schwingen – insbesondere wenn es sich hierbei um ein präferiertes Hobby handelt. Jede der an die „Wilden Hühner" gestellten Aufgaben präsentiert sich als waschechtes Minispiel, dessen jeweiliger Anspruch höher ausfällt, als wir zu Beginn glauben mochten. Persönlich hatten wir gedacht, der Titel würde sich dadurch auszeichnen, dass der Schwierigkeitsgrad niedrig ausfällt. Jedoch hatten wir uns getäuscht, da durchaus fordernde Momente in’s Gameplay integriert wurden, beispielsweise während des traditionell umgesetzten Tanzens. Wie macht man so etwas, wenn ein berührungssensitiver Bildschirm zugrunde liegt und dessen technische Möglichkeiten ausgenutzt werden sollen? Ganz einfach: Die Grundschritte laufen nach Schema „F" ab, indem Ihr mit dem Steuerkreuz die angegebenen Richtungsanweisungen im richtigen Moment nachahmt, spezielle Tanzmoves werden durch die Aufforderung, den Stylus einzusetzen, kenntlich gemacht und hernach durchgeführt. Pro erfolgreich ausgeführten Schritt regnet es Punkte, bei Fehltritten wird eine gewisse Menge davon wieder subtrahiert. Letzten Endes gilt es eine vorgegebene Punktehürde zu erreichen – sei es während der zwei Vorrunden oder aber während des Hauptwettbewerbs.

Das Pferderennen-Turnier, an dem Frieda teilnimmt, findet auf einem Rundparcours statt. Hindernisse überspringt Ihr mit dem „B"-Knopf, ansonsten solltet Ihr Euch auf den derzeitigen Erschöpfungslevel Eures Gauls konzentrieren, da Ihr nur bei vollständiger Leiste maximale Power herausholen könnt. Weil Ihr in insgesamt drei Rennen lediglich im Kreis herumlauft, kann man ruhigen Gewissens von einem öden Geschehen sprechen. Etwas aufregender fällt da schon der schulische Kochwettbewerb samt Preisgeld aus. Nach Rezept müsst Ihr im „Cooking Mama"-Stil insgesamt drei Kochanleitungen nachkochen, Käse reiben, Tomaten schneiden, Zutaten verrühren, ein Omelette anbraten sowie Speisen im Ofen backen. Das funktioniert ähnlich einwandfrei wie das spätere Versteckspiel gegen die Pygmäen, die männliche Fraktion an feindlich gesinnten Erzfeinden der „Wilden Hühner". Etwas unbeholfen wirkt die Steuerung des komplett veralteten Taxispiels. Sprotte übernimmt dort den Kutschier-Service für ihre Mutter. Neben dem Gas solltet Ihr den Drehzahlmesser beachten, ebenso den Gegenverkehr auf der Straße, der Euch schnell einmal mühsam erfahrene Moneten kosten kann – spätestens, wenn Ihr in eine Karambolage verwickelt sein solltet. Um nicht allzu viel des spielerischen Zeitvertreibs vorweg nehmen zu wollen, sparen wir den letzten Teil des Spieles gemeiner Weise aus ;-) . Es gilt selbst Hand anzulegen und zu schauen, was es eigentlich mit dem Rubinherz auf sich hat.

Grafik & Sound....

Technisch ist „Die Wilden Hühner und die Jagd nach dem Rubinherz" ein – entschuldigt die Wortwahl – Griff in’s K... Der gezeichnete Look kann allenfalls jene Spielergeneration überzeugen, die das erste Mal ein Stück Software in Händen hält. Triste Farben, hässliche Hintergründe und die überaus misslungenen Darstellungen der Charaktere sind ein Graus für das Spielerauge. Ob es nun zur Tradition der „Wilden Hühner" gehört, dass diese dergestalt präsentiert werden, können wir leider nicht berücksichtigen, denn das Endergebnis ist nun mal das, was wir sehen. Größtenteils kommt das Geschehen meist ohne jegliche Bildschirmbewegung aus, was ebenfalls negativ in’s Auge sticht. Grafisch also alles andere als ein Bringer!

Ok, der Sound geht in Ordnung, wenngleich Ohrwurmmelodien wohl während des Entwicklungsprozesses verloren gegangen sind. Wenigstens ist die Musik unterhaltend und führt dazu, dass Ihr am Ball bleibt. Auf Sprachausgabe müssen wir jedoch verzichten. Mit einer solchen hätte man wenigstens etwas vom erstrebenswerten Glanz in’s Spiel bringen können. So bleibt die akustische Komponente aber lediglich Mittelmaß.

Fazit....

„Die Wilden Hühner und die Jagd nach dem Rubinherz" ist alles in allem eine schwer zu beurteilende Umsetzung, die einiges richtig macht und damit eine junge Zielgruppe anspricht, anderenfalls aber aufgrund von Ungereimtheiten auf der Strecke zu verdursten droht. Der Umfang ist bei weitem zu knapp bemessen, die Gewaltlosigkeit samt der vorbildlichen Umgangsweise dafür beispielhaft. Technisch hinkt das „Wilde Hühner"-Abenteuer der Konkurrenz weit hinterher, überzeugt auf der anderen Seite aber mit kindgerechten Minispielen/Inhalten, wenngleich diese wiederum für die Allerjüngsten etwas zu anspruchsvoll sein dürften. Was bleibt ist ein erster Versuch, den sich Fans des Films zu Gemüte führen werden, bei dem aber wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses sich jeder selbst seine Gedanken machen muss, ob knapp 40 Euro dafür in Ordnung gehen.

 

+ „Wilde Hühner"-Lizenz
+ kindgerechter Inhalt
+ für Fans der Serie
- technisch schlecht
- knapp bemessener Umfang
- fehl. Einstellungsmöglichkeiten
- Vollpreis-Titel
- keine freispielbaren Inhalte

GRAFIK: 38%

SOUND/EFFEKTE: 59%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 46%

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