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NDS Die Drachenjäger
 
 
Die Drachenjäger - NDS
Kilian Pfeiffer (17.08.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp entertainment
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Zu dritt ist man stark und kann den Gefahren, die auf dem Weg lauern, trotzen. Unterschiedliche Charaktere garantieren unterschiedliche Möglichkeiten. Nicht nur im wirklichen Leben, sondern auch in digitalen Welten. Zuletzt zeigte uns dies das Trio bestehend aus Gwizdo, Lian-Chu sowie Hector. Euch sagen die drei Kinohelden nichts? Auch kein Problem, denn zum gleichnamigen Kinofilm präsentieren wir Euch die spielerische Umsetzung für den Nintendo DS: „Die Drachenjäger". Unter dem Label „Toggo Games" wird der von „Engine Software" entwickelte Titel hierzulande auf den Markt gebracht. Wollt Ihr den drei höchst unterschiedlichen Protagonisten unter die Arme greifen, seid Ihr an dieser Stelle richtig. Obwohl sich der Titel wohl doch eher an die jüngere Klientel richten dürfte, auch wenn viele Aufgaben den Anspruch nach oben treiben.

Menus und die Story....

Sich in’s Abenteuer zu stürzen, ist für den Spieler mit Leib und Seele das höchste der Gefühle. Ein Abenteuer zu erleben, ganz tief in das Geschehen einzutauchen, das Fantasy-Reich zum Leben erwecken. All das ist bei „Die Drachenjäger" möglich und mit Sicherheit noch viel mehr. Selbst wenn es sich um ein lupenreines Jump’n Run handelt, bietet das Spielgeschehen relativ großen Variantenreichtum, nicht zuletzt wegen der drei Spielcharaktere, auf die wir im Laufe des Reviews noch genauer eingehen werden. Doch zunächst steht Euch als Drachenjäger Großes bevor, denn es gilt zum Helden zu werden, zum Helden in von Schwerkraft-Einflüssen dominierten Levels, die in vielerlei Hinsicht Eindruck schinden – und sei es nur aufgrund der grafischen Darstellungsweise.

Neben dem „Story"-Optionspunkt warten die manuell anwählbaren „Minispiele", zwei Stück an der Zahl. In zehn Levels unterteilt müsst Ihr zum einen als Hector purpurfarbene Orbs einsammeln, um voranzukommen. Über eine Minimap erkennt Ihr all jene Wege, die bislang noch nicht begangen wurden. Knackt Ihr die entsprechende Stage innerhalb des Zeitlimits, rückt Ihr eine Ebene voran. Ähnlich verläuft es bei „Hau den Drachen". Wie der Titel bereits verlauten lässt, gilt es, frisch geschlüpfte Drachenbabies mit einem mächtigen Hieb zu besiegen. Allerdings müsst Ihr darauf achten, wirklich nur jene Drachen-Miniaturausgaben zu plätten – anderes Getier sollte unbeschadet den Platz verlassen. Eine Bonussektion mit hübschen Artworks und freigespielter Musik bringt nicht wirklich viel, denn dazu ist einfach zu wenig Sehenswertes enthalten.

Technik und Gameplay....

Drei Charaktere, drei spezifische Fertigkeiten, drei Persönlichkeiten, die dem einen oder anderen an’s Herz wachsen werden. Da wäre der kraftvolle Lian-Chu, der selbst massive Hindernisse wie Gesteinsbrocken aus dem Weg räumt und somit seinen Kollegen den Weg frei macht. Felsbrocken werden mithilfe seiner Fähigkeiten verschoben und dadurch neue Durchgänge zugänglich gemacht, andererseits ist es ihm möglich Wände zu durchbrechen und durch Einsatz von Nadeln und Bomben gegen seine Widersacher vorzugehen. Meist reicht aber auch ein beherzter Schlag gen Rivalen, um ihn von den Socken zu jagen und ihn mit dem Boden der Tatsachen bekannt zu machen. Gwizdo ist hingegen ein menschenähnliches Wesen, er mutet zumindest so an, ist aber vor allem firm im Hochsprung, denn nur ihm ist es möglich einen Doppelsprung zu vollführen und dadurch selbst kaum erreichbare Ebenen zu erklimmen. Oftmals werdet Ihr mit ihm durch die 2D-Welten huschen und planetenartige Gebilde, die scheinbar in der Luft „hängen", erkunden. Dort lauft Ihr dann – „Super Mario Galaxy" lässt grüßen – rund um den schwebenden, dem der Schwerkraft unterliegenden Brocken herum und achtet darauf, wo es abzuspringen gilt. Hier habt Ihr Euch vor allem an den Goldklumpen zu orientieren, die zumeist den Weg weisen und – nachdem Ihr 100 Stück von ihnen eingesammelt habt – ein zusätzliches Leben garantieren.

Hector, ein hundeähnliches, blaues Etwas ist Meister der „lebenden Rolle" und somit der Einzige im Bunde, der enge Durchgänge betreten kann. Des Weiteren ist es nur ihm möglich sich bei Gefahr zu verstecken („Y"-Taste"). Für welchen der drei Mitspieler Ihr Euch entscheidet, ist situationsabhängig und muss regelmäßig von neuem entschieden werden. Der Wechsel erfolgt über die Berührung des Touchscreens, auf welchem die Konterfeis des Trios zu sehen sind. Je nachdem wen Ihr steuern wollt, tippt Ihr diesen an und schwupp schlüpft Ihr in dessen Rolle. Alle Levels unterliegen speziellen Anforderungen, die es zu erfüllen gilt – bei einer perfekten Absolvierung winkt eine Goldmedaille, ansonsten wartet Silber oder Bronze, die es einzufangen gilt. Einem Kompass folgend, ist es das Ziel, alle Fackeln im Level zu entflammen, alle Fieslinge auszuschalten, einfach nur die Ziellinie zu erreichen oder so viele Orbs als möglich einzusacken. Was wiederum bedeutet, dass ein einziger Level des Öfteren besucht werden sollte – nur bei Erfolgen werden die Zugänge zu anderen Welten freigeschaltet.

Hin und wieder warten Drachenwesen auf ihr „Game Over", die Anzahl an nervenden Feinden ist gering, häufiger ist das Augenmerk auf die angesprochenen Aufgaben gelegt, nicht auf das Ausschalten der Gegenspieler. Geratet Ihr dennoch einmal mit dem Gegenüber in Kontakt, verliert der jeweilige, gerade eben gesteuerte Spieler ein wenig seiner Lebensenergie. Eine Vorratsanzeige an Herzen gibt darüber Bescheid, dass Ihr in der Lage seid, helfend einzugreifen, per Stylus und das jederzeit innerhalb eines Levels. Checkpoints vereinfachen das Vorankommen und speichern den aktuellen Levelfortschritt, selbst wenn Ihr Euer virtuelles Leben aushaucht.

Grafik & Sound....

„Die Drachenjäger" ist grafisch ein echtes Schmankerl. Obwohl Ihr durch platte Levels lauft, erzeugt die Grafik-Engine einen tollen 3D-Effekt, der viel hergibt, sei es eine flüssige Landschaftsdarstellung oder seien es ansehnliche Umgebungen mit satten grünen Wiesen oder dunklen, furchterregenden Höhlen. Ob Animationen oder Texturen: „Die Drachenjäger" hat optisch einiges drauf. Somit sprechen wir den Grafikern ein ganz besonderes Lob aus – auch wenn richtige Rendersequenzen fehlen.

Akustisch wartet der Titel ebenfalls mit einem hohen Qualitätsstandard auf, der sich von den Soundeffekten, beispielsweise während kleinerer Scharmützel, bis hin zum Soundtrack wie ein roter Faden hindurch zieht. Auch deshalb verdient die musikalische Wertung Anerkennung, weil diverse abwechslungsreiche Musikstücke vorliegen.

Multiplayer....

Oft bedauern wir fehlende Mehrspieler-Modi, dieses Mal hätten wir getrost darauf verzichten können. Jene Minispiele, die wir zu Beginn des Testes angesprochen hatten, lassen sich im Duo bestreiten, allerdings taugt dies lediglich für ein kurzes Stelldichein, nicht länger als eine halbe Stunde. Danach vergeht einem die Lust. Drachenköpfe ein wenig mit dem Hammer zu bearbeiten und auf Orbs-Jagd zu gehen, ist nicht unbedingt das, was man sich als mehrspielertaugliche Erfahrung wünscht. Leider kann man der Mehrspielerfähigkeit deshalb den Stempel der Überflüssigkeit zuschreiben.

Fazit....

„Die Drachenjäger" feiern einen guten Einstand auf Nintendos Handheld. Drei spielbare Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind immer eine gute Sache, da sie zum einen Abwechslung bieten, zum anderen Titel des Öfteren mehrfach spielenswert halten. Motivation wird vor allem durch Orden zutage befördert, denn nur wer perfekt abschneidet, hat die Goldauszeichnung auch verdient. Als Lizenztitel, der im Übrigen eher jüngere Spieler ansprechen dürfte – allein schon des Inhalts wegen, der auf einem animierten Computer-Streifen basiert – schneidet „Die Drachenjäger" vernünftig ab und besser als diverse Durchschnittstitel. Grafisch, akustisch – ebenso in jenen Hinsichten zeigt die Umsetzung wie man es machen sollte.

 

+ 3 spielbare Lizenz-Figuren
+ ansprechende Technik
+ motivierende Aufgaben
+ gelungene Spielzeit
- kaum „wirkliche" Rätsel
- lächerlicher Mehrspieler-Modus
- zu offensichtliches Gameplay

GRAFIK: 75%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER: 40%

GESAMTWERTUNG: 69%

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