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NDS Doodle Hex
 
 
Doodle Hex - NDS
Kilian Pfeiffer (07.09.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Flashpoint
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 2-10+
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Nein

   
Einleitung....

Entwickler für Nintendo DS-Software gibt es spätestens seit letztem Jahr viele. Nicht zuletzt hängt dies mit dem unglaublichen Erfolg des Doppelscreen-Handhelds zusammen. Aus allen Teilen der Welt vernimmt man derzeit Software-Neuentwicklungen, mitunter auch aus Deutschland, wo es derzeit bereits einige potenzielle Studios gibt, die bislang schon gute Ware abgeliefert haben – nicht immer, aber mit diesem „Problem" haben selbst die großen Studios zu kämpfen. Da kommt es uns gerade gelegen, dass uns aus Spanien eine Nachricht, besser gesagt gleich eine fertige Umsetzung erreicht – entwickelt von den „Tragnarion Studios" kann sich selbst der Inhalt sehen lassen. Was „Doodle Hex" darstellt und ob die durchaus lustige Titelgebung auf den Inhalt schließen lässt, klären wir im folgenden Review.

Menus und die Story....

Eine Runenschlacht anzuzetteln, klingt nach einem fetten Abenteuer, nicht nur wegen des etwas anderen Spielkonzeptes. Drei Speicherstände stehen zu Beginn zur Auswahl, somit darf selbst ein Geschwister in den Wettkampf um temporeiches Agieren, Taktik und Genauigkeit eingreifen. Als angehender Magier besucht Ihr die Runenschule, eine einzigartige Institution, deren Zweck es ist, begabte Zauberkundige zu unterrichten und zu den Besten der Besten auszubilden. Und da gewöhnliche Unterrichtsweisen ermüdend und langweilig sind, hat sich das Schulgespenst Kalamazoo dazu entschlossen, temporeiche Turniere zu veranstalten, die das ganze Können fordern und in jeder Hinsicht einen hohen Anspruch an die Teilnehmer aufweisen.

Das Spielkonzept ist neu und trotz der Tatsache, dass sich die gesamte Auseinandersetzung gegen einen Gegner auf einem vorgefertigten Bildschirm abspielt, verbreitet der Titel genau jene Atmosphäre, die man sich als Käufer eines Spieles wünscht: packende Duelle, spannende Gefechte, taktisch ausgeklügelte Vorgehensweisen in einer schier mit Runen zugepflasterten Zauberwelt. Großes Kino in intelligent verpackter Weise also! Wie das Gameplay funktioniert und ob der Kauf lohnt, erfahrt Ihr im Hauptteil des Reviews.

Technik und Gameplay....

Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Verfügung, wobei der höchste eine richtig knifflige Angelegenheit darstellt. Derartig ausgefuchste Gegner sieht man selten und man muss schon das gesamte Geschick in die Waagschale werfen, um auch nur ansatzweise ein Chancen-Fünckchen zu haben. Hinzu kommen 14 Charaktere, die dem Spieler zur Verfügung stehen, anfangs sind jedoch noch nicht alle freigeschaltet – jeder einzelne kommt mit einem auf den eigenen Leib zugeschnittenen Lebenslauf daher, die eigentliche Storyline läuft jedoch für alle Spieler gleich ab, das Turnier wartet und mit ihm der Kampf um Bronze, Silber oder im Idealfall: Gold! Weise sollte Eure Entscheidung ausfallen, nicht zuletzt deswegen, weil nicht jeder Charakter gleich gut innerhalb seiner drei Fähigkeiten ist: Angriff, Verteidigung und Tempo stehen bei „Doodle Hex" auf dem Programm, Werte, die auf das Gameplay eine klare Auswirkung haben und berücksichtigt werden sollten.

Die in Runden aufgeteilten Turniere sind das Herzstück des Titels, neben dem „Schnellduell", das Euch bis zu fünf Runden erlaubt und eine individuelle Zeitspanne ermöglicht. Weiterhin entscheidet Ihr, welchen Schwierigkeitsgrad Ihr spielt und im Folgenden setzt Ihr das Runen-Deck fest, sozusagen Euer Angriffsdeck, mit welchem Ihr den jeweiligen Gegner beharkt. Insgesamt warten 20 Zauber auf ihre Entdeckung, die zunächst von Runde zu Runde freigeschaltet werden. Beim Endkampf (nach fünf bis zehn Stunden solltet Ihr diesen erreicht haben!) angekommen, seid Ihr dann endlich im Besitz von zwölf der durchschlagenden Zauber, die restlichen acht lassen sich in Extra-Runen-Wettkämpfen sammeln. Duelle, die unter bestimmten Bedingungen ablaufen und beispielsweise fordern, dass Ihr bis zum Ende der Zeit überleben müsst oder das Gegenüber besiegen sollt, um in den Genuss des Runen-Extras zu gelangen. Der Anspruch, der innerhalb der „Wettkämpfe" an Euch gestellt wird, ist gewaltig, nicht zuletzt wegen der diffizilen Regeln, um Erfolg zu verzeichnen.

Doch wie spielt sich „Doodle Hex" nun eigentlich? Ziemlich gelungen, wie wir finden! Auf dem Touchscreen findet das Geschehen statt, Euer Runen-Kämpfer befindet sich am unteren Teil des Bildschirms, der Rivale, einer von vielen kreativ inszenierten Gegenspielern, am oberen Teil. Eure Aufgabe ist das Beschwören von Runen, um diese dem Feind über den Pelz zu ziehen. Innovativ ist der Titel gerade deshalb, weil jede Rune von einem gewissen Zeichen repräsentiert wird, das zu zeichnen ist, wenn eben jener Effekt wirken soll. Besonderes Augenmerk wird den Lebensleisten der Kontrahenten zuteil, da diese zu leeren sind, um den Platz als Sieger zu verlassen. Der große, in der Mitte des Touchscreens befindliche Kreis stellt zum einen das Zeichenbrett dar, auf welchem Runen aufgetragen und somit ausgesprochen werden, zum anderen gleichzeitig die Anzeige des derzeitigen Mana-Vorrates, der sich selbstständig mit der Zeit wieder füllt. Jede Rune benötigt einen gewissen Teil des eigenen Manas. Ist zu wenig vorhanden, ist der Zauber im Moment nicht verfügbar. Aber genau die taktisch ausgeklügelte Kombination der einzelnen Runen unter Berücksichtigung des Mana-Vorrates macht die Faszination von „Doodle Hex" aus. Neben gewöhnlichen, leichten Schäden verursachenden Beschwörungsformeln warten mittlere Schäden verursachende Schildbrecher auf das Gegenüber, ebenso wie Formeln, die den Widersacher vorübergehend ausschalten. Was uns faszinierte, war die Tatsache, dass das Aufzeichnen der entsprechenden Symbole ohne weiteres klappt und ungemein schnell von der Hand geht, sei es ein verschnörkeltes Dreieck, das den augenblicklichen Schild vorübergehend auf null setzt oder aber ein nicht geschlossenes Quadrat, das als Absorptionsobjekt Schaden für kurze Zeit aufnimmt. Besonders interessant, da wir es vor allem in unser taktisches Vorgehen inkludierten, war die Verwendung der „Manarolle", deren Folge es ist, dass die nächste gesprochene Rune lediglich die Hälfte an Mana kostet. Damit lassen sich hervorragende Kombos aneinander schließen.

Ebenfalls existieren Kombos, die nur in Verbindung mit anderen Runen heraufbeschworen werden können und anhand einer Markierung, entlang derer die Runen zum Gegner wandern, zeitlich korrekt aktiviert werden müssen. Der Tiefgang wird allein dadurch bereits immens intensiviert, hinzu kommt das persönliche Maskottchen, das eine Rune für den Ernstfall in petto hält und per Knopfdruck „freilässt". Statusveränderungen wie Flüche oder Superschilde behindern Euch bei der Verteidigung (dies geschieht durch Berührung des eigenen Konterfeis während eine gegnerische Rune Euch trifft!), letztere hingegen schützen Euch gar vor den bösartigen roten Runen, deren Potenzial teils tödliche Auswirkungen haben kann. Und gerade weil die Vielfalt an Möglichkeiten im Kampf so immens ist, der Einsatz der Kugeln so derartig große Abwechslung bietet, ist „Doodle Hex" eben ein Titel, der auch auf lange Sicht hin Unterhaltung bietet und Spaß bereitet. Insbesondere auch wegen der verschiedenen Charaktere, die Runen-Checker alle – aber wirklich alle – kennen lernen wollen.

Grafik & Sound....

Von der Optik her ist die spanische Software kein Kracher, da sich sowieso alles Wesentliche lediglich auf einem Bildschirm abspielt. Allerdings gefällt die comichafte Grafik recht gut, vor allem innerhalb der Zwischensequenzen, die des Öfteren die Story fortspannen. Toll gelöst wurde der technische Aspekt sprich die Erkennung des Touchpens in Hinsicht auf die unterschiedlichen Runenzeichen. Richtig cool sind jene Comic-Effekte, die bei Treffern im Topscreen wiedergegeben werden. Aber dazu schaut Ihr besser selbst mal in’s Spiel ;-) .

Nicht nur die deutschen Sprachschnipsel überzeugten uns, sondern vor allem die Ausrufe, die das schmerzvolle Leiden bei einem Treffer signifikant wiedergeben. Aber auch die Musik ist ein immer wieder gern gehörter Ohrenschmaus mit wunderschönen Effekten und verzauberten Melodien, die das Geschehen bereichern und deutlich aufwerten.

Multiplayer....

Der Mehrspieler-Part ist ein richtig klasse Teil geworden. Nicht zuletzt des Faktums wegen, dass ein Download-Spiel mit lediglich einer Spielkarte möglich ist. Duelle dürft Ihr Euch somit selbst mit nur einem Spiel liefern. Deshalb ist die Software so genial, weil das taktische Vorgehen wirkliche Auswirkungen hat – auf jede Rune gibt es wiederum ein „Gegenmittelchen", allerdings muss man flink reagieren können und möglich gewieft bei der Auswahl der jeweiligen Rune sein. Auch das Tauschen von Zaubern ist über die drahtlose Funktion möglich – für uns ist der Multiplayer die Krönung eines sowieso schon gelungenen Titels.

Fazit....

Kauft Euch „Doodle Hex" für den Nintendo DS. Solche Spielprinzipien haben es verdient, gespielt und vor allem in der Öffentlichkeit beachtet zu werden. Oftmals ist es aber so, dass genau jene unbekannten Titel in der Masse an Neuveröffentlichungen untergehen und demnach nie als das angesehen werden, was sie eigentlich darstellen – ein Geheimtipp, der in keiner Sammlung fehlen sollte. Innovatives Gameplay, unbegrenzte taktische Möglichkeiten und eine tolle technische Spielbarkeit garantieren, dass „Doodle Hex" bis zum Schluss fasziniert und vor den Bildschirm fesselt.

 

+ Runen-Kombos
+ technisch sehr gut gelöst
+ hoher Suchtfaktor
+ passender Sound
+ genialer Multiplayer
+ freischaltbare Inhalte
- längere Turnierserie wünschenswert
- teils deftiger Schwierigkeitsgrad

GRAFIK: 73%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER/: 84%

GESAMTWERTUNG: 82%

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