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NDS Dungeon Maker
 
 
Dungeon Maker - NDS
Kilian Pfeiffer (20.12.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Rising Star
GENRE: RPG
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 4-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

„Rising Star Games" ist eher den Wenigsten ein Begriff, wenn es um Rollenspiele geht. Jedoch mussten wir in letzter Zeit immer wieder feststellen, dass der aus Großbritannien stammende Entwickler immer mal wieder mit einem Machwerk aufkreuzen konnte, dessen Potenzial nicht unter den Tisch zu kehren ist. So konnte uns in gewisser Weise schon „Dungeon Explorer" für den Nintendo DS überzeugen, wenngleich in bescheidenem Maße. „Dungeon Maker" will es dem namensähnelnden inoffiziellen Software-Verwandten gleichtun und zeigen, dass „Rising Star Games" im Segment der Rollenspiele zwischenzeitlich angekommen zu sein scheint. Ob dem so ist und wie sich das neueste Machwerk der Mannen schlägt, erfahrt Ihr in unserem Test zu „Dungeon Maker".

Menus und die Story....

Gleich zu Beginn ein großes Lob – nicht etwa dafür, dass die Menüführung in deutscher Sprache daherkommt, nein, das Lob richtet sich in diesem Fall an die hübsch gestaltete Anleitung, die nicht nur reich bebildert, sondern auch detailliert mit Informationen aufwarten kann. Gleichgültig welches „Rising Star Games"-Spiel man hinsichtlich des Anleitungsaspektes „abklappert" – man wird immer wieder feststellen können, dass man sich mit deren Gestaltung Mühe macht und im Besonderen Wert darauf legt, dass man sich als Spieler auch zu Beginn geborgen fühlt.

Ihr übernehmt die Rolle des zwölfjährigen Helden. Nein, das ist nicht zu jung, um ein waschechtes Abenteuer zu erleben, sondern im Fantasiereich genau das richtige Alter, um Verantwortung zu übernehmen. Unser Held ist also fertig mit der Schulausbildung, weiß aber noch nicht, was er im Folgenden arbeiten soll. Bis er eines Tages den Magischen Spaten findet, eine sprechende Schaufel, die für das weitere Unterfangen von entscheidender Bedeutung sein wird. Denn das Land ist von dunklen Schergen bedroht, von Kreaturen, die durch die Wälder streifen, Angst erzeugen und den einen oder anderen Bewohner bereits in die Flucht geschlagen haben. Kann ein Zwölfjähriger da wirklich für Abhilfe sorgen? Ja, das kann er. Der Bürgermeister nimmt ihn dazu in die Pflicht – verfolgt gleichzeitig seine Belange – und verschafft unserem Protagonisten die Aufgabe des „Dungeon Maker". Ihr habt richtig gelesen: In jenem zarten Alter werdet Ihr verpflichtet, mit dem Magischen Spaten Erde umzugraben und unter Tage Behausungen für schreckliche Kreaturen zu erschaffen. Nur, um sie dann in wilden Gefechten wieder zu besiegen. Mit Waffengewalt, versteht sich!

Technik und Gameplay....

„Dungeon Maker" ist nicht groß, bietet keine fantasievolle Spielwelt, die Ihr erkunden könntet. Dafür seid Ihr Euer eigener Baumeister, schafft das Zuhause für diejenigen Kreaturen, die Eure Feinde darstellen. Wenn das kein groteskes Unterfangen ist! Aber beginnen wir von Anfang an! Nachdem Ihr Eurem Helden einen Namen verliehen habt, befindet Ihr Euch sogleich im beschaulichen Heimatdorf wieder. Hier liegen all Eure Bekannten nah beieinander, sind um den Marktbrunnen mit ihren Geschäften angeordnet und verrichtet dort Tag für Tag ihr Werk. Als Zwölfjähriger benötigt Ihr natürlich die Hilfe von vielen Seiten, die Euch auf Eurem beschwerlichen Weg unter die Arme greifen müssen. Seien es Informationen, aber auch Objekte in Form von Waffen oder magischen Sprüchen. So kauft Ihr beim jungen Mädchen von nebenan Waffen und Rüstungen für den Kampf im Dungeon, der alte Mann ein Haus weiter bietet durchschlagende Zaubersprüche feil, solche, die entweder heilende Wirkung versprechen oder Auswirkungen auf attackierende Feinde zur Folge haben.

Das Gemüsemädchen vom Marktplatz ist eher für eine bedeutende Hintergrundinformation zu haben, eine, die Euch auf dem weiteren Weg helfen dürfte. Ebenso wie das dreizehnjährige Mädel von nebenan, das Euch immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht. Zum Möbelhändler kommen wir im Folgenden noch, denn dieser ist wesentlich, um die Monsterhatz im Untergrund voranzutreiben. Allgemein lässt sich sagen, dass der Kauf von Objekten einen wichtigen Part im Spiel einnimmt, ebenso der Verkauf eingesammelter Items. Gemüse zählt zu einem bedeutenden Gut – zum Eigenverzehr ebenso. Damit lassen sich Statusschäden schnellstmöglich beheben, Lebensenergie wird Euch dadurch zurückgegeben. Daher sind die tagtäglichen Mahlzeiten auch so wichtig, Zutaten werden zu Rezepte und diese bekommen dem Magen ganz besonders gut.

80 Monster groß ist das Feindrepertoire – 80 Kreaturen, auf die Ihr im Laufe der Zeit trefft, die Ihr im Kerker ausschaltet und bis auf’s Blut bekämpft. In „Dungeon Maker" gehört dies zum Alltag, ebenso wie der regelmäßige Besuch der selbstgestalteten Räumlichkeiten unter Tage. Eigentlich der Gameplay-Punkt, dem das Hauptaugenmerk gebührt. Denn nur dort werden Gefechte ausgetragen, nur dort setzt Ihr Eure Angriffsstärke ein, zeigt, wie ausgeprägt die magische Kraft des eigenen Protagonisten ist. Attribute wie Verteidigung, Stärke, Tempo, Konstitution und Weisheit sind das Maß aller Dinge, sie sind auflevelbar und müssen im Kampf beachtet werden, wenn Ihr erfolgreiche Resultate abliefern wollt. So macht Ihr Euch also drauf und dran, mit dem Magischen Spaten das Erdwerk umzubuddeln, neue Räumlichkeiten zu schaffen und Lebensraum für die herumstreunenden Gesellen zu bauen. Hier kommt dann übrigens auch der Möbelhändler ins Spiel, bei dem Ihr allerlei Inventar kaufen könnt, unter anderem Strohbetten für die Übernachtung oder Futterfässer zur Aufbewahrung der Monsternahrung. Die Möglichkeiten, die Euch der Titel in käuflicher Hinsicht bietet, sind enorm. Unzählige Räume lassen sich im Untergrund integrieren. Das Ganze erinnert ein klein wenig an „Dungeon Keeper", ein in die Jahre gekommenes Spielprinzip mit PC-Wurzeln, das jedoch etwas ausgeklügelter daherkam. Im Kerker, dessen Grundfläche riesig ist, baut Ihr also Räume, füllt diese mit für Monster relevanten Bereichen und wartet darauf, dass über Nacht neue Genossen hier Zuflucht finden. Selbstverständlich nur, um sie tags darauf mit Waffengewalt auszuschalten ;-). Kämpfe verlaufen rundenbasiert: Bis zu drei Feinde sind gleichzeitig auf dem Bildschirm zu erkennen, je nach Wahl attackiert Ihr per Schlagprügel, per magischem Angriff oder aber Ihr ergreift im rechtzeitigen Moment die Flucht, um den teils recht anspruchsvollen Gegnern zu entkommen.

Mit ausreichend Items solltet Ihr schon ausgestattet sein, um in jedem Moment Widerstand zu leisten. Später im Spiel werdet Ihr vom so genannten Imitationsschleim unterstützt, ein grüner Klumpen, der als Partner agiert und die verschiedenen Körperteile von Monstern imitieren kann. Ihm ist es also möglich, Füße, Arme, Kopf und Körper abzubilden, diese abzuspeichern und im nächsten Kampf auf ein Neues anzuwenden. Taktisch könnt Ihr im Laufe der Zeit einen bedeutsamen, vor Kraft strotzenden Partner heranzüchten, dessen unbändige Stärke gute Resultate im Kampf erzielen sollte. Einen richtigen Mehrspieler-Modus gibt es indes nicht, allerdings lassen sich eigens erstellte Kerker von Bekannten, die „Dungeon Maker" ebenfalls besitzen, austauschen und erkunden. Dort erwarten Euch dann unter Umständen monsterverseuchte Orte, die kaum schwerer zu beherrschen wären.

Grafik & Sound....

Atmosphärisch liegt das Dorf im Grünen, aus den Schornsteinen der gemütlichen Häuschen raucht es, alles wirkt idyllisch. Wäre da nicht der Kerker unweit des possierlichen Plätzchens Erde. Dort erwarten Euch Monster noch und nöcher, die Präsentation im Gesamten kann sich sehen lassen, allerdings wirken die Kerkerräumlichkeiten arg rechteckig und wenig natürlich. Landschaftlich viel zu sehen gibt es bekanntlich nicht, da sich das Spiel im Wesentlichen unter der Erde abspielt. Wenigstens wirken die Charaktere, im japanischen Stil gehalten, sympathisch und passend zum gewählten Genre.

Sanfte Klänge verzaubern den Spieler vor seinem Handheld. So wünscht man es sich, wenn man das Dorf so vor sich liegen sieht. Alles wirkt friedlich, bis man die Treppen nach unten betritt, in den Kerker. Dort geht es akustisch etwas wilder zur Sache. Aber auch bei „Dungeon Maker" hat man auf eine Sprachausgabe verzichtet. Alle Charaktere unterhalten sich via Textbox. Schade...

Fazit....

Man ist im Begriff zu sagen, dass „Dungeon Maker" vieles richtig macht, aber dann doch nicht alles, was man sich vorstellen würde. Eine mitreißende Storyline fehlt, der Kerkerbau ist zu unausgegoren und hätte sich am großen Vorbild „Dungeon Keeper" orientieren sollen. Dies hat man aber nur in Grundzügen getan. Klar, Rollenspielaspekte sind wichtige Zutaten des Titels, auch die Kämpfe gefallen – vor allen Dingen ist „Dungeon Maker" aber wieder einmal eine Neuentwicklung, die sich erst nach vielen Stunden richtig entfalten kann. Nur kurz anspielen, bringt wenig und würde eher dafür sorgen, dass man den Titel schnellstmöglich wieder beiseite legt. Habt Ihr allerdings den Kniff mit der Kerkergestaltung raus, erfreut Ihr Euch immer wieder auf’s Neue, mit Waffen- und Magieausrüstung loszuziehen und seine monstermäßigen Konkurrenten klein aussehen zu lassen.

 

+ Rollenspiel-Elemente
+ Imitationspartner (!)
+ 80 Gegner
+ eingängiges Kampfprinzip
+ Musikuntermalung hier und da
+ frisches Kerkersystem
+ schön gestaltete Anleitung
- maue Hintergrundgeschichte
- erste Spielstunden eher monoton
- kein kooperativer Multiplayer
- a. Dauer etwas abwechslungsarm

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 83%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 76%

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