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NDS Dino Master
 
 
Dino Master - NDS
Kilian Pfeiffer (06.12.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Eidos
GENRE: Action
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

"Jurassic Park" liegt bereits viele Jahre zurück, an eine derzeitige Neuauflage ist nicht zu denken. Das Dinosaurier-Setting hatte zu jener Zeit nicht nur ein Millionenpublikum in die Kinosäle gelockt, sondern war auch in allen anderen Bereichen des Lebens vertreten. Es gab Bettwäsche, Action-Figuren - alles was das Herz eines wahren Fans eben begeht. Zwar ist der "Jurassic Park" wohl heutzutage von Flora und Fauna der abgelegenen Echsen-Insel heimgesucht worden, dennoch macht man sich an anderer Stelle auf, nach seltenen Skeletten aus der Vorzeit zu suchen. In "Dino Master - Dig, discover, duel" habt Ihr es Euch zum Ziel gesetzt, möglichst viele prähistorische Urzeitviecher aus dem "Boden der Tatsachen" zu graben - und das auf höchst untypische Art und Weise. Ebenso gehört die Rekonstruktion des Knochengerüsts zu Euren weiteren Aufgaben. Der Kampf gegen urzeitliches Getier stellt dann den "Höhepunkt" im Spiel dar.

Menus und die Story....

Wer sich noch an Game Boy-Zeiten erinnern kann - der graue, voluminöse Kasten ;-) - und wem "Qix" ein Begriff ist, sollte aufhorchen. Dieser Spieleklassiker konnte nicht nur mich für viele Stunden vor den Bildschirm fesseln, sondern wird auch bei vorliegendem Titel ein weiteres Mal zum Einsatz gebracht. Könnte also ein ganz witziges Vergnügen werden, auf Dino-Jagd zu gehen. Mal sehen, wie die Entwickler von "Majesco" bei ihrer Arbeit vorgegangen sind und ob das Gameplay in allen Bereichen der Versoftung überzeugen kann.

Die Story des Titels gestaltet sich relativ flach, weder eine Einführung noch ein Leitfaden wird dem Spieler vorgegeben. Was man allerdings weiß, ist, dass Ihr ein Archäologe seid, der auf allen Kontinenten dieser Welt auf Fossilienjagd geht. Dass die fremden Gefilde alles andere als idyllische Umgebungen sind, ist zu Beginn nicht evident, stellt sich aber nach kurzer Zeit - während erster Grabungen - heraus.

Technik und Gameplay....

Das Forscherleben ist spannend, oftmals aber auch einsam. Auch unserem Archäologen ergeht es so. Zwar wird die Entdeckung eines bislang unbekannten Skeletts mit weltweitem Erfolg gekrönt, ob die Strapazen, die man hierbei auf sich nimmt, dies allerdings wert sind, ist eine andere Frage. Dennoch stürzen wir uns zusammen mit Euch in das insektendurchseuchte Ausgrabungsgebiet - unsere einzige "Bewaffnung": ein Pickel zum Umwühlen der Erde! Während der Fossilienjagd schaut Ihr in einer Draufsicht auf ein unspektakuläres, gar minimalistisches Areal, das in quadratischer Form vorliegt und von einigen wilden Tieren bewohnt wird. Meistens handelt es sich dabei um hässliches Krabbelgetier, mottenartige Riesenschmetterlinge oder wild umher rasende Spinnentiere. Diese sind sozusagen als "Hüter der Umgebung" zu verstehen, da ein Archäologe in deren Reservat nun einmal wirklich nichts verloren hat.

In einem kleinen Jeep braust Ihr geradewegs durch die Gegend. Euer Ziel in jedem Level ist es 70 % der Umgebungskarte freizulegen, was bedeutet, dass Ihr durch das Abstecken von kleineren Arealen immer weniger Bewegungsraum zur Verfügung habt, allerdings das Levelziel schneller in Reichweite gerät. Mit dem Touchpen fummelt Ihr den Archäologen - teils ziemlich ungenau - auf geraden Bahnen durch das quadratische Gebiet und grenzt Bereiche mit einer Linie ein. Diese sind nun nicht mehr zugänglich - weder von Euch, noch von den insektenartigen Widersachern. Was wiederum letztendlich bedeutet, dass Euer Aktionsradius gehörig zusammenschrumpft, der Schwierigkeitsgrad dadurch aber enorm ansteigt. Denn: unter keinerlei Umständen darf der Forschungsleiter, respektive die von ihm abgesteckte Linie, durch einen Feind oder dessen Schüsse berührt werden. Folge wäre ein sofortiger Lebensverlust. Zwar tauchen an vielen Stellen im Spiel Kisten auf, die unter anderen auch ein Extraleben beherbergen, dennoch ist es kaum machbar alle Missionen eines Kontinents in Folge und ohne "Game over" zu bestreiten.

Rivalen lassen sich übrigens durch intelligent abgesteckte Gebiete um sie herum ausschalten, zugegeben solltet Ihr dazu aber viel Spielraum haben und ruhigen Gewissens Eurer Forscherarbeit nachgehen können, was meistens aber nicht möglich erscheint. Bossgegner sind auf diese Weise nicht zu besiegen, diese müssen geduldet werden, bis Ihr 70 Prozentpunkte des Areals auf Eurem Plan umgegraben habt. Durch Extras in Kistenform, die durch Eingrenzung aktiviert werden, erhaltet Ihr Bonusleben, friert das wilde Treiben der Kontrahenten kurzzeitig ein, löscht das gesamte Bildschirmleben mit einem Schlag aus oder lasst das auf der Karte vergrabene Fossil für kurze Zeit sichtbar erscheinen. Sollte es Euch gelingen dieses auszubuddeln, dürft Ihr dessen Knochen im nun folgenden Teil des Spieles erneut zum Leben erwecken.

Im Labor könnt Ihr im Gesamten 100 verschiedene Saurierarten per Knopfdruck rekonstruieren, dies hätte man mit Sicherheit auch durch ein kleines Touchscreen-Minispiel lösen können, jedoch hat man sich dazu keine Gedanken gemacht. Ein Knopfdruck genügt und Peloneustes, Futabasaurus, Lambeosaurus und Pinacosaurus sind im Nu zum Leben erweckt. Zu jeder Saurierart findet Ihr eine hübsche Zeichnung samt einiger weniger Zusatzinformationen (Größe, Kategorie, etc.). Bis zu zehn Saurier dürft Ihr rekonstruieren und auf der Spielkarte abspeichern, was wiederum andeutet, dass Ihr mit diesen auch in den Kampf ziehen könnt. Denn jedem urzeitlichen Vertreter sind bestimmte Werte zu Eigen, die im direkten Duell zum Einsatz kommen. Spezifische Kraftwerte und erlernte Kampftechniken sind für Auseinandersetzungen von größter Bedeutung. Während der Ausgrabungen frei geschaltete Kampftechniken, wie Dämonenstampfen, Saurierfänge oder Spiegelangriffe (nur einige von vielen!) dürfen individuell für jeden Saurier ausgewählt werden und kommen dann im Kampf zur Anwendung.

Leider klingt dies spannender als es wirklich ist, denn der Kampf ist zwar an die "Pokémon"-Serie angelehnt, jedoch in keiner Weise ähnlich spektakulär. Neuralgische Punkte der Dinosaurier bieten Euch Angriffsflächen, die Ihr vor jeder Attacke bestimmt, ebenso entscheidet man sich für eine Zone, die im Speziellen verteidigt werden soll. Letztendlich entscheidet dann der Zufall, ob und wie durchschlagskräftig Eure Attacke trifft. Leider laufen die Kämpfe in bloßer Standbild-Form ab, die motivationslosen Konfrontationen sind daher nicht unbedingt spielspaßfördernd für die Langzeitmotivation.

Grafik & Sound....

Grafisch muss man den Nagel auf den Kopf treffen. Bis auf die hübsch gezeichneten Saurierbilder ist der Titel eine ziemlich trostlose Angelegenheit. Alleine die kaum animierten Bossgegner während der Fossilienjagd sind eher zum Schmunzeln, als dass man sie ernst nehmen könnte. Hässliche Hintergründe und das unspektakuläre Duellieren tun hier ihr Übriges hinzu. In dieser Form hätte der Titel auch Mitte der 90er Jahre problemlos stattfinden können. Leider ist die Steuerung des Forschers auch nicht vom Feinsten, funktioniert aber mit ein wenig Wohlwollen trotzdem.

Anständige Sounduntermalung bekommt Ihr während der Grabungsszenarien zu hören, allerdings kommt die Musik kaum über den Durchschnitt hinaus, wiederholt sich in Teilen des Titels leider auch zu oft. Nichtsdestotrotz kann man "Dino Master - Dig, discover, duel" in diesem Bereich nichts vorwerfen, da die Mühe der Entwickler hörbar vorhanden ist.

Multiplayer....

Einen Mehrspieler-Modus bekam der Titel spendiert, selbst ein Einzelkarten-Spiel wird geboten, so dass zwei Duellanten mit einer Nintendo DS-Version auskommen. Jedoch verlaufen, wie zuvor bereits erwähnt, die kämpferischen Auseinandersetzungen in Standbildern alles andere als actionreich ab. Monotone Attackenauswahl und effektleere Treffer bringen in dieser Multiplayer-Weise kaum Spaß.

Fazit....

"Dino Master - Dig, discover, duel" kann hinsichtlich der "Qix"-ähnlichen Fossilienjagd Punkte sammeln. Schon damals machte der Titel einen guten Eindruck, heutzutage wird bei der Gebietsannexion aber einfach zu wenig Abwechslung geboten, als dass man tagelangen Spielspaß erwarten dürfte. Anspruchsvoll ist der Kontinenten-Durchmarsch allemal, auch das Sammeln der Saurier-Skelette dürfte motivieren, jedoch ist das im Gesamten einfach zu wenig überzeugendes Material. Die Rekonstruktion der Dinos sowie die Kämpfe wirken aufgesetzt, das "Pokémon"-Suchtfeature kommt hier leider zu keinem Zeitpunkt zum Tragen. Solltet Ihr allerdings wieder mal einen nostalgischen Ausflug in die Anfangszeiten des Ur-Game Boys wagen wollen, trefft Ihr hier eine abgewandelte Version von "Qix" an - und dieser Titel war zu damaligen Zeiten nicht zu verachten.

 

+ 100 sammelbare Dinosaurier
+ "Qix" lässt grüßen
- schwammige Steuerung
- grafisch ein Jahrzehnt zurück
- einschläfernde Saurier-Duelle
- zu wenig spielerischer Inhalt

GRAFIK: 29%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: 20%

GESAMTWERTUNG: 45%

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