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NDS Der gestiefelte Kater DS
 
 
Der gestiefelte Kater DS - NDS
Matthias Engert (25.01.2012)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: ImaginEngine
GENRE: Mini-/Rhythmusspiel
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Spricht man in der Spiele Szene über Umsetzungen diverser Dreamworks Filme, so fallen vielen Spielern die mittlerweile sehr zahlreichen Shrek Spiele ein. Kein Genre, das man mit dem Oger nicht irgendwie schon gefüllt hätte. Ab und an braucht man aber dann doch mal etwas Abwechslung. Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen bei Dreamworks. Nicht noch ein Shrek Film, sondern wir machen einen Film um einen anderen Helden des Shrek Themas - den Gestiefelten Kater. Seit seinem ersten Auftritt mit seinen Kulleraugen, wohl jedem Shrek Fan ein Begriff, gibt es nun neben dem Kinofilm auch die spielerischen Umsetzungen. Wie immer im Nintendo Universum gibt es das Thema gleich mehrfach und wir schauen uns neben der Wii Version auch die hier besprochene DS Version etwas genauer an.

Menus und die Story....

Unter dem Dach der Firma THQ in unseren Breiten erschienen, war für die Programmierung die Firma ImaginEngine verantwortlich. Eine eher nicht ganz so bekannte Software Schmiede im Nintendo Universum. Was man leider auch deutlich spüren sollte. Zunächst kümmern wir uns um die Rahmenbedingungen. Passend für die Zielgruppe, wird das Spiel komplett in Deutsch präsentiert. Sprachausgabe oder gar umfangreiche Sequenzen findet man hier aber leider nicht vor. Gespeichert wird intern, wobei man euch hier einen einzigen Speicherplatz anbietet. Zu meiner Überraschung bietet der Titel keinen Mehrspieler an. Verwunderlich weil viele spielerische Inhalte mit Duellen und Rhythmus Game Play zu tun haben. Beim Thema Story spielt man nicht die Inhalte des Films, sondern schließt daran an. Da war der Gestiefelte Kater noch mit seinem Kumpel Humpty Dumpty unterwegs - bis dieser den stolzen Kater skrupellos verriet. Jahre später trifft der Kater wieder auf seinen ehemaligen besten Freund, der gerade dabei ist, mit der rassigen Kitty Softpaws einen waghalsigen Plan auszuhecken: Sie wollen die Gans stehlen, die goldene Eier legt. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, wie das widerwillig vereinte Trio Infernale nur allzu schnell feststellen muss. Es liegt nun an Kitty und dem Kater San Ricardo wieder aufzubauen und zum Schloss des Riesen zurückzukehren.

Wie schon erwähnt ist der reine Start in das Spiel äußerst simpel gehalten. Keine einstimmenden Trailer oder sonstige einfache Bilder erwarten den Spieler. Nach dem Titelbildschirm landet man sofort auf dem einfachen Hauptmenu. Hier könnt ihr einzig die Sprache wählen, ein Neues Spiel beginnen, oder ein gespeichertes Fortsetzen. Zu guter Letzt gibt es vor dem Start noch die Optionen, in denen man neben Soundeinstellungen auch die Tipps ein und ausschalten kann, sowie die Wahl bekommt, ob der Spieler Links- oder Rechtshänder ist. Mehr ist es dann hier auch nicht und man kann sich getrost dem Hauptspiel widmen. Was drin steckt, schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.

Technik und Gameplay....

Auch nach dem Beginn eines neuen Spiels bleibt die einfache und emotionslose Erzählung der Story. Wenigstens tauchen mal ein paar Bilder und Texte auf, so dass man zumindest mal ansatzweise etwas zum Background mitbekommt. Schnell wird allerdings klar, dass Spieler die sich vielleicht auf ein typisches Jumper Abenteuer eingerichtet haben, sehr schnell umdenken müssen. Denn was man euch hier präsentiert, ist ein Spiel bestehend aus vielen sehr kurzen und teilweise unfair gestalteten Minispielen. Dabei teilt sich das Game Play grob in 2 Teile. Zum einen wartet als große Übersicht eine Karte auf dem Touch Screen, über die man den Kater zu den einzelnen Minispielen navigiert. Im Top Screen werden euch dann Infos zu den Minispielen angezeigt, die sich in Punkten und Zeiten wiederspiegeln. Beginnt man ein Neue Spiel, darf und muss man diese Minispiele in einer festen Reihenfolge spielen. Erst wenn man eines gelöst hat, wird das nächste freigeschaltet. Die knapp 30 Orte die vor einem liegen, teilen sich mit der Zeit auch noch intern in aufeinanderfolgende Spielchen auf. Problematisch dann, wenn man mit einem Teilspiel auf Kriegsfuß steht und deshalb partout nicht weiter kommt. Auch wenn es die Ausnahme darstellt. Aber die gibt es überraschenderweise. Auch wenn man das bei dem hier genutzten Spielprinzip nicht annimmt. Um die goldenen Eier zu bekommen, dafür existiert auch eine Anzeige auf dem Touch Screen, gilt es nun verschiedene Aufgaben zu bewältigen, um im Spiel voran zu kommen. Wer möchte kann sich hier zu allen Spielvarianten kleine Tutorials anschauen, um einen schnellen Einstieg zu finden.

3 grobe Einteilungen kann man dabei treffen, die das Spiel bietet. Zum einen gibt es wirklich die extremen Rhythmus und Tanz Varianten, wo man einzig mit Reaktion eine Chance hat. Hier sollte man auf jeden Fall äußerst munter sein und schnelle Reaktionen mitbringen. Dazu kommen Duell Minispiele gegen diverse Boss Gegner, so will ich sie mal nennen, die aber spielerisch an die Rhythmus Spiele angelehnt sind. Die dritte Variante sind Wario Ware Kaliber, was die Kürze angeht. Einige Sekunden lange Minispiele, bei denen man z.B. per Mikro Staub von Oberflächen pusten muss, oder kleine Mechaniken per Touch Screen in einer richtigen Reihenfolge bewegen muss. Hier geht das Spiel einen sehr leichten Weg und man kommt in diesen Spielen sofort und ohne Probleme voran. Woran man wirklich verzweifeln kann, sind die Duell und Rhythmus Spiele. Auch hier ist die Screen Aufteilung klar geregelt. Zunächst positiv das sich in Sachen Bedienung und Steuerung alles konsequent über den Touch Screen abspielt, während z.B. die tanzenden oder kämpfenden Charaktere im Top Screen bewegen. Dabei unterstützt euch eine dort ebenfalls sichtbare Balkenanzeige, die von einem roten bis in einen grünen Bereich reicht. Klar dass bei Fehlern eher der rote Bereich euer zuhause ist. Und anfangs ist man dort relativ oft. Das Prinzip selber ist simpel und theoretisch auch passend gemacht. In einem großen Eingabefeld auf dem Touch Screen tauchen verschiedenste Kreise, Symbole oder Vierecke auf. Dabei verändern sich die Linien um ein Objekt herum und ihr als Spieler müsst im richtigen Moment auf das in der Mitte befindliche Symbol tippen.

Dann wird diese Aktion bewertet und wirkt sich eben auf die Leiste im Top Screen aus. So weit so gut. Allerdings haben die Entwickler wohl einen besonders munteren Moment gehabt, als man das Timing und die Abfolge programmiert hat. Denn diese tauchen teils sehr schnell und ineinander fließend auf, so dass man mit der Zeit Problem hat nachzukommen. Man vertippt sich recht oft und muss dafür versuchen ein Gefühl zu entwickeln. Klappt nur nicht immer wie man will und es ist oft auch sehr viel Glück dabei. Aber selbst wenn, täuscht es nicht darüber hinweg, dass man damit die rhythmischen Einlagen auch schon beschrieben hat. Denn egal ob Kampf oder Tanz. Das war es dann eigentlich auch schon. Wildes Tippen auf dem Touch Screen ist die Hauptaufgabe im Spiel. Das ist auf lange Sicht schon etwas dürftig. Da helfen dann auch die gewollten Abwechslungen mit den anderen kleinen und kurzen Spielen nichts. Etwas motiviert soll der Spieler dadurch werden, dass man für alle 3 groben Minispiel Einteilungen die Fähigkeiten entwickeln kann. Zu bestimmten Punktegrenzen im Gesamtspiel bekommt man sogenannte Upgrade Punkte und kann diese auf die 3 Fähigkeiten verteilen. Nachteil dass sich diese aber kaum spürbar auswirken So nimmt man diesem Features den Sinn im Spiel. Der Wiederspielwert spielt wirklich nur für den Spieler eine Rolle, der auf das hektische Reaktionsspielchen steht. Wobei mir da viele mäßige Tanzspiele auf dem DS einfallen, die inhaltlich einfach mehr bieten.

Das ist hier leider einfach viel zu wenig. Denn was man vermisst sind neben alternativen Modi der angesprochene fehlende Multiplayer. Wobei wenn ich ehrlich bin, auch dieser dem Spiel nicht mehr geholfen hätte. Die Zielgruppe hier ist ganz eindeutig festzulegen und wirklich nur in denen zu suchen, die mit dem hektischen Reaktionsgedöns etwas anfangen können. Alle anderen Spieler verpassen hier überhaupt nichts.

Grafik & Sound....

Der mäßige bis schlechte Eindruck kann auch auf die grafische Gestaltung übertragen werden. Viel Mühe haben sich die Entwickler hier leider nicht gegeben. Wobei es auch hier einfach an Inhalten fehlt. Grobe Charaktere mit einfachen Animationen, die teilweise völlig uninspiriert über den Top Screen hüpfen. Dazu hier und da ein paar Story Bilder und das war es dann auch schon wieder. Das ist einfach viel zu wenig, selbst für DS Verhältnisse. Technisch ist zwar soweit alles im grünen Bereich, nur hat man eben hier und da die Abfolge der Reaktionseinlagen etwas unfair umgesetzt, so dass der Spaß leider auch dabei oft in den Keller geht.

Beim Sound zeigt sich das gleiche Bild. Ja ich weiß, welch Überraschung… Problem hier ist der sehr eintönige Sound. Speziell was die Hintergrundmusik angeht, denn es gibt eigentlich nur ein Stück das immer während vor sich hindudelt. Schläfert mit der Zeit dann schon regelrecht ein. Bei den Effekten ist das nicht anders. Überall Standard Effekte, die einfach wenig Liebe zum Detail offenbaren.

Fazit....

Was soll man über den Gestiefelten Kater auf dem DS groß schreiben, außer Negatives. Es gibt eigentlich keinen Punkt, den man hier wirklich positiv hervorheben könnte. In allen Belangen präsentiert man dem Spieler ein inhaltlich dünnes Spiel, das weder Flair oder Charme besitzt, den man dem Film sicherlich abgewinnen kann. Was man spielt ist entweder viel zu kurz, zu leicht, oder krankt an einem mäßigen bis unfairen Rhythmus Game Play in den Tanzeinlagen oder Kämpfen. Kein Mehrspieler oder irgendeine Motivation, länger als 1-2 Stunden mit dem Spiel zu verbringen. Wer bis zum Abwinken früher schon Reaktionsspiele dieser Art gemocht hat, kann dem Ganzen vielleicht noch etwas abgewinnen. Für jeden "normalen" Spieler ist das Game keine Empfehlung. Man darf gespannt sein, wie man die Wii Version umgesetzt hat. Aber dazu in ein paar Tagen mehr.

 

+ Komplett Deutsch
+ Konsequente TS Steuerung
- Kein Mehrspieler Modus
- Inhaltlich sehr dünn
- Grafik / Sound schwach
- Oft nur stupides Game Play
- Insgesamt viel zu kurz
- Preis/Leistungsverhältnis
- Teils Unfaire Rhythmuseinlagen

GRAFIK: 30%

SOUND/EFFEKTE: 33%

MULTIPLAYER/WI-FI: --

GESAMTWERTUNG: 35%

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