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NDS Abenteuer auf der Delfininsel
 
 
Abenteuer auf der Delfininsel - NDS
Kilian Pfeiffer (03.11.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Magic Pockets
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-6
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die "Spiele für mich"-Reihe von "Ubisoft" kommt langsam aber sicher in Fahrt. Einige zielgruppenspezifische Titel sind bereits auf dem Markt veröffentlicht worden, auf andere muss man sich noch eine Weile gedulden. Gemeinsam hat die unter dem eingängigen Label veröffentlichte Reihe die hohe Zugänglichkeit und das durchaus massenkompatible, bunte Spieldesign. Auch bei "Abenteuer auf der Delfininsel" ist das nicht anders. Dennoch eine Thematik, die bislang in keiner der zahlreichen Nintendo DS-Tiersimulationen angesprochen wurde und somit spielerisches Neuland betritt. Verpackt in eine wunderbare Story und fertig ist das gelungene Tiefsee-Paradies! Was die Entwickler von "Magic Pockets" alles richtig gemacht haben, erfahrt Ihr im folgenden Testbericht.

Menus und die Story....

Ein idyllisches Ferienparadies weitab des tagtäglichen Einerleis im Hier und Jetzt: für Greg und Mila wird dieser Traum wahr, denn ihre Eltern haben sich dazu entschlossen, die zwei Jungspunde zum netten Onkel auf die Insel zu schicken. Was sie dort erwartet, ist zu Beginn kaum einschätzbar - dass es sich hierbei um arbeitsreiches Schuften handelt, selbst im kühnsten Traum nicht vorstellbar. Zwei Monate sollen die Geschwister fern ihrer Heimat beim Aufbau eines Schutzressorts für bedrohte Meerestierarten helfen. Anders ausgedrückt: ein Freizeitpark mit Delfinshows und vielen weiteren Attraktionen muss her, selbstverständlich unter dem Banner der Tierliebe. Nachdem Greg und Mila anfangs kaum Begeisterung verspüren, sind die ersten Tage nur mit Müh und Not zu bewältigen. Jedoch erkennen sie, dass die Umsetzung des Ressorts wirklichen Sinn macht und für die Tiere eine überlebenswichtige Auffangstation bietet. Kranke Meeresschildkröten erwarten Euch ebenso wie Schwertwale, Haie oder Pinguine. Später dann auch Belugawale, Mantarochen, sowie Flamingos. Und wie soll es anders sein: ein Bösewicht hat sich bereits angekündigt, der das Paradies in ein Urlaubsressort umstrukturieren will. Es gibt also viel zu tun!

Der Anfang gestaltet sich äußerst einsteigerfreundlich, jedes Spielelement wird Euch ähnlich eines Tutorials näher gebracht. Wichtiger hingegen ist die optimale Verständlichkeit der im Spiel erscheinenden Textmengen. Diese sind in der Tat ordentlich und spinnen die Hintergrundgeschichte zwischen den über 40 Missionen fort. Immer wieder kamen während des Tests Erinnerungen an den guten alten Phoenix Wright auf, denn auch in dessen Software-Titeln spielen ausführliche Erklärungen eine tragende Rolle. Die Relation zwischen Text und Spiel bleibt aber zu jeder Zeit gewahrt und wirkt daher niemals störend oder aufgesetzt.

Technik und Gameplay....

Das Meer schimmert blau, der Delfin ist intelligent - dass aber das Gameplay des Titels ebenfalls gelungen ist, ist damit aber noch lange nicht belegt. Wir machen uns auf jeden Fall mal auf die Spur, um Einzelheiten über dieses an den Tag zu fördern und eventuelle Ungereimtheiten aufzudecken. Wie bereits erwähnt, ist der Umfang mit über 40 Missionen anständig, da diese auch in ihrer Spielzeit recht angenehm ausfallen. Nachdem Ihr Euch für Greg oder Mila entschieden habt, geht es ohne Zwischenstation mitten in das tierische Geschehen hinein. Aus der Vogelperspektive betrachtet Ihr das bislang noch recht unfertig wirkende Meeresressort. Der Großteil der insgesamt elf Gehege ist noch unvollendet und befindet sich bestenfalls im Bau. Erst mit dem Fortschritt im Spiel erhaltet Ihr die Möglichkeit weitere "Unterkünfte" für die Meeresbewohner zu schaffen - ganz ohne Geld, versteht sich. Denn wirtschaftliche Aspekte werden vollkommen missachtet, vielmehr besinnt man sich darauf, für einzelne Aktionen Punkte zu vergeben. Ob Ihr mit den Belugawalen eine Show einübt, den Pelikanen etwas zu fressen gebt oder das Becken der Haie reinigt - in jedem Fall addiert das Programm, abhängig von Eurer Leistung, einen gewissen Punktebetrag auf Euer Konto.

Mit dem Touchpen scrollt Ihr über das Tierdomizil hinweg, ein leichter Druck auf den berührungsempfindlichen Bildschirm lässt Euch Eure Arbeiten am gewünschten Becken verrichten. Kleine Symbole deuten an, dass bestimmte Tiere Mangelerscheinungen haben. Beispielsweise müssen sie in regelmäßigen Abständen medizinisch versorgt werden, dazu reicht ein Druck auf den dazugehörigen Button und ein kleines Minispiel startet, in welchem Ihr in kurzer Folge auf blinkende, medizinische Zutaten klicken müsst, um diese dem Patienten zu verabreichen. Entginge Euch eine Ingredienz des Medizincocktails, würde die nun zu vergebende Punktezahl etwas reduziert werden. Je mehr Tiere Ihr innerhalb der Becken haltet, desto mehr Zusatzarbeit wartet auf Euch - denn jedes Tier will in medizinischer Hinsicht einzeln versorgt werden. Anders ist dies bei der Futtergabe, die im Kollektiv erfolgt. Jedes Becken wird also einmalig mit der entsprechenden Nahrung versorgt, wobei Ihr hier darauf achten müsst, eine Folge von Futtermitteln in der korrekten Reihenfolge auszuwählen und in ein Behältnis zu ziehen. Von Erfolg gekrönt, füllt sich die "Futter"-Anzeige, zusätzlich fällt ein anständiger Punkteregen.

Weil die Missionen recht abwechslungsreich gestaltet sind, habt Ihr immer eine Menge zu tun. So sollt Ihr grundsätzlich den Punktestand auf dem Konto kontinuierlich erhöhen, des Weiteren aber auch durch Gifte beeinträchtigte Beckenbewohner pflegen, ankommende Neulinge hegen und durch Müllplagen verunreinigte Becken säubern. Dass sich die Aufgaben nach einigen Spielstunden wiederholen, ist klar, aber nicht unbedingt störend - der Umfang passt, die Hintergrundgeschichte ist jederzeit ansprechend erzählt, Zusatzinformationen lehren den Spieler über das Leben der unterschiedlichen Tierarten. So könnt Ihr beim Beckenreinigen - dies geschieht mit einem virtuellen Kescher - über zusätzlich verfügbare Kameraeinstellungen das Leben unter Wasser kennen lernen, ebenso dürft Ihr einen Blick auf Faktenblätter werfen, die zu jedem Bewohner verfügbar sind. Eine Stimmungsanzeige zeigt Euch den tatsächlichen Gemütszustand des jeweiligen Tieres, wobei dieser bei eventuellen Verletzungen beeinträchtigt ist. Über einen Pflaster-Button agiert Ihr als Tierarzt und versorgt den Patienten mit einem grünlich-schimmernden Elixier, das Schürfwunden heilt und das Sorgenkind schnell genesen lässt.

Für viele Spieler interessant dürfte hingegen der Dressur-Modus sein, in welchem Ihr einige wenige Schützlinge zu wahren Stars heranziehen könnt. Ähnlich wie bei "Horse Life" gilt es hier einer Pfeillinie mit dem Touchpen zu folgen - je schneller Ihr seid, desto besser ist das Ergebnis, ebenso der individuelle Dressurwert jedes Tieres lässt den animalischen Akrobaten zu einer wahren "Wassergröße" heranreifen. Im Laufe der Zeit könnt Ihr mit Euren erlangten Punkten neue Rassen einer Art hinzukaufen, beispielsweise eine Oliv-Bastardschildkröte. Der spielerische Mehraufwand wird dadurch natürlich ebenso deutlich erhöht.

So einfach, wie geschildert, ist das Parkleben allerdings dann doch nicht: eine Tierschutzbehörde hat ein Auge auf das Tierressort geworfen und überprüft in regelmäßigen Abständen, ob alles mit rechten Dingen bei Euch zugeht, das Futter einheitlich verteilt und jedem Tier die notwendige Fürsorge zuteil wird. Sollte dies später nicht der Fall sein oder kommt Ihr Euren Aufgaben nicht mehr angemessen nach, schreitet die behördliche Aufsicht ein und schließt den Park, was wiederum bedeutet, dass die derzeitige Mission ein weiteres Mal gestartet werden muss. Dies kann ziemlich nervig sein, daher unser Rat: kauft nur bedingt zusätzliche Tiere in Eure Becken, denn ansonsten kann Euch der Stress schnell mal zu Kopfe steigen.

Grafik & Sound....

Hübsche 3D-Tier-Modelle, eine ansprechende, japanophile Grafik und attraktive Unterwasserdarstellungen - grafisch kann man "Abenteuer auf der Delfinsinsel" nicht viel vorwerfen. Im angenehmen Comic-Look finden die Unterredungen mit den Parkmitarbeitern statt, wie bereits erwähnt, erinnert dies stark an Phoenix Wrights Gerichtsabenteuer. Somit also ein ansprechendes "Tiefseeerlebnis", das von zahlreichen Tierarten zum Leben erweckt wird.

Angenehme Sounds, die Urlaubsflair vermitteln wollen, ertönen aus dem Nintendo DS. Das heranbrandende Meer kann im Hintergrund vernommen werden, idyllische Geräusche - verursacht von den Parkbewohnern - erzeugen eine ungemein fesselnde, karibische Stimmung.

Fazit....

"Abenteuer auf der Delfininsel" ist zu einem unterhaltsamen Stück Software avanciert, das seine Daseinsberechtigung in jedem Fall verdient. Selbst der Schwierigkeitsgrad zieht im Spielverlauf an, die Aufsichtsbehörde macht Euch anständig zu schaffen. Nicht nur die angenehmen Grafiken überzeugen in optischer Hinsicht, auch die Pflege der mannigfaltigen Tierarten weiß zu begeistern. In kleine Minispiele verpackt, bewegt Ihr Euch als fleißige/r Mila/Greg über das beeindruckende Inselparadies. Durch zahlreiche Dialoge erzeugt der Titel eine passende Rahmenstruktur, die dem Spiel gut tut. Trotz der Wiederholungen, die nach und nach offensichtlich werden, kann das Software-Produkt als Empfehlung gewertet werden. Tierfreunde mit Meeresambitionen greifen auf jeden Fall zu!

 

+ Preis-Leistungs-Verhältnis
+ TS/Mikro-Einsatz (Pflege/Dressur)
+ viele verschiedene Tierarten
+ grafische Umsetzung
+ über 40 Missionen
- Wiederholungen im Spiel
- nervige Aufsichtsbehörde

GRAFIK: 72%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 71%

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