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NDS Die drei ???: Geheimnis der Geisterinsel
 
 
Die drei ???: Geheimnis der Geisterinsel - NDS
Kilian Pfeiffer (19.11.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp/Anaconda
GENRE: Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Die drei ??? haben schon einige Jahre auf dem Buckel, bleiben aber dennoch immer jung. Wie das funktioniert? Wissen wir eigentlich auch nicht, können es aber vermuten. Als kriminalistische Jungspunde waren Peter, Bob und Justus schon zu Kassetten-Zeiten in den Kinderzimmern der Bundesrepublik präsent. Das eigentliche Abenteuer lief dann zumeist im Kopf der Zuhörer ab. Die Stimmen, die hinter den drei Detektiven steckten, erlangten mit der Zeit Kultstatus, deren "Besitzer" werden heutzutage - anlässlich des "Die drei ???"-Kinofilms - durch die Fernsehshows der Republik gereicht. Noch immer sind die jungen Ermittler Kult, zwischenzeitlich deren ehemalige Fans in fortgeschrittenem Alter. Der aktuelle Kinofilm richtet sich hingegen wieder deutlich an die jüngere Klientel, wobei zusätzlich auf die Originalstimmen des Trios verzichtet werden muss. Auch auf dem Nintendo DS feiern die drei Jungs ihre Premiere. Glücklicherweise dürfen wir Euch bereits vor dem Release das Abenteuer näher vorstellen. "dtp" hat uns hierzu einen "Release Candidate" mit der zum Test freigegebenen Version zukommen lassen.

Menus und die Story....

Was den Spieler mit Peter, Bob und Justus erwartet, dürfte klar sein: eine mysteriöse Hintergrundgeschichte setzt den Rahmen für das rätsellastige Action-Adventure und lehnt sich hierbei am Kinofilm an. Die drei ??? gehen auf große Reise, nicht etwa wegen spannender Abenteuer, sondern vielmehr, um die Beine mal baumeln zu lassen und einige Tage wohlverdienten Urlaub zu genießen. Doch was die drei hier erwartet, ist alles anderen als entspannend. "Nervenaufreibend" wäre die bessere Begrifflichkeit. Nicht nur, dass sich vor ihnen ein jahrhundertealtes Geheimnis auftut, sorgt in den Reihen für Unruhe, sondern ebenso die vielen Gefahren, die im Laufe des Abenteuers für gefahrvolle Augenblicke sorgen.

Dass "Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel" als Action-Adventure durchgeht, entpuppte sicht erst nach den ersten Levels. Anfangs konnten wir den Titel keinem einheitlichen Genre zuordnen, da die ersten Levels als Hinführung in das eigentliche Detektiv-Abenteuer angesehen werden können. Zwar erwartet Euch keine deutsche Sprachausgabe, jedoch grammatikalisch korrekte Textblöcke, die die Story erzählen. Zwischensequenzen gilt es allerdings nicht zu bestaunen - schade!

Technik und Gameplay....

Vom spielerischen Gehalt her macht vorliegendem Testkandidaten kein anderes Spiel etwas vor. Denn - wie es sich für ein Team nun einmal gehört - agiert Ihr in der Gruppe, was heißt, dass die Fähigkeiten aller drei Charaktere eingebracht werden, um Rätsel lösen zu können. Per Schultertasten wechselt Ihr auf dem Nintendo DS in Echtzeit die Protagonisten, je nachdem, welche Fähigkeit gerade eben verlangt wird. Und wie gesagt: ohne den Einsatz aller drei Jung-Detektive werdet Ihr bereits nach wenigen Minuten im Spiel hängen. Positiv anzumerken ist die behutsame Einführung in das Spiel, bewusst über mehrere Levels verteilt, denn zu lernen gibt es ausreichend. Dass beinahe alle Eigenschaften der drei Freunde am Touchscreen zu finden sind und anhand einer Knopfbelegung dargestellt werden, vereinfacht den Einstieg in das Spiel deutlich.

Nach rund einer Spielstunde geht das anfangs Gelernte schnell ins spielerische Blut über und entfaltet sich in seiner ganzen Bandbreite. Gesteuert werden die Charaktere direkt mit dem Steuerkreuz, anders sieht es bei der Bedienung der Levelkarte aus. Auf dem Touchscreen scrollt Ihr diese hin und her und erblickt Freund und Feind in simpler Art und Weise. Auffällig war die grobschlächtige Darstellung der Karte. Zwar erkennt man in Sekundenschnelle relevante Orte (durch blaue, respektive grüne Punkte dargestellt) und Widersacher (rote Punkte), allerdings wirkt diese wie aus den Frühzeiten der Computerspiele, was grundsätzlich nicht zum spannenden Spielinhalt passt.

Wesentlich ansehnlicher und in jeder Hinsicht überzeugend sind die vielen Möglichkeiten, die Ihr mit Euren steuerbaren Kriminalermittlern habt. So darf der erste im Bunde, Peter, die Laufarbeit übernehmen, in dem er schnellen Schrittes durch die Umgebung eilt, ebenso als einziger in der Lage ist einen Sprung auszuführen. Es lassen sich etwa kleinere Wasserläufe überspringen, auch dürfen tiefe, überschaubare Schluchten mit einem Satz hinter sich gebracht werden. Hinzu kommt die Fähigkeit, sich in brenzligen Situationen mit körperlichen Kräften zur Wehr zu setzen. Peter kann sein Gegenüber, ob giftige Schlange oder raubkatzenähnliche Verkörperung, mit wenigen Schlägen ausknocken. Bei menschlichen Naturen hat er es hingegen schon etwas schwerer, da diese nur kurzfristig benommen sind, dann aber wieder auf die Beine kommen. Außerdem gelingt es fast zu jedem Zeitpunkt den Opponenten zu entkommen, weil deren KI alles andere als gelungen ist - es kann also durchaus mal vorkommen, dass ein Fiesling inständig gegen eine Felswand läuft. Haben Euch diese erblickt und befindet Ihr Euch in deren Blickfeld, genügt es, schnellen Schrittes davonzulaufen. Mit dieser "Taktik" im Hinterkopf, entkommt Ihr beinahe jedem Gegner. Diffiziler wird es hingegen bei bewaffneter Fußarmee, da Ihr deren Geschossen kaum entkommen könnt und Eure Herz-Leiste (Lebensenergie) dadurch arg in Anspruch genommen wird. Umso besser, dass Peter ein Blasrohr sein Eigen nennt, mit dem er selbst aus größerer Distanz Rivalen "bearbeiten" und Schalter aktivieren kann.

Indessen ist Bob unter anderen Spezialist im Räuberleiter-Bauen. Peter kann dadurch höhere Ebenen ohne weiteres erreichen - vorausgesetzt Bob steht ihm helfend zur Seite. Ebenso schützt ihn sein Universalrucksack vor schwerem Fallenbeschuss, so dass er als menschlicher Schild seine Kollegen vor Verletzung bewahren kann. In gut bewachten Gebieten sorgt ein begrenzt zur Verfügung stehender Tarnanzug dafür, dass er die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich lenkt, allerdings nicht enttarnt wird. So ergeben sich beispielsweise Situationen, in welchen zuerst die Tarnung an Peter angelegt, dann die Patrouille abgelenkt, sowie die zwei anderen Detektiv-Kollegen an dieser vorbeigeführt werden sollten. Spannend bis zur letzten Sekunde, denn der modische "Deckmantel" hält nur für wenige Sekunden, in denen Euer gesamtes Vorhaben geschehen muss! Andererseits werdet Ihr entdeckt und im schlechtesten Fall zu Kleinholz verarbeitet. Übrigens ist Bob ebenso prädestinierter Schwimmer - nur ihm ist es erlaubt, das kühle Nass zu betreten. Anscheinend hatten seine Kollegen in ihren jungen Jahren noch keinen Schwimmkurs absolviert, anders ist deren ständiges Ertrinken nicht zu erklären.

Justus dagegen ist der Könner im Umgang mit verschiebbaren Dingen aller Art, seien es voluminöse Kisten oder auch Truhen, die er auf ihren Inhalt überprüft. Um diese zu kontrollieren, bedarf es einiges an Zeit, in der Justus nicht gestört werden darf - anderenfalls kann er dem Geheimnis der Kisten nicht auf den Grund gehen. Meist verbergen sich dort geheime Spielextras oder aber für das Vorankommen unumgängliche Items. Zumeist agiert Justus allerdings als Kistenschieber - entweder bewegt Ihr diese auf Bodenschalter oder räumt versperrte Wege frei - ohne seine Hilfe gibt es im Spiel kein Vorwärtskommen. Das Wechseln der Charaktere funktioniert im Übrigen einwandfrei, die Aufgabenstellungen sind zwar meist offensichtlich, jedoch ab und an recht knifflig. Häufig müsst Ihr CPU-gesteuerten Figuren zuerst einen Gefallen tun, so dass Euch diese beispielsweise einen Schlüssel übergeben, der wiederum für eine bestimmte Tür relevant ist. Nervig ist hingegen die Tatsache, dass der Bildschirmtod relativ schnell eintritt und Ihr ohne Umschweife an den letzten Checkpoint zurückversetzt werdet. Teilweise habt Ihr dann einige Dinge ein weiteres Mal zu erledigen, was im Laufe der Zeit als störend empfunden werden kann.

Hinzu kommen drei gut umgesetzte Minispiele: zum einen das Anfertigen von Fingerabdrücken aus einer Vielzahl von Ausschnittsteilen, zum anderen das Dechiffrieren. Hierbei müsst Ihr ein Farbenrätsel lösen, bei welchem in einem mit quadratischen Feldern angeordneten Spielbrett immer vier unterschiedliche Formen in einem Gesamtquadrat verweilen dürfen. Habt Ihr den Dreh einmal heraus, gelingt Euch dies ohne weiteres aber immer wieder. Auch witzig: der Vergleich von Täterfotos. Für einige Sekunden wird Euch ein Antlitz vorgesetzt, das Ihr Euch so gut als möglich einprägen müsst und später aus sechs gesichtsrelevanten Merkmalen (Kopfform, Augenfarbe, Mund, etc.) zusammensetzen müsst. Verlieren könnt Ihr hierbei aber nichts.

Grafik & Sound....

Leider ist in grafischer Hinsicht nicht alles gut gegangen. Das Gesamtpaket wirkt irgendwie unfertig, nicht zuletzt aufgrund der baukastenartigen Anordnung der Spielumgebungen. Organische Rundungen sind Fehlanzeige, überall bestimmen Ecken das Landschaftsbild. Ebenso stört der im Hintergrund liegende "Nebel", hinter welchem sich die Grafik erst langsam aufbaut. Kaum animiert sind die gegnerischen Gestalten, die meist planlos auf der Stelle stehen. Immerhin gefallen die "Lego"Männchen-artigen "???"-Charaktere, die in witzig animierter Weise über den Bildschirm laufen. Dass der Inhalt aber gelungen bleibt, daran ändert der grafische Aspekt nur herzlich wenig.

Verschiedenartige, abwechslungsreiche Musikstücke bringen Vielfalt in den Soundpart. Passend zum angestrebten Setting gefallen die angenehmen Melodien, wobei häufige Wiederholungen vermieden hätten werden können. Nichtsdestotrotz ein anständiges Ergebnis, wie wir finden!

Fazit....

"Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel" ist ein tiefgründiges Erlebnis, bei dem der spielerische Gehalt erst nach einiger Zeit an den Tag tritt. Das voneinander abhängige Agieren, die rätsellastige Story, deren Aufgaben aber jederzeit fair bleiben, sowie die einfachen, aber Spaß bringenden Miniaufgaben zwischen den Levels. Obwohl der technische Bereich und die damit verbundene Umsetzung verbesserungswürdig wäre, ist der Inhalt nicht von schlechten Eltern. Unsere Testzeit auf der Geisterinsel hat uns in der Tat eine gute Zeit beschert. Euch hoffentlich ebenso! Denn selbst Einsteiger werden nicht überfordert, haben aber jederzeit genug zum Knobeln!

 

+ voneinander abhängige Rätsel
+ Story zum Kinofilm
+ gelungener Einstieg
+ "Detektivrätsel"
- technisch eher mau
- Checkpoint-Verteilung

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 67%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 73%

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