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NDS Command and Destroy
 
 
Command and Destroy - NDS
Kilian Pfeiffer (14.06.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Zoo Digital
GENRE: Strategie
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Paßwort
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

Einfache Spielprinzipien sind oftmals die besten! Selbst heutzutage macht der erste Teil von „Command & Conquer" noch Spaß, auch wenn man inzwischen wesentlich weiter entwickelte Spielprinzipien geboten bekommt. Für ein schnelles Spiel zwischendurch ist es aber noch immer geeignet. Manchmal will man sich nicht mit ausschweifenden Menüs, komplexen Strukturen und vielen spielerischen Abhängigkeiten herumschlagen, sondern einfach spielen. Von „Zoo Digital Publishing" erreicht uns mit „Command and Destroy" für den Nintendo DS genau solch ein Titel: Einfach in der Handhabung und wesentlich zugänglicher als so mancher aktueller Echtzeit-Strategie-Ableger. Wobei es für den DS sowieso noch nicht allzu viele gibt...

Menus und die Story....

Drei Schwierigkeitsgrade erwarten Euch im Spiel – Auswirkungen hat die Wahl des Anspruchsgrades auf jeden Fall, denn CPU-Angriffswellen fallen im schwierigen Modus wesentlich regelmäßiger und in ihrer Intensität verstärkter aus. Da sich der Titel komplett über den Touchscreen spielt, dürft Ihr zu Beginn auch die Wirkungsstärke des Scrollens vorgeben. Gelöst ist die Steuerung - im Gesamten gesehen – vorbildlich. Kaum ein Kritikpunkt kommt hinsichtlich dieser zum Tragen.

Ein wenig trashig wirkt das Szenario, in welchem „Command and Destroy" angesiedelt ist schon. Uninspiriert und einfallslos fällt die zugrunde liegende Story des Titels aus: Menschen und Aliens liegen im Krieg. Letztere sind dabei, die Erde zu unterjochen und kommen mit einer riesigen Armada aus den Weiten des Alls angerückt. Die Menschen versuchen am Boden verzweifelt sich zu wehren. Technisch gut gerüstet, gelingt es den Erdenbewohnern einen Wall zu errichten und dank Panzern und technologisch hochgerüsteter Ausstattung den Aliens Paroli zu bieten. Als Spieler dürft Ihr in jede der zur Verfügung stehenden Rollen schlüpfen, sei es die der außerirdischen Eindringlinge, die sich den Erdball zu eigen machen wollen, sei es die Rolle der Menschen, die Ihr Domizil verteidigen müssen. Weder existieren charismatische Spielfiguren, die als Leitwölfe der Fraktionen dienen könnten, noch Zwischenszenen, welche den Story-Fortschritt fortspannen könnten. Jede der insgesamt 24 Missionen wird durch ein Missions-Briefing eingeleitet, das Euch die bevorstehende Aufgabe näherbringt. Unterteilt sind Eure Ziele in Primär- und Sekundärziele, wobei erstere für den Erfolg von Bedeutung sind.

Technik und Gameplay....

Je eine Kampagne für Aliens und Menschen wartet auf Euren Besuch, 24 Missionen an der Zahl. Bevor es losgeht, solltet Ihr Euch das Primärziel verinnerlichen, denn jenes müsst Ihr unter allen Umständen erreichen, um eine Stage vorwärts zu rücken. Apropos „Stage": Bedauerlicherweise ist das Speichersystem anachronistisch, also in keiner Weise der heutigen Zeit entsprechend. So sparte man sich einige Euros und stattete die Speicherkarte komplett ohne interne Batterie aus. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Ihr Euch zum Spielen Blatt und Papier mitnehmen müsst, um die Zahlen-Passwörter notieren zu können. Warum darf es heutzutage noch Titel geben, die nicht selbstständig speichern? Unverständlich, denn Passwort-Zeiten waren zu Beginn der 90er Jahre mal aktuell!

Auch wenn „Command and Destroy" ohne jeglichen Schnickschnack auskommt, ist der Titel ein Spaßbringer. Das liegt mitunter daran, dass der Aufbau der Missionen beinahe spiegelbildgleich mit dem von „Command & Conquer" ausfällt. Langsam aber stetig nimmt der Anspruch zu, weitere Gebäudeeinheiten werden im Laufe der Zeit verfügbar, ebenso wie Streitkräfte, die nach und nach für eine schlagfertige Truppenstärke sorgen. Gesteuert wird per Stylus, vergleichbar mit der Maus am PC. Um Einheiten zu markieren, zieht man Rahmen, allerdings können, wenn die Gruppe zu groß ist, nicht alle Einheiten auf einmal ausgewählt werden. Leider fehlt die Funktion unterschiedliche Gruppen festzulegen, die sich per Tastendruck anwählen ließen. Daher müsst Ihr etwas umständlich immer wieder die Rahmen von Neuem setzen, was etwas stört. Gut gelöst ist hingegen der Wechsel zwischen den Screens. Denn gesteuert wird bekanntermaßen auf dem Touchscreen, wobei sich das Baumenü aber auf dem Topscreen befindet. Per Druck auf die Schultertasten tauschen die Bildschirme untereinander die Positionen aus. Klasse! Was auch hervorragend funktioniert, um möglichst schnell möglichst mächtige Armeen hochzuziehen, ist das Baumenü. Zum einen dürft Ihr per kurzen Tipp ein Gebäude in Auftrag geben, auch Kampfeinheiten lassen sich auf diese Art bestellen. Überrascht waren wir, dass man auch weitere typengleiche Truppentypen in Auftrag geben darf. Sofern ausreichend Öl (Spiel-Credits) vorhanden ist, werden nach und nach alle vorbestellten Einheiten in der jeweiligen Basis hergestellt. Auch in anderer Hinsicht gleicht „Command and Destroy" dem großen Klassiker auf dem PC: Selbst beschädigte Gebäudeeinheiten lassen sich verkaufen, auch wenn der Preis dann geringer ausfällt als zu Beginn. Auf was Ihr alle Zeit achten solltet und was wesentlich ist für eine voll funktionsfähige Basis, ist der derzeitige Energielevel. Unbedingt müsst Ihr dafür sorgen, dass all Eure Basisbestandteile mit Energie versorgt werden, denn gesetzt dem Fall, der Strom fällt aus, funktionieren Abwehreinrichtungen nicht mehr. Auch in weiterer Hinsicht ist es ratsam, ausreichend Kraftwerke zu platzieren.

Für die Alienrasse von Anfang an verfügbar ist das Radar, eine sinnvolle Technikeinheit, die Euch einen sofortigen Überblick des Geschehens vermittelt. Bei den Menschen müsst Ihr darauf aber noch ein wenig warten, wenn Ihr allerdings mal in dessen Besitz seid, könnt Ihr problemlos von Punkt zu Punkt auf der Levelkarte springen – klasse! Aber wollen wir doch einmal einen Blick auf die gesammelten Gebäude- und Truppeneinheiten auf beiden Seiten werfen. Auf Seiten der Menschheit wäre zum einen das Hauptquartier, das immer erhalten bleiben muss. Kraftwerke sorgen für die Stromversorgung, eine Kriegsfabrik für schwere Bodeneinheiten, wie zum Beispiel BVP-Panzer, Tigger und raketenschießende Marauder. Im Kampf beschädigte Fahrzeuge können im Reparaturhof wieder „geflickt" werden. Günstig in der Anschaffung ist hingegen eine Kaserne, die am laufenden Band Wachen, Stinger (gegen Lufteinheiten!), sprengstoffgerüstete Saboteure, Elite-Kommandos und Ingenieure (zum Erobern gegnerischer Objekte!) produzieren kann. Neue Technologien entwickelt Ihr im Forschungslabor, beispielsweise Nuklearraketen, die den tödlichen Schlag präzise in die Basis des Feindes bringen. Flugbomben und Fallschirmjäger sind weitere taktisch vorsichtig einzusetzende Fertigkeiten, die Euch im richtigen Moment einen bedeutenden Vorteil verschaffen. Gar Lufteinheiten sind auf Seiten der Menschen möglich, was vor allem gegen bodengestützte Kämpfer von Vorteil ist. Somit existieren Einheiten, die Stärken aber auch Schwächen haben und daher das Gameplay im Gesamten fair gestaltet ist. Kein Gegner ist übermächtig, keine Partei dauerhaft unterlegen – die Mischung machts! So produzieren die Aliens zwar keine stinknormalen Soldaten, sondern Trooper, Robojet-Lufteinheiten und Psionics, welche auf die Psyche des Gegenübers Einfluss nehmen und es auf die eigene Seite locken können. Mächtige Wardogs, Laser-Panzer, flinke Ufos, wirkungsstarke Terrorpods und ausgereifte Antigravs gehören zum kämpferischen Repertoire der außerirdischen Eindringlinge. Verteidigungstürme auf beiden Seiten und Luft-/Boden-Abwehreinheiten dienen den zu schützenden Armeen. Doch um jene teuren Produktionen überhaupt fabrizieren zu lassen, bedarf es eines gefüllten Kontos. Öl ist die Ressource, die kriegsentscheidend sein kann und Öl ist derjenige Bodenschatz, den Ihr mit Argusaugen suchen solltet und um jeden Preis schützen müsst. Achtet darauf, dass Eure Sammler nicht aus dem Hinterhalt in ihre Einzelteile zerlegt werden, denn auf diese Weise kann Euch schnell der Boden unter den Füßen weggerissen werden. Auch wenn moderne Echtzeit-Strategie-Titel mehr Möglichkeiten bieten, hat vorliegende Umsetzung Charme – jenen Charme, den man benötigt, um Kunden anzulocken. Einfach weil die Art und Weise der einfachen Herangehensweise gewählt wurde und keine komplexen Abhängigkeiten den Spielalltag bestimmen.

Grafik & Sound....

Grafisch können wir dem Titel keine große Qualität bescheinigen. Vergleichen lässt sich „Command and Destroy" am besten mit dem ersten Teil der „Command & Conquer"-Serie, wobei wohl schon dieser hübscher war. Fairerweise muss man dem Titel attestieren, dass die Einheiten zu klein sind, um viel hermachen zu können. Bedauerlicherweise gibt es keine Zwischensequenzen. So lange der Spielspaß stimmt, ist das alles aber kein Problem!

Der Sound kann sich auf Dauer leider nicht hören lassen. Zwar gefallen die Effekte, beispielsweise ratternde Maschinengewehre und gewaltige Raketeneinschläge, aber die Musikuntermalung ist mitunter nervig, ab und an kann man sich daran gewöhnen, oftmals aber ist sie aber von Disharmonien durchzogen. Aber selbst das tut dem Spaß keinen Abbruch!

Multiplayer....

Auch an einen Mehrspieler-Modus haben die Mannen von „Zoo Digital Publishing" gedacht. Mit zwei Spielkarten dürft Ihr in heißen Gefechten gegeneinander antreten. Zu Beginn wählt Ihr diverse Parameter, wie beispielsweise die Anzahl der Einheiten, und legt los. Die menschliche Komponente ist und bleibt einfach der Hit, denn zu zweit ist unter Garantie Unterhaltung geboten, was im Einzelspieler nicht immer der Fall sein muss.

Fazit....

„Command and Destroy" ist ein simpel gestrickter, aber dennoch unterhaltsamer Ableger, angesiedelt im Echtzeit-Strategie-Genre. Das Retro-Feeling, das sich beim Zocken einstellt, gefällt auf spezielle Weise und sorgt dafür, dass Ihr motiviert am Ball bleibt und erst dann den Nintendo DS aus der Hand legt, wenn alle 24 Missionen auf Alien- und Menschen-Seite bestritten sind. Ein Mehrspieler-Modus (zwei Spielkarten sind hierbei Pflicht!) und einige – wenn auch nicht gerade viele – Einheiten wissen zu gefallen. Der Titel bleibt jederzeit übersichtlich und einfach zu handhaben. Solltet Ihr von „Command & Conquer" nicht gerade abgeneigt sein, greift zu! Wohingegen Verfechter komplexer Echtzeit-Strategie-Umsetzungen wohl etwas unterfordert bleiben...

 

+ 24 Missionen
+ einfache, intuitive Bedienung
+ faires Balancing
+ gelungener Multiplayer
+ drei Schwierigkeitsgrade
- wenige Einheiten
- technisch äußerst veraltet
- keine Gruppenbildung nach Wahl
- langweilige Story
- Paßwort System

GRAFIK: 43%

SOUND/EFFEKTE: 40%

MULTIPLAYER: 79%

GESAMTWERTUNG: 74%

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