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NDS Cooking Mama
 
 
Cooking Mama - NDS
Kilian Pfeiffer (19.01.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: THQ
GENRE: Kochspiel
SPIELER: 1(2) Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Oh ja, wie wohlschmeckend doch eine gesunde, selbst zubereitete Mahlzeit doch ist. Gewöhnlich schmeckt sie umso besser, wenn jemand anderes am Werk war. Ob das nun an der eigenen Unfähigkeit liegt, selbstständig zu kochen, oder einfach nur an purer Faulheit, sei dahingestellt. Kochprogramme auf Nintendo-Konsolen gibt es bislang nicht viele, von "Sophies Freunde - Kochspaß" einmal abgesehen. Dieser Titel machte sein Handwerk ganz gut, dennoch konnte man nicht von einem spielerischen Hit sprechen. Dazu war das Gebotene einfach zu simpel strukturiert, wenngleich die Story des Titels deutlich hervorstach. Eine weitere Kochsimulation macht die Tage Kurs auf den Nintendo DS, ist in benachbarten Ländern aber bereits seit vielen Monaten auf dem Markt und hat es seither zu unglaublichen Verkaufsrekorden gebracht. Die Rede ist von "Cooking Mama", das von "505 Games" entwickelt wurde und nun über "THQ" den Weg in deutsche Läden findet. Neben einer Wii-Version, auch für den Nintendo DS, dessen Umsetzung wir heute vorstellen wollen.

Menus und die Story....

Tja, eine Hintergrundgeschichte werden wir im Folgenden wohl mit der Lupe suchen können, jedoch niemals fündig werden. Weshalb? Weil man dem Titel schlicht und ergreifend nichts dergleichen spendiert hat und den Spieler somit direkt mit dem Spielgeschehen konfrontiert, sprich, zum Kochen verdammt. Im Endeffekt eine gute Idee, wobei eine Heranführung an das Gameplay in Form einer herzzerreißenden Mutter-Tocher-Kochgeschichte mit Sicherheit eine gute Idee gewesen wäre. Immerhin funktioniert dies bei "Sophies Freunde - Kochspaß" auch.

"Cooking Mama" ist in jeder Hinsicht ein astreines Kochprogramm mit 120 verfügbaren Rezepten, die zur freien Wahl stehen. Selbstverständlich sind diese nicht alle schon zu Beginn anwählbar, erfreuen sich aber nach einer gewissen Spielzeit ihrer Freischaltung. Abhängig von Euren Erfolgen, versteht sich. Das Hauptmenü von "Cooking Mama" ist relativ unspektakulär, ähnlich wie der gesamte Titel, der im Endeffekt als reine Minispielansammlung definiert werden könnte. Alle Tätigkeiten, die ein Koch zu verrichten hat, werden im Spiel in simpler Art und Weise umgesetzt und dem unbedarften Kochanfänger in anspruchsloser Erklärung näher gebracht. Dass Ihr gleich zu Beginn diverse Kochfähigkeiten in einer Art Tutorial antesten dürft, ist sinnvoll, allerdings hätten wir es uns gewünscht umfassender in die zahlreichen minispielartigen Situationen eingeführt zu werden. Was uns hingegen gefällt, ist die Tatsache, dass der Titel es erlaubt, einem Kumpel eine Demoversion von "Cooking Mama" zukommen zu lassen - auf drahtlosem Wege! Somit dürfen interessierte Freunde einen Blick in die virtuelle Küche werfen und sich an Kochtopf, Gemüseschäler und heißer Pfanne versuchen.

Technik und Gameplay....

Aber widmen wir uns zunächst dem eigentlichen Spielgeschehen, das sich ohne Ausnahme an Einzelspieler richtet. Auf einen Mehrspielermodus hat man hingegen komplett verzichtet. Küchenprofis werden im Übrigen unter Garantie mit diesem Titel keine Freude haben, denn nachdem sie alltäglich mit Zwiebeln, Kartoffeln und Co. zu tun haben, würde sie der virtuelle Umgang mit Sicherheit nur nerven. Überhaupt scheint es so, dass der Titel eher auf das weibliche Publikum abzielt, allein der Aufmachung wegen kommt man zu diesem Resultat.

Sandwich, Beefsteak, Gemüsepfanne oder gebratene Oktopus-Klößchen gefällig? Was Euch beliebt, soll in den Topf! Anfangs ist die Auswahl zwar noch etwas beschränkt, dies ändert sich mit der Zeit aber deutlich, denn neue Gerichte füllen Euer Rezeptbuch und verschaffen Euch somit die Gelegenheit auch für das wahre Leben leckere Gerichte auszuprobieren. Immerhin könnt Ihr Euch an der virtuellen Zubereitungsweise orientieren - obwohl wir persönlich keinen Selbstversuch wagten, gibt es durchaus Kollegen in der Branche, die den Kochlöffel zur Wii-Version schwangen. Warum auch nicht? Nichtsdestotrotz wollen wir uns nun der eigentlichen Tätigkeit, dem Kochen, widmen, das in jeglicher Hinsicht und vielerlei Ausführung im Spiel betrieben werden darf. Denn immerhin ließen es sich die Entwickler nicht nehmen, beinahe jeden Schritt unter Einsatz des Touchscreens in witziger und intuitiver Weise umzusetzen. So dürft Ihr beispielsweise Spaghetti Napoli mit einem Hackbraten kombinieren und diese zwei Gerichte im köstlichen Duett servieren. Ob das nun Sinn macht oder auch nicht, ist im Grunde egal, denn das Hauptaugenmerk liegt auf der spielerischen Umsetzung. Nach Anweisung arbeitet Ihr Euch Schritt für Schritt zum geschmacklichen Endresultat vor und beginnt bei vorliegender Kreation mit dem Kochen der Nudeln. Anhand einer Leiste folgt Ihr den dort erscheinenden Anweisungen, werft im passenden Moment die Zutaten in den Kochtopf, blast in das Mikrofon, um überschüssige Hitze wegzupusten, rührt das Nudelwasser im korrekten Moment um und reguliert die Temperatur des Herdes mit Hilfe eines Schiebereglers.

Im nächsten Moment gilt es die Nudeln mitsamt dem Wasser abzugießen, um kurz darauf eine Zwiebel zu schneiden. Wie könnte dies anders funktionieren, als durch schnelles Berühren des scharfen Schneidewerkzeuges mit dem Stylus? Nicht nur Zwiebeln schneidet Ihr auf diese Weise, sondern auch Paprika und andere Gemüsesorten. Anstrengender wird es da schon beim Fleischzerkleinern, da hierbei der Touchpen hoch und runter bewegt werden muss, um die Filetstücke aus dem unhandlichen Fleischbrocken zu lösen - was aber bei unserem Gericht nicht vonnöten ist. Als nächstes werdet Ihr die bereits bearbeiteten Zutaten in einer Pfanne anbraten und mit dem Stylus verteilen, so dass keine der leckeren Zutaten anbrennt. Letztendlich würde dadurch Euer Kochresultat, das durch eine Punktebewertung belohnt wird, deutlich eingeschränkt werden. Eine verbrannte Mahlzeit schmeckt schließlich scheußlich, sollte es dennoch so weit kommen, übernimmt Mama den Part der Köchin und hilft Euch somit aus der Patsche. Nun hackt Ihr als nächstes eine Zwiebel, indem Ihr sie zuvor anschneidet und dann in gekonnter Weise in kleine Würfelchen schneidet. Bedeckt nun eine Pfanne mit Butter - vergleichbar mit einem Zeichenprogramm, bei welchem Ihr eine Fläche so schnell als möglich ausmalen sollt. Bratet nun die Zwiebelstückchen an und gebt Sie nun in einem minispielähnlichen Zutaten-Erkennen-Spiel in einen großen Bottich, der mit Hackfleisch gefüllt ist: hinein kommen nun Semmelbrösel, dann das Ei, Milch und schließlich die Zwiebelchen.

Knetet nun die ganze Masse so lange durch, bis ein optisch ansehnliches Mischmasch entsteht. Dies erfolgt dadurch, dass Ihr den Pfeilen auf dem Bildschirm mit dem Stift folgt und somit das optimale (Geschmacks-)Ergebnis zustande bringt. Werft nun die portionierten, handflächengroßen Hackfleisch-Bällchen von einer in die andere Hand, um überschaubare Fleischklöpse zu formen, die in der Pfanne angebraten werden. Voilà, fertig ist das fantasiereiche Gericht! Dass es bei "Cooking Mama" noch wesentlich mehr zu tun gibt, dürfte klar sein: Pellkartoffeln schälen, abschäumen, Wasser abmessen, mischen und so weiter. Problematisch bei der Sache ist allerdings, dass sich bereits nach kurzer Spielzeit die ersten Küchenaufgaben wiederholen - für den Spieler ist dies leider alles andere als wünschenswert und hinsichtlich einer fehlenden Story kein besonders guter Start in den Beruf des Hobbykochs. Abwechslung zählt immerhin eine ganze Menge. Klar, die Aufgaben im Titel sind mannigfaltig, hat man sie dagegen des Öfteren zu Gesicht bekommen, kehrt der Alltag und somit die spielerische Eintönigkeit ein.

Grafik & Sound....

Grafisch erinnert "Cooking Mama" stark an "Sophies Freunde - Kochspaß". Auch hier überwiegt der japanisch angehauchte, quietschbunte Grafikstil. Realismus ist etwas anderes, keine Frage. Insbesondere Eure virtuelle Mutter, die die spielerischen Anweisungen gibt, ist kaum von einer blutjungen Fantasy-Protagonistin zu unterscheiden. Die Gerichte gehen optisch voll in Ordnung, jedoch merkt man den Zielgruppengrafikstil auch hier deutlich an.

Der Sound des Titels gefällt hinsichtlich seiner Klaviermelodie recht gut, aber auch hier hätte man für weitere akustische Hörerlebnisse sorgen müssen. Zwar wird das Kochen von passender, etwas hektisch wirkender Musik untermalt, dennoch wird man als Spieler im Großen und Ganzen zufrieden gestellt. Immerhin ist der Titel ein Programm, dem man sicht nicht stundenlang widmet - hierfür wurde der Sound einfach nicht ausgelegt.

Fazit....

"Cooking Mama" ist als Spiel nur bedingt zu empfehlen. Klar, die Minispiel-Kocheinlagen sind ganz witzig, spielerisch bewegt man sich aber zu jeder Zeit auf recht seichtem, oberflächlichem Niveau. Von Tiefgang keine Spur. Wegen einer fehlenden Story gelingt es dem - nach Herstellerangaben über eine Million Mal verkauften - Titel nicht, sich vor "Sophies Freunde - Kochspaß" zu platzieren. Nur am Kochen Interessierte sollten den Blick auf das Programm wagen, denn obwohl durchaus Spaß aufkommt, wird man vom Umfang und den Möglichkeiten etwas enttäuscht werden. 120 Kochrezepte sind auf Dauer einfach nicht ausreichend, um den Käufer permanent bei der Stange zu halten.

 

+ 120 Rezepte
+ Minispielartige Kocheinlagen
- oberflächliches Spielprinzip
- keine Hintergrundstory
- fehlender spielerischer Anspruch

GRAFIK: 59%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 59%

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