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NDS Call of Duty Modern Warfare 2: Mobilized
 
 
Call of Duty Modern Warfare 2: Mobilized - NDS
Kilian Pfeiffer (26.12.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Infinity Ward
GENRE: Shooter
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 16+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Ja

   
Einleitung....

Zwischenzeitlich bringt Activision den dritten Teil seiner „Call of Duty"-Serie auf den Handheld von Nintendo. Mit „Call of Duty - Modern Warfare – Mobilized" erwartet uns die bislang beste Umsetzung des im Zweiten Weltkrieg angesiedelten Spektakels. Zwar ist der Umfang erneut nicht besonders große ausgefallen, dafür gefallen die spielerischen Möglichkeiten, wenngleich man sich doch auf traditionelle Shooter-Kost ohne großen Anspruch beschränkt. In einer knapp fünfstündigen Session haben wir uns durch das Kriegsszenario geschossen.

Menus und die Story....

Mit der dritten Umsetzung haben wir es hier zu tun, die Entwicklermannen haben zwischenzeitlich also ausreichend Routine gewonnen, um ihre Arbeit entsprechend gut umzusetzen. Parallel zur DS-Version erschien nun auch der „Reflex"-Ableger für die Wii, der im Endeffekt nichts weiter darstellt, als jene High End-Fassung, die bereits vor zwei Jahren auf den Konkurrenzkonsolen veröffentlicht wurde. Erneut sind wir auf der Suche nach der Bombe. Schurken haben sich dieser mal wieder bemächtigt. Das Szenario gestaltet sich als hochbrisant, von einem Teufelskessel zu sprechen, wäre eine verharmlosende Beschreibung. Jeden Moment kann es zur alles vernichtenden Explosion kommen. Eure Einheit ist die letzte Instanz, die sich imstande sieht, wirksam eingreifen zu können. Dennoch ist erfahrungsgemäß der Plot bei einem Handheld-Shooter relativ platt erzählt, Zwischensequenzen gibt es keine, jedoch interessante, mit Sprachausgabe unterlegte Unterhaltungen, die keine Wünsche offen lassen. Überhaupt ist die Umsetzung erneut eine der atemberaubendsten. Dramatik wird in diesem Titel groß geschrieben, so viel darf bereits verraten werden.

Drei Schwierigkeitsgrade stellen Euch vor eine große Herausforderung, denn selbst auf dem leichtesten der möglichen begegnet man dem Bildschirmtod – vor allem zum Ende hin – des Öfteren. Die sich daraus ergebende Herausforderung ist jedoch ein Faktor, der den Titel auch ein weiteres Mal spielenswert macht – denn mit rund vier bis fünf Stunden ist der dritte Nintendo DS-Teil des modernen Kriegsschauplatzes alles andere als episch. Nichtsdestotrotz weiß die Umsetzung in ganz eigener Sache zu überzeugen: dank deutscher Sprachausgabe und packender Action am laufenden Band… Hinzu kommen Minispiele, die sich zum Ende hin freischalten lassen. Etwa das Satelliten-Minispiel, bei welchem Ihr Systemchips korrekt in den passenden Sockel einsetzen müsst, eine Atombombe in simpler Manier entschärfen sollt oder in „Mastermind"-Manier drei korrekte Zahlen in Reihe finden müsst. Mit Hilfe von Lichtern erkennt Ihr, ob die jeweilige Zahl vorhanden, falsch oder an der richtigen Position steht.

Technik und Gameplay....

Um Euch den Test präsentieren zu können, haben wir uns durch die gesamte Kampagne gekämpft, bestehend aus 16 Missionen, die sich in ihrer Dramatik bis zum Schluss hinaus in regelmäßigen Abständen gegenseitig überbieten, der Großteil besteht jedoch aus gewöhnlicher Shooter-Action, bei welcher Ihr das Fadenkreuz vor der eigenen Waffe auf den jeweiligen Gegner richtet, um im richtigen Moment abzudrücken. Was man bislang auf dem Nintendo DS nicht für möglich gehalten hatte, ist nun offenkundige Realität geworden, sei es eine realistisch anmutende Darstellungsweise oder die toll umgesetzte Bedienung des Alter Egos. Der Rundumblick per Touchpen funktioniert einwandfrei – flüssige, präzise abgestimmte Drehungen sind in „Call of Duty - Modern Warfare - Mobilized" – ähnlich wie beim direkten Vorgänger - kein Problem mehr. Das Hauptgeschehen findet erfahrungsgemäß auf dem Topscreen statt, der Touchscreen fungiert als Übersichtskarte aus der Vogelperspektive und gibt Euch nicht nur über Freund- und Feindkontakt Bescheid. Ein gelber Pfeil weist Euch den Zielpunkt innerhalb des Levels zu, blaue Punkte symbolisieren freundlich gesinnte Charaktere, rote Markierungen hingegen den Feind – militärische Streitkräfte, die ihr Gefahrenpotenzial konkret in Szene zu setzen wissen. Viel geändert hat sich also nicht, das Spiel profitiert von der bereits relativ makellosen Umsetzung von vor einem Jahr (Ende 2008).

Oftmals agieren die feindlichen Truppen zwar nicht viel intelligenter als eine Vogelscheuche und geben in bester Dauerfeuer-Manier ihre gesamte Gewehrladung zum Besten (auch das hat sich also nicht geändert!) und so müssen sie in diesem verhältnismäßig unvorsichtigen Zustand als regelrechtes Kanonenfutter herhalten. Im späteren Spielverlauf ist nicht nur die Masse an Widersachern größer, sondern auch deren Reaktion auf Beschuss nachvollziehbarer. So ducken sie sich hinter Kisten hinweg oder suchen vereinzelt die nächste Abzweigung auf. In der Regel ist das KI-Verhalten aber nicht das ausgereifteste, sondern macht sein Manko eher durch die Vielzahl an auftretenden Militärvertretern wieder wett. So sind insbesondere Scharfschützen ein heißer Kandidat dafür, Euch in Sekundenschnelle vom Bildschirm zu putzen. Lediglich im Zielmodus, der durch einen Doppelklick auf den Bildschirm ausgelöst wird, habt Ihr die Chance, diese mit dem Visier zu treffen. Was für eine Waffe Ihr mit Euch führt, ist im Grunde genommen gleichgültig, obgleich selbstverständlich auch durchschlagskräftigere Vertreter existieren. Gefallene feindliche Soldaten hinterlassen in der Regel ihre Schießprügel, die Ihr jederzeit an Euch nehmen könnt, wobei neben einer Gewehrvariante maximal noch eine weitere oder aber eine Pistole respektive eine Granatwerfer erlaubt ist. Alternativ habt Ihr Granaten und Rauchbomben im Gepäck, die bei unübersichtlichen Schauplätzen als optimale Helfer dienen.

Bereits die Einführung während des ersten Levels bürgt von der spielerischen Qualität und verdeutlicht Euch jedes Spielelement in praktischer Weise, so dass Ihr Euch bestmöglich ausgebildet auf den kriegerischen Schauplatz wagen könnt. Leider sind die „Kriegsbühnen" durch äußerste Linearität gekennzeichnet, machen aber dank ihrer zugespitzten Atmosphäre einen ungemein faszinierenden Eindruck. Nicht dass Ihr uns falsch versteht: Krieg ist und bleibt das scheußlichste aller Mittel zur Lösung menschlicher Auseinandersetzungen, dennoch wird man als Spieler in das Szenario regelrecht hineingerissen – für ein Handheld-Spiel erwartet uns hier ziemlich ausgereiftes Software-Kino – Respekt an „Activision"! Was aber noch viel deutlicher fesselt und den Schauplatz zum Leben erweckt, sind die Fahrten mit Militärfahrzeugen, respektive die Helikopterflüge: das Geschehen aus der Luft zu betrachten, ist bereits ein ganz heißes Eisen im gebotenen Grafikfeuer – herumwuselnde Soldaten, die schnellen Schrittes das Weite suchen, davonbrausende Jeeps, deren MG-Schütze wild durch die Gegend feuert. Und Ihr schwebt über allem, richtet Euer MG aus und bringt das Feld zum Sputen. Fahrzeuge lassen sich aus dieser Perspektive in die Luft jagen, hochexplosive Fässer zur Detonation bringen. Da Ihr nur den Schützen steuern müsst, das Gefährt sich aber auf einer festgelegten Bahn bewegt, könnt Ihr Euch ruhigen Gewissens auf Eure Aufgabe konzentrieren. Cool etwa: Das Auslöschen von feindlichen Patrouillen aus der Luft. Begleitet wird dieses von unterstützenden Kommentaren seitens des Vorgesetzten, der Euch detailliert vermittelt, was als nächstes zu tun ist. Schade nur, dass man nicht weitere Spielelemente in das Gameplay integriert hat – denn im Großen und Ganzen sind die „Call of Duty"-Handheld-Vertreter spiegelbildähnliche Software-Produktionen.

Spaßig sind die – leider viel zu seltenen – Luftschläge. Hierbei lassen sich nähernde Panzer ohne Vorwarnung markieren und von verbündeten Lufteinheiten mit einem massiven Luftschlag außer Gefecht setzen: eine taktische Ausmerzung eines ansonsten unzerstörbaren Gegners – in einem überdimensionalen Feuerball macht der attackierte Panzer gleich doppelt so viel Freude. Zum Anschauen, versteht sich ;-) !

Grafik & Sound....

Besetzte Gebäude, sandige Wüsten, brach liegende Industrielandschaften. Auch wenn die Schauplätze vollends überzeugen, ist die Geradlinigkeit der Missionen als Malus anzusehen. Ab und an hätten alternative Wege und Problemlösungen viel zur Motivation beigetragen, allerdings verzeiht man dies dem Titel, allein wegen seiner faszinierenden Atmosphäre, ziemlich schnell. Derartig packend hat man den virtuellen Krieg auf dem Nintendo DS noch nicht zu Gesicht bekommen, grafische Schmankerl in Form von Explosionen und realistisch anmutende Areale inklusive! Insbesondere die – seltenen - Fahrzeug-Abschnitte sind spielerische Erfüllung in Reinkultur!

Hervorragend ist die wirklichkeitsnahe Vertonung der Szenerie – ob es sich hierbei um vorbeizischende Schussfolgen oder abprallende Geschosse handelt, ist im Endeffekt gleichgültig, denn akustisch ist der gesamte Titel eine Wucht. Ständige Kommentare Eurer mit Euch marschierenden Kollegen, Warnhinweise, aber auch generelle Erklärungen sind in jeder Hinsicht professionell vertont und in deutscher Sprachausgabe auf die Spielkarte gebannt worden. Auch die musikalischen Momente sind in der Regel eine Erfüllung für den Spieler.

Multiplayer/Online....

Auch mit bis zu drei Mitspielern dürft Ihr Euch in das Gefecht wagen. „Activision" erlaubt Euch sogar das Spiel mit nur einer Karte. Auch ein Wi-Fi-Modus wurde integriert, der in jeder Hinsicht überzeugt und ganze Truppen zum Online-Spiel auf das virtuelle Schlachtfeld einlädt. Einfach genial! Hier haben die Entwickler wirklich ganz große Arbeit geleistet!

Fazit....

Und schon wieder beehrt uns ein Teil der preisgekrönten, millionenfach verkauften Serie. Schade nur, dass das Spiel von der Umsetzung her kaum Neuigkeiten bietet und auf altbewährte Aspekte setzt: „Call of Duty - Modern Warfare - Mobilized" ist eine Bereicherung für das Genre der Shooter auf Handhelds – keine Frage! Leider wird der Titel wegen fehlender Reviews in deutschen Gefilden wohl nicht die benötigte Aufmerksamkeit erreichen, die dieser Umsetzung gebühren würde. Von der Umsetzungsweise her haben wir es hier mit einer optimal abgestimmten Action-Mischung zu tun, die durch kleinere Minispiel-Einwürfe entschärft wird, dennoch zu jederzeit das Geschehen perfekt auf den Bildschirm überträgt. Die packende Soundleistung, sowie die grafische Erhabenheit setzen in diesem Bereich Maßstäbe, die man bislang so nicht für möglich gehalten hatte. Auch wenn die Linearität, sowie eine etwas kurze Spielzeit den Gesamteindruck leicht trüben, solltet Ihr Euch den Titel unbedingt zu Gemüte führen.

 

+ authentisches Szenario
+ eingängige Steuerung
+ Fahrzeug-Missionen
+ Minispiel-Einlagen
+ gelungener Multiplayer
+ weltweites Online Spiel
- begrenzter, spielerischer Umfang
- lineare Levels
- eingeschränkt agierende KI

GRAFIK: 91%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER/Wi-Fi: 85%/90%

GESAMTWERTUNG: 85%

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