konsolenkost.de

 
NDS Call of Duty 4: Modern Warfare
 
 
Call of Duty 4: Modern Warfare - NDS
Kilian Pfeiffer (28.11.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Infinity Ward
GENRE: Shooter
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 16+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

Reinrassige 3D-Shooter sind bislang auf dem Nintendo DS Mangelware. Zwar gibt es sie, nicht jedoch immer in der von Spielern gewünschten, qualitativen Ausführung. "Call of Duty 4 - Modern Warfare" könnte diesen Umstand ändern, hat doch schon sein großer Bruder auf Konsolen und PC mächtig für Furore gesorgt und weltweit Höchstwertungen kassiert. Wie wir finden, hat es somit auch die Handtaschenformat-Ausgabe redlich verdient, ein hochwertiges Gameplay-Gerüst verpasst zu bekommen, welches sich auch in technischer Hinsicht präsentieren kann. Von einem definitiv verkaufshemmenden Faktor wissen wir dennoch schon jetzt zu berichten: da der Titel keine Jugendfreigabe erhalten hat, ist er für Jugendliche nicht frei erhältlich. Für die spielerische Qualität sollte dies allerdings keine Auswirkungen haben, wie wir im Test feststellen durften...

Menus und die Story....

Eine "Call of Duty"-Umsetzung gab es bislang noch nicht für Nintendo-Handhelds. Zwar wurde der dritte Teil bereits zum Release der Wii für dieselbige veröffentlicht, der vierte Teil schaffte es allerdings nicht mehr auf das japanische Konsolen-Flaggschiff. Umso mehr freut es uns, nun mit einer Gruppe gestandener Soldaten sich auf dem DS auf die Suche nach einer Atombombe zu machen. Das Szenario gestaltet sich als hochbrisant, von einem Teufelskessel zu sprechen, wäre eine verharmlosende Beschreibung. Jeden Moment kann es zur alles vernichtenden Explosion kommen. Eure Einheit ist die letzte Instanz, die sich imstande sieht, wirksam eingreifen zu können. Dennoch ist erfahrungsgemäß der Plot bei einem Handheld-Shooter relativ platt erzählt, Zwischensequenzen gibt es keine, dafür eine der am atemberaubendsten Umsetzungen überhaupt. Dramatik wird in diesem Titel groß geschrieben, so viel darf bereits verraten werden.

Drei Schwierigkeitsgrade stellen Euch vor eine große Herausforderung, denn selbst auf dem leichtesten der möglichen begegnet man dem Bildschirmtod - vor allem zum Ende hin - öfter als gemeint. Die sich daraus ergebende Herausforderung ist jedoch ein Faktor, der den Titel auch ein weiteres Mal spielenswert macht - denn mit rund vier bis sechs Stunden ist der vierte Teil des modernen Kriegsschauplatzes alles andere als episch. Nichtsdestotrotz weiß die Umsetzung in ganz eigener Sache zu überzeugen: dank deutscher Sprachausgabe und packender Action am laufenden Band...

Technik und Gameplay....

Um Euch den Test präsentieren zu können, haben wir uns durch die gesamte Kampagne gekämpft, bestehend aus zwölf Missionen, die sich in ihrer Dramatik bis zum Schluss hinaus in regelmäßigen Abständen gegenseitig überbieten. Was man bislang auf dem Nintendo DS nicht für möglich gehalten hatte, ist nun offenkundige Realität geworden, sei es eine realistisch anmutende Darstellungsweise oder die toll umgesetzte Bedienung des Alter Egos. Der Rundumblick per Touchpen funktioniert einwandfrei - flüssige, präzise abgestimmte Drehungen sind in "Call of Duty 4 - Modern Warfare" kein Problem mehr. Das Hauptgeschehen findet erfahrungsgemäß auf dem Topscreen statt, der Touchscreen fungiert als Übersichtskarte aus der Vogelperspektive und gibt Euch nicht nur über Freund- und Feindkontakt Bescheid. Ein gelber Pfeil weist Euch den Zielpunkt innerhalb des Levels zu, blaue Punkte symbolisieren freundlich gesinnte Charaktere, rote Markierungen hingegen den Feind - militärische Streitkräfte, die ihr Gefahrenpotenzial konkret in Szene zu setzen wissen.

Oftmals agieren die feindlichen Truppen zwar nicht viel intelligenter als eine Vogelscheuche und geben in bester Dauerfeuer-Manier ihre gesamte Gewehrladung zum Besten, allerdings müssen sie in diesem verhältnismäßig unvorsichtigen Zustand als regelrechtes Kanonenfutter herhalten. Im späteren Spielverlauf ist nicht nur die Masse an Widersachern größer, sondern auch deren Reaktion auf Beschuss nachvollziehbarer. So ducken sie sich hinter Kisten hinweg oder suchen vereinzelt die nächste Abzweigung auf. In der Regel ist das KI-Verhalten aber nicht das ausgereifteste, sondern macht sein Manko eher durch die Vielzahl an auftretenden Militärvertretern wieder wett. So sind insbesondere Scharfschützen ein heißer Kandidat dafür, Euch in Sekundenschnelle vom Bildschirm zu putzen. Lediglich im Zielmodus, der durch einen Doppelklick auf den Bildschirm ausgelöst wird, habt Ihr die Chance, diese mit dem Visier zu treffen. Was für eine Waffe Ihr mit Euch führt, ist im Grunde genommen gleichgültig, obgleich selbstverständlich auch durchschlagskräftigere Vertreter existieren. Gefallene feindliche Soldaten hinterlassen in der Regel ihre Schießprügel, die Ihr jederzeit an Euch nehmen könnt, wobei neben einer Gewehrvariante maximal noch eine Pistole erlaubt ist. Alternativ habt Ihr Granaten und Rauchbomben im Gepäck, die bei unübersichtlichen Schauplätzen als optimale Helfer dienen.

Bereits die Einführung während des ersten Levels bürgt von der spielerischen Qualität und verdeutlicht Euch jedes Spielelement in praktischer Weise, so dass Ihr Euch bestmöglich ausgebildet in den kriegerischen Schauplatz wagen könnt. Leider sind die "Kriegsbühnen" durch äußerste Linearität gekennzeichnet, machen aber dank ihrer zugespitzten Atmosphäre einen ungemein faszinierenden Eindruck. Nicht dass Ihr uns falsch versteht: Krieg ist und bleibt das scheußlichste aller Mittel zur Lösung menschlicher Angelegenheiten, dennoch wird man als Spieler in das Szenario regelrecht hineingerissen - für ein Handheld-Spiel erwartet uns hier ziemlich ausgereiftes Software-Kino - Respekt an "Activision"! Was aber noch viel deutlicher fesselt und den Schauplatz zum Leben erweckt, sind die Fahrten mit Militärfahrzeugen, respektive die Helikopterflüge: das Geschehen aus der Luft zu betrachten, ist bereits ein ganz heißes Eisen im gebotenen Grafikfeuer - herumwuselnde Soldaten, die schnellen Schrittes das Weite suchen, davonbrausende Jeeps, deren MG-Schütze wild durch die Gegend feuert. Und Ihr schwebt über allem, richtet Euer MG aus und bringt das Feld zum Sputen. Fahrzeuge lassen sich aus dieser Perspektive in die Luft jagen, hochexplosive Fässer zur Detonation bringen. Da Ihr nur den Schützen steuern müsst, das Gefährt sich aber auf einer festgelegten Bahn bewegt, könnt Ihr Euch ruhigen Gewissens auf Eure Aufgabe konzentrieren.

In kleinen Minispielen müsst Ihr Bomben entschärfen, indem Ihr farbig markierte Kontakte mit dem Stylus nachzeichnet - ein Zeitlimit tickt währenddessen ohne Rücksicht in Richtung magischer "0". Weiterhin sollt Ihr drehbare Verbindungen so ausrichten, dass alle vier Markierungen durch diese miteinander vereinigt werden. Dadurch erhaltet Ihr einen Code, der wiederum zur Lösung des Problems verhilft. Ebenso spaßig sind die - leider viel zu seltenen - Luftschläge. Hierbei lassen sich nähernde Panzer ohne Vorwarnung markieren und von verbündeten Lufteinheiten mit einem massiven Luftschlag außer Gefecht setzen: eine taktische Ausmerzung eines ansonsten unzerstörbaren Gegners - in einem überdimensionalen Feuerball macht der attackierte Panzer gleich doppelt so viel Freude. Zum Anschauen, versteht sich ;-) !

Grafik & Sound....

Auch wenn die Schauplätze, die meistens in sandigen Gegenden angesiedelt sind, vollends überzeugen, ist die Geradlinigkeit der Missionen als Malus anzusehen. Ab und an hätten alternative Wege und Problemlösungen viel zur Motivation beigetragen, allerdings verzeiht man dies dem Titel, allein wegen seiner faszinierenden Atmosphäre, ziemlich schnell. Derartig packend hat man den virtuellen Krieg auf dem Nintendo DS noch nicht zu Gesicht bekommen, grafische Schmankerl in Form von Explosionen und realistisch anmutende Areale inklusive! Insbesondere die Fahrzeug-Abschnitte sind spielerische Erfüllung in Reinkultur!

Hervorragend ist die wirklichkeitsnahe Vertonung der Szenerie - ob es sich hierbei um vorbeizischende Schussfolgen oder abprallende Geschosse handelt, ist im Endeffekt gleichgültig, denn akustisch ist der gesamte Titel eine Wucht. Ständige Kommentare Eurer mit Euch marschierenden Kollegen, Warnhinweise, aber auch generelle Erklärungen sind in jeder Hinsicht professionell vertont und in deutscher Sprachausgabe auf die Spielkarte gebannt worden. Auch die musikalischen Momente sind in der Regel eine Erfüllung für den Spieler.

Multiplayer....

Auch mit bis zu drei Mitspielern dürft Ihr Euch in das Gefecht wagen. "Activision" erlaubt Euch sogar das Spiel mit nur einer Karte. Auf einen Wi-Fi-Modus müssen wir allerdings verzichten, was aber mit Sicherheit eine hervorragende Angelegenheit geworden wäre. Nichtsdestotrotz sind die vier zur Verfügung gestellten Spielmodi ("Free for All", "Jäger/Beute", "Team-Deathmatch", "Capture the Flag") bereits ausreichend, um in fordernder Art und Weise über die sieben Kampfgebiete gescheucht zu werden. Wie absolut genial hätte hier nur der Online-Modus werden können! Kaum vorstellbar!

Fazit....

"Call of Duty 4 - Modern Warfare" ist eine Bereicherung für das Genre der Shooter auf Handhelds - keine Frage! Leider wird der Titel wegen fehlender Reviews in deutschen Gefilden wohl nicht die benötigte Aufmerksamkeit erreichen, die dieser Umsetzung gebühren würde. Von der Umsetzungsweise her haben wir es hier mit einer optimal abgestimmten Action-Mischung zu tun, die durch kleinere Minispiel-Einwürfe entschärft wird, dennoch zu jederzeit das Geschehen perfekt auf den Bildschirm überträgt. Die packende Soundleistung, sowie die grafische Erhabenheit setzen in diesem Bereich Maßstäbe, die man bislang so nicht für möglich gehalten hatte. Auch wenn die Linearität, sowie eine etwas kurze Spielzeit den Gesamteindruck leicht trüben, solltet Ihr Euch den Titel unbedingt zu Gemüte führen. Es wäre schade, wenn diese Umsetzung die erste und vielleicht letzte eines der packendsten Szenarien überhaupt gewesen wäre.

 

+ authentisches Szenario
+ eingängige Steuerung
+ geniale Fahrzeug-Missionen
+ Minispiel-Einlagen
+ gelungener Multiplayer
- kein Wi-Fi-Modus enthalten
- begrenzter, spielerischer Umfang
- lineare Levels
- eingeschränkt agierende KI

GRAFIK: 91%

SOUND/EFFEKTE: 86%

MULTIPLAYER: 85%

GESAMTWERTUNG: 84%

Sämtliche Inhalte wie Bilder und Texte zu diesem Artikel sind geistiges Eigentum des Mag'64. Eine Benutzung oder anderweitige Verwendung darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Mag'64 erfolgen.

 
                   

Game-and-Fun.de