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NDS Cocoto Kart Racers
 
 
Cocoto Kart Racers - NDS
Matthias Engert (17.12.2007)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Neko
GENRE: Funracer
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Englisch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Im Bereich der Funracer ist seit Jahren mittlerweile alles in festen Händen. Mario Kart thront über allem und hat auch Ende 2007 keinen Konkurrenten gefunden, der ihm auf lange Sicht das Wasser reichen kann. Zwar gibt es mittlerweile einige Kart Racer auf dem DS, aber ein wirkliches MK Kaliber war nicht dabei. Neuester Herausforderer ist Cocoto Kart Racers der japanischen Schmiede Neko. Ein Titel, der schon seit GCN Zeiten immer wieder in zig Releaselisten aufgetaucht ist. Spätestens ab der GC 2007 konnte man sicher sein, das zumindest die DS Version auch mal das Licht der Welt erblicken wird, denn da konnte man sie anspielen. ;-) Mittlerweile ist der Titel erhältlich und wurde einem intensiven Test unterzogen. Ob Mario Kart hier einen wirklichen Kontrahenten bekommen sollte, zeigt euch nun der Test zu Cocoto Kart Racers.

Menus und die Story....

Das der Titel überhaupt bis nach Deutschland gekommen ist, liegt an den Publisher Diensten der Firma Midway. Wohl der Hauptgrund warum die verschiedenen Cocoto Racer bisher hierzulande nicht gesichtet wurden. Lustig finde ich den Umstand das man hier auf dem Packungsrücken auch Screens der TV Versionen findet. Verwirrung pur! ;-) Wie auch beim Namen. Mal heißt es Kart Racers, dann wieder auf der Packung Cocoto Racers und im Spiel wieder nur Racer. Naja solange der Inhalt stimmt soll einem das als Gamer egal sein. Passend zunächst die Sprache, die in diesem Titel Deutsch daherkommt. Im Gegensatz z.b. zum Handbuch, das komplett Englisch daher kommt. Zwar ist die Sprache nicht so wichtig in einem Funracer, aber dennoch lobenswert das man das Game selber lokalisiert hat. Der Batteriespeicher sorgt für bequemes Sichern der Spielstände und ein Multiplayer rundet den zunächst guten Eindruck ab. Auch wenn der Multiplayer leider nur die Multicard Variante unterstützt. In Sachen Story muß man hier keinen Roman schreiben, dazu ist sie einfach zu gering gehalten und spielt im Game selber auch keine Rolle. Wenn man von einem storytechnischen Hintergrund reden möchte, dreht sich alles um den Charakter Cocoto und einen magischen Topf, der dem Helden abhanden gekommen ist. Ohne diesen verlieren die guten Wesen um Cocoto ihre Energie. Verhindert kann dies nur werden, wenn Cocoto und seine Freunde gegen finstere Gesellen in magischen Rennen antreten. Wiegesagt eher Mittel zum Zweck, als nun eine handfeste und beinharte Hintergrundgeschichte.

Der Start in das Spiel ist recht simpel gemacht und übersichtlich. Auf dem Hauptmenu warten einzig 3 Menupunkte auf euch. Neben dem Einzelspieler findet sich der Multiplayer Teil und die Rekorde Abteilung. Hier findet man zu den einzelnen Meisterschaften und den darin enthaltenen Strecken die erzielten Zeiten. Kern des Spiels ist natürlich der Einzelspieler Modus, der euch direkt zu den anfänglich möglichen Spielmodi führt.

Technik und Gameplay....

Wählt Ihr den Einzelspieler Modus an, dürft Ihr zunächst aus 2 verschiedenen Spielvarianten wählen. Zum einen die Meisterschaften und das Einzelrennen Gameplay. Allerdings wie vieles im Spiel etwas anders als man das erwartet. Aufgrund der im Spiel eigentlich nur enthaltenen 5 Grundstrecken packt man das ganze immer in sogenannte Rennabfolgen - die sogenannten Töpfe. Am besten zu erklären anhand der reinen Meisterschaften. Diese sind in 3 Kategorien unterteilt, den "Topf von Silber", den "Topf von Gold" und zu guter letzt den sogenannten "Magischen Topf". Dabei kommen in den ersten beiden Varianten die 5 Grundstecken in 2 Varianten zum Einsatz, sprich die Streckenführungen sind leicht verändert. Der Magische Topf bündelt alle diese Varianten zu einer kompletten Meisterschaft, wenn man das so nennen will. Im Einzelrennen Modus könnt Ihr nun diese Strecken innerhalb eines "Topfes" separat anwählen und so auch nach Zeit fahren. Wiegesagt es ist alles ein wenig anders als man das erwartet. Allerdings und das erwartet den Gamer auch hier, ist das Gameplay ganz auf Funracer ausgelegt und damit zunächst natürlich ein vollwertiger Konkurrent in Sachen Gameplay zu Mario Kart & Co. Wählt Ihr nun die Meisterschaften an, so steht euch zu Beginn nur der erste "Topf" zur Auswahl. Erst beim Erreichen des Podestes werdet Ihr zum nächsten vorgelassen, sprich könnt diesen auch anwählen. Eine Stärke des Spiels ist die Wahl eines Schwierigkeitsgrades, die zumindest den Wiederspielwert des ganzen durchaus erhöhen können. Denn 3 verschiedene stehen zur Auswahl und man sollte ruhig mit Leicht anfangen um vor allem Streckenkenntnis zu erlangen. Wie in jedem Funracer nie etwas schlechtes. Wer sich dann einmal auskennt darf später die jeweils höheren Grade auswählen, die sich auch spürbar auswirken was die Gegner KI angeht. Bevor Ihr nun auf die erste Strecke gelassen werdet steht die Fahrerwahl an.

Im gesamten stehen euch 12 Recken zur Verfügung, wovon 8 zu Beginn anwählbar sind. Neben Cocoto und seinen Freunden könnt Ihr auch die "dunkle Seite" der Story fahrersich steuern. Dazu wählt Ihr einzeln das Vehicle, das nicht immer mit einem Kart zu vergleichen ist. Kritik gibt es für das komplette Fehlen von Stats. Bis auf die Übersicht je nach Größe des Gefährts gibt es praktisch keine Eigenschaften und damit Unterschiede zwischen den Charakteren und Vehiclen. Das ist immer schade und man wählt hier rein nach der persönlichen Vorliebe. Ein kleines Upgrade System oder etwas ähnliches hätte hier sehr gut gepasst wie ich finde. Danach bekommt Ihr die 5 Strecken namentlich angezeigt und dürft euch zumindest thematisch den Inhalt anschauen. Im Anschluß startet das ganze, das von nun an einem GP System mit Punkten ähnelt. Alle 5 Rennen werden nacheinander gefahren und eure Platzierung bewertet. Am Ende der 5 Rennen wird der Sieger nach dem zusammenzählen der Punkte ermittelt und Ihr entweder zum nächsten "Topf" vorgelassen oder eben auch nicht. Was mir weniger gefällt ist dabei die Tatsache Ihr fahrerisch nur gegen 4 CPU Recken antretet. Die üblichen 7 findet man hier leider nicht vor. Verfolgen kann man dabei aber gut die verschiedenen Schwierigkeitsgrade. Während auf Leicht alle auf einem eher seichten Niveau fahren, hängen auf Mittel 2-3 in eurer Nähe, während auf Expert fast nur der 4. vor euch zurückhängt und man schon fahrerisch einiges zeigen muß. Gefahren werden dabei immer die üblichen 3 Runden und macht auf allen Strecken immer wieder Bekanntschaft mit irgendwie bekannten Passagen aus dem großen Funracer König. Zumindest sind einige Anleihen von der Streckenführung und Gestaltung durchaus enthalten. Schauen wir uns die technische Seite und vor allem die Steuerung an, die in einem Spiel wie diesem nicht unerheblich ist. Hier zeigt das Game Licht und Schatten. Zunächst ist der Gamespeed angenehm hoch und geht auch ohne Fehler über die Bühne. Hier muß man sich also keine Sorgen machen. Die Steuerung selber ist so eine Sache und schwankt in Sachen Spielspaßkurve in Abhängigkeit von der Strecke.

Zunächst auch etwas ungewöhnlich ist die Tastenbelegung. Gesteuerung wird zwar wie gewohnt mit dem Kreuz, Gas gegeben wird aber mit B, während Y die Bremse abdeckt. Die Tasten X und A dienen dem Aktivieren und Benutzen der Items, die jeden Funracer ausmachen. Dazu kommen die L-Taste für ein Sprungfeature, sowie die R-Taste für ein gewolltes Drift Feature, das auch als Handbremse durchgehen könnte. Ganz nett, wenn auch kaum genutzt ist die Tatsache zweier vorhandener Perspektiven. Neben der Hinter dem Fahrzeug Perspektive, könnt Ihr auch eine "Motorhauben Variante" benutzen, die aber vor allem bei mangelnder Streckenkenntnis einen hohen Frustfaktor hervorruft. Das größte Problem an der Steuerung ist die etwas schwammige Umsetzung des gewollten Drifts in Verbindung mit dem Sprung. Solange die Streckenführungen etwas breiter sind und die Kurven langgezogen, macht die gebotene Steuerung Spaß und das direkte normale Lenkverhalten ist in Ordnung. Sobald aber enge Kurven ins Spiel kommen wird's leicht hektisch und manchmal auch nervig. Die Gegner fahren natürlich prinzipiell viel runder um die Kurven. Versucht Ihr dies hinzubekommen seid Ihr entweder zu langsam, oder aber eckt von einer Bande zur anderen, oder bleibt gar abrupt stehen. Das nervt dann schon tierisch und es gilt sich damit zu arrangieren. Üben schafft das ganze nur bedingt aus dem Weg. Die Mischung aus gut fahrbahren Abschnitten und teils zu verwinkelten Nervpassagen hält sich ungefähr die Waage im gesamten Spiel, ist aber im negativen Sinne eindeutig zu viel. Wer fährt wie ein Gott kann aber dennoch Vorsprung herausfahren. Ein künstlich eingebautes Handicap Feature bietet das Spiel nach meinem Empfinden nicht. Durchzogen sind die Strecken nun zum einen von kleinen Beschleunigern und gerade in deren Nähe befindlichen Abkürzungen. Wer diese alle findet hat durchaus einen großen Vorteil. Sofern man sie bekommt. Denn neu abgesetzt ist auch so eine Sache, denn das Beschleunigungsverhalten ist äußerst, naja sagen wie mal mäßig. Dazu kommen nun die Genretypischen Items in Form kleiner Kristalle. Diese tauchen dann als Symbol in einem Fenster auf und können nun via A und X Taste aktiviert werden.

Wie immer sind Vergleiche zur Konkurrenz angebracht und wirklich neues bietet das Game nicht. Angefangen bei Geschoß Varianten gibt es Beschleuniger, Dinge wie Bomben die man legen kann und das ultimative Unverwundbarkeits Item. Bis auf die Geschoß Varianten schieben sich diese aber nur dezent in den Vordergrund und haben bei weitem nicht den Stellenwert wie bei einem Mario Kart. Zumindest entscheidet mehr euer fahrerisches Geschick und manchmal halt das Glück mit der Streckenführung mehr über den Sieg als die Items selber. Positiv bei der anzubringenden Kritik ist dennoch die Übersicht. Zwar ist die Kamera recht nah am Fahrzeug, dafür aber im richtigen Winkel, so das man zumindest genug von der Strecke sieht, was bei dem angesprochenen hohen Gamespeed nicht unwichtig ist. Dazu die Kartenfunktion auf dem Touch Screen, die einen perfekten Überblick gibt wo man selber und die Kontrahenten zu finden sind. Im gesamten ergibt sich dennoch ein zwiespältiges Bild mit zuviel negativen Dingen. Zu wenige Strecken und damit Inhalte, Charaktere die sich nur Äußerlich unterscheiden und nicht in der Fahrbarkeit und Unzulässigkeiten bei manchen Strecken und Passagen im Zusammenspiel mit der Steuerung. Hier fehlt zu einem Diddy Kong Racing oder Mario Kart schon noch einiges. Auf Leicht seid Ihr zudem in 2-3 Stunden durch. Dies ist dann im gesamten doch einfach zu wenig für einen Funracer auf dem DS.

Grafik & Sound....

Bei der Präsentation fehlt manchmal so ein wenig die klare Linie. Zwar sind alle Strecken kunterbunt und auch reichlich gesegnet mit allerlei kleinen Effekten. Dennoch ist manchmal die Streckenführung nicht immer sofort ersichtlich. Hier muß man zwangsläufig einige mal die Strecken gefahren sein. Vor allem die angesprochenen verwinkelten Passagen seien hier angesprochen. Wiegesagt sehr gut ist der Gamespeed und die technische Seite. Kollisionen und Rempler enden nicht gleich im Stillstand oder ähnlichen Unzulänglichkeiten. Effekte sind wie erwähnt genug vorhanden und mischen sich gut zwischen Strecken und Items, auch wenn man diese hier bei weitem nicht so dringend braucht wie in anderen Genre Kollegen. Die Gestaltungen der Charaktere und Vehicle sind ordentlich und bieten ebenfalls passend zu verschiedenen Ereignissen auf den Strecken so ihre Animationen.

Der Sound ist durchweg gelungen und erfreut das Gamerherz mit beschwingten und melodischen Klängen. Diese passen sehr gut zum Genre und unterhalten durchweg. Zudem kommt das ganze überraschend in einer Surround Ausgabe aus den Lautsprechern, was man dem ganzen durchaus anmerkt bzw. anhört. Dazu kommen Effekte der Items und vor allem kleine Schreiereien der Fahrer, sobald man ihnen etwas "Gutes" tut oder einem selber gezeigt wird wie ein Bombe funktioniert. ;-)

Multiplayer....

Der Multiplayer schwächelt in diesem Spiel ganz klar aufgrund des Multicard Feature. Mit nur einer Karte wäre er sicher das Highlight des Spiels gewesen. Denn neben Einzelrennen kann man hier auch Meisterschaften fahren. So aber eben nur gegen Spieler mit der gleichen Ausrüstung, was sich in meinen Augen nicht lohnt. Auch gibt es nur hier den Schlacht Modus, der sein Vorbild in der Battle Variante eines Mario Kart hat. Zwar stehen hier nicht diverse Ballons im Vordergrund, dennoch ist das Prinzip das gleiche. Alle starten mit 3 Leben und in 5 Arenen, die den Strecken nachempfunden sind, geht es darum unter zuhilfenahme der Items die Gegner zu treffen oder in das Verderben fahren zu lassen.

Fazit....

Dafür das der Titel eigentlich schon seit fast ewiger Zeit in den Releaselisten herumgeistert, ist das finale Produkt eher enttäuschend. Das beginnt beim eigentlich minimalen Inhalt, der nur durch veränderte Streckenführungen ausgeglichen wird, reicht über die sich nicht unterscheidenden Charaktere bis hin zu Ungereimtheiten in Sachen Steuerung und manchen Streckenteilen. Kein Wi-Fi oder ein Multiplayer als Single Card Variante heben so den Langzeitspaß nach oben. Dazu bietet man im gesamten einfach zu wenig um mit den Größen der Szene mitzuhalten. Denn selbst einige GBA Funracer bieten spielerisch mehr. Wer nicht unbedingt jeden Funracer mal gespielt haben will, muß Cocoto Kart Racers sicherlich nicht besitzen.

 

+ Guter Gamespeed
+ Soundstücke gelungen
+ Farbenfrohe Strecken
+ Übersicht/Kartenfunktion
+ 3 Schwierigkeitsgrade
- Zu wenig Strecken
- Charakterwahl nicht entscheidend
- MP nur als Multicard Variante
- Manche Streckenpassagen
- Im gesamten zu wenig Umfang

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER: 50%

GESAMTWERTUNG: 55%

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