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NDS Chicken Attack DS
 
 
Chicken Attack DS - NDS
Kilian Pfeiffer (28.12.2007)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp entertainment
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Ein Hühnchen geht auf Reisen. So oder so ähnlich könnte man das Abenteuer der Henne Paula beschreiben. "Chicken Attack DS" erfüllt mit dem dort Gebotenen alle Aspekte, die ein waschechtes - neumodisch gesprochen - "Casual Game" erfüllen muss. Leicht zugänglich, jederzeit und ohne weiteres beendbar und doch in gewisser Art und Weise spaßig. Solltet Ihr mit dem PC firm sein und dort im Internet das eine oder andere Mal softwaremäßig kostenlose Spielchen angezockt haben, könnt Ihr vorliegenden Titel ungefähr einordnen. "Chicken Attack DS" richtet sich nicht nur an Gelegenheitsspieler und Neulinge im Segment, sondern orientiert sich vor allem am Klassiker "Arkanoid". Mit einem Raumschiff schippert Ihr dort am unteren Bildschirmrand entlang und befreit den Bildschirm mit Hilfe einer Kugel von unnützen Blöcken. Wie dies mit der Henne Paula umgesetzt wurde, erfahrt Ihr im Verlauf des Testes.

Menus und die Story....

Die Henne Paula ist schon eine komische Flattertante. Denn neben ihren Flügeln trägt sie eine Art schwungvoll designtes Stück Metall zwischen den Krallen. Dieses dient zum tennisartigen Hin- und Herschießen des gestählten Energieballs, der dafür sorgt, dass Ihr Mission um Mission erledigt und im Spiel voranschreitet. Eine ausgeklügelte Story ist für einen derartigen Titel überflüssig, Paula ist in ihrem Auftreten vollkommen ausreichend.

Dennoch belastet sie eine Sache schwer: ihre Küken sind verschwunden und befinden sich in den Klauen fieser Zeitgenossen. Wobei Zeitgenossen eher den falschen Begriff darstellt, vielmehr solltet Ihr deren Dasein so schnell als möglich beenden - die Waffe hierfür stellt ein Ball dar, der in verschiedenen Ausführungen über das Feld geschossen wird. Des Weiteren wollen die verschollenen Kükenkinder von Paula aus der Gefahr gebannt und in Sicherheit zurückgebracht werden. Auf einen Mehrspieler-Modus verzichteten die Mannen von "Snap Dragon Games" indes, obwohl für Gelegenheitsspieler dieser wie geschaffen wäre.

Technik und Gameplay....

Henne Paula ist im Spiel selbst mit einem stählernen, überdimensionalen Schläger bewaffnet, den sie als Schläger für den Ball benutzt. Wahlweise steuert Ihr die kecke Körnerfresserin mit dem Steuerkreuz, besser funktioniert dies allerdings mit dem Stylus, da Ihr die Steuerung der Protagonistin direkt übernehmt und auf dem Touchscreen hin- und hermanövriert. Scheue Kücken, die in Nestern zusammengepfercht irgendwo in den von unten nach oben laufenden Missionen auf die Befreiung warten, wollen vom Ball getroffen werden, so dass zum einen Ihre erzwungene Behausung zerstört, zum anderen der Weg zu ihrer Mutter freigelegt wird. Beinahe alle Objekte, die Ihr in der Landschaft vorfindet, sind durch Beschuss "kaputtbar", jedoch wollen häufig erst bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um Barrieren deaktivieren zu können. Meistens handelt es sich hierbei um Mauern, Statuen, Hecken, sowie hin- und hermarschierende Feindkohorten.

Abhängig vom Schwung, den Ihr der Henne mit auf den Weg gebt, katapultiert Ihr den Ball vom Touch- auf den Topscreen und hofft darauf, möglichst viele Gegenstände in ihre Einzelteile zu zerlegen. Leider ist die Ballphysik bei weitem nicht so präzise, wie es in vergangenen "Arkanoid"-Umsetzungen der Fall war, dennoch klappen auch gezielte Manöver nach einigen Versuchen ganz gut. Über 50 Levels sind bei "Chicken Attack DS" zu finden - auch wenn jedes einzelne nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, dient der Titel als zwischenzeitlicher Zeitvertreib recht gut. Dies liegt nicht unbedingt an den feindlich gesinnten Furien, den Wächtern oder den Kannibalen, die sich im Schutze ihrer Körbe zu verstecken versuchen, sondern an der Motivation im Hauptspiel voranzukommen.

Selbstredend, dass diverse Power-Ups das Spielvergnügen bereichern und für abwechslungsreiche Momente sorgen. Hier wäre aber durchaus mehr drin gewesen. Leider wirken die anwendbaren Items uninspiriert und knüpfen nur bedingt an die Genialität des Klassikers an. Gelingt es Euch bestimmte Objekte im Spiel zu zerstören oder festgelegte Voraussetzungen zu knacken, erscheinen Bonus-Items, die Paula einsammeln kann, jedoch nicht muss. Denn, wie man sich vorstellen kann, existieren auch Gegenstände, die negative Auswirkungen auf den Ballverlauf haben. Dessen ungeachtet überwiegen positive Effekte: ein vergrößerter Ball besitzt erfahrungsgemäß zusätzliche Angriffsfläche und leert den Topscreen in rasender Schnelle, der Ping-Pong-Ball wird an einem Seil nach vorne geschleudert und bleibt somit unter Eurer Kontrolle, um effektiv auf dem Bildschirm "aufzuräumen". Zwei Bälle gleichzeitig zu kontrollieren, stellt zwar eine zusätzliche Herausforderung dar, schenkt aber auch größere Möglichkeiten auf einen erfolgreichen Missionsausgang, ähnlich der Maus-Granaten, die in Kamikaze-Form beim nächsten Berührungsobjekt in die Luft fliegen und für mächtig Rambazamba sorgen. Weil sinnvolle Items die Negativ-Power Ups überwiegen, ist es folglich nicht spielentscheidend wenn Euer Ball kurzzeitig mal verrückt spielt oder als Mini-Variante über den Bildschirm saust.

Auch im Hinblick auf die Level-Architektur haben sich die Entwickler in die Vollen geworfen, wobei auf lange Sicht die wiederkehrenden Situationen für Ernüchterung sorgen und in gewisser Weise den Spieltrieb einschränken: dass Blöcke durch Berührung des Balles zerbersten, dürfte keine Neuigkeit darstellen, allerdings existieren ebenso hochexplosive Minen, die detonieren können. Nicht zu beeinflussende Ventilatoren verändern die Bahn des Balles, Transporter hingegen befördern diverse Blöcke in eine bestimmte Richtung. Was wiederum bedeutet, dass Ihr auf Eure Ballaktionen Acht geben müsst, um kein Hennenleben zu riskieren. Im Endeffekt bleibt Euch jedoch eine unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten, da die Software nach jeder Stage speichert und Ihr von dort aus erneut losflattern dürft.

Grafik & Sound....

"Chicken Attack DS" geht als Paradebeispiel für ein Gelegenheitsspiel durch, denn tiefgründiges Eintauchen in fantasievolle Welten ist hier nicht geboten. Vielmehr bewegt Ihr Euch auf relativ seichtem, storylosem Terrain, was auch hinsichtlich der grafischen Darstellung ähnlich bleibt. Die aztekisch angehauchten, aus der Vogelperspektive betrachteten Untergründe, sind unspektakulär in ihrer Darstellungsweise, beinahe baukastenmäßig wirkt die Zusammensetzung der Levelarchitektur. Ein optischer Schnellschuss ist zwar etwas anderes, ein grafischer Hit hingegen aber auch. Weder gibt es Zwischensequenzen noch prächtige "Schmankerl" zu vermelden, was den Titel eindeutig im grafischen Hinterfeld ansiedelt.

Rasseln und Trommeln beherrschen das Soundbild des Nintendo DS-Titels. Bedauerlicherweise konnte man keine abwechslungsreiche Musikgestaltung in das Geschehen integrieren. Inspirationslos wirkt die Zusammensetzung, auch die Abwechslung bleibt auf Dauer auf weiter Strecke liegen. Einige "wirkliche" Melodien hätten hier "Wunder" vollbracht.

Fazit....

Gelegenheitsspieler, die gerne ohne Anspruch auf virtuelle DS-Reise gehen und nicht mehr als zehn Minuten am Tag in eine Fantasiewelt abtauchen wollen, sind bei "Chicken Attack DS" an der richtigen Adresse. Ohne großartige Vorkenntnisse ist es möglich, direkt in das Geschehen einzutauchen und auf die Suche nach den Küken zu gehen. Ok, bezogen auf die über 50 Missionen, ist die Abwechslung eher bescheiden, der Aspekt des Gelegenheitsspielchens aber immer noch gegeben. Das "Arkanoid"-Prinzip funktioniert auch heutzutage noch, mehr spielerische Einfälle wären aber wünschenswert gewesen.

 

+ eingängiges Spielprinzip
+ 50 (kurze) Stages
+ diverse Ballmodifikationen
- "Casual Game" ohne Tiefgang
- enttäuschende Grafik
- unrealistische Ballphysik

GRAFIK: 39%

SOUND/EFFEKTE: 45%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 59%

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