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NDS Bratz Super Babyz
 
 
Bratz Super Babyz - NDS
Kilian Pfeiffer (14.03.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: THQ
GENRE: Minispielaction
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Noch gar nicht lange sind sie von der Bildfläche verschwunden gewesen, da tauchen sie mir nichts, dir nichts auch schon wieder auf. Zwar in abgewandelter Weise, dennoch unverkennbar, dass es sich bei den vier geschminkten Gestalten um die Bratz-Girls handelt. In Kleinkindform erobern die beliebten US-Girlies also erneut den Bildschirm des DS-Handhelds und versuchen abermals die Spielerschaft mit ihrem charakteristischen Tussi-Charme zu betören. Der Titel richtet sich ganz klar an eine sehr junge Zielgruppe, insbesondere das weibliche Geschlecht, das sich mit kleinkindartigen Modepüppchen wohl am besten identifizieren kann. Zugänglicher war ein "Bratz"-Titel wohl bisher kaum, denn im Endeffekt wird Euch vorgegeben, was im Spiel zu tun ist. So eignet sich der Titel ganz besonders für Handheld-Einsteiger und waschechte Fans der Serie. Schließlich überzeugt die vorliegende Software im Vergleich zu anderen Teilen der Serie deutlicher, als man es hätte angenommen.

Menus und die Story....

Im Hauptmenü angekommen, fällt von vorneherein auf, dass jede Menübestätigung durch einen nervigen Ton begleitet wird, ebenso der Abbruch eines Unterpunkts. "Kann ja gut losgehen", denken wir uns, werden aber eines (etwas) Besseren belehrt, denn neben dem "Abenteuer" wartet eine Sektion mit insgesamt sieben freispielbaren Mini-Games auf Euch, weiterhin ein "Mehrspieler"-Modus, der allein wegen des restlos lachhaften Inhalts als Anmaßung verstanden werden dürfte. Mehr dazu im diesbezüglichen Abschnitt weiter unten. Wie es sich für einen "Bratz"-Titel gehört, ist dieser eingedeutscht, auch wenn man nicht mehr als untertitelte Gespräche erwarten kann. Viel zu lesen habt Ihr aber nicht, dafür Aufgaben, die schnell verstanden sind und zügig "abgearbeitet" werden können.

Hinsichtlich der Story haben sich die Entwickler der alles andere als kultigen Schmiede "MGA Entertainment" eine der absurdesten Stories überhaupt ausgedacht. Wie man die Lizenz nur so absonderlich aus dem Kontext reißen kann, ist uns schleierhaft - gut, dass das Ergebnis reifere Früchte abwirft, als frühere Serienteile: die Miniversionen der Bratz-Püppchen sind zu Besuch bei ihrer Großmutter und sind voller Vorfreude auf den Besuch im Abenteuerland, einem Erlebnispark der Extraklasse. Was sie dort erwartet, ist bislang kaum fassbar und grenzt an einen Traum - die Superbuds sind zu Gast, vier Fantasy-Helden, die unheimlich beliebt sind und Kultstatus haben. Bedauerlicherweise wird der großartig geglaubte Parkbesuch jäh von fremdartigen Alienwesen unterbrochen. Diese halten die Super Babyz für eine herrschende Gruppe kesser Mädels, die das Zepter in der Hand hält. Dass den Außerirdischen dies ziemlich unrecht erscheint, ist Anlass dafür, dass sie nun selbst mit allen Mitteln versuchen, die langschpfigen Girlies vom "Thron" zu verjagen.

Technik und Gameplay....

Wenn auch die Touchscreen-Fähigkeiten des Nintendo DS kaum zum Einsatz kommen, ist der Titel wegen seiner 3D-Darstellung für den DS prädestiniert. Zwar hätte man auch den Game Boy Advance als Plattform wählen können, dort aber wohl Abstriche in der grafischen Darstellung machen müssen. So läuft die bereits im jungen Alter reichlich geschminkte Bande durch plastische Welten. Das Ziel der sechs Levels, die wiederum in Unterabschnitte unterteilt wurden, ist es, anspruchslose Aufgaben zu bewerkstelligen, die oftmals nicht viel mehr erfordern, als Gegenstand "X" zu Person "Y" zu bringen. Gesteuert wird klassisch mit dem Steuerkreuz, der Touchscreen zeigt Euch eine Übersichtskarte des jeweiligen Gebietes, auf welchem nicht nur das derzeit gesteuerte Super Baby verzeichnet ist, sondern auch der jeweilige Zielpunkt, den es zu erreichen gilt. So haben Spieler zu jederzeit den vollen Überblick über das Geschehen, einfacher hätte es der Entwickler nun wirklich nicht mehr machen können. Zu einfach, wie wir finden!

Jedes Mädel muss in jedem Level einer Aufgabe nachgehen, die Reihenfolge ist hierbei vorgegeben, ebenso die Gesundheitsanzeige am linken oberen Bildschirmrand. Rechts oben erkennt Ihr die Anzahl an Edelsteinen, die Ihr in der aktuellen Mission bereits eingesammelt habt. Fünf Stück der wertvollen Klunker liegen in jedem Abschnitt offensichtlich am Boden. Je mehr Ihr von den geschliffenen Juwelen findet, desto mehr Extras schaltet Ihr frei. Kleidungsstücke, Mini-Spiele und Film-Boni warten darauf, zugänglich zu werden. Allerdings lohnt sich die eifrige Sammelei nur für absolute Fans der Serie, denn die Inhalte sind es im Grunde kaum wert, freigeschaltet zu werden. So lauft Ihr in der Regel zu einer Zielperson, nimmt deren Auftrag an (beispielsweise einige Ballons innerhalb eines Zeitlimits einzusammeln), führt diesen durch und begebt Euch erneut zum Auftraggeber, um die Mission als abgeschlossen zu betrachten. Anfänglich retten die Bratz ihre Haustiere in der Umgebung von Omis Haus: so müsst Ihr dank eines Gartenschlauchs einen Gully zum Überlaufen bringen, um das dort befindliche Lieblingstier retten zu können, andererseits im Abenteuerland das Gruselkabinett schadlos überstehen. Doch bevor es losgeht, soll ein dicker Elefant vom Eingang weggelockt werden. Dies alles geschieht durch bloße "A"-Knopf-Drückerei, die Level-Karte zeigt Euch per Ausrufungszeichen den/die Zielort/Zielperson an. Ab und an werdet Ihr in Minispiele beordert, die wenig innovativ gestaltet wurden und ähnlich wie der gesamte Titel "babyleicht" sind. Passend zum Titel des Spieles. Ein Beispiel gefällig? Bei der Alienjagd erkennt Ihr eine Planetenoberfläche, die von Kratern überzogen ist. Aus jenen schielen im Sekundentakt hässliche Außerirdische in unterschiedlichen Farben und Formen. Dank eines Informationsfensters wisst Ihr darüber Bescheid, auf welche Gattung Ihr Euch konzentrieren sollt, beziehungsweise welchem Getier Ihr eins auf den Deckel gebt. Gelingt Euch hier ein gutes Ergebnis - welches locker machbar ist - geht Ihr als Sieger vom Feld. In der Schießbude geht es mit einer Schleuder zu Werke, die Beanbags verschießt - selbstverständlich mithilfe des Stylus' - auch dabei handelt es sich um eine durchaus machbare Aufgabe, die sowohl wenig Anspruch an den Spieler stellt, als sich auch nicht gerade mit innovativen Ideen bekleckern kann. Weiterhin sammelt Ihr mit einem Körbchen Obst, das vom Topscreen aus herunter geworfen wird. So wie der Hund an die Leine gehört, gehört das Anprobe-Zimmer zu den Bratz-Babies. Nicht umsonst genießt das Einkleiden der toughen Schönheiten erneut oberste Priorität, nimmt aber keinen derartig hohen Stellenwert wie in früheren Abenteuern mehr ein.

Grafik & Sound....

Erneut ist im Bratz-Land wohl der Kreativ-Topf umgefallen, nicht anders ist es zu erklären, dass man sich an eine anständige 3D-Umgebung herantraut, die zwar bereits schon in "Bratz 4 Real" verwendet wurde, dennoch auch hier Sinn macht, wenngleich das Setting und die Spielfiguren andere sind. Auch wenn die Umgebungen sehr knapp bemessen wurden, können Häuser und Landschaftsdetails größtenteils überzeugen. Weniger gefielen uns die gequält zusammengeschrumpft wirkenden Charaktere, seien es die Bratz an und für sich oder die diversen Zielpersonen im Spiel. Wenig spektakulär fallen hingegen die viel zu simplen Minispiele aus - nervig unter vielen ist das klassische Bilder-Verschieben: grauenhaft und schon tausend Mal an anderer Stelle gesehen.

Im Vergleich mit vergangenen DS-Umsetzungen kann man sich dieses Mal richtig glücklich schätzen, nicht ständig auf Situationen zu stoßen, bei welchen man auf den Sound komplett verzichten muss. Der Großteil des Spieles bietet Euch eine angenehme Musikuntermalung, die das kindliche Setting angenehm unterstreicht und das Flair der bunten Prima-Ballerina-Versoftung wiedergibt. Wie sooft wird eine Sprachausgabe auch bei diesem Titel schmerzlich vermisst - auch angesichts der wenigen zu vertonenden Textstellen.

Multiplayer....

Sofern Euch das Schicksal in die glückliche Lage bringt, zwei DS-Module Euer Eigen zu nennen, dürft Ihr gar ein Spiel zu zweit bestreiten. Oh wie edel, wären da nicht die inhaltsleeren und aufgesetzt wirkenden Edelstein-Sammelaktionen, die gegeneinander ausgetragen werden wollen. Ist es um die Entwickler wirklich so schlecht bestellt, als dass diese keine Ideen haben? Derartig langweilige Kost in einen Multiplayer zu weben, ist eine Frechheit! Nach weniger als zwei Duellen schickt Ihr Eure Freundin besser wieder nach Hause, denn der Mehrspieler ist es einfach nicht wert gespielt zu werden. Vor allem ist eine Umgebung einfach viel zu dürftig. Aber sparen wir uns besser die Worte...

Fazit....

"Bratz - Super Babyz" orientiert sich an der erfolgreichen Lizenz rund um vier Girlies, die die Intelligenz nicht gerade mit Löffeln verabreicht bekamen. Auch wenn die Kommentare größtenteils sinnfrei bleiben, ist das zugängliche Abenteuer mitsamt der wenig inspirierenden Minispiele besser als seine Vorgänger-Titel - wenngleich auch kein Meilenstein der Videospiel-Geschichte. Hierzu muss ein paradigmatischer Komplettwechsel des Gameplays vollzogen werden. Allerdings bewegt man sich auf dem richtigen Weg, obzwar mit kleinen Schritten. Fans der Serie werfen wie immer einen Blick auf das Spiel, auch, ob ihnen das Baby-Setting überhaupt zusagt.

 

+ Bratz-Lizenz
+ technisch auf dem richtigen Weg
- viel zu kurze Spielzeit
- öde Minispiele
- kein spielerischer Anspruch

GRAFIK: 64%

SOUND/EFFEKTE: 63%

MULTIPLAYER: 11%

GESAMTWERTUNG: 41%

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