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NDS Balls of Fury
 
 
Balls of Fury - NDS
Kilian Pfeiffer (13.01.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: dtp entertainment
GENRE: Sport
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Seitdem Tischtennis auf der Wii in körperfordernder Kultur betrieben werden darf, sind Cracks des Ballsports bestens bedient. Endlich den kleinen, aus Plastik gefertigten Ball mit voller Wucht über den übersichtlichen Tisch jagen, seinen Gegner zur Weißglut bringen, um letztendlich den Punkt für sich zu entscheiden. Auf der Wii erfährt man als Freund des energiegeladenen Sports, was dieser vom Spieler im Besonderen fordert. Aufmerksamkeit, das notwendige Quäntchen Ballgefühl sowie der Wille zum Sieg. Warum faseln wir eigentlich die ganze Zeit über den Ableger für die Wii? Immerhin gibt es doch - "Zoo Digital Publishing" sei dank - mit "Balls of Fury" ein actiongeladenes Untergrund-Tischtennisspiel. Samt Filmlizenz und durchgeknallter Storyline!

Menus und die Story....

Einen waschechten Tischtennis-Ableger für den Nintendo DS gab es bislang noch nicht auf dem Doppelbildschirm zu bestaunen. Umso glücklicher schätzen wir unsere Lage, Euch heute das spielerische Debüt in ausführlicher Weise vorstellen zu dürfen. Denn mit "Balls of Fury" wird nicht nur ein durchdachter Sporttitel abgeliefert, der von Zeit zu Zeit ein richtiger Spaßgarant sein kann, sondern ebenso eine Hintergrundgeschichte gesponnen, die den in unseren Breitengraden relativ unbekannten Film detailgetreu nacherzählt - auch wenn letztere lächerlich ausfällt.

Diejenigen, die im wahren Leben einen Tischtennisschläger bereits in ihren Händen halten durften, wissen, dass diese Ertüchtigung nur für hart gesottene Sportfanatiker gedacht ist. Leute, die ähnlich viel Ballgefühl wie Haare auf den Handflächen haben, werden ob des anstrengenden Sports schnell das Handtuch werfen. Umso besser, dass auf dem Nintendo DS lediglich die Hand zum Einsatz kommt. Beruhigt könnt Ihr Euch also auf der gemütlichen Couch platzieren, genüsslich an der Cola schlürfen und die dem Titel zugrunde gelegte Story verfolgen. Randy Daytona, der Held des Titels, einstmals umworbener Tischtennis-Champion und heutzutage ähnlich unsportlich wie ein frittiertes Hühnchen, will Rache ausüben. Feng, ein fieser Zeitgenosse, der vor langer Zeit Randys Vater umgebracht hatte, ist das Ziel seines Planes. Logisch, dass Tischtennis die beste Möglichkeit darstellt, sich an dem Untergrundverbrecher zu rächen ;-) . Solltet Ihr auch Interesse am Film haben, dürfte Euch dieser Aufschluss über die Hintergrundgeschichte geben, denn in "Balls of Fury" wird die Geschichte lediglich in langweiligen Standbildern und einigen Textkästen fort gesponnen...

Technik und Gameplay....

Widmet man sich vornehmlich dem "Story-Modus", folgt man nicht nur der Hintergrundgeschichte des offiziellen Filmes, sondern eben auch der des Spieles. Spannend ist dieser Modus allemal, da nicht nur drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl stehen, sondern Euch eben auch die unterschiedlichsten Charaktere aus dem wenig erfolgreichen Streifen das Leben schwer machen wollen. Der gesamte Titel lässt sich im Übrigen mit dem Touchpen bewältigen, was sich nicht nur auf das Menü beschränkt, sondern sich ebenso im Gameplay fortsetzt. Mit dem Stylus steuert Ihr im Endeffekt den Tischtennisschläger - von links nach rechts und selbstverständlich in gewisser Weise auch in die Tiefe des Raumes hinein. Logisch: beim Tischtennis sind Volleys nicht erlaubt, was wiederum bedeutet, dass der Ball des Gegners mindestens einmal den Plattenbereich auf Eurer Seite berührt haben muss, um weitergespielt werden zu dürfen. In der Regel dauert ein Match solange, bis einer der Kontrahenten elf Punkte für sich entscheiden konnte. Allerdings erlaubt der Titel in diversen Einstellungsmöglichkeiten, die Regeln nach Belieben abzuändern und Euren Wünschen anzupassen.

Dass man jeweils zwei Aufschläge in Folge durchführen darf, könntet Ihr als - eventuell - Sportinteressierte bereits wissen, letztendlich erfahrt Ihr dies im Spiel aber durch das praktische Lernen. Ein Tutorial gibt es hingegen nicht. Weil der "Story-Modus" mit der Zeit immer anspruchsvoller wird und bereits Duelle im Schwierigkeitsgrad "leicht" für angestrengte Gesichtszüge sorgen, ist der Anspruch, der an den Spieler gestellt wird, äußerst hoch und in vielen Fällen kaum zu meistern. Mit viel Übung und der Nutzung aller möglichen Power-Aufschläge und -Schüsse solltet Ihr aber mit der Zeit in das Spiel finden und die ersten Erfolge feiern können. Denn Randy hat trotz seines jetzigen äußeren Auftretens wohl nicht alle Fähigkeiten seiner mühsam aufgebauten Tischtenniskarriere eingebüßt. Abhängig von Eurem Gegenüber erwarten Euch während der rasanten Duelle diverse Superschüsse, die Ihr abzuwehren habt, andererseits aber auch selbst zum Besten gebt. Im Repertoire der Tischtennisspieler finden sich fiese Rückdrall-Aufschläge, ebenso wie Stop-and-Go-Angaben, Zickzack-Angriffe und durchschlagende Blitz-Attacken. Abhängig von der Power-Anzeige, die links oben am Topscreen zu finden ist, erkennt Ihr, wann kraftvolle Superattacken zur Verfügung stehen. Jeder Spieler nennt eine ganz bestimmte sein Eigen, wobei man hier zwischen wilden Feuerbällen, unvorhersehbaren Teleport-Schüssen, wirbelwindartigen Tornado-Fegern und kaum erreichbaren Looping-Bällen unterscheiden sollte. Per Knopfdruck aktiviert Ihr diese, allerdings lassen sie sich nur kurzzeitig einsetzen und eignen sich hervorragend zum Punkten. Alternativ dürft Ihr Euer Gegenüber mit bösen Spottsprüchen ablenken - aber erst dann, sobald ein kleines Ausrufezeichen unterhalb der Power-Anzeige erscheint.

Dass Ihr ebenfalls angeschnittene Bälle, gut platziertes Körperspiel und scharfe Attacken in petto habt, dürfte angesichts der vielschichtigen Ballmöglichkeiten offensichtlich sein. Auch wenn der "Story-Modus" mit Randy Daytona durchgespielt wird, warten immer noch neun weitere, durchaus interessante und abwechslungsreich zu spielende Filmfiguren auf ihren Einsatz - unterschiedliche Gameplay-Fertigkeiten ermöglichen Euch ein interessantes Tischtennisspiel, beispielsweise im "Arcade-Modus" oder im "Exhibition-Modus". Neben den allgemeinen Dingen, die es bei einem Tischtennismatch zu wissen gilt, sei insbesondere auf die Atmosphäre verwiesen, die innerhalb des Titels eine recht gute Figur macht. Nicht nur wegen der ziemlich schäbig wirkenden Austragungsorte - eine chinesische Sporthalle, ein Olympiazentrum oder eben der Hobbyraum des widerwärtigen Feng. Sechs Örtlichkeiten gilt es zu besuchen, insgesamt zwölf Pokale zu gewinnen, die durchaus auch als Challenges angesehen werden können. So erhaltet Ihr beispielsweise einen Pokal für den erfolgreichen Abschluss der Hauptstory, andererseits aber auch dann, wenn Ihr den "Arcade-Modus" für Euch entschieden habt. Anspruchsvoll wird es, wenn es gar gilt einen Spielmodus ohne Spezialbewegungen durchzuspielen oder zehn "Exhibition-Modus"-Spiele am Stück zu gewinnen.

Grafik & Sound....

Ob grafisch der "Tennisgott" einen guten Tag hatte, bleibt zu bezweifeln, denn trotz der netten Darstellung der verschiedenen Austragungsorte, merkt man dem Titel die optisch dürftige Gesamtqualität an. Allein die sich ruckhaft bewegenden Charaktermodelle sind ein Beweis dafür und im Gesamten nur bedingt ansprechend. Die Steuerung des Schlägers funktioniert fabelhaft, allerdings sind einige Spezialbälle nur mit sehr viel Glück zu erreichen - im schwersten aller drei Schwierigkeitsgrade bleibt Euch teilweise kaum mehr die Luft zum Atmen, derartig schnell übertrumpft Euch Euer Gegenüber. Atmosphärisch und für das Flair äußerst gelungen sind die unterschiedlichen Örtlichkeiten hingegen schon, wenn auch nicht viel mehr.

Der rockende Sound ist ein Pluspunkt, der dem Spiel gut steht und dank der imitierten Gitarrenmucke für wohltuende Duell-Atmosphäre sorgt. Wechselhafte Melodien gefallen durch die Bank weg, für richtige Ohrwürmer hat es hingegen aber nicht gereicht. Auf eine Sprachausgabe müssen wir Spieler ebenfalls verzichten, denn die Story wird in einfachen Texten zum selbstständigen Lesen fortgeführt.

Multiplayer....

Auch das Spiel gegeneinander steht an, obwohl man leider einen Einzelkarten-Modus vermisst und lediglich ein Multi-Kartenspiel ausgeführt werden darf. Nichtsdestotrotz sind actionreiche, spezialschussverseuchte Matches eine interessante Abwechslung, um den wahren Champ an der Tischtennisplatte zu ermitteln. Großartige Spielmodi-Auswahlmöglichkeiten bietet Euch der Titel hingegen bedauerlicherweise nicht.

Fazit....

"Balls of Fury" ist ein Titel, der aus der Lizenzmasse heraus sticht, da er sein Handwerk zu verstehen weiß. Das Tischtennisdebüt funktioniert im Gesamten recht reibungslos, allerdings sind es der hohe Anspruch und letztendlich die geringe Abwechslung auf lange Sicht, die dem Titel eine bessere Wertung verwehren. Die Atmosphäre stimmt durch die Bank weg, auch die freischaltbaren Spielerprofile mit unterschiedlichen Angriffsvarianten überzeugen. Hätte man noch spielerische Abwechslung in den sportlastigen Titel hineingesteckt und die Präsentation der lächerlichen Story ein wenig aufgepeppt, wären ein paar Prozentpunkte mehr drin gewesen. Dennoch ein netter Tischtennstitel, der für den Anfang gute Arbeit leistet.

 

+ einfache Steuerung
+ gelungene Atmosphäre
+ Gameplay-Möglichkeiten
- insgesamt fehlende Abwechslung
- recht schwer zu meistern
- durchgeknallte Filmstory

GRAFIK: 56%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER: 67%

GESAMTWERTUNG: 69%

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