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NDS My Baby Boy/Girl
 
 
My Baby Boy/Girl - NDS
Kilian Pfeiffer (26.12.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: Electronic Arts
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Ja
ALTERSFREIGABE: 3+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.40 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Und plötzlich kreischt jemand aus dem Zimmer nebenan! Gellend ist der Schrei, beinahe so, als hätte jemand ein schwerwiegendes Problem. Aber nein, es ist doch nur das Baby, das wieder mal die Flasche will. Und das in regelmäßigen Abständen, immer und immer wieder. Für die Eltern kann das äußerst anstrengend sein, vor allem für das eigene Nervenkostüm, das dadurch ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei „My Baby Boy" und „My Baby Girl" gehört besagte Situation zum Alltag. Solltet Ihr an der Software interessiert sein, ist Vorsicht angebracht, denn nicht beide Titel versprechen unterschiedlichen Inhalt. Zwar beginnt Ihr bei „My Baby Boy" mit einem männlichen Kleinkind, das es zu versorgen gilt, bei „My Baby Girl" mit einem weiblichen – nach dem Durchspielen stehen Euch jedoch dann beide Babies zur Verfügung. Obwohl dieser Unterschied auf dem Packungsrücken des Spiels erwähnt wird, halten wir diese Vorgehensweise für fragwürdig. Denn in der Regel kann man als Käufer davon ausgehen, dass unterschiedliche Titel unterschiedliche Inhalte mit sich bringen. Diejenigen, die bei beiden Spielen zuschlagen, dürften die Gelackmeierten sein.

Menus und die Story....

Gleich zu Beginn gilt es, den Elternpart zu wählen, für den man sich im Folgenden entscheidet. Ob Mutter oder Vater, ist also zunächst gleichgültig. Der kleine Strampler ist die Attraktion des Spieles, um ihn dreht sich die Musik, um ihn habt Ihr Euch zu sorgen und all jene Dinge zu übernehmen, die ein Kleinkind nun mal einfordert. Das Spiel simuliert im Übrigen die Entwicklung kurz nach der Geburt bis hin zum lauffähigen Alter. Bis es soweit ist, gilt es, eine Menge Strapazen auf sich zu nehmen.

Spielerische Abwechslung abseits der Kleinkindthematik bleibt indes nicht. Die Babies aus „My Baby Boy" und „My Baby Girl" fordern Eure gesamte Aufmerksamkeit und daher bleibt wenig Zeit, sich anderweitig zu unterhalten. Junge Mädels – eventuell auch Jungs – werden das Erziehen der kleinen Schreihälse zu lieben wissen. Früher hat man mit Puppen seine Kindheit verbracht, heutzutage wird das Kleinkind eben auf dem Bildschirm simuliert.

Technik und Gameplay....

Babys Alltag ist ganz schön anstrengend. Da geht es bereits in tiefster Nacht mit dem Geheule nach der Milchflasche los. Anstatt die Brust zu geben, haben die Entwickler „Dancing Dots" die Flasche gewählt, um die Racker nun mit dieser zu füttern. Selbstverständlich durch Verwendung des Touchpens, von dem in den Titeln reger Gebrauch gemacht wird. Jede Aktion wird durch den Einsatz des Stylus quittiert. Kinderschwester Clara beobachtet die gesamte Entwicklungsphase des Schützlings, gibt Euch in geeigneten Momenten Ratschläge und zeigt Euch, wie die Versorgung des Kleinen am besten zu bewerkstelligen ist. George hingegen, der Kinderarzt, zeichnet dafür zuständig, die psychomotorische Entwicklung des/der Kleinen zu überprüfen.

Gleich zu Anfang werdet Ihr daher angewiesen, Eurem Kind zu lehren, dass es Eurer Hand respektive einer Rassel mit den Augen folgen solle. Um die kindliche Aufmerksamkeit auf Euch zu lenken, reicht der Einsatz der eigenen Stimme über das Nintendo DS-interne Mikrofon. Das Kind horcht auf und siehe da: Das Interesse ist auf Eurer Seite! Der erste Erfolg zu später Stunde! Na dann wollen wir mal die Flasche reichen. Diese, wie auch andere Tätigkeiten, lassen sich mühelos über eine menüähnliche Darstellung des eigenen Hauses auswählen. Die Flasche reicht Ihr mithilfe des Touchpens, obwohl der Kleine nicht immer dazu bereit ist, zu nuckeln. Allerdings benötigt er ausreichend „Happihappi", um kräftig zu werden. Wie wäre es damit, den Zögling ein wenig zu kitzeln, ob an den Beinen, dem Kopf oder dem Bäuchlein, ist nicht entscheidend. Zumindest wird die Aufmerksamkeit aber erneut auf die Flasche gelenkt, die es – mehrmals täglich – zu leeren gilt. Nicht nur das, auch eine volle, stinkende Windel will des Öfteren gewechselt werden. Ein wenig Puder, damit der Po nicht wund wird und schon ist das Baby wieder hygienisch in Topform. Was aber nicht heißen soll, dass Ihr den Schützling nicht ab und an in die Wanne legen und waschen müsst: Mit Seife einschäumen, mit dem Waschlappen säubern und das Kind immer wieder in eine sitzende Position bringen, so dass es kein Wasser verschlucken kann.

Weil besagte Situationen für das heranwachsende Baby Neuland darstellen, solltet Ihr nicht vergessen, regelmäßige Streichel- und Knuddeleinlagen durchzuführen. Rosarote Herzen zeigen, dass die Stimmung des/der Kleinen sich verbessert und Ihr mit den notwendigen Dingen fortfahren könnt. Notwendige Dinge sind all jene an Euch gestellten Forderungen, die es zu erfüllen gilt, um im Spiel voran zu kommen. Anzeigen zu füllen, lautet hier das Credo. Erst wenn das Kind den Finger greifen kann, geht es mit der nächsten Lerneinheit weiter. Beispielsweise beim Füttern, der wohl schönsten Sache der Welt. Wenn Euch das Kleine mit kugelrunden Augen anstarrt, erwartungsvoll, hungrig und dankbar, dass Ihr ihm etwas gebt. Wenn das Baby größter wird, sind es Dinge wie das Spazierenfahren mit dem Kinderwagen. Das sorgt für Abwechslung und gleichzeitig wird das Gameplay dadurch angenehm aufgewertet. Freilich könnt Ihr von allen Fortschritten Babyfotos schießen, die anhand von bis zu fünf Teddybären bewertet werden. Entweder Ihr schickt die Fotos weiter zur weit entfernt wohnenden Großmutter oder Ihr gebt diese dem örtlichen Laden, der Euch Einkaufssterne dafür aushändigt. Mit diesen wiederum geht Ihr shoppen – selbstredend für den Schreihals, der mit Sonnenbrillen, lustigen Ganzkörperanzügen oder gar dem Kostüm des Weihnachtsmannes ausgestattet werden darf. Unzählige Gegenstände lassen sich im Shop finden, was zur Befriedigung der eigenen Designvorhaben genügen sollte. Je wilder gestylt, desto größer die Ausbeute in Sachen Sterne. Leider habt Ihr nach kürzester Zeit alles im Spiel gesehen, von diesem Zeitpunkt an wiederholen sich die Minispiele nur noch. Jungen Usern wird das nicht viel ausmachen, allerdings hätten sich bestimmt such diese über einen vielfältigeren Inhalt gefreut.

Grafik & Sound....

My Baby Boy" und „My Baby Girl" sind grafisch identisch. Die Präsentation der Kinder geht vollends in Ordnung, da sie nicht nur animationstechnisch überzeugen, sondern auch wegen ihres allgemeinen Verhaltens. Beharrt Ihr darauf, das Baby bis zuletzt zu füttern, weist es Euch ab und signalisiert Euch damit, dass Ihr Euren Bemutterungsinstinkt erst einmal zurückfahren sollt. Die Hintergründe im Spiel selbst sind optisch gelungen, jedoch sehr statisch. Das Augenmerk dürfte also zu jedem Zeitpunkt das eigene Baby darstellen.

Musik ist nur vereinzelt in das Spiel eingestreut worden. Was aber zuhauf gehört werden kann, sind die zahlreichen Schreie, Kreischer, generell die Laute des Kindes. Diese sind äußerst wirklichkeitsnah auf die Spielkarte gebannt worden, so dass Ihr Euch tatsächlich in der Situation seht, auf einen kleinen Racker aufpassen zu müssen.

Fazit....

Auch wenn die angesprochene Zielgruppe wohl noch ein paar Jährchen vor sich haben dürfte, bis ein eigenes Kind auf der Tagesordnung steht, heißt das noch lange nicht, dass man sich bis dahin nicht einem virtuellen Sprößling widmen sollte. Die Umsetzung ist bei „My Baby Boy"/„My Baby Girl" auch wirklich ansehnlich gelungen, was uns missfällt, ist der knappe Umfang des Titels. Nach einiger Zeit hat man definitiv jeden Spielzug schon mindestens einmal gesehen, auch der Anspruch ist nicht gerade der größte. Was motiviert, dürften die unzähligen Kleidungsstücke sein, mit welchen man sein Baby einkleiden darf. Unmöglich finden wir dagegen die Tatsache, dass sich – trotz der unterschiedlichen Spieltitel – ein und dasselbe Spiel hinter der Software verbirgt.

 

+ liebevoll umgesetzt
+ Vielzahl an Kleidungsstücken
+ Touchpen-Einsatz
- Vorsicht: 2 Spiele, ein Inhalt
- knapper, spielerischer Umfang
- klarer Zielgruppentitel

GRAFIK: 67%

SOUND/EFFEKTE: 65%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 65%

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