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NDS Barnyard Blast: Das Schwein der Finsternis
 
 
Barnyard Blast: Das Schwein der Finsternis - NDS
Kilian Pfeiffer (07.07.2008)

SYSTEM: NDS
PUBLISHER: bhv
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 5-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Eine kämpfende Wildsau ist in der Regel ein unangenehmer Zeitgenosse. Mit brachialer Vorgehensweise ist all das, was vor ihr liegt, nicht von langer Lebensdauer. Ähnliches kann man von Robert Belmart sagen, der aus keinem „Castlevania"-Abenteuer stammt, sondern seinen Ursprung in einem sprichwörtlichen Saustall hat. Robert ist von Kindheit an ein Schwein. Und zwar ein waschechtes: Grunzend, allesfressend und stinkend. Wobei wir uns beim letzten Attribut gar nicht so sicher sind. Robert lebt in trauter Zweisamkeit mit seiner Schweinedame Julia, bis eines Tages sein wagemutiger, naiver Sohn Cliffy verschwand. Seitdem sprechen Waffen die Sprache der Gerechtigkeit...

Menus und die Story....

„Neko Entertainment" ist unter Handheld-Besitzern ein geläufiger Name geworden. Bislang nicht immer die besten Produkte im Programm, will uns der Entwickler dieses Mal mit „Barnyard Blast – Das Schwein der Finsternis" vom Hocker hauen. Besonderen Wert legte man auf die einfache Zugänglichkeit und die traditionelle, an Klassiker erinnernde 2D-Perspektive. Robert steuert Ihr also während des gesamten Abenteuers von links nach rechts, bewaffnet ist er zugleich und deshalb brandgefährlich in Hinblick auf die fiesen Schergen, die an jeder Ecke auf ihn lauern. Im Hauptmenü angekommen, erwartet Euch nichts Weltbewegendes, vielmehr feinste Standardkost: Eure Wahl fällt auf ein „Neues Spiel" und schon kann das finstre Abenteuer beginnen.

Barnyard Town ist eine kleine, gemütliche Stadt, die idyllische Plätze bietet und für viele Familien ein beschauliches Heim bereithält. Unweit der Stadt befindet sich ein dunkles Schloss, das bereits viele Abenteurer veranlasst hat, dorthin aufzubrechen, allerdings ward keiner von ihnen wieder gesehen. Auch die „schweinische" Jugend des Dorfes, allesamt kleine Ferkelchen, machten sich eines Tages auf, die Gemäuer zu erkunden, vornedran: Cliffy Belmart, Sohn des kühnen Robert Belmart. Mit Klopapier bewaffnet, machte sich Cliffy daran, das imposante Schloss zu attackieren, was aber keine gute Idee zu sein schien. Denn so schnell wie er gekommen war, war Cliffy auch wieder verschwunden. Irgendwo in den tiefsten Tiefen des unheimlichen Anwesens...

Technik und Gameplay....

„Robert, nun liegt es an Dir, Deinen Sohnemann aus den Klauen der Halunken zu holen. Alles was Dir bleibt, sind Deine Waffen und Dein Mut. Gelingt es Dir die unheimlichen Gegenden zu inspizieren und alle Feinde dem Erdboden gleichzumachen?" Vorneweg sei gesagt, dass sich „Barnyard Blast – Das Schwein der Finsternis" nicht für Einsteiger eignet, dafür ist der Titel zu knifflig. Nicht wegen eventueller Rätseleinlagen, die ja gar nicht im Spiel enthalten sind, sondern vor allem wegen der Überlegenheit der Gegner, welche die Stages bevölkern. Feindkontakt gibt es beinahe im Sekundentakt, der Erdboden erschafft feindliches Frischfleisch von einem zum anderen Moment. Dennoch kann sich Robert wehren. Immerhin steckt in seiner Pistole unendlich Munition. Man sollte also annehmen, dass Ihr eine überlegene Position einnehmen würdet. Angesichts der Gegnermassen tut Ihr das aber leider nicht. Daher ist taktisches Vorgehen Pflicht, jeder Schritt zählt, auch die Munition des Gewehres ist sinnvoll einzuplanen.

Gesteuert wird Robert mit dem Steuerkreuz des Nintendo DS, auf Knopfdruck feuert er eine Salve ummantelte Patronen in den Wanst der angreifenden Widerlinge. Bietet die Pistole noch unendlich Munition, müsst Ihr mit dem Gewehr schon wesentlich zurückhaltender umgehen, was den Finger am Abzug betrifft. Schlussendlich finden sich ab und an auch Dynamitstangen, die – ähnlich wie das Schrotgewehr – vor allem gegen Bossgegner eingesetzt werden sollten. Wie man es von einem reinen 2D-Jump’n Run (Shoot) gewohnt ist, müsst Ihr eine Vielzahl von Plattformen meistern, um an’s Ziel eines Levels zu gelangen. Mal geht es von Ebene über Ebene steil nach oben, mal über - von widerlichen Tieren verseuchte – Sümpfe. Weil im Sekundentakt „frische" Geschöpfe, wie Zombies und spuckende Kürbisköpfe, aus dem Boden kriechen oder Robert von fliegenden Viechern attackiert wird, hat der Einsatz der Waffe oberste Priorität. Fünf Feindberührungen hält das Protagonistenschwein stand, dann verliert es eines seiner Leben. Allerdings hinterlassen Gegner zuweilen gelbe Sterne, die im Zehnerpack dem Spieler eine weitere Wiederholung schenken.

Von ganz besonderer Bedeutung sind jedoch die „Super Power"-Einheiten, blaue Herzchen, die ebenfalls von allerlei Kreaturen bei ihrem Ableben hinterlassen werden. Nicht nur die Todespeitsche – als durchschlagskräftiges Angriffsmittel in der Regel erste Wahl – verbraucht jene Energie, sondern auch diverse Ausrüstungsgegenstände, die Ihr im Laufe der Zeit von Endgegnern einheimst. So bietet das Spiel beispielsweise eine „HP Regeneration", die stetig blaue Herzchen für sich beansprucht, im Gegenzug aber Gesundheit schenkt. Wegen des heftigen Schwierigkeitsgrades eine äußerst nützliche Sache, welche die Entwickler dem Titel spendiert haben. Beschleunigungs-Items und Schusswaffenverstärker dienen Euch ebenso, wie der effektive Supersprung, der allerdings keine „Super Power"-Einheiten benötigt. Was bei „Barnyard Blast – Das Schwein der Finsternis" besonders auffällt, sind die stimmungsvollen Welten, die zahlenmäßig zwar eher spärlich daherkommen (sechs Stück im Gesamten!), dafür im Besonderen an der „Castlevania"-Serie angelehnt wurden. Nicht umsonst schimpft sich Robert mit Nachnamen Belmart – angelehnt an die große „Belmont"-Dynastie des „Konami"-Klassikers. Sechs Missionen sind für gewöhnlich sehr dürftig, denn immerhin handelt es sich hierbei um einen Vollpreistitel. Was aber zum Tragen kommt, ist die Tatsache, dass sich die Umsetzung vor allem an Core-Gamer richtet, deren Frustresistenz auf hohem Niveau angesiedelt ist und die mit vollem Herzblut an die Sache herangehen. Mal eben zwischendurch ein Spielchen wagen, endet hier meistens mit dem sicheren Bildschirmtod. Volle Konzentration ist gefragt, wenn es in die stimmungsvollen, wenngleich auch grafisch unspektakulären Welten geht.

Grafik & Sound....

Wie bereits angesprochen, stand mit großer Wahrscheinlichkeit die legendäre „Castlevania"-Serie Pate, da sich sowohl die Umgebungen (Friedhöfe, Schlösser, etc.), als auch der musikalische Stil am großen Vorbild orientieren. Allerdings hat man bewusst eine Parodie auf das „Konami"-Abenteuer produziert: Als Schwein den klopapierrollenwerfenden Sohn aus den Klauen des Fieslings – seines Zeichens Mr. Final Boss – zu holen, ist nur im Entferntesten mit den ausschweifenden 2D-Abenteuern der innovativen Peitschenschwingerei in Verbindung zu bringen. Auch die humorige Art innerhalb der kurzen, untertitelten Zwischensequenzen gibt darüber Zeugnis.

Der Sound gefiel uns recht gut, ist er doch in orchestralem Stile präsent, wobei der Charakter der „Castlevania"-Nintendo DS-Umsetzungen sofort erkennbar wird. Atmosphärisch hoch angesiedelt, gefallen ebenso die Soundeffekte, seien es Schießprügel oder aber wehleidig kreischende Feinde, die gerade eben mit der Peitsche einen Hieb abbekommen haben.

Fazit....

„Barnyard Blast – Das Schwein der Finsternis" bietet genau das, was man sich als Liebhaber traditioneller 2D-Kost gewünscht hat. Unter der Bedingung, dass man kritische Situationen nicht zu meiden versucht und gerne an Herausforderungen teilnimmt. Sollte dies nicht der Fall sein, schaut es schlecht aus: Der Anspruch des Titels ist ungemein fordernd, die Euch beharkenden Gegnermassen nerven auf Dauer, allerdings müssen sie teilweise komplett ausgeschaltet werden, um den nächsten Bildschirm betreten zu dürfen. Vom Umfang sind wir enttäuscht – sechs Levels sind eine Zumutung gegenüber der bezahlenden Käuferschaft, auch wenn man unzählige Leben auf dem Weg zu Cliffy vergeuden wird. Motivation geht vom Titel dennoch aus und daher hat er seine Wertung auch redlich verdient!

 

+ einfache Herangehensweise
+ sinnvolle Schwein-Fähigkeiten
+ Parodie auf „Castlevania"
+ technisch atmosphärisch
+ motivierend wegen des
Schwierigkeitsgrades
- knapper Umfang
- heftiger Schwierigkeitsgrad

GRAFIK: 71%

SOUND/EFFEKTE: 80%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 70%

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