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NDS Avalon Code
 
 
Avalon Code - NDS
Kilian Pfeiffer (03.04.2010)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Rising Star
GENRE: RPG
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 3-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 12+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Der Einstieg verläuft nicht so leicht, wie man es sich als Rollenspieler gewünscht hat und dennoch ist das Spiel, welches man hier in Händen hält, ein Suchtbringer, der sich nicht zu verstecken braucht. „Avalon Code" von Rising Star Games ist ein vielschichtiges Machwerk, eines das der dürstenden Rollenspieler-Gemeinde frischen Wind um die Nase bläst. Wir haben uns für Euch in das umfangreiche Spiel gestürzt und können zumindest sagen, dass man sich den Titel als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte – trotz einiger Detailmacken, die den Aufenthalt nicht immer einfach gestalten.

Menus und die Story....

Der erste Blick offenbart es: Eine wunderschön und äußerst ausführlich gestaltete Anleitung liegt dem Spiel bei. So wünscht man sich das als Spieler. Auf 32 bunten Seiten, die mit vielen Infos aufwarten, werdet Ihr mit allen wesentlichen Aspekten des Titels versorgt. Wenn schon keine spielerische Einführung im Spiel selbst enthalten ist, sind wir froh, dass man uns in Texthinsicht unter die Arme greift.

Das Buch der Prophezeiung ist jenes Objekt, um welches es in „Avalon Code" geht. Um die Welt nicht in den Abgrund zu stürzen, muss Euer Held das Buch der Prophezeiung mit Inhalten füllen – so dass diese in die neue Welt mit übernommen werden können. Mehr wollen und können wir an dieser Stelle nicht verraten, denn bekanntlich lebt ein Rollenspiel von der Story, von den vielen Momenten, die sich zum großen Ganzen zusammenfügen und jene Atmosphäre mit sich bringen, nach der man sich als RPG-Spieler so sehr sehnt.

Technik und Gameplay....

Gleich zu Beginn entscheidet Ihr Euch für einen von zwei Protagonisten – Yumil oder Tia. Abhängig von Eurer Wahl ist das Abenteuer ein anderes – grundlegend bleibt es das gleiche, aber in Nuancen werdet Ihr Unterschiede feststellen. Das Buch der Prophezeiung spielt – gleichgültig für wen Ihr Euch entscheidet – immer die Hauptrolle. Wichtig in „Avalon Code" sind die Geister, die Euch tatkräftig unterstützen, mit Informationen versorgen und aufzeigen, für welche Einsatzgebiete das Buch der Bücher verwendet werden darf. Ob Feuergeist Rempo, Eisgeist Neaki, Lichtgeist Ur oder Waldgeist Meli – viele Unterhaltungen werdet Ihr mit diesen führen und auch im Kampf werden sie Euch, dem Spieler, zeigen, wie man seinem Gegenüber den Gar ausmacht.

Zu Beginn gestört hat uns, dass man als Spieler einfach in das Spiel „hineingeworfen" wird. Ohne Vorwarnung, ohne begleitendes Tutorial, das Euch etwa alle wichtigen Spielelemente erklärt hätte. Man tut sich zunächst schwer, wie verwendet man das Buch der Prophezeiung korrekt, wo muss ich als nächstes hin und überhaupt – was macht man als auserkorener Held hier überhaupt? Fragen über Fragen, die nach Antworten suchen. Diese werdet Ihr finden, Geduld solltet Ihr aber dennoch ausreichend mitbringen. Das eigentliche Ziel in „Avalon Code" ist es, Dinge im Buch der Prophezeiung aufzuzeichnen, um jene Notizen, die sich aus diversen Themengebieten speisen, mit in die nächste Welt zu nehmen. Was das wohl heißen mag`? Ihr werdet es erfahren…

Um die Geschichte voranzubringen, müsst Ihr reden. Mit bekannten Gesichtern, mit unbekannten, mit Fremden, die Euch den Angstschweiß über den Rücken jagen. Hier, in der Welt von „Avalon Code", gibt es durchaus merkwürdige Gestalten, die jedoch auf den Spieler einen gewissen Reiz ausüben. Das charakterliche Zusammenspiel, die Erschließung neuer Bekanntschaften, der Aufbau von Freundschaften – allesamt Elemente, die ein RPG so lebendig wirken lassen. Überhaupt ist es die Erkundung der Spielwelt, der den Titel ausmachende Aspekt. Lebendig wird das Spiel durch die die Welt bevölkernden Personen, durch jene Monster, die in den Verliesen zu Hause sind. Jene Informationen, die Ihr über Eure Feinde ergattern könnt, erhaltet Ihr mit Hilfe des Buches der Prophezeiung. Ein Knopfdruck reicht aus und schon nehmt Ihr eine „Kopie" des Gegners (auch Gegenstände) in das Buch auf. Ihr wisst also nun über dessen Status Bescheid. Die Nutzung des Buches ist zunächst alles andere als eingängig. Viele Infos findet Ihr dort aufgeschlüsselt – Charaktere, Monster, Waffen, Zubehör, Objekte, Blumen oder Tafeln. Ein wenig darin herumgeblättert und schon seid Ihr im Bilde, welche Dinge Ihr Euer Eigen nennt respektive wen Ihr bereits im Laufe Eures Abenteuers getroffen und mit dem Buch der Prophezeiung „berührt" habt. So erhaltet Ihr über das Schriftgut eine Einsichtnahme über den Status diverser Monsterklassen und erkennt die statistischen Werte, die das derzeitige Gegenüber aus machen. Eine „Mentale Karte" zeigt die Eigenschaften von Objekten und Feinden. Ihr dürft Euch das so vorstellen: Ein Schwert wird – abhängig vom verwendeten Material – durchschlagskräftiger oder aber schwächer, was dessen Effektivität angeht. Setzt sich das Schwert etwa aus den Codes „Eisen" und „Feuer" zusammen, habt Ihr ein feuriges Eisenschwert vor Euch. Über die „Mentale Karte" lassen sich jene Codes nach Bedarf austauschen oder durch neue ersetzen. Nehmt Ihr etwa den Eisencode heraus, wird das Schwert „weicher", es verliert an Durchschlagskraft. Jedoch könnt Ihr den Feuer-Code etwa durch einen Eis-Code ersetzen und schon habt Ihr ein eisig kaltes Frostschwert, mit welchem Ihr einer bestimmten Gegnergruppe vermehrt Schaden zuteil werden lassen könnt. Die Codes sind das wesentliche Spielelement in „Avalon Code" und eröffnen dem Spieler immer wieder viele taktische Momente, um etwa in fordernden Kämpfen auf Dauer bestehen zu können. Auch Personen weisen besagte „Mentale Karte" auf – so ist es also vorstellbar, eine Person, die mit einem Krankheits-Code versehen ist, zu heilen, in dem jener Code entfernt wird. Nicht immer ist das Vorgehen so einfach, oft müsst Ihr erst neue Codes durch den Einsatz des Buches der Prophezeiung finden und an anderer Stelle sinnvoll zum Einsatz bringen. Durchaus denkbar, dass etwa bestimmte statusbeeinflussende Gegenstände durch Code-Anpassung dauerhaft optimiert werden könnten. Wie wäre es beispielsweise mit einem Item, das Euch aufgrund eines raffinierteren Codes bei der Verwendung zusätzliche Lebenspunkte schenkt?

Eine Mini-Karte führt Euch durch die weitläufige Oberwelt. Ein Überblick stellt sich erst nach und nach ein, denn für Einsteiger wird „Avalon Code" ein echt harter Brocken – sei es das Zurechtfinden in der Spielwelt, als auch die unterschiedlichen Gameplay-Elemente, die den Titel nicht gerade zum Simpel-RPG „mutieren" lassen. Apropos simpel: Die Kämpfe im Spiel sind spannend, da in Echtzeit ablaufend. Per Knopfdruck hackt Ihr Euch durch die Monsterhorden, Zahlen oberhalb des Feindes verdeutlichen, wie effektiv der letzte Schlag war. Je nach Wahl der Waffe habt Ihr größere Chancen, schneller den Kampf für Euch zu entscheiden. Tatkräftige Unterstützung erhaltet Ihr von den Euch begleitenden Geistern, die ein wesentlicher Part des Buches der Prophezeiung sind. Elementarangriffe führen auf dem DS-Bildschirm ein bombastisches Farbenfeuerwerk auf, die „Himmlische Abrechnung", das „Jonglieren" von Gegnern für vermehrten Schaden, ist ein weiterer spannender Gameplay-Punkt, den es im Spiel häufig einzusetzen gilt. Minispiele in der Stadt bereichern den Titel zusehends, ebenso jene Bereiche, für die Spezialbedingungen gelten und die nur dann erfolgreich beendet werden können, wenn innerhalb der Gebiete gewisse Bedingungen erfolgreich erfüllt wurden. So müsst Ihr dort etwa – Dungeons lassen grüßen – allerlei Schalthebel betätigen, Elementarschalter mit den entsprechenden Elementen angleichen oder aber Fackeln mit Hilfe von Code-Tafeln entzünden. Zukunftsvisionen, die Euch ereilen, wenn das Buch der Prophezeiung einen neuen Level erreicht hat, zeigen Euch die in der Spielwelt anstehenden Entwicklungen und geben Aussicht auf bald anstehende Ereignisse.

Grafik & Sound....

Rollenspiele sind häufig bombastisch, was die Optik betrifft, in jedem Fall aber überdurchschnittlich in ihrer Präsentation. So auch „Avalon Code" von Rising Star Games, dessen schöne Oberwelt mit den verschiedenartigen Charakteren immer wieder zu gefallen weiß. Berauschend ist das Gezeigte nicht, aber eben dergestalt, dass man sich in der durchaus detailliert zu benennenden Welt gerne bewegt. Die Kämpfe sind imposant in Szene gesetzt, so auch die vielen kleinen Szenen, die den Spielverlauf immer weiter fortführen.

Deutsche Untertitel sorgen dafür, dass man dem Verlauf folgen kann – eine durchgängige Sprachausgabe gibt es nicht, dafür eingängige Sounds und viele Effekte, die den akustischen Part als solchen in gutem Licht dastehen lassen.

Fazit....

„Avalon Code" sollte man sich als RPG-Fan nicht entgehen lassen – der Einstieg fällt nicht leicht, dafür offenbart sich im Laufe der Zeit ein anständiges, mit vielen Facetten versehenes Spiel, das sich nicht im Schatten großer Marken zu verstecken braucht. Klar ist das Code-System nicht sofort ins Spielerblut übergegangen, aber langsam und sicher ist man infiziert mit dem Code-Virus – die Welt zu entdecken, ist der Weg. Spiele wie diese dürfen nicht in der Versenkung untergehen. Deshalb plädieren wir dafür: Schaut im Laden vorbei und gebt dem Titel ein Chance!

 

+ ansprechender Umfang
+ Code-System
+ beachtenswerte Storyline
+ optisch interessant
+ Buch der Prophezeiung Idee
+ actionreiche Kämpfe
+ tiefgreifende RPG-Elemente
- kein leichter Einstieg
- keine dauerhafte Sprachausgabe
- teils fehlende Zusammenhänge
- „das etwas andere RPG"

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 70%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 80%

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