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NDS Age of Empires: Mythologies
 
 
Age of Empires: Mythologies - NDS
Matthias Engert (01.03.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Griptonite
GENRE: Strategie
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.20 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WI-FI: Ja

   
Einleitung....

Seit mittlerweile einigen Jahren ist der DS ein mehr als ernstzunehmender Zeitvertreib, wenn einem der Sinn nach Strategie steht. Vor allem die Rundenbasierten Vertreter sind mittlerweile mehr als angekommen auf dem DS. 2006 sorgte THQ seinerzeit mit dem Erscheinen der Age of Empires Serie dafür, das ein altes PC Schwergewicht des Genres auch für Handheld Strategen verfügbar war. Ein Spiel das seinerzeit schon restlos überzeugen konnte und eigentlich so gut wie keinen Kritikpunkt bot. Wenn dann waren es einzig Wünsche für einen eventuellen Nachfolger, die einem als Fan des Genre im Kopf herum spukten. Ende 2008 war es nun soweit und der zweite Teil der Age of Empires Serie erschien auf dem Nintendo DS. Zwar gibt es heute mehr Konkurrenz als beim Vorgänger, dennoch sollte der Titel und damit die Serie ihren Ausnahmestatus auch mit dem zweiten Teil behalten. Nicht nur weil man inhaltlich und technisch noch mal eins drauf gesetzt hat, sondern vor allem weil einfach der Spaß und die Schwierigkeit wieder ungemein passend geworden ist. Was den zweiten Teil der Serie auszeichnet, soll euch der folgende Test etwas näher bringen.

Menus und die Story....

Nicht ganz ungefährlich ist innerhalb einer solchen gelungenen Serie ein Entwicklerwechsel. Nach Backbone im ersten Teil durfte sich nun Griptonite versuchen, die auf dem DS aber zumindest keine Anfänger sind. Das spürt man schon in vielen Teilen des Spiels, so auch bei den Rahmenbedingungen. Im Nachhinein betrachtet war es vielleicht sogar der richtige Schritt, seitens der Publisher. Denn konnte Teil 1 schon überzeugen, so legt Mythologies hier die Messlatte durchaus noch mal etwas höher. Denn neben einem komplett deutschen Spiel, einem bequemen Batteriespeicher via Autosave und einem Offline Multiplayer für bis zu 4 Spieler, trumpft Mythologies nun auch mit der Online Variante für 4 Spieler auf. Das bot in diesem Ausmaß Online bisher nur Panzer Tactics. Sogar eine Download Variante für einen "leeren DS" bietet das Spiel, um einem nicht überzeugtem Spieler die ersten Schritte zu ermöglichen. Storytechnisch ist auch Mythologies nicht an eine feste Geschichte gebunden, sondern führt den Spieler erneut in verschiedene Zeitepochen und deren Helden. 3 davon bietet das Spiel und führt euch in das Zeitalter der Pharaonen in Ägypten, den Kriegsherren des alten Griechenland und ganz passend in den Norden zu den Zeiten der Wikinger. Alle Epochen bieten vor allem für den neuen Hintergrund der Helden und Götter Einflüsse einiges und sind damit prädestiniert für eine spielerische Umsetzung. Alle 3 Epochen und damit später Kampagnen bieten in sich zeitliche Geschichten, die mit Gut und Böse der jeweiligen Zeit zu tun haben. Jeder halbwegs historisch bewanderte Spieler kann mit den hier enthaltenen Begriffen wie Thor, Zeus oder Ra auch etwas anfangen. Und im Vergleich zum Vorgänger spielen diese Helden und Götter Einflüsse eine sehr große Rolle im Gameplay.

Unter wunderbarer Heldenmusik, die schon im Menugedöns auf euch wartet, werdet Ihr in die spielerischen Inhalte entlassen. Erster Anlaufpunkt ist logischerweise das Hauptmenu. Hier habt Ihr zunächst die grobe Auswahl unter dem Einzelspieler Modus und dem Mehrspieler Inhalten. Dazu kommen die Optionen und der Punkt Mythologies. Die Optionen bieten euch neben der Sprachwahl und den Soundeinstellungen auch die Möglichkeit diverse Animationen zu aktivieren oder eben nicht. Sollte man aber dennoch aktiviert lassen, da allein die Kampfszenen und Zuganimationen auf den Kampffeldern klar etwas fürs Auge sind. Der Punkt Mythologies ist dazu eine wahre Fundgrube an Informationen und Secrets. Zum einen gibt es hier Statistiken sowohl für das Offline und Online Gameplay. Dazu findet man hier diverse kleine Spielziele und Bewertungen, die man als Spieler erreichen kann. Der Lohn sind dann die sogenannten Mythenpunkte, die man hier unter Freischaltbares investieren kann. Das reicht von Karten für den Mehrspielermodus, über neue Helden und Götterfeature bis hin zu seltenen Relikten, die sich als nutzbare Items direkt auch die Kampfkraft und das Gameplay auswirken. Gerade im Hinblick auf das Online Vergnügen, kann man sich so gegenüber seinen Gegnern einen ehrlich erspielten Vorteil verschaffen. Und es dauert schon eine Weile, ehe man hier alles erspielt und dann auch mal gesehen hat. Doch bevor wir uns damit auseinandersetzen, schauen wir uns den Einzelspieler Modus mal etwas genauer an.

Technik und Gameplay....

Wählt man den Einzelspieler Modus an, erwartet den Spieler ein größerer Inhalt, als im ersten Teil. Denn neben der Kampagne und damit wieder dem Herzstück des Spiels, wartet neben den Tutorials und dem Szenario Gameplay nun noch der Scharmützel Modus auf den Spieler, den ich euch später noch etwas genauer vorstelle. Gelungener Punkt, vor allem für Spieler des Vorgängers, ist die Tatsache das man die Tutorials aus der Kampagne heraus genommen hat und sie nicht spielen muss. Zwar sind auch die jeweils ersten Missionen des Kampagnen Modus mit diversen Hilfen durchzogen, aber eben gleich unter Wettbewerbs Bedingungen. Ungeduldige Kenner des Ganzen können nun also sofort loslegen. Im Gegenzug sind die Tutorials für Erstspieler aber erneut ein Pflichtteil, bevor man seine Helden in den Kampf schickt. Der Kern des Spiels ist wie schon erwähnt der Kampagnen Modus. Startet Ihr diesen, erwartet euch der spielerische Inhalt in Form der 3 enthaltenen Zeitepochen. Dabei geht das Spiel wie ich finde den richtigen Weg. Anwählbar ist zunächst nur die Epoche des alten Ägypten und auch hier nur die erste Mission. Erst wenn man diese Epoche komplett durch hat, erhält man Zugriff auf die Griechen und nach dem gleichen Prinzip am Ende die Wikinger. Wer alle 3 schafft, bekommt danach ein knackiges Erlebnis als Belohnung spendiert. Es lohnt sich. ;-) Die einzelnen Epochen sind in jeweils 8 Missionen unterteilt, die ebenfalls schön nacheinander frei geschaltet werden müssen und immer komplexere Aufgaben und Karten bieten. Logisch das hier die Spielzeit mit der Zeit um einiges steigt. Kommt man in den ersten Missionen mit 1-2 Stunden aus, kann man an den jeweils letzten auch gerne mal jeweils 3 oder 4 Stunden sitzen. Über das Thema Spielzeit muss man sich also erneut überhaupt keine Gedanken machen. Und das man die Zeit um einen herum vergisst, sollte nicht das einzige Kompliment für das Spiel sein. ;-) Legt man nun als Spieler los und wählt eine mögliche Mission an, denn auch schon gespielte können durchaus noch mal angegangen werden, werdet Ihr zunächst in reiner Textform mit dem groben Spielziel konfrontiert. Dazu erwarten euch nun erste Einblendungen der beteiligten Charaktere und die jeweilige Kampagnen Story wird so von einer Mission zur nächsten getragen. Zwar fehlen hier die atmosphärisch immer stimmigeren Sequenzen, ein wirklicher Kritikpunkt ist das Ganze aber in einem Spiel wie diesem nicht wirklich.

Sind diese ersten Einführungen vorbei, zeigt sich zunächst die Screenaufteilung, sowie die grafische Präsentation samt der Kamera Perspektive. Hier geht den Weg des ersten Teils und hat diese Feature dennoch positiv verfeinert. In Sachen Screens dient erneut der Touch Screen der spielerischen Action, ohne das auch nur ein Teil der Infos als störende Anzeigen hier hinein gepackt wurden. All diese Dinge spielen sich auf dem Top Screen ab, der je nach Action und Situation Infos zu einer Einheit, dem Terrain oder Gebäuden darstellt. Dazu kann man hier per L-Taste die Gesamtkarte einblenden und dazu per Kreuz schnell auf der Karte hin und herscrollen. Die R-Taste dient dann dazu um zwischen den Einheiten durchzuklicken. Allerdings kaum notwendig, da man dies mehr auf normalem Wege per Markierungsfeld tut. Auf alle Fälle ist so die Übersicht extrem gut geworden und bietet erneut keinerlei Anlass zur Kritik. Die Spielziele selber sind auch in Mythologies grob immer die gleichen. Meist gilt es alle gegnerischen Einheiten zu vernichten, fremde Basen und damit Dörfer oder z.b. Tempel einzunehmen oder eben auch diverse Helden Charaktere des Gegners auszuschalten und natürlich darauf zu achten, das die eigenen nicht draufgehen. Eingebettet ist das Ganze natürlich wieder in ein Rundenbasiertes Gameplay. Das nimmt dem ganzen die Hektik der Echtzeit Variante und erlaubt vor allem Freunden der ruhigen Taktik viele vergnügliche Stunden. Neben dem Kampf setzt auch Mythologies natürlich wieder auf die Feature Rohstoffe, Bodenschätze und Entwicklungsmöglichkeiten. Alles Aspekte die in einem Strategiespiel dieser Art unersetzlich geworden sind und vor allem der Motivation des Spielers äußerst zuträglich sind. Im Gegensatz zum Vorgänger sind die Missionen diesmal fast immer mit eigenem Basis Gameplay ausgestattet. Viel seltener das man Missionen mit gestellten Einheiten spielt, wo man keinen Nachschub ins Feld führen kann. Schauen wir uns mal ein paar Beispiele im Gameplay an, wie sich das Ganze spielt und was dabei die neuen Feature in Mythologies im Vergleich zum Vorgänger darstellen. Eines ist den Entwicklern dabei ebenfalls besonders gut gelungen. Nämlich das Thema Steuerung, das nun auf eine Mischung aus Touch Screen und Tastenaction setzt. Für Spieler die alles und jeden im Spiel lieber mit einer herkömmliche Tastenvariante steuern wollen, kommen genauso auf ihre Kosten wie Spieler die mit dem Pen umgehen möchten.

Beides bietet sich an und man findet hier sehr schnell seine bevorzugte Variante. Ein idealer Weg, gerade in einem Spiel wo man Einheiten bewegen muss, um auf der anderen Seite aber dennoch einige Befehlsmenus leichtgängig bedienen zu müssen. Die Einheiten sind nun in verschiedene Gruppen eingeteilt und Ihr startet die Missionen mit nur wenigen davon. Das beginnt bei 1-2 sogenannten Arbeitereinheiten, wenigen Kampfeinheiten und dem Befehlshaber, dem sogenannten Helden, den es auch schon im ersten Teil gab. In Mythologies haben die Helden aber mehr Fähigkeiten und bieten dem Spieler mehr Möglichkeiten. Logisch das auch deren Kampfkraft eine andere ist, als bei den normalen Kampfeinheiten. Den Epochen angemessen spielen hier aber keine Panzer und ähnliches eine Rolle, sondern Ihr taucht ein in die Zeiten der Schwertkämpfer, Bogenschützen und Reitereinheiten, die man in der Form vergleichbar auch schon im ersten Teil vorfand. Ein Pluspunkt sind die Einflüsse neuer Einheiten wie z.b. den Priestern. Sie können hier z.b. als Heiler auftreten und Einheiten im Kampf in Sachen Lebensenergie wieder auffrischen. Auch dies macht hier einen besonderen Reiz aus und erhöht zwangsläufig die taktischen Möglichkeiten. Ebenfalls überall gleich ist das Laufsystem der Einheiten. Eingedunkelt oft mit dem berühmten Kriegsnebel startet Ihr in einer Ecke der Karte. Neben den Hauptzielen kommen in jeder Mission einige Nebenaufgaben in denen Ihr z.b. alle Rohstoff Ressourcen besetzen müsst, das ganze in einer bestimmten Anzahl Tagen lösen oder aber neutrale Einheiten begleiten und beschützen solltet. Für alles zusammen gibt es dann am Ende die Mythen Punkte und die Rubrik Freischaltbares wird interessant. Doch wir wollen hier ja einen Schritt vor den anderen setzen. Klickt Ihr nun eine Einheit an so erfahrt Ihr zunächst alles über ihre Grundfähigkeiten. Auch Arbeiter haben z.b. einen Angriffs oder Verteidigungswert. Dazu wie weit sie laufen können und welche Spezialfähigkeiten sie besitzen. Klickt man nun eine Einheit an so erscheinen drum herum, wie in anderen Spielen auch, als hell unterlegte Vierecke auf den Landschaften die Wege die sie in diesem Zug laufen können. Anders als früher habt Ihr z.b. das Dorf als Ausgangspunkt der eigenen Basis meist sofort zur Verfügung. Angrenzend daran kann man nun viele neue Gebäude erreichten, die sich auf das Gameplay entscheidend auswirken. So ist das System immer gleich. Egal welche Einheit Ihr aktiviert, man zieht auf einen bestimmten Punkt, erhält das Befehlsmenu und tätigt die gewünschte Aktion. Danach ist der Zug für diese Einheit abgeschlossen und sie wird abgedunkelt dargestellt. Das ganze könnt Ihr nun für alle Einheiten machen und beendet das ganze über das Menu mit dem Punkt Tag Beenden. Danach ist der Gegner mit seinen Zügen dran und danach Tag 1 vorbei.

Positiv bei den stundenlangen Kämpfen ist zudem die Möglichkeit jederzeit zu Speichern. Seid Ihr wieder am Zug könnt Ihr wieder alle Einheiten bewegen inklusive der Arbeitereinheiten. Arbeiten an Gebäuden, wie auch die Herstellung von Einheiten aller Art dauern immer nur einen Tag. Damit Ihr weiter expandieren könnt müssen Rohstoffe abgebaut werden. 2 davon gibt es mit Feldern für Getreide und Minen für Gold. Es gibt viele dieser Locations innerhalb der Karten und je mehr um so besser. Denn von nun an kostet alles Ressourcen. Z.b. kann man nun eine Mühle am entsprechenden Ort bauen und erhalt Getreide. Dabei könnte man es belassen, kann aber zusätzlich noch 4 weitere Felder drum herum bauen, was natürlich mehr bringt. Alles dauert wie schon erwähnt immer einen Tag und gerade anfangs kann man nie genug Arbeiter haben. Hier kommt zum ersten mal das Dorf als Zentrum zum Zug. Dieses klickt man ebenfalls an und kann die Arbeiter auch nachbauen. Nun macht es wenig Sinn mit den anfangs verfügbaren Kampfeinheiten die Karte aufzudecken. Eine kleine Streitmacht, die zudem stark ist darf es schon sein. Um hier nun halbwegs alles zu erklären hole ich erneut etwas weiter aus. Von allen Kampfeinheiten existieren zunächst nur die einfachen Fassungen. Das Spiel bietet aber im gesamten wieder knapp 60 Varianten über die Epochen verteilt. Und das ist eine ganze Menge. Um jetzt z.b. neue Einheiten nachbauen zu können muss man erstmal die entsprechenden Gebäude bauen. An den 4 Seiten des Dorfes könnt Ihr so Gebäude für Fußtruppen, Ställe für Kavallerie bauen oder z.b. Übungsplätze für Bogenschützen. Das auch dies erstmal wieder reichlich Ressourcen kostet dürfte klar sein und man konzentriert sich anfangs auf bestimmte Gebäude um erstmal bestimmte Truppenteile zu bekommen. Pro Tag kann man nun immer je eine Einheit pro Gebäude bauen lassen, wobei man jederzeit auch mehrere Dörfer errichten kann, wenn die Karte dies vorsieht. Hat man z.b. eine Kaserne gebaut merkt der Spieler schnell das er anfangs z.b. nur einen Einheiten Typ bauen kann. Wo sind nur die vielen anderen? Gute Frage, leichte Antwort. Vergleichbar mit anderen Strategiespielen kommt Age of Empires mit einem Technologie und Forschungssystem daher. Habt Ihr genügend Ressourcen könnt Ihr nun die Entwicklungen für alle Einheiten und baulichen Dinge einzeln tun. Es gibt also nicht mehr ein großes Forschungsmenu wie im ersten Teil, sondern unterteilt für alle Facetten des Spiels. Klickt man z.b. die Kaserne an, so kann man hier z.b. den Angriffs oder Verteidigungswert aller produzierten Einheiten erhöhen. Übergeordnet gibt es nun aber auch die Möglichkeit das Zeitalter zu wechseln.

Dazu gibt es nun die Möglichkeit einen Tempel zu errichten. Bei einer geeigneten Menge an Rohstoffen darf man einen Zeitalterwechseln starten und erhält so praktisch Zugriff auf neue Inhalte. Einfach gesagt kann man nun z.b. in der Kaserne neue und stärkere Einheiten bauen und erhält auch in Sachen Forschung wieder neue Punkte, die man entwickeln kann. Das schaukelt sich um einiges mehr auf, als im ersten Teil. Auch weil eben nun dazu die Götter Feature dazu gekommen sind. Diese laufen wenn man so will unabhängig von den kämpfenden Einheiten selber und bieten euch nun globale Aktionen an. Je nach Zeitalter und gewählter Gottheit, könnt Ihr nun z.b. auch den Gegner damit beeinflussen. Man kann so z.b. im eigenen Tempel, von dem man ebenfalls mehrere haben kann, über ein entsprechendes Menu Aktionen auslösen. Das reicht von besserem Ressourcenabbau, über eine erhöhte Sichtweise der Einheiten, bis zu verlangsamen und verschlechtern der Forschung und Ernten beim Gegner. Unmengen, die man gar nicht alle ansprechen kann, ohne den Testrahmen nicht wieder völlig zu sprengen. Warum also nicht z.b. ein Erdbeben auslösen, das euren Gegner um einiges schwächen kann. Naturkatastrophen spielen so in Mythologies eine Rolle, ohne das aber das Gameplay zuviel davon auferlegt wird. Das Kern Gameplay bleibt das Kämpfen mit den Einheiten und dem taktischen Agieren des Spielers. Beim Kämpfen zieht nun das gute alte Rundenbasierte System den Spieler in seinen Bann und Parallelen zu einem AW, FE oder Tactics Spielen zeigen sich. Steht entfernt z.b. ein Gegner herum und der Laufweg eine eurer Einheiten reicht aus, kann man sich an alle 4 Seiten positionieren, wenn es sich um eine Nahkampfeinheit handelt. Dabei spielt Taktik eine sehr große Rolle. Greift Ihr aus einem Wald heraus einen Gegner auf freier Fläche an, so ist das ein Kampfbonus. Das gleiche gilt für Bogenschützen die man z.b. 3 Felder entfernt auf einem Berg platziert. Auch diese bekommen einen Angriffsbonus. Kann man Angreifen, erhält man über ein Menu den entsprechenden Befehl. Jetzt laufen diese Kämpfe wunderbar animiert im Top Screen ab und Kampfgeräusche untermalen das ganze. Je nach Überlegenheit werden dem Gegner von den immer gleichen 100 HP entsprechende Werte abgezogen. Das reicht von nur wenigen HP bis hin zur totalen Vernichtung. Auch hier greifen nun alle logischen Werte. Das eine hochgerüstete Kavallerieeinheit eine leichte Infanterie in Grund und Boden rammt dürfte klar sein. Im Gegenzug gibt es aber auch Bodeneinheiten mit langen Speeren, die speziell gegen Kavallerieeinheiten eingesetzt werden können.

Beim Kampf gegen Schwerteinheiten am Boden haben sie dagegen weniger Chancen. Das passt sehr und macht auch deshalb einen Heidenspaß. Je weniger HP eine Einheit hat, um so ungefährlicher wird sie. Auch dies ist ein logisches System. Aufgewertet wird das Ganze in Mythologies nun eben vor allem durch neue Einheiten und auch die Masse die man ins Feld führen darf. Man hat hier keine Restriktionen in der Menge und es gab Schlachten da tummeln sich 40 und mehr Einheiten auf dem Bildschirm. Ihr selber bekommt die maximal mögliche Anzahl auch immer eingeblendet. Man muss sich also keine Sorgen machen, wenn neben eurer Einheit zwar eine Typenmäßig hoch gezüchtete Variante steht, diese aber nur noch 10 HP hat. Ein Balken über jeder Einheit zeigt euch das auch an. Wobei man auch alle Einheiten anklicken und Infos einholen kann. Innerhalb der Missionen hat man so einen guten Bezug zu vielen Einheiten. Zudem kann man sie zu eigenen Festungen oder der eigenen Basis zurückziehen, um sie dort aufzufrischen. Dauert zwar einige Tage, aber man muss sie nicht abschreiben wenn man die Möglichkeit hat. Dazu das Priester Feature, das diesen Punkt ebenfalls etwas aufwertet. Das ständige Abwägen welche Einheit man im Kampf wohin zieht, ist genial gemacht und man möchte manche Missionen einfach nicht beenden wenn es einmal läuft. Vor allem wenn man Erfolg hat und z.b. immer mehr Ressourcen einnimmt oder diese auch dem Gegner entreißen kann. Denn nach jedem gespielt Tag bekommt man die maximal möglichen Ressourcen in Sachen Getreide und Gold immer neu auf‘s „Konto" überwiesen. Die taktischen Aspekte mit der Landschaft und Örtlichkeiten und das Entwicklungssystem mit immer neuen Einheiten Typen und auch Gebäuden macht Laune. Es gibt nur wenige Missionen innerhalb der Kampagne wo man wirklich alles bis zum letzten ausreizt. Dazu kommt ja auch die Tatsache das man in den einzelnen Epochen erstmal alle Einheiten kennenlernen muss und immer wieder eine gewisse Spannung erzeugt wird, was sich da mit der Zeit an Möglichkeiten entwickelt. Zuträglich sind auch die großen Karten, die eben auch mehrere Basen ermöglichen und so wiederum neue Taktische Möglichkeiten bieten. Man muss Einheiten nicht langwierig von einem einzigen Startpunkt aus ins Feld führen, sondern kann und muss sich oftmals auch an mehreren Fronten gleichzeitig bewähren. Erhöht so gleichzeitig auch den Anspruch innerhalb der Missionen.

Zwar gibt es hier und da schon Momente, wo die Gegner KI durchaus hätte noch besser sein können. Aber klar in der Minderheit und meist werdet Ihr als Spieler schon gefordert. Dazu hat man eben auch genug Möglichkeiten Fehler zu machen oder sich mal zu vergaloppieren. Dazu die reichhaltige Palette an den neuen göttlichen Mächten, die man benutzen kann erweitern das eh schon gelungene Gameplay nochmals. Das man dabei auch noch für wirklich sinnvolle Secrets spielt, die man frei spielen kann, erhöht die Motivation des Spielers. Zudem könnt Ihr euch ja auch noch in den alternativen Modi versuchen. Bekannt ist das Szenario Gameplay, das euch vor bestimmte Situationen stellt. Allerdings hier mit dem interessanten Feature, das man die Epochen hier mischt, sprich innerhalb eines Szenarios alle enthaltenen Völker mal zu Gesicht bekommt. Der neue Scharmützel Modus ist dann genau das richtige für die Bastler unter euch. Denn in diesem Modus könnt Ihr wenn man so will eigene Missionen erschaffen. Pluspunkt das man hier 3 CPU Gegner an Bord holen kann und somit den Anspruch nochmals erhöhen kann. Denn ein Gegner ist schon spannend, aber gleich 3 davon innerhalb einer Mission in einem Jeder gegen Jeden Gameplay lässt euch auf Stunden an einer Mission dieses Modus sitzen. Und wer selbst hier dann irgendwann mal alles durch hat, sucht sich Online 3 Gegner und erlebt Spielspaß auf sehr sehr lange Zeit. Ein mehr als würdiger Nachfolger in meinen Augen.

Grafik & Sound....

Grafisch war ja schon der erste Teil ein echter Burner. Das gleiche gilt so auch für den Nachfolger, der im gesamten nochmals einen Tick klarer und edler wirkt. Sowohl rein von der Präsentation her und in Sachen Technik. Das beginnt bei den schönen Landschaften der Karten, die neben Dingen für's Auge auch dem Taktiker viele Möglichkeiten geben. Farbenfroh gestaltet wirken dazu die Einheiten wunderbar lebendig. Sehr schöne Animationen die eigentlich nur noch übertroffen werden von den sehr schön in Szene gesetzten Kämpfen im Top Screen. Man sieht genau wer da auf wen trifft und viel Liebe zum Detail erfreut das Auge. Technisch ohne Fehl und Tadel läuft alles flüssig ab und Übersicht und Bedienung untermauern diesen Eindruck sehr.

Das gleiche gilt auch für den Sound. Je nach Epoche hört man melodische und passende Melodien die in vielen Momenten sogar noch einen Tick heroischer und orchestraler klingen als im Vorgänger. Dazu kommen reichlich gelungene Effekte der Waffen und selbst der Bewegungen. Kleine Sprachsamples in den Kämpfen lockern das ganze noch mal auf, so das auch hier kaum ein Wunsch offen bleibt.

Multiplayer....

Wie schon im ersten Teil ist auch hier der Offline Multiplayer ein echtes Killer Feature. Klarer Pluspunkt ausßerdem, das man zumindest zu zweit auch mit nur einer Cartridge spielen kann. Dennoch ist die Multicard Version für bis zu 4 Spieler noch lohnenswerter, wenn man Freunde um sich scharen kann. Wenn sich hier aber mehrere Spieler verbinden, die jeweils schon einiges an Secrets frei gespielt haben, wird ein extrem lang anhaltender Spielspaß erzeugt. Neben Allerweltskarten gibt es auch hier reichlich davon, die man frei schalten kann und vor allem in Sachen Ausmaßen mehr bieten als früher. Wer hier im Einzelspieler schon viel erreicht, sprich Secrets erspielt hat, erlebt auch hier das berühmte Prinzip dem Gegner ein wenig überlegen zu sein. Die wieder enthaltene Hot Seat Variante sehe ich erneut nur als Beiwerk an. Und wer eben keine Freunde in der Nähe hat, bekommt ja nun durch den Online Modus jederzeit neue Herausforderungen.

Fazit....

Der eigene Vorgänger hat die Meßlatte ja schon hoch genug gelegt. Daher ist Mythologies wohl eines der wenigen Beispiele, wo der eigene Vorgänger Titel nochmals leicht verbessert wurde. Hier muss man eher von Verfeinerung sprechen. Dennoch liegen die Neuerung klar auf der Hand und sind eben nicht nur kosmetischer Natur. Allein die neuen Einheiten Typen samt einem verbesserten Helden Gameplay und die Einflüsse der göttlichen Mächte machen auch aus Mythologies ein unverwechselbares Spielvergnügen für Strategie Fans. I-Punkt dürfte für Freunde des gepflegten Multiplayers der Online Modus sein, bei dem man nun auch 4 Spieler weltweit verbinden kann. Alles in allem eine mehr als runde Sache. Und vor allem preislich ist der Titel mit nur knapp 20 Euro ein regelrechtes Schnäppchen, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Das Mag64 Wi-Fi Special
Hier findet Ihr Infos zum Online Gameplay zu Age of Empires: Mythologies.(Voraussetzungen/Möglichkeiten)

 

+ Immens hohe Spielzeit
+ Kampagnen/Online Modus
+ Übersicht / Bedienung
+ Große Aktionsvielfalt
+ Helden/Götter Feature
+ Technologiefeature
+ Viele taktische Einflüsse
+ Toller Multiplayer/Preis
+ Sehr viele gelungene Secrets
- Auch hier eigentlich nichts

GRAFIK: 89%

SOUND/EFFEKTE: 87%

MULTIPLAYER/WI-FI: 90%

GESAMTWERTUNG: 90%

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