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NDS Ant Nation
 
 
Ant Nation - NDS
Matthias Engert (26.11.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Konami
GENRE: Aufbau Strategie
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.15 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Strategiespiele fallen ja in unseren Breiten auf einen äußerst fruchtbaren Boden. Schaut man sich die Verkaufszahlen der bekannten Marken an, so sind schon einige Goldesel dabei. Das Prinzip Aufbau, Verteidigung, Angriff und Ressourcen Gameplay hat viele Fans vor allem unter den älteren Gamern. Zwar nach wie vor eine Domäne des PC, gibt es dennoch mittlerweile einige gute Vertreter auf den Konsolen. Konami, eigentlich nicht zwingend die prädestinierte Firma für Strategiespiele, bringen nun genau so einen Titel auf den DS. Das dabei der Hintergrund ein Ameisenvolk darstellt, ist dann sicherlich wieder der etwas schräge Weg. Auf der anderen Seite haben viele Spiele dieser Art die unmöglichsten Rassen und Völker zum Inhalt. Warum also nicht Ameisen. Auf dem DS steht Konami auf der einen Seite zwar harte Konkurrenz gegenüber. Auf der anderen Seite ist Ant Nation in meinen Augen schon ein Titel, der sich eher an jüngere Spieler richtet. Nicht jeder will gleich mit Anno oder Age of Empires anfangen. ;-) Wo sich der Titel einordnet und was er zu bieten hat, zeigt euch der folgende Test.

Menus und die Story....

Ant Nation ist ja ein direktes Trademark der Firma Konami, so dass man davon ausgehen kann, der letzte Titel dieser Serie wird es wohl nicht sein. Bei den Rahmenbedingungen passt zunächst alles wichtige und man präsentiert euch einen komplett deutschen Titel, der via Batterie euer Vorankommen bequem sichert. Zusätzlich bietet der Titel auch einen Multiplayer, der im Vergleich zur Einzelspieler Abteilung aber schon etwas abfällt. Aber dazu im entsprechenden Abschnitt etwas mehr. In Sachen Story steht hier über allem das Ameisenvolk, dem das Spiel ja auch seinen Namen verdankt. Ihr als Spieler übernehmt nun sozusagen Gott und dürft die kleinen Racker beim Aufbau ihrer Kolonie begleiten und unterstützen. Das Ziel muss es sein die Kolonie von Beginn an aufzubauen und gegen alle möglichen Angriffe zu verteidigen. Dabei entscheidet natürlich, wie es sich in einem Strategiespiel gehört, eure Spielweise über Wohl und Wehe der kleinen wuselnden Ameisen.

Der Start in das Spiel ist wenig spektakulär und man landet ohne großartige Sequenzen oder ähnliches recht fix auf dem Hauptmenu des Spiels. Hier hat man zunächst die großen Punkte Neues Spiel, Fortsetzen und den Multiplayer. Dazu kommen ein umfangreiches Tutorial und die Credits, in denen ihr euch die Verantwortlichen anschauen könnt. Optionen in dem Sinne gibt es hier keine. Wie sich zeigen sollte braucht man aber auch nichts in der Art und das sonst übliche Soundgedöns fehlt auch, ohne das es auffällt. So ist man hier also relativ schnell fertig und kann sich eigentlich gleich dem Einzelspieler widmen. Das Tutorial wartet zu Beginn in jedem Fall auf euch, so das man dies nicht direkt anwählen muss. Ich nehme euch gleich mal in das Spiel mit und erkläre euch das Gameplay am praktischen Beispiel.

Technik und Gameplay....

Wie schon erwähnt ist Ant Nation schon ein typischer Vertreter der Aufbau Titel mit Strategie Einflüssen. Allerdings eher auf eine seichtere Art und somit vor allem für jüngere Gamer interessant. Sehr positiv und damit durchaus ein Lob für die Entwickler, kann man der Nutzung der DS Feature unterschreiben. Zumindest was den Touch Screen angeht, den man eigentlich ausschließlich nutzen wird um hier inmitten der Action zu navigieren. Ant Nation bietet im gesamten 6 sogenannte Gebiete, in denen Ihr Kolonien gründen könnt. Positiv für die Spielzeit, aber auch mit einem kleinen faden Beigeschmack, das man mit jedem Gebiet auch wieder bei Null anfängt. Das finde ich ein bisschen schade und mindert ein wenig den Bezug zu seinen Rackern. Sobald ein Spiel beginnt, startet Ihr im ersten noch recht einfachen Gebiet. Euch stehen zu Beginn nur begrenzt Ameisen und vor allem Ressourcen zur Verfügung, ohne die in diesem Genre ja gar nichts geht. Hier bedeutet dies zunächst euch stehen 10 Arbeiter zur Verfügung und dazu 10 Soldatenameisen. Dazu kommen nun die beiden grundlegenden Ressourcen Nahrung und Energie. Beides unabdingbar um die Kolonie zu entwickeln. Etwas unglücklich, vor allem zu Beginn ist die Bedienung, bei der man schon ein wenig Gewöhnungszeit hinter sich bringen muss. Was auch daran liegt, das man z.b. die Ameisen selber nur als wuselnde Pixel auf den Screens zu sehen bekommt. Höchstwertung für die Charakterskins wird Ant Nation also nicht einheimsen. ;-) Die jeweiligen Inhalte, sprich Screens könnt ihr jederzeit Tauschen, um vielleicht mal eine Weile nur dem Treiben zuzusehen. Aber mit der Zeit durchaus selten, denn irgendwas ist eigentlich immer zu tun.

Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sichtweise auf die eigentliche Spielwelt. In der Grundvariante sieht man auf dem Top Screen einen Querschnitt von der Seite, wo man unter der Erde die einzelnen Kammern der Kolonie sehen kann. Auch darin sieht man die Bewohner nur als wuselnde Pixel. Dazu kommen hier die wichtigen 4 Anzeigen für die beiden Ameisen Varianten und dazu eben die beiden Ressourcen. Hat man so immer gut im gut im Blick. Auf der Touch Screen schaut man nun auf den Erdboden und das Loch, aus dem die Ameisen aus den Kammern praktisch an die Oberfläche kommen. Dazu habt Ihr nun hier verschiedene Menus und Symbole, die man einfach per Pen aktiviert. Neben dem Tauschbutton bekommt man hier einen Aktionsbutton, eine Lupe um sich jeden einzelnen Pixel, sprich die eigentliche Ameise mal genauer anzuschauen, sowie das sogenannte Professor und Aktions Menu. Beim Professor Menu habt Ihr zum einen die Möglichkeit jederzeit zu Speichern und auch die im Spiel enthaltenen Missionen einzeln anzuwählen und noch mal zu spielen. Also nur die Missionen, die man schon gelöst hat. Tippt an die Lupe an und danach eine Ameise, bekommt man direkt die Ameise auf den Screen gezoomt und sieht schnell, das diese RPG ähnliche Werte haben und bestimmten Klassen angehören können. Also es gibt nicht einfach nur Arbeiter und Soldaten, sondern diese werden auch untereinander noch mal unterschieden. Der Aktionsbutton wird erst dann interessant, sobald Ihr die ersten Ameisen aus den Kammern an die Oberfläche geholt habt. Dieser Button dient dann praktisch als Short Cut wenn man so will. Erste Maßnahme ist wie immer in diesen Spielen Ressourcen Gameplay. Es gilt ein wenig Nahrung ranzuholen und man macht sich daran, die Arbeiter loslegen zu lassen. Dazu wechselt man in das Aktionsmenu und bekommt dort erneut einige Buttons zu sehen. Die hier unter anderem abgebildete Fahne stellt das sogenannte Gruppenwerkzeug dar. Einfach gesagt tippt man die Fahne für die Arbeiter an, platziert diese auf der Oberfläche an einem bestimmten Ort und kann dann zusehen, wie die Arbeiter aus dem Loch kommen und genau zur Fahne laufen. Das gleich Prinzip greift auch bei den Soldaten. Befinden sich nun zwischen Fahne und dem Loch zu den Kammern Objekte oder Gegner, legen die Ameisen von ganz allein los.

Im Falle der Nahrung sieht man also z.b. ein Stück Zucker unweit des Lochs und platziert kurz dahinter die Arbeiterfahne. Sie kommen heraus, geben euch anhand kleiner eingeblendeter Gesichtsmimiken und Lauten ihr Befinden wieder und fangen an das hier genannte Stück Zucker zu zerlegen und nach und nach gen Kolonie zu bringen. Der Nahrungswert steigt dadurch natürlich. Das gleiche Prinzip gibt es auch für Energie, wo natürlich ebenfalls entsprechende Objekte auftauchen. Im Verlauf des Spiels schaltet Ihr je 5 verschiedene Klassen für Arbeiter und Soldaten frei, die Ihr dann später auch separat losschicken könnt. Zu Beginn könnt Ihr nur jeweils alle Ameisen der beiden Einteilungen anwählen und durch die Fahnen an einen bestimmten Ort beordern. Hier greift dann auch der Aktionsbutton, mit dem Ihr diese Orte fix verändern könnt und eben nicht jedes Mal über das Menu gehen müsst. Die einzelnen Klassen teilen sich dann neben den Normalos auf solche die auch Feuer, Wasser oder Gift verwenden können, oder im Gegenzug aushalten. Später bei den neuen Gebieten wird das um einiges wichtiger, als zu Beginn auf der einfachen Wiese. Nun muss man aber irgendwie auch die Anzahl erhöhen und aus den anfänglichen 10 könnt Ihr ohne Probleme mehrere Hundert in der Kolonie heran züchten. Dazu müssen zwingend immer wieder neue Kammern gebaut werden. Einfachster Weg um hier weiter zu kommen sind nun die Missionen im Spiel. Über alle 6 Ebenen warten knapp 100 Missionen, die wie ein Upgrade Feature wirken und fast immer die Soldaten in den Mittelpunkt rücken. Auch hier geht das Spiel einen festen Weg. In regelmäßigen Abständen erscheinen auf der Oberfläche kleine magische Würfel. Zu diesen schickt man seine Arbeiter, die das ganze bearbeiten wie Nahrung. Irgendwann haben sie ihn offen und Ihr schaltet somit eine Mission frei, die ihr auch gleich angehen könnt. Hier gibt man euch meist aggressive Ziele vor. Diese reichen vom Angriff auf diverse Insekten, dem regelrechten Zerstören anderer Kolonien und auch die Verteidigung der eigenen Kolonie steht auf dem Aufgabenplan. Simpelste Variante ist das erledigen diverser Käfer. Wieder nutzt man die Fahne um zu Beginn alle und später eben differenziert seine Soldaten zu rufen. Über die Fahne beordert man diese zum Gegner, die automatisch loslegen und Angreifen, sobald sie in der Nähe sind. Dann erscheinen Lebensanzeigen in Form von Balken über den Gegnern.

Setzen diese z.b. euren Ameisen zu, sterben diese nicht gleich, sondern Rennen als blinkende Pixel zur Kolonie um sich "frisch zu machen". Das verbraucht Ressourcen, lässt euch aber nicht gleich viele Soldaten verlieren, wenn Ihr mal zu blauäugig heran geht. Denn es macht durchaus Sinn die Fahne z.b. erstmal in die Nähe des Lochs zu den Kammern zu platzieren. Dann sollte man warten bis eine gewisse Anzahl an Soldaten nach und nach heraus gekommen ist und schickt sie dann zum Gegner. Erledigt man nun den oder die Gegner, oder löst die Aufgabe im allgemeinen wird man mit Bonus Ressourcen belohnt, die recht üppig sein können. Zusätzlich darf man danach zumeist eine neue Kammer bauen. Hier muss man nun immer wieder abwägen, was für eine man baut, ob Soldaten oder Arbeiter. Schafft Ihr bestimmte Zeitpunkte, kommt auch die Entwicklung dazu und ihr könnt z.b. aus einfachen Soldaten solche mit Feuer als Eigenschaft generieren. Hier greift dann später das Pokemon Prinzip und eigene Soldaten mit der Feuer Klasse, haben mehr Wirkung auf einen Gegner der Klasse Wasser, als dies normale Soldaten haben. Der Reiz des Spiels liegt nun durchaus in der Entwicklung über die Gebiete. Zu Beginn ist das schon alles noch etwas simpel, wird aber glücklicherweise auch schwerer. Mehr und größere Gegner, sowie auch verschiedene Untergründe, die auch die Klassen wichtiger machen. Größter Kritikpunkt ist aber dennoch der eigentliche Tiefgang, wobei hier klar die älteren Spieler gemeint sind. Denn diese werden trotz immer währender Geschäftigkeit schon oft den gleichen Ablauf erhalten. Was für hohen Anspruch halt fehlt, ist der Tiefgang. Hier hat das Spiel halt seine Grenzen. Es macht immer eine Weile Spaß seine Kolonie aufzubauen, erreicht aber dann den berühmten Moment, wo alles passt und entwickelt ist und vieles von selber läuft. Für jüngere Strategie Fans mag das passen. Ältere Gamer die einfach mehr Abwechslung und Tiefgang wollen, werden so auf lange Sicht eher unterfordert.

Grafik & Sound....

Grafisch muss man über Ant Nation nicht allzu viel schreiben. Und dann auch nicht viel Gutes. Das Wort Zweckmäßig schmeichelt dem Titel schon arg. Mal abgesehen von den wuselnden Pixeldarstellungen der Ameisen, sind auch die Umgebungen äußerst überschaubar gestaltet. Texturen in dem Sinne sucht man fast vergebens und man belässt es hier meist bei einfachen Farbspielen, um die Umgebung darzustellen. Das wäre so auch auf dem GBA locker möglich gewesen. Technisch zwar ohne irgendwelche Probleme, wäre hier aber durchaus mehr drin gewesen.

Beim Sound fühlt man sich auch ein wenig an alte Konsolen Generationen erinnert. Das fröhliche und etwas blechern klingende Gedudel zeigt schnell, woher das Game kommt. Auch hier hat man das Thema eher einfach umgesetzt. Effekte findet man ebenfalls recht wenig im Spiel, die sich fast ausschließlich auf die Laute der Ameisen selber beschränken. Hier wie bei der Grafik lässt das Spiel schon einige Punkte liegen.

Multiplayer....

Der Multiplayer ist von der Idee zwar ganz gut, krankt aber an der sehr einfachen Umsetzung. Hier müssen zunächst beide Spieler zwingend ein eigenes Spiel besitzen. Einmal verbunden kann man sich nun Gefechte zwischen den Kolonien liefern. Allerdings nicht wie man vermuten könnte, mit wuselnden Pixel Streitmächten, sondern dem 1-1 Prinzip a la Pokemon. Man stellt hier nur eine Rundenzahl ein und schaut mehr zu als das man agiert. Das ist nicht besonders erquickend und ist keinesfalls ein Grund, ein zweites Spiel zu kaufen.

Fazit....

Die Idee an sich in Ant Nation ist gelungen und erweitert das Strategie Spektrum auf dem DS. Ein Ameisenvolk zu entwickeln und zu führen ist nicht der schlechteste Background und punktet hier durch die Möglichkeit diese zu entwickeln und in verschiedene Klassen aufzuteilen. Die 6 Gebiete sind ausreichend was die Spielzeit angeht, da man durchaus seine 10 Stunden an den knapp 100 Missionen sitzen kann. Federn lässt das Spiel allerdings beim Tiefgang, so das man schnell alle Möglichkeiten gesehen hat und zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Art Aktionsendlosschleife landet. Für jüngere Strategie Fans, die es nicht allzu schwierig mögen ist der Titel durchaus ein Blick wert. Ältere Spieler, die eher auf Anno oder AoE Kaliber stehen, verpassen mit Ant Nation nichts.

 

+ Strategie für jüngere Spieler
+ Touch Screen Nutzung
+ Ordentliche Spielzeit
+ Klassen / Ameisen "Upgrades"
+ 100 Missionen
+ Komplett Deutsch
- Grafisch sehr Zweckmäßig
- mäßiger Sound/kaum Effekte
- Wenig Tiefgäng
- Nichts für ältere Gamer

GRAFIK: 50%

SOUND/EFFEKTE: 55%

MULTIPLAYER: 45%

GESAMTWERTUNG: 64%

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