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NDS Anno - Erschaffe eine neue Welt
 
 
Anno - Erschaffe eine neue Welt - NDS
Matthias Engert (03.06.2009)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: keen Games
GENRE: WiSim
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-8
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Während wir uns auf der Wii das erste mal mit dem Thema Anno auseinander gesetzt haben, sieht das auf dem DS ein wenig anders aus. Hier dürfen die Fans der Wirtschafts- und Strategiespiele schon zum zweiten mal zuschlagen. Seinerzeit war es auch Anno 1701, der zeigte das mit dem DS mehr als nur innovative Minispiel Umsetzungen möglich sind und bildet auch heute noch zusammen mit AoE die Spitze der Handheld Umsetzungen in diesem Genre. So war es natürlich schön zu hören, das auch beim neuen Anno Teil der DS wieder bedacht wird. Ging ja fast ein wenig unter im Anno Wii Hype. Gespannt durfte man außerdem sein, inwieweit sich die beiden Nintendo Brüder gleichen. Man erlebt ja doch hier und da oft fast identische Spiele, was den Inhalt angeht. Technisch immer 2 Welten, stellt sich also die Frage für den geneigten Anno Fan, ob er beide Versionen für den ultimativen Spaß braucht, oder ob eine Version durchaus ausreicht, um seinen Siedlungsdrang auszuleben. Eines kann man seit dem Wii Test vor ein paar Tagen leider schon mal ausschließen. Nämlich die Möglichkeit eventuell beide Versionen miteinander zu verbinden. Aber es gibt ja noch genug andere Fragen und wir widmen uns dem Inhalt der neuesten Anno Version auf dem Nintendo DS.

Menus und die Story....

Wie schon beim ersten Teil von einigen Jahren war auch diesmal die Spiele Schmiede Keen Games für das Ganze verantwortlich. So konnte man zumindest davon ausgehen, das technisch wenig schiefgehen würde. Denn schon mit dem ersten Teil zeigten sie eindrucksvoll, das der DS auch für dieses Genre alles mitbringt, was man braucht. So bietet die DS Version von Anno - Erschaffe eine neue Welt, bis auf einen Punkt, das gewohnt gute Drumherum. Das beginnt beim komplett deutschen Inhalt, samt reichlich enthaltener Sprachausgabe. Ebenso punktet das Spiel erneut beim Thema Speicherfeature und bietet euch mit je 4 Speicherplätzen für Story und Endlos Modus mehr als genug Möglichkeiten, euren Spielfortschritt zu sichern. Das man in den Modi wieder jederzeit Speichern kann, versteht sich fast von selbst. Allerdings und das ist doch schon ein wenig überraschend, vermisst man auch etwas im neuen DS Anno. Konnte man auf dem ersten Teil mit bis zu 3 Freunden spielen, so ist hier weder ein Offline noch ein Online Multiplayer enthalten. Der neue Anno Titel ist also diesmal ein reines Einzelspieler Game! Und es sollten nicht die einzigen Parallelen zur Wii Version sein, die in dieser Hinsicht ja auch keine ernsthaft spielbaren Inhalte für mehrere Spieler mitbrachte. Erste wirklich große Parallele ist die Story in beiden Versionen. Hier bieten Wii und DS 1:1 die gleiche Story. Hintergrund ist auch hier wieder ein Königreich, in dem der König aktuell vor dem großen Problem steht, das sein Volk hungert und das Wort Zufriedenheit kaum eine Bedeutung hat. Um diesem Problem entgegen zu treten lässt er seine beiden Söhne zu sich kommen. William und Edward könnten dabei nicht unterschiedlicher sein. Edward ist der kriegerische Sohn, der am besten jedes Problem mit Militär Gewalt löst, während William eher auf die Karte Diplomatie setzt. Auch ist es William der seinem Vater empfiehlt in die südlichen Regionen zu segeln und neues Land zu betreten, es fruchtbar zu machen, zu besiedeln und somit der Hunger Katastrophe entgegen zu wirken. Der König willigt in die Pläne Williams ein und schickt beide Söhne auf unterschiedliche Missionen. Edward eher etwas widerwillig, übernehmt Ihr nun die Rolle von William auf seiner Reise durch die südlichen Gewässer, auf der Suche nach fruchtbaren Land. Das euch dabei nicht nur Eitel Sonnenschein begleiten wird und viele kleine und große Probleme auf Euch zu kommen, versteht sich von selbst und Ihr startet in das DS Abenteuer in Anno - Erschaffe eine Neue Welt.

Wenn sich schon die Storys gleichen wie ein Ei dem anderen, so verwundert es auch nicht, das auch inhaltlich und in Sachen Spielmodi die gleichen Inhalte auf euch warten. Auch die DS Version startet ohne großen Schnickschnack und Ihr landet recht fix auf dem Hauptmenu. Mal davon abgesehen, das Ihr hier kein eigenes Profil erstellt, warten auf dem Hauptmenu 2 große Spielmodi mit dem Story Modus und dem Endlos Spiel. Für einen Spieler braucht es auch nicht mehr. Dazu kommen auch hier die Optionen und die Credits. Die Optionen unterscheiden sich logischerweise in Sachen Steuerungsanpassung, da man hier auch die Rechts und Linkshänder Option wieder eingebaut hat. Im Spiel zeigt sich das dadurch, das man die aufrufbaren Menus wahlweise links oder rechts im Bildschirm findet. Der Rest sind nur noch Einstellungen zum Thema Sound und Ihr könnt hier genauso ohne große Vorbereitung in den Story Modus starten wie auf der Wii.

Technik und Gameplay....

Kern des Spiels ist zunächst der Story Modus auf dem DS. Wie auf der Wii begleitet euch dabei die gleiche Hintergrund Geschichte und so verwundert es auch nicht das inhaltlich und in Sachen Features so gut wie keine Unterschiede zwischen der neuen DS Ausgabe und dem großen Wii Bruder zu finden sind. Startet Ihr den Story Modus, dürft Ihr erneut aus 3 Schwierigkeitsgraden wählen, wobei man hier ebenfalls mit dem schwersten Spielen sollte, um wirklich gefordert zu werden. Vorneweg wichtig zu wissen und ein großer Pluspunkt ist die Tatsache, das die einzelnen Spielmodi über eigene Speicherplätze verfügen. Wer also seine Kampagne noch nicht fertig hat und zwischendurch auch mal ein Endlosspiel angehen will, kann dies ohne Probleme tun. Beginnt Ihr die Kampagne so ist diese eingeteilt in 7 sogenannte Kapitel. Diese Kapitel enthaltenen jeweils 3 Missionen, die euch anfangs als Tutorial erwarten und euch mit der Zeit immer mehr "allein" lassen und stetig wachsende Aufgaben bereithalten. Wer möchte kann diese Kapitel und Missionen, sofern frei gespielt, auch einzeln über einen Mission Select anwählen. Wie auf der Wii bietet auch die DS Version ein interessantes letztes Kapitel. Danach startet die Kampagne mit einem von vielen per Zeichnungen umgesetzten Vorspann, welche die Geschichte stetig weiter erzählen und so einen sehr guten roten Faden durch das Spiel ziehen. Sehr schön gemacht auch qualitativ sehr stimmig. Dabei erwarten euch die gleichen Sprachsamples wie auf der Wii. Einzig im Spiel selber wird hier darauf verzichtet. Anno - Erschaffe eine neue Welt ist wie schon erwähnt eine der typischen Aufbau und Wirtschaftssimulationen, wie es vor allem die deutschen Spieler lieben. Auch hier geht es grob darum Inseln zu entdecken, eine Siedlung aufzubauen und somit die eigene Kolonie zu Wohlstand zu führen. Anders als bei den Siedlern z.b. greift hier aber auch ein reines Wirtschaftssystem mit Steuern und damit Geld, was Teile des ganzen komplexer macht als bei den Römern & Co oder auch einem AoE. Kriegerische Auseinandersetzungen spielen ebenfalls eine Rolle, so das Ihr als Spieler so ziemlich alle Facetten des Genre erleben und spielen dürft. Und wie schon erwähnt bekommt man das ganze nicht als abgespeckte Version zu sehen, sondern darf sich auf Wochen oder Monatelangen Spielspaß freuen.

Sobald Ihr also den ersten Vorspann hinter euch habt, zeigt sich das Gameplay in seiner Anfangsform. Dabei ist nun die ersten Missionen eigentlich fast ausschließlich ein Tutorial. Zur Verfügung steht euch dabei ein sogenannter Berater, der euch zwar das ganze Spiel über begleitet, aber hier am Anfang eine mehr als wichtige Rolle spielt. Logisch das es sich auch auf dem DS wieder um den guten Conrelius handelt. Denn wenn die Story schon gleich ist, dann ja auch die Personen, wobei er auch im Anno Vorgänger auf dem DS schon dabei war. Im Top Screen als Bild dargestellt, stellt er euch Aufgaben und gibt euch über alles Informationen, was im Verlauf wichtig ist. So bekommt Ihr anfangs Aufgaben gestellt, die Ihr einfach abarbeiten müsst und Schritt für Schritt an das Gameplay herangeführt werdet. Wer das erste mal mit einem solchen Spielinhalt zu tun hat wird das Tutorial durchaus als etwas überladen betrachten. Dazu sind es einfach sehr viele Möglichkeiten, die erstmal alle unter einen Hut gebracht werden wollen. Liegt auch daran das selbst im Tutorial niemand auf euch wartet, sprich beim Lernaktionen die Zeit oder so angehalten wird. Grundlage des Spiels ist ein Schiff mit dem Ihr nach einer geeigneten Insel sucht auf der es sich lohnt eine Kolonie zu erreichten. Später kommen hier noch Dinge dazu, was die Wahl der Insel beeinflusst, die wir am Anfang noch nicht beachten müssen. Dabei spielt sich nun was die Screen Aufteilung angeht alles in einem festen Gefüge. Dient der Touch Screen für die Darstellung der eigentlichen Spielaction, samt dem kompletten Bedienen der Menus und Aktionen eurerseits, so ist der Top Screen eure Infozentrale für alles was wichtig ist. Zu allem was Ihr also unten anklickt erscheinen dann oben weiterführende Informationen. Grafisch auch einer der großen Unterschiede zum eigenen Vorgänger, da hier vor allem die Aufteilung und Darstellung anders umgesetzt ist. Erste Aufgabe ist es nun ein sogenanntes Kontor zu errichten. Einmal dient es als Lager und zum anderen hat dieses Gebäude einen Einzugsbereich. Um das Kontor herum in einem weiten Radius wird die Insel erhellt und gibt euch so Informationen bis wohin Ihr Bauen könnt. Keine Sorge, später könnt Ihr das erweitern. Von diesem Kontor geht nun alles aus. Oberhalb im Top Screen habt Ihr nun die wichtigsten Anzeigen für euer Spiel. Dort steht zum einen die aktuell verfügbare Geldmenge, die Anzahl der momentanen Einwohner eurer Kolonie und die überaus wichtigen Ressourcen, ohne die auch Anno natürlich nicht auskommt. 4 Dinge spielen hier eine Rolle um erfolgreich durch das Spiel zu kommen. Neben Holz spielen Steine, Eisen und am Ende auch das neu enthaltene Gold die Hauptrolle. Reichen für die Anfänge Holz und Steine aus, wird später natürlich das Eisen und Gold unumgänglich. Mit diesen Grundinformationen geht Ihr nun die weiteren Aufgaben an.

So sind die ersten Missionen auch einfach angelegt und erwarten von euch den Bau der ersten Gebäude und der Infrastruktur im allgemeinen, wobei sich das Spiel immer an logische Abläufe hält. Das erste Bauwerk das Ihr in die Landschaft setzen sollt ist ein Holzfäller, der die benötigten Holzressourcen beschafft. Um einen geeigneten Platz zu finden dürft Ihr die Sichtweise per Iso Variante in 2 möglichen Auflösungen nutzen. Per Lupensymbol könnt Ihr eine weite Variante nutzen und eine Nahansicht, die wieder sehr detailliert und animiert daherkommen sollte. Um Gebäude zu erstellen habt Ihr wie bei allen anderen Möglichkeiten entsprechende Menus rechts an der Seite des Touch Screens. Auch hier geht das Spiel nach und nach vor und stellt euch anfangs immer nur das zur Verfügung das man für das Tutorial auch benötigt. Also tippt man die Rubrik an und verzweigt danach noch mal und findet das Holzfäller Haus. Wie bei allen Häuser bekommt Ihr dies nun transparent dargestellt und könnt es erstmal frei schwebend durch die Gegend bewegen. Später wenn Ihr neue Gebäude erhaltet, funkelt das Baumenu immer in einer kleinen Animation. Auch hier ist das Spiel komplett über den Touch Screen zu steuern. Tippt Ihr auf die Gegend könnt Ihr durch Ziehen oder Wischen die Gegend erkunden. Geht angenehm einfach und vor allem flott über die Bühne. So sucht man sich also als erstes einen geeigneten Platz für den Holzfäller. Anders als im Vorgänger ist es wurscht wohin Ihr das Gebäude setzt. Denn neben einem Button für den Holzfäller selber, gibt es hier auch einen um Bäume zu pflanzen und Ihr könnt auch eine brachliegende Ecke dafür wählen. Einmal Wald immer Wald und damit auch Nachschub in Sachen Holz. Kaum steht das Gebäude greifen weitere wichtige Dinge im Spielsystem. Zum einen könnt Ihr den Holzfäller wie später alle anderen Gebäude anklicken und erfahrt einiges darüber. Zum einen über die Produktivität und ob es sich lohnt diesen am gewählten Platz zu belassen. Denn noch viel wichtiger ist die Tatsache das alle Gebäude etwas kosten. Nicht nur in der einfachen Anschaffung was Geld und Ressourcen angeht, sondern viel wichtiger im Unterhalt. Ein Holzfäller kostet zwar kaum etwas im Unterhalt, später bei voll entwickelter Kolonie und allen anderen Gebäuden ein ganz wichtiger Faktor. Auch hier ein großer Unterschied zum Siedler System. Nun gut der Holzfäller steht, Holz kommt trotzdem noch nicht in das Kontor. Dazu erscheint nun auch noch ein Ausrufezeichen über dem Gebäude. Das bedeutet immer das dort ein Problem vorherrscht. Neben Infos die nach dem Anklicken im Top Screen auftauchen erscheinen auch Symbole um das Gebäude. Teils noch abgedunkelt gehört da auch ein Fragezeichen dazu. Hier könnt Ihr sehen das irgendwas nicht stimmig ist. Hier ist es die fehlende Anbindung an das Kontor.

Es muss also zwingend eine Straße her, welche den Holzfäller und das Kontor verbindet. Auch das gilt das gesamte Spiel über und einfach ein Gebäude irgendwo in die Pampa zu setzen hat nur bei wenigen Sinn. Hier ähnelt das ganze also mehr dem Sim City Prinzip. Ohne Infrastruktur geht nichts in Anno - Erschaffe eine neue Welt. Anders als auf der Wii baut man Straßen hier durch das setzen von Fähnchen für den Anfangs und Endpunkt. Das Prozedere macht Ihr anfangs mit dem Steinbruch und dem daran anschließenden Steinmetz, der die Steine erst zu Baumaterial verarbeitet und einen weiteren Gameplay Teil zeigt. Viele Produkte die Ihr im Verlauf des Spiels herstellen könnt und auch zwingend braucht werden nur in Abhängigkeiten hergestellt. Ok, Ihr habt eure ersten Arbeitsgebäude, nur wo wohnen die Jungs und wie ernähren sie sich? Also weiter im Programm. Die nächsten Gebäude wären dann z.b. der Milchhof oder die Getreidefarm, welche Nahrung produzieren. Dazu müsst Ihr nun ein paar Wohnhäuser bauen. Wieder natürlich an die Straßen um den Fluss weiter zu gewährleisten. Oben tauchen nun die ersten Bewohner auf, die man auch animiert in den Straßen sehen kann. Sehr liebenswert gemacht. Nun habt Ihr zwar eine kleine Minisiedlung, um im Spiel aber was zu reißen muss viel mehr passieren. Aufbausimulation pur sag ich nur. Damit sich das ganze auch entwickelt greift auch hier wieder das bekannte System bei den Bewohnern. 5 Stufen eurer Zivilisation gibt es im Spiel. Am Anfang leben nur einfache Pioniere in der Kolonie. Danach folgen die Siedler, die Bürger, die Patrizier und ganz am Ende, was auch entsprechend dauert die Aristokraten. Um nun eine Stufe aufzusteigen müssen weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Das Ziel ist es die Wünsche und Bedürfnisse eurer Einwohner zu befriedigen. Denn immerhin sind die es die eure Gelder bringen. Denn sie zahlen in Anno ja bekanntlich Steuern. Nicht nur das jede Stufe einen größeren Steuerteil zahlt, auch die Möglichkeiten im Spiel werden höher, die notwendig sind um die Kolonie immer weiter zu entwickeln. Dabei könnt Ihr z.b. die Entwicklungen auch visuell verfolgen. Aus anfangs gebauten einfachen Holzhütten werden mit der Zeit regelrechte Villen an den Straßen. Ok sagt man sich bauen wir einfach mehr Wohnhäuser für mehr Einwohner und hoffen auf mehr Steuern. Und wieder dreht sich die Abhängigkeitsspirale. Denn irgendwann fangen die Bewohner an zu maulen. Nur arbeiten und wohnen wollen sie nicht mehr und sie verlangen z.b. nach einer kleinen Kapelle. Wie das Kontor haben diese Gebäudetypen ebenfalls einen Einzugsbereich. Baut man z.b. die Kirche mitten in die Siedlung sind alle zufrieden und zahlen brav ihre Steuern. Steht sie entfernt von vielen Häusern, müsst Ihr euch nicht wundern wenn kein Geld in die Kassen kommt. Später kann man sich zu allen Zivilisationsstufen immer genau in einem Menu anschauen was die Leute benötigen und wollen. Später wenn alle Stufen vorhanden sind, wohnen neben den Aristokraten dennoch vielleicht Pioniere irgendwo. Und alle haben andere Ansprüche.

Ihr könnt auch erneut die einzelnen Häusern anklicken und schauen was fehlt. Je höher die Bewohner steigen, um so mehr Gebäude abseits des Wohnens werden nötig. Das reicht von öffentlichen Gebäuden wie Klosterschulen, Badehäusern oder einem Gasthaus bis hin zu Schutzgebäuden welche für Feuer, Krankheiten oder das neue Rattenproblem zuständig sind. Ihr merkt schon das da einiges auf euch zu kommt. Ein Problem stellt man schnell fest. Euch geht ab der dritten Stufe schnell der Platz aus. Anfangs mit ein paar Wohnhäusern alles noch übersichtlich, muss man teilweise Häuser wieder abreißen um Platz für öffentliche Gebäude zu schaffen. Die kleine Kapelle am Anfang nimmt nicht viel Platz weg, die große Kirche am Schluss erwartet einen größere freie Grundfläche. Gleichzeitig mit diesen Entwicklungen spielen die Produkte eine große Rolle. In jeder der 5 Zivi Stufen gibt es andere Bedürfnisse, die es zu erfüllen gilt und Ihr müsst euer Gebiet zwingend ausweiten. Dazu kommt das euer erstes Kontor keinen Platz mehr hat. Also baut man ein sogenannten Markthaus an die entfernteste Stelle eures ersten Kontors. Nichts anderes als ein Lager erweitert es zudem die Gebiete die nun bebaubar sind. Wieder alles mit Straßenanbindung und Ihr könnt neue Wohnhäuser bauen samt den Bedürfnissen der Bewohner. Eine stetige Entwicklung die so eigentlich nie abreißt. Dabei solltet Ihr immer eure Haben/Soll Entwicklung im Auge behalten. Wie gesagt alle Gebäude kosten im Unterhalt. Und je größer die Gebäude werden um so teurer. Solange eure Einwohner zufrieden sind zahlen sie brav Steuern und eine Zahl in grüner Umrandung steht unter dem Strich. Aber wehe sie sind unzufrieden. Dann müsst Ihr per Hand die Steuern senken oder zwingend für bestimmte Güter sorgen. Nun kann es sein das z.b. eure Heimatinsel über keine Vorkommen an Hanf verfügt. Die Bevölkerung verlangt aber zwingend nach hochwertiger Kleidung. Was also tun? Dafür greift das nächste Gameplay Element, das man auch von der Wii Version her schon kennt. Jede Insel bietet bestimmte Fruchtbarkeiten, sprich Produkte die man anbauen oder abbauen kann. Fehl euch etwas, müsst Ihr also expandieren. Irgendwann steht euch die Werft zur Verfügung. Also kann man ein Schiff bauen lassen, das Ihr via Weltkarte frei schippern lassen könnt. Voraussetzung sind auch in der DS Version die Karten, die man auf verschiedene Weise frei schalten muss. Findet Ihr z.b. eine weitere Insel, könnt dieses dort z.b. ein weiteres Kontor errichten lassen. Das geht soweit das Ihr euch die Insel in Werten anschauen könnt, was dort vorhanden ist. Nehmen wir den Hanf, der dort in rauen Mengen verfügbar wäre. Also Kontor plus Straße plus Hanf Plantage. Schon beginnt das ganze diesen Rohstoff zu generieren. Dazu baut man eine Webstube und kommt an die Kleidung. Sehr gut gelöst ist dabei das Lager Feature. Egal ob Ihr 1 oder 10 Inseln besiedelt habt. Erarbeitete Rohstoffe und Güter liegen imaginär in einem Lager, so das Ihr nicht zwingend Schiffe ohne Ende durch die Gegend schicken müsst. Ideal gelöst in meinen Augen.

Dazu kommt bedingt durch das Lagersystem ein weiterer Pluspunkt dazu. Denn neben Knappheit an Rohstoffen und Gütern kann es auch sein das Ihr von einem bestimmten Produkt Unmengen produziert. Da wir hier nicht in der EU leben und Quoten die Produktion beeinflussen, könnt Ihr diese Dinge auch frei vom Lager aus Verkaufen. Für alles gibt es Schieberegler und entsprechende Menus um sich so mal schnell etwas Kohle zu besorgen. Wobei hier auch das Thema Technologie eine Rolle spielt, das nun ebenfalls auf dem DS Einzug hält und eine wirkliche Neuerung gegenüber dem eigenen Vorgänger darstellt. Denn je größer eure Städte werden, um so mehr schaltet man im sogenannten Technologiebaum frei. Das reicht von der Möglichkeit eben eigene Dinge auch zu verkaufen, über die Wasserpumpe um Inseln überhaupt fruchtbar zu machen, bis zu speziellen Gebäuden, welche die Effektivität aller Wirtschaftsbereiche verbessern. Und natürlich kann man damit auch die eigenen Truppen verbessern. Wobei gerade das Thema Truppen und Schifffahrt die Kritikpunkte im Spiel sind. Vielleicht seid Ihr ja nicht der einzige im Universum und Piraten oder eure Gegenspieler im Spiel missbilligen euren wirtschaftlichen Aufschwung. Um sich bei euch Gehör zu verschaffen wollen sie das ganze mittels Waffengewalt lösen. Willkommen im ebenfalls enthaltenen Militäraspekt. Auch hier wieder eingeteilt in Verteidigung und Angriff. So habt Ihr also die Möglichkeit Kasernen zu bauen, welche Soldaten generieren. Bietet eine Kaserne z.b. die Möglichkeit maximal 6 Soldaten auszubilden, könnt Ihr diese nun mehrfach verteilen. Neben der Kaserne und z.b. auch den Werften, kann man alle Kontore und Markthäuser mit Soldaten füllen. Klickt man das Gebäude an gibt man an wie viele Soldaten hier stationiert werden sollen. Sind diese dort angekommen stehen sie euch zur Verfügung. Greift man euch z.b. an, errichten die Gegner, wie auch Ihr wenn Ihr eurerseits eine Insel angereift einen Vorposten. Solche Orte wie auch vom Gegner eingenommene Gebäude kann man direkt angreifen. Man gibt die Anzahl der Soldaten an und lässt es drauf ankommen. Man kann reagieren und Nachschub holen, die eigenen Soldaten aber auch rein zur Verteidigung abstellen. Allerdings auch ein wenig umständlich und z.b. bei eigenen Angriffen, muss man diese Touchpen Aktionen jedes Mal neu per Hand auslösen. Auch nicht unbedingt flüssig spielbar ist das die Schiffssteuerung, bei der ihr jeden einzelnen Pott anklicken und steuern müsst. Wichtig ist es natürlich dennoch und man muss sich mit der Zeit damit arrangieren. Trotz dieser Kritikpunkte sind die Möglichkeiten schon immens. Und alles steht und fällt mit der Entwicklung der Kolonie. Wenn Ihr eh immer gerade so am Bankrott vorbei schlittert und dann noch solche Probleme dazukommen, habt Ihr vielleicht kein Geld mehr um zu reagieren.

Je größer euer Imperium wird, um so mehr kann man schon bei der gelungenen Entwicklung zuschauen. Aber wehe es geht etwas schief und Gegner, wie auch Naturkatastrophen zwingen euch zu Aktionen, die Ihr eigentlich nicht machen wolltet. Mit der Zeit kann eure Insel gar nicht groß genug sein und Ihr müsst zwingend neues Land entdecken. Das macht auch im neuen Anno Teil auf dem DS einen großen Spaß, so das man hier locker die Zeit und alles andere vergisst. Positiv das euch Cornelius immer auf dem laufenden hält. Wenn es irgendwo brennt, die Pest ausgebrochen ist oder eine Naturkatastrophe sich anbahnt, Ihr wisst wo und was zu tun ist. Wie Ihr reagiert ist dann eure Sache. Man hat nie so richtig Ruhe. Da läuft es vielleicht eine ganze Weile richtig gut und man erfreut sich an sprudelnden Steuereinnahmen um plötzlich Probleme zu bekommen. Alles passiert auch logisch und ist nachvollziehbar. Und wer dem fest vorgegebenen Aufgaben System des Story Modus einmal entfliehen will und einfach gesagt loslegen will, ohne sich über Ziele keine Gedanken machen zu wollen, greift zum Endlos Modus. Wie auf der Wii ein Killer Feature, das euch auf lange Sicht immer wieder neue Spielmomente beschert. 1:1 übernommen ist hier z.b. auch der Szenario Editor, bei dem Ihr neben Land oder Inselgröße ebenfalls die Naturkatastrophen, die Piraten oder auch 2 CPU Gegner einstellen könnt. Wer sofort Just for Fun loslegen will, kann dies auch. Denn hier muss man über den Story Modus nichts frei spielen. Alles steht euch sofort zur Verfügung. Samt 4 weiterer Speicherplätze, so das selbst in einer Familie, jeder sein eigenes Spiel angehen könnte. Ärgerlich nur das eben der Multiplayer nicht mehr enthalten ist. Der sorgte selbst als Multicard Variante für eine Empfehlung der besonderen Art. Ansonsten nehmen sich die beiden Annos auf dem DS nicht viel. Kleine Änderungen hier und da, lassen den ersten Teil bei weitem nicht untergehen. Spaß ohne Ende hat man mit beiden Anno Teilen, ohne das neueste Teil nun das Rad neu erfindet. Wer den ersten Teil schon gerne gespielt hat, kommt um den neuen nicht herum.

Grafik & Sound....

Grafisch kann man auch der neuen Anno Version eine exzellente Präsentation unterstellen. Beide Sichtweisen sind technisch wieder hervorragend umgesetzt und bestechen durch gute Übersicht und viele Details. Vor allem wenn man in der Nahansicht auf das Geschehen zoomt, ein Augenschmaus für DS Verhältnisse. Ob nun der Holzfäller den man über die Straßen samt Wagen fahren sieht, bis hin zu den immer detaillierter werdenden Häusern in der Entwicklung der einzelnen Zivi Stufen. Alles mögliche ist animiert und farbenfroh. Da laufen Kühe und Schafe über die Farmen, oder es raucht aus der Eisenschmelze. So viele Kleinigkeiten die einfach sehr liebenswert gemacht sind. Das es dabei weder ruckelt noch sonstig technisch irgendwie Fehler hat gefällt natürlich. Allerdings und das muss man dem 3 Jahre alten Vorgänger schon bescheinigen, war all dies auch damals schon vorhanden. Es gibt sogar Bauten, die im alten Teil detaillierter gestaltet waren. So wirkt die Grafik im neuen Teil etwas edler, ohne aber wirklich neue Maßstäbe zu setzen. Wie im Vorgänger fehlt auch diesmal eigentlich nur die Möglichkeit, die Kamerasicht zu drehen. Gerade um auf engem Raum die Übersicht beim Neu Bauen von Straßen oder bestimmten Gebäuden nicht zu verlieren. Allerdings schon eher kosmetische Kritik. Grafisch reiht sich auch der neue Teil weit oben auf dem DS ein.

Das gilt auch den Sound, der neben den schon von der Wii her stimmigen Musiken auch die dort gelungene Sprachausgabe mitbringt. Zwar sind hier „nur" die reinen Story Sequenzen mit Sprachausgabe unterlegt, aber der Atmosphäre tun sie dennoch gut. Besser lösen hätte man vielleicht eine Alarm Funktion. Wurde man auf der Wii mit Sprachausgabe auf plötzliche Ereignisse hingewiesen, muss man hier zwingend auf den Top Screen schauen, um alles mitzubekommen. Legt man den DS mal kurz beiseite, kann einem dann schon mal ein Ereignis durch die Lappen gehen. Auch die reinen Effekte, was die geschäftigen Stadtlocations angeht, hätten intensiver umgesetzt werden können. Hier gilt in etwa die gleiche Kritik wie auf der Wii. Wenn man es überhaupt Kritik nennen will. ;-)

Fazit....

Auch der neue Anno Teil auf dem DS kann eigentlich auf der gesamten Linie punkten. Auch wenn es inhaltlich ein Wii Klon ist, so hat der Titel allein durch die Steuerung via Touchscreen schon sein eigenes Flair. Vom Umfang und den Möglichkeiten her muss man sich als Interessierter keine Sorgen machen. Gegenüber seinem Vorgänger auf dem DS gibt es aber dennoch ein paar Zeilen zu schreiben. Was vor allem daran liegt das seinerzeit Anno 1701 schon Maßstäbe setzte, die eigentlich nur schwer zu toppen sind. Auch von einem 3 Jahre späteren Nachfolger. Und wer mehrere Freunde verbinden will, muss eh zwingend zum Vorgänger greifen. Das vermisst man schon ein wenig. Als Freund der Verbindungsmöglichkeiten, hätte ich mir auch durchaus hier etwas zwischen Wii und DS gewünscht. Kleinere Boni, die man nur so erhält, wären in meinen Augen Anreiz genug gewesen. Aber lange Rede kurzer Sinn. Wer auf Wirtschaft und Strategie steht und mal wieder Nachschub für seinen DS braucht, sollte zuschlagen. Besitzer der Wii Version, die inhaltlich neues erwarten, müssen den „kleinen Bruder" aber nicht zwingend besitzen.

 

+ Excellentes Gameplay
+ Klasse TS Steuerung
+ Gelungener Tiefgang
+ Endlos Modus
+ Möglichkeiten/Upgrades
+ Grafik/Sounds/Sprachausgabe
+ Technisch gelungen
+ Technologiebaum enthalten
+ Komplett Deutsch
- Kein Multiplayer mehr
- Militärmodus etwas simpel
- Schiffssteuerung nur einzeln

GRAFIK: 86%

SOUND/EFFEKTE: 85%

MULTIPLAYER/WI-Fi: --

GESAMTWERTUNG: 87%

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