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NDS Anno 1701
 
 
Anno 1701 - NDS
Matthias Engert (30.06.2006)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: keen Games
GENRE: WiSim
SPIELER: 1-4 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-10
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

Wer sich in diesem Sommer einen Nintendo DS zulegt muß sich fast schon fühlen wie im Schlaraffenland der Spielindustrie. Man sollte ja immer vorsichtig mit Superlativen sein. Aber was spätestens in diesem Sommer an Umsetzungen für den DS erscheint darf locker als atemberaubend bezeichnet werden. Wurde man bisher schon mit den verschiedensten Genre Titeln beglückt, so boten viele Spiele auch die sinnvolle Nutzung der typischen DS Feature. Spätestens in diesem Sommer kommt nun noch ein Genre dazu das eigentlich seine Heimat auf dem PC hat - Wirtschaftssimulationen. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche No Names oder gar "Lite" Versionen, sondern um vollwertige Simulationen die zumindest auf dem Papier Monatelangen Spielspaß versprechen. Angefangen bei Theme Park, Sim City oder dem hier auch reinspielenden AoE. Überstrahlt wird das ganze dennoch von einem Pärchen, das in den nächsten Wochen wohl der Kampf der Giganten werden wird. Die Siedler gegen Anno 1701. Beides Spiele, welche vor allem die deutschen Gamer in ihre Spieleherzen geschlossen haben. Dauern die Siedler noch ein paar Tage, so darf Anno 1701 mittlerweile ausgiebig gezockt werden.

Menus und die Story....

Auch für mich persönlich eine der schönsten Testzeiten, da ich dem Genre mehr als zugetan bin. Also wird jedes bißchen Zeit zusammengekratzt um sich damit zu beschäftigen. Würde man sich nur auf diese Titel konzentrieren, alles andere würde wohl fast nur noch liegenbleiben. ;-) Entwickelt wurde die DS Version von keen Games und wie schon erwähnt speziell für den DS designed, ohne auf etwas zu verzichten. Natürlich gibt es für ein solches Mammut Projekt einen langen Hausaufgabenzettel für die Entwickler. Das erste Häkchen kann man hinter die Sprache machen. Alles andere als überraschend präsentiert man euch das Game in komplett deutscher Sprache. Logisch das Texte hier eine mehr als große Rolle spielen und das Spiel somit allen Altersgruppen zugänglich ist. Auch sonst bietet das Spiel alles was man braucht. Neben dem obligatorischen Batteriesave wartet ein Klasse Multiplayer für bis zu 4 Spieler. In Sachen Story bleibt sich die Serie natürlich treu und wir steigen ein in das Zeitalter der Entdecker und Seefahrer.

Ein seinerzeit herrschender König träumte von der Entdeckung der Neuen Welt und schickte sein besten Kapitäne auf die Meere um diese verborgenen Gebiete zu entdecken. Die Zeit verging und einer der beiden führenden Kapitäne erwies sich als Verräter. Später übergab der König seine Geschäfte an seine Tochter, welche diese Ziele weiter verfolgte. Allerdings mit der mächtigen Königin Elisa als Konkurrentin, welche ihre eigenen Ziele verfolgt. Was der Spieler so erlebt ist ein Machtkampf um Entdeckungen und die einhergehende Besiedlung der Kolonien und deren Kontrolle. Wie das ganze ausgeht bestimmt nun Ihr mit euer Spielweise. Denn einen der Kapitäne, welche ausgezogen sind um die Neue Welt zu entdecken übernehmt Ihr in Anno 1701.

Der Spielstart selber ist zunächst recht unspektakulär und bringt euch ohne große Vorrede zum Hauptmenu des Spiels. Hier bietet man euch 4 Menupunkte an. Neben dem Kampagnen Modus, der zunächst das Herzstück des Einzelspieler Modus darstellt gibt es das Endlosspiel sowie den Mehrspieler Modus. Dazu kommen die Einstellungen in denen Ihr z.b. euren Namen eingeben könnt der z.b. in den Mehrspieler Partien angezeigt wird. Dazu Einstellungen für den Sound, sowie der Punkt Schnelltasten. So kann man im Spiel selber einige Aktionen auf die Tasten des DS legen. Da diese eigentlich so gut wie nicht benutzt werden im normalen Gameplay, eine sinnvolle Sache. Zu guter letzt bietet auch Anno 1701 eine Wahlmöglichkeit ob Ihr als Links oder Rechtshänder agiert. Soweit so gut und wir steigen einfach mal in das Gameplay ein und widmen uns da natürlich dem Kampagnen Modus.

Technik und Gameplay....

Vorneweg wichtig zu wissen und ein großer Pluspunkt ist die Tatsache das die einzelnen Spielmodi über einen eigenen Speicherplatz verfügen. Wer also seine Kampagne noch nicht fertig hat und zwischendurch auch mal ein Endlosspiel angehen will, kann dies ohne Probleme tun. Beginnt Ihr die Kampagne so ist diese eingeteilt in 5 sogenannte Kapitel. Diese Kapitel enthaltenen jeweils mehrere Missionen, die euch anfangs als Tutorial erwarten und euch mit der Zeit immer mehr "allein" lassen und stetig wachsende Aufgaben bereithalten. Wer möchte kann diese Kapitel und Missionen, sofern freigespielt, auch einzeln über einen Mission Select anwählen. Beginnt Ihr das ganze komplett neu könnt Ihr euch auch noch für einen von 3 Schwierigkeitsgraden entscheiden. Danach startet die Kampagne mit einem von vielen per Zeichnungen umgesetzten Vorspann, welche die Geschichte stetig weiter erzählen und so einen sehr guten roten Faden durch das Spiel ziehen. Sehr schön gemacht auch qualitativ sehr stimmig. Anno 1701 ist wie schon erwähnt eine der typischen Aufbau und Wirtschaftssimulationen, wie es vor allem die deutschen Spieler lieben. Auch hier geht es grob darum Inseln zu entdecken, eine Siedlung aufzubauen und somit die eigene Kolonie zu Wohlstand zu führen. Anders als bei den Siedlern z.b. greift hier aber auch ein reines Wirtschaftssystem mit Steuern und damit Geld, was Teile des ganzen komplexer macht als bei den Römern & Co. Kriegerische Auseinandersetzungen spielen ebenfalls eine Rolle, so das Ihr als Spieler so ziemlich alle Facetten des Genre erleben und spielen dürft. Und wie schon erwähnt bekommt man das ganze nicht als abgespeckte Version zu sehen, sondern darf sich auf Wochen oder Monatelangen Spielspaß freuen.

Was auch fast schon nicht erwähnt werden muß ist die Tatsache das Ihr ab dem Start euer Spiel jederzeit und punktgenau Speichern könnt. Etwas das natürlich ebenfalls die Spielmotivation immer hebt. Sobald Ihr also den ersten Vorspann hinter euch habt zeigt sich das Gameplay in seiner Anfangsform. Dabei ist nun das erste Kapitel eigentlich fast ausschließlich ein Tutorial. Zur Verfügung steht euch dabei ein sogenannter Berater, der euch zwar das ganze Spiel über begleitet, aber hier am Anfang eine mehr als wichtige Rolle spielt. Im Top Screen als Bild dargestellt stellt er euch Aufgaben und gibt euch über alles Informationen, was im Verlauf wichtig ist. So bekommt Ihr anfangs Aufgaben gestellt, die Ihr einfach abarbeiten müßt und Schritt für Schritt an das Gameplay herangeführt werdet. Wer das erste mal mit einem solchen Spielinhalt zu tun hat wird das Tutorial durchaus als etwas überladen betrachten. Dazu sind es einfach sehr viele Möglichkeiten, die erstmal alle unter einen Hut gebracht werden wollen. Liegt auch daran das selbst im Tutorial niemand auf euch wartet, sprich beim Lernaktionen die Zeit oder so angehalten wird. Grundlage des Spiels ist ein Schiff mit dem Ihr nach einer geeigneten Insel sucht auf der es sich lohnt eine Kolonie zu erreichten. Später kommen hier noch Dinge dazu, was die Wahl der Insel beeinflußt, die wir am Anfang noch nicht beachten. Dabei spielt sich nun was die Screen Aufteilung angeht alles in einem festen Gefüge. Dient der Touch Screen für die Darstellung der eigentlichen Spielaction samt dem kompletten Bedienen der Menus und Aktionen eurerseits, so ist der Top Screen eure Infozentrale für alles was wichtig ist. Zu allem was Ihr also unten anklickt erscheinen dann oben weiterführende Informationen. Erste Aufgabe ist es nun ein sogenanntes Kontor zu Errichten. Einmal dient es als Lager und zum anderen hat dieses Gebäude einen Einzugsbereich.

Um das Kontor herum in einem weiten Radius wird die Insel erhellt und gibt euch so Informationen bis wohin Ihr bauen könnt. Keine Sorge, später könnt Ihr das erweitern. Von diesem Kontor geht nun alles aus. Oberhalb im Top Screen habt Ihr nun die wichtigsten Anzeigen für euer Spiel. Dort steht zum einen die aktuell verfügbare Geldmenge, die Anzahl der momentanen Einwohner eurer Kolonie und die überaus wichtigen Ressourcen, ohne die auch Anno natürlich nicht auskommt. 3 Dinge spielen hier eine Rolle um erfolgreich durch das Spiel zu kommen. Neben Holz spielen Steine und Eisen die Hauptrolle. Reichen für die Anfänge Holz und Steine aus, wird später natürlich das Eisen unumgänglich. Mit diesen Grundinformationen geht Ihr nun die weiteren Aufgaben an. So sind die ersten Missionen auch einfach angelegt und erwarten von euch den Bau der ersten Gebäude und der Infrastruktur im allgemeinen, wobei sich das Spiel immer an logische Abläufe hält. Das erste Bauwerk das Ihr in die Landschaft setzen sollt ist ein Holzfäller, der die benötigten Holzressourcen beschafft. Um einen geeigneten Platz zu finden dürft Ihr die Sichtweise per Iso Variante in 2 möglichen Auflösungen nutzen. Per Lupensymbol könnt Ihr eine weite Variante nutzen und eine Nahansicht, die erstaunlich detailliert und animiert daherkommen sollte. Um Gebäude zu erstellen habt Ihr wie bei allen anderen Möglichkeiten entsprechende Menus rechts an der Seite des Touch Screens. Auch hier geht das Spiel nach und nach vor und stellt euch anfangs immer nur das zur Verfügung das man für das Tutorial auch benötigt. Also tippt man die Rubrik an und verzweigt danach nochmal und findet das Holzfäller Haus. Wie bei allen Häuser bekommt Ihr dies nun transparent dargestellt und könnt es erstmal frei schwebend durch die Gegend bewegen.

Auch hier ist das Spiel komplett über den Touch Screen zu steuern. Tippt Ihr auf die Gegend könnt Ihr durch Ziehen oder Wischen die Gegend erkunden. Geht angenehm einfach und vor allem flott über die Bühne. So sucht man sich also als erstes einen geeigneten Platz für den Holzfäller. Logisch das dieser nicht auf einer Wiese stehen sollte, sondern möglichst in einem Waldgebiet. Stichwort Siedler müßt Ihr euch hier nicht um einen Förster kümmern. Einmal Wald immer Wald und damit auch Nachschub in Sachen Holz. Kaum steht das Gebäude greifen weitere wichtige Dinge im Spielsystem. Zum einen könnt Ihr den Holzfäller wie später alle anderen Geböude anklicken und erfahrt einiges darüber. Zum einen über die Produktivität und ob es sich lohnt diesen am gewählten Platz zu belassen. Denn noch viel wichtiger ist die Tatsache das alle Gebäude etwas kosten. Nicht nur in der einfachen Anschaffung was Geld und Ressourcen angeht, sondern viel wichtiger im Unterhalt. Ein Holzfäller kostet zwar kaum etwas im Unterhalt, später bei voll entwickelter Kolonie und allen anderen Gebäuden ein ganz wichtiger Faktor. Auch hier ein großer Unterschied zum Siedler System. Nun gut der Holzfäller steht, Holz kommt trotzdem noch nicht in das Kontor. Dazu erscheint nun auch noch ein Ausrufezeichen über dem Gebäude. Das bedeutet immer das dort ein Problem vorherrscht. Neben Infos die nach dem Anklicken im Top Screen auftauchen erscheinen auch Symbole um das Gebäude. Teils noch abgedunkelt gehört da auch ein Fragezeichen dazu. Hier könnt Ihr sehen das irgendwas nicht stimmig ist. Hier ist es die fehlende Anbindung an das Kontor. Es muß also zwingend eine Straße her welche den Holzfäller und das Kontor verbindet. Auch das gilt das gesamte Spiel über und einfach ein Gebäude irgendwo in die Pampa zu setzen hat nur bei wenigen Sinn. Hier ähnelt das ganze also mehr dem Sim City Prinzip. Ohne Infrastruktur geht nichts in Anno 1701.

Das Prozedere macht Ihr anfangs mit dem Steinbruch und dem daran anschließenden Steinmetz, der die Steine erst zu Baumaterial verarbeitet und einen weiteren Gameplay Teil zeigt. Viele Produkte die Ihr im Verlauf des Spiels herstellen könnt und auch zwingend braucht werden nur in Abhängigkeiten hergestellt. Ok Ihr habt eure ersten Arbeitsgebäude, nur wo wohnen die Jungs und wie ernähren sie sich? Also weiter im Programm. Das nächste Gebäude ist dann z.b. eine Rinderfarm, welche Nahrung produziert. Dazu müßt Ihr nun ein paar Wohnhäuser bauen. Wieder natürlich an die Straßen um den Fluß weiter zu gewährleisten. Oben tauchen nun die ersten Bewohner auf, die man auch animiert in den Straßen sehen kann. Sehr liebenswert gemacht. Nun habt Ihr zwar eine kleine Minisiedlung, um im Spiel aber was zu reißen muß viel mehr passieren. Aufbausimulation pur sag ich nur. Damit sich das ganze auch entwickelt greift auch ein System bei den Bewohnern. 5 Stufen eurer Zivilisation gibt es im Spiel. Am Anfang leben nur einfache Pioniere in der Kolonie. Danach folgen die Siedler, die Bürger, die Kaufleute und ganz am Ende, was auch entsprechend dauert die Aristokraten. Um nun eine Stufe aufzusteigen müssen weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Das Ziel ist es die Wünsche und Bedürfnisse eurer Einwohner zu befriedigen. Denn immerhin sind die es die eure Gelder bringen. Denn sie zahlen in Anno Steuern. Nicht nur das jede Stufe einen größeren Steuerteil zahlt, auch die Möglichkeiten im Spiel werden höher, die notwendig sind um die Kolonie immer weiter zu entwickeln. Dabei könnt Ihr z.b. die Entwicklungen auch visuell verfolgen. Aus anfangs gebauten einfachen Holzhütten werden mit der Zeit regelrechte Villen an den Straßen. Ok sagt man sich bauen wir einfach mehr Wohnhäuser für mehr Einwohner und hoffen auf mehr Steuern. Und wieder dreht sich die Abhängigkeitsspirale.

Denn irgendwann fangen die Bewohner an zu maulen. Nur arbeiten und wohnen wollen sie nicht mehr und sie verlangen z.b. nach einer kleinen Kapelle. Wie das Kontor haben diese Gebäudetypen ebenfalls einen Einzugsbereich. Baut man z.b. die Kirche mitten in die Siedlung sind ale zufrieden und zahlen brav ihre Steuern. Steht sie entfernt von vielen Häusern müßt Ihr euch nicht wundern wenn kein Geld in die Kassen kommt. Später kann man sich zu allen Zivilisationstufen immer genau in einem Menu anschauen was die Leute benötigen und wollen. Später wenn alle Stufen vorhanden sind wohnen neben den Aristokraten dennoch vielleicht Pioniere irgendwo. Und alle haben andere Anprüche. Ihr könnt euch dabei sogar zu den einzelnen Häusern klicken und schauen was fehlt. Je höher die Bewohner steigen um so mehr Gebäude abseits des Wohnens werden nötig. Das reicht von öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kirchen oder einem Gasthaus bis hin zu Schutzgebäuden welche für Feuer, Krankheiten oder Kriminalität zuständig sind. Ihr merkt schon das da einiges auf euch zu kommt. Ein Problem stellt man schnell fest. Euch geht ab der dritten Stufe schnell der Platz aus. Anfangs mit ein paar Wohnhäusern alles noch übersichtlich muß man teilweise Häuser wieder abreißen um Platz für öffentliche Gebäude zu schaffen. Die kleine Kapelle am Anfang nimmt nicht viel Platz weg, die große Kirche am Schluß erwartet einen größere freie Grundfläche. Gleichzeitig mit diesen Entwicklungen spielen die Produkte eine große Rolle. In jeder der 5 Zivi Stufen gibt es andere Bedürfnisse, die es zu erfüllen gilt und Ihr müßt euer Gebiet zwingend ausweiten. Dazu kommt das euer erstes Kontor keinen Platz mehr hat. Also baut man ein sogenannten Markthaus an die entfernteste Stelle eures ersten Kontors. Nichts anderes als ein Lager erweitert es zudem die Gebiete die nun bebaubar sind. Wieder alles mit Straßenanbindung und Ihr könnt neue Wohnhäuser bauen samt den Bedürfnissen der Bewohner.

Eine stetige Entwicklung die so eigentlich nie abreißt. Dabei solltet Ihr immer eure Haben/Soll Entwicklung im Auge behalten. Wiegesagt alle Gebäude kosten im Unterhalt. Und je größer die Gebäude werden um so teurer. Solange eure Einwohner zufrieden sind zahlen sie brav Steuern und eine Zahl in grüner Umrandung steht unter dem Strich. Aber wehe sie sind unzufrieden. Dann müßt Ihr per Hand die Steuern senken oder zwingend für bestimmte Güter sorgen. Nun kann es sein das z.b. eure Heimatinsel über keine Vorkommen an Baumwolle verfügt. Die Bevölkerung verlangt aber zwingend nach hochwertiger Kleidung. Was also tun? Dafür greift das nächste Gameplay Element. Irgendwann steht euch die Werft zur Verfügung. Also kann man ein Schiff bauen lassen, das Ihr via Weltkarte frei schippern lassen könnt und unentdeckte und schwarz Gebiete untersuchen lassen könnt. Findet Ihr z.b. eine weitere Insel meldet sich der Pott und Ihr könnt dieses dort z.b. ein weiteres Kontor errichten lassen. Das geht soweit das Ihr euch die Insel in Werten anschauen könnt, was dort vorhanden ist. Nehmen wir die Baumwolle die dort in rauen Mengen verfügbar wäre. Also Kontor plus Straße plus Baumwoll Plantage. Schon beginnt das ganze diesen Rohstoff zu generieren. Dazu baut man einen Schneider und kommt an die Kleidung. Sehr gut gelöst ist dabei das Lager Feature. Egal ob Ihr 1 oder 10 Inseln besiedelt habt. Erarbeitete Rohstoffe und Güter liegen imanginär in einem Lager, so das Ihr nicht zwingend Schiffe ohne Ende durch die Gegend schicken müßt. Ideal gelöst in meinen Augen. Dazu kommt bedingt durch das Lagersystem ein weiterer Pluspunkt dazu. Denn neben Knappheit an Rohstoffen und Gütern kann es auch sein das Ihr von einem bestimmten Produkt Unmengen produziert. Da wir hier nicht in der EU leben und Quoten die Produktion beeinflusen, könnt Ihr diese Dinge auch frei vom Lager aus Verkaufen. Für alles gibt es Schieberegler und entsprechende Menus um sich so mal schnell etwas Kohle zu besorgen.

Sobald Ihr euch via Schiff auch um andere Inseln kümmern könnt, spielt der nächste Aspekt hinein. Vielleicht seid Ihr ja nicht der einzige im Universum und Piraten oder euer Gegenspieler im Spiel mißbilligt euren wirtschaftlichen Aufschwung. Um sich bei euch Gehör zu verschaffen will er das ganze mittels Waffengewalt lösen. Willkommen im ebenfalls enthaltenen Militäraspekt. Auch hier wieder eingeteilt in Verteidigung und Angriff. So habt Ihr also die Möglichkeit Kasernen zu bauen, welche Soldaten generieren. Bietet eine Kaserne z.b. die Möglichkeit 20 Soldaten auszubilden, könnt Ihr diese nun mehrfach verteilen. Zum einen gibt es jetzt erneut hinzukommende Gebäude wie Wachtürme. Ebenfalls kann man alle Kontor und Markthäuser mit Soldaten füllen. Klickt man das Gebäude an gibt man an wieviele Soldaten hier stationiert werden sollen. Sind diese dort angekommen stehen sie euch zur Verfügung. Greift man euch z.b. an, errichten die Gegner wie auch Ihr wenn Ihr eurerseits eine Insel angereift einen Vorposten. Solche Orte wie auch vom Gegner eingenommene Gebäude kann man direkt angreifen. Man gibt die Anzahl der Soldaten an und läßt es drauf ankommen. Man kann reagieren und Nachschub holen, die eigenen Soldaten aber auch rein zur Verteidigung abstellen. Auch hier sind die Möglichkeiten immens. Und alles steht und fällt mit der Entwicklung der Kolonie. Wenn Ihr eh immer gerade so am Bankrott vorbei schlittert und dann noch solche Probleme dazukommen habt Ihr vielleicht kein Geld mehr um zu reagieren. Kommt Ihr einmal in den Minusbereich gibt es auch in Anno einen Dispo um kurzfristig zu reagieren. Alternativ kann man Gebäude auch deaktivieren, was weit weniger Unterhalt kostet. Dafür fehlen diese Produkte nun vielleicht wieder um die Bevölkerung bei Laune zu halten und schon sinken wieder die Steuern. Und und und.......

Wobei das ganze auch im Gegenteil funktioniert. Reichen z.b. eure vorhandene Plantagen oder sonstigen Gebäude für Wirtschaftsgüter nicht aus, könnt Ihr diese auch mehrfach upgraden. Pro Zivi Stufe geht das und erweitert die Produktivität oder die Lagergröße. Wieder einhergehend mit mehr Unterhaltskosten. Man kann auf alle Situationen im Spiel reagieren. Teilweise auch bei den Auseinandersetzungen. Manche Nachbarn, das können durchaus auch Eingeborene Völker sein wollen vielleicht einen Tribut oder bieten euch Hilfe an. Also gibt es auch dafür ein Menu um Tribute zu zahlen oder im Gegenzug selber benötigte Dinge zu bekommen. Zwar kann man alle Produkte auch selber nachkaufen, nur ist das immens teuer und nicht das erstrebenswerteste Ziel. Einzig um kurzfristig einen Engpaß zu beheben sinnvoll. Wollte man alles im Spiel mal ansprechen, auch dieser Test wäre eine kleine Doktorarbeit. ;-)) Selbst bei den Gebäuden und Menus bin ich bei weitem nicht auf alles eingegangen. Ein bißchen was wollt Ihr auch noch entdecken. Aber innerhalb der 10 Baurubriken stehen euch gut 50 Möglichkeiten zur Verfügung, wenn Ihr alles mal freigeschaltet habt. Und alles hat einen Sinn und Hintergrund. Mit der Zeit kann eure Insel garnicht groß genug sein und Ihr müßt zwingend neues Land entdecken. Das macht einen dermaßen großen Spaß das man hier locker die Zeit und alles andere vergißt. Positiv das euch der Berater immer auf dem laufenden hält. Wenn es irgendwo brennt, die Pest ausgebrochen ist oder eine Naturkatastrophe sich anbahnt, Ihr wißt wo und was zu tun ist. Wie Ihr reagiert ist dann eure Sache. Man hat nie so richtig Ruhe. Da läuft es vielleicht eine ganze Weile richtig gut und man erfreut sich an sprudelnden Steuereinnahmen um plötzlich Probleme zu bekommen. Alles passiert auch logisch und ist nachvollziehbar. Wirtschaftssysteme wie man sie sich vorstellt und wie sie auf dem DS so auch die Siedler nicht hinbekommen.

Müssen sie auch nicht, da der Ansatz teilweise ein anderer ist. Was den Tiefgang in einer WiSim angeht schlägt Anno 1701 alles was bisher dagewesen ist und macht von Anfang bis Ende Spaß. Alles mitzuerleben und zu beeinflussen macht den Reiz aus und das man euch als Spieler die größtmögliche Freiheit läßt. Wo es sich anbietet hilft das Spiel und macht es nicht zu kompliziert. Stichwort 10 Inseln, aber 1 Lager. Auch wenn Ihr überall Lagergebäude habt. Genau diese ganzen Entwicklungen spielt Ihr nun in allen Facetten und Schwierigkeiten in der Kampagne. Wer einfach drauf los schippern will und ohne Spielziele agieren will hat den Endlos Modus auch noch zur Verfügung. Hier solltet Ihr euch dann nichts anderes vornehmen und man kann sich wie am PC fast schon zuhause einschließen. Vor allem weil Ihr das ganze auch anpassen könnt. Zudem könnt Ihr bis zu 3 CPU Gegner auch noch mitmischen lassen. Ihr könnt das Startgeld beeinflussen und welcher Schwierigkeitsgrad genehm ist. Dieser Modus ist wie bei den Siedlern das Freie Spiel nochmals mehr ein Killer Feature als die Kampagne. Denn von der Spielzeit her muß ich glaube ich nicht betonen das Ihr auf Monate nichts anderes spielen braucht. Ist zwar Quatsch, denn dazu kommen einfach noch zuviel geniale Spiele. Aber wer auf WiSims steht und das ganze auch unterwegs oder einfach zuhause zocken will kommt hier nicht drumherum. Anno 1701 ist uneingeschränkt ein Pflichtkauf auf dem DS.

Grafik & Sound....

Dazu kommt das Anno 1701 auch grafisch ein sehr gelungenes Spiel geworden ist. Beide Sichtweisen sind technisch hervorragend umgesetzt und bestechen durch gute Übersicht und viele Details. Vor allem wenn man in der Nahansicht auf das Geschehen zoomt ein Augenschmauß für DS Verhältnisse. Ob nun der Holzfäller den man über die Straßen samt Wagen fahren sieht bis hin zu den immer detaillierter werdenden Häusern in der Enticklung der einzelnen Zivi Stufen. Alles mögliche ist animiert und farbenfroh. Da laufen Kühe und Schafe über die Farmen oder es raucht aus der Eisenschmelze. So viele Kleinigkeiten die einfach sehr liebenswert gemacht sind. Das es dabei weder ruckelt noch sonstig technisch irgendwie Fehler hat erstaunt sehr. Das einzige was man sich vor allem bei vollbebauten Gegenden wünscht ist das Drehen des Blickwinkels. Gerade um auf engem Raum vielleicht ein Straßenupgrade zu verlegen nicht immer einfach. Aber sonst ist das Spiel grafisch ebenfalls eine echte Granate.

Das gilt eigentlich auch für den Sound. Zumindest was die Musik angeht, die mittelalterlich angehaucht ist und somit als Background ideal paßt. Was weniger vorhanden ist sind Effekte. Auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite verständlich, weil bei der Masse an Gebäuden nebeneinander kein Sound irgendwie die Hauptrolle spielen würde. Ereignisse und sonstige unvorhergesehene Momente werden aber akustisch rüber gebracht.

Multiplayer....

Gibt es eigentlich einen Punkt den man kritisieren kann? Nein auch beim Multiplayer wird das nicht geschehen. Im Gegenteil. Denn hier z.b an der Multicartridge Variante zu maulen wäre ein wenig weit hergeholt. Habt Ihr also 3 Freunde neben euch beisammen könnt Ihr die Endlos Variante im Endeffekt auch mit 4 menschlichen Spielern angehen. Auch hier steht ein Setup zur Verfügung in dem Ihr für alle Einstellungen treffen könnt. Danach steht euch alles zur Verfügung und 4 Leute versuchen nun gegenseitig ihre Kolonien aufzubauen und sich vielleicht auch militärisch darauf zu einigen wer gehen muß. ;-) Alle 4 starten mit einem Schiff samt einigen Materialien in der Mitte der Karte und los geht's......

Fazit....

Was soll man groß über das Spiel sagen. Kaufen wäre vielleicht das richtige Wort. ;-) Ich hätte nicht gedacht das man das Anno Prinzip so ideal auf den DS portieren könnte. Anfangs wirkt es überladen um mit der Zeit sehr einfach von der Hand zu gehen. Die immens großen Möglichkeiten in alle Aspekte einzugreifen und überhaupt zu agieren machen aus dem Spiel einen Must Have Titel auf dem DS. Das Spielprinzip WiSim fällt ja in unserem Land nicht gerade auf unfruchtbaren Boden. Nicht nur deshalb dürfte das Spiel ein großer Erfolg werden. Sehr gute Spielbarkeit, eine immense Spielzeit samt der technisch hervorragenden Umsetzung lassen Spielerherzen höher schlagen. Stimmig, logisch im Gameplay ist das Game eines das man immens oft anfängt. Man will es immer besser machen und entdeckt bei jedem mal Dinge die man anders machen würde. Dank Endlos Spiel habt Ihr auf Monate zu tun ohne das der Spaß abreißt. Genretypisch ist es einfach jedesmal anders. Laßt euch also die Software Perle auf dem DS nicht entgehen.

 

+ Excellentes Gameplay
+ Sehr gute TS Steuerung
+ Sehr hoher Tiefgang
+ Endlos Modus
+ Möglichkeiten/Upgrades
+ Präsentation/Sounds
+ Technisch gelungen
+ Komplett Deutsch
- Nichts

GRAFIK: 90%

SOUND/EFFEKTE: 86%

MULTIPLAYER/WI-Fi: 93%

GESAMTWERTUNG: 94%

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