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NDS Ankh: Der Fluch des Skarabäenkönigs
 
 
Ankh: Der Fluch des Skarabäenkönigs - NDS
Kilian Pfeiffer (29.09.2008)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Denaris
GENRE: Adventure
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
WiFi: Nein

   
Einleitung....

Prädestiniert ist der Nintendo DS für jede Art von Adventures allemal! Der Touchscreen macht’s möglich! Alles was man seitens der Entwickler als Spieler erwarten darf, ist eine saubere Erkennung Eurer Eingaben, da der Stylus nun mal das Zeichengerät ist, mit welchem Ihr Eure/n Protagonisten/Protagonistin durch die Umgebungen navigiert. Dass dies technisch möglich ist, zeigten bereits einige Handheld-Vertreter aus dem Adventure-Bereich, sei es „Runaway – The Dream of the Turtle" oder „Geheimakte Tunguska". Es geht also, daher darf auch in Zukunft der Wunsch nach weiterer Point-and-Click-Kost geäußert werden. Heute schauen wir uns einen solchen Vertreter aus deutschen Landen an, „Ankh – Der Fluch des Skarabäenkönigs", das bereits im Jahr 2005 auf dem PC veröffentlicht wurde und nun endlich – nach einigen Verschiebungen – den Weg auf Nintendos Doppelbildschirm geschafft hat.

Menus und die Story....

Gute Stories sind die Hauptzutaten der Adventure-Serien, denn nur durch diese kommt der Witz zustande, den man sich als User erwartet, der Unterhaltungsfaktor, der einen vor dem Bildschirm hält und selbst bei unlogischen Rätseleinlagen nicht verzagen lässt. „Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs" versprüht jenen besagten Charme durchaus, vielmehr: Der Titel ist von Anfang bis Ende gespickt mit humorigen Einlagen, Lacher, soweit das Auge reicht, Wortwitze zuhauf. Dieser Punkt darf also ohne weiteres mit einem großen, grünen Haken versehen werden – Mission accomplished! Nichts weiter als das Spiel selbst befindet sich auf der Spielkarte, weder eine Bonussektion, noch Minispiele oder dergleichen. Solange der Inhalt und der Spielspaß passen, soll uns das weiter aber nicht stören. Bevor wir uns aber in’s Ägypten von anno dazumal wagen, wollen wir noch kurz einen Blick auf die zugrunde liegende Hintergrundgeschichte rund um Assil, Sohn eines bekannten Pyramidenbauers, werfen.

Assil hatte in einem Anflug geistiger Umnachtung seinem Vater den Ersatzschlüssel für die Pyramide gestohlen, um dort – in trauter Einsamkeit – mit seinen Freunden eine zünftige Party zu feiern. Eine Party mit schlimmen Folgen, wie sich später herausstellen sollte. Denn anstatt unter Alkoholeinfluss und dröhnenden Bässen die Einzigartigkeit des Ortes zu genießen, holt sich Assil mir nichts, dir nichts einen todbringenden Fluch, der ihn in kürzester Zeit dahinraffen wird. Sofern der Spössling kein „Gegenmittel" findet, das ihm auf seiner Reise um Leben und Tod helfend beiseite stehen würde. Was hat das Ganze eigentlich überhaupt mit dem geheimnisvollen Ankh zu tun, von Magie umgeben und Namensgeber des vorliegenden Titels? Wir wissen es zwar, spannen Euch aber auf die Folter. Im nächsten Videospielladen findet Ihr die Antwort...

Technik und Gameplay....

Assil in „Ankh – Der Fluch des Skarabäenkönigs" darf entweder mit dem Touchpen oder aber dem gewöhnlichen Steuerkreuz bewegt werden. Je nachdem für welche Variante Ihr Euch entschieden habt, ist das Resultat das gleiche – es funktioniert ohne weiteres. Von schräg oben navigiert Ihr den kleinen, technisch – im Vergleich mit der PC-Version – deutlich zurückgeschraubten Assil durch detaillierte Landschaften, wobei die Kameraposition zu jederzeit vorgegeben ist. So weit, so gut. Weniger toll ist hingegen die den Stylus benötigende Touchscreen-Steuerung wenn es um das Objekt-Handling geht. Sprich, wenn Ihr fitzelige Gegenstände, die kaum vom Hintergrund zu unterscheiden sind, aufnehmen wollt und die Berührung mit dem Stift aber dennoch nicht funktionieren will. Hier kann es durchaus vorkommen, dass man in eine Sackgasse manövriert wird, da man davon ausgeht, dass man mit einem bestimmten Gegenstand scheinbar nicht interagieren kann, weil man es schon einige Male versucht hatte, sich später aber herausstellt, dass man falsch gelegen war. Das ist dann natürlich bitter und stellt der Software nicht gerade ein perfektes Zeugnis aus. Denn bedauerlicherweise sind nicht alle Gegenstände sofort zu erkennen, lediglich ein kleiner Teil davon wird durch einen hellen Rahmen markiert, der besagt, dass eine Interaktion als definitiv gilt.

In fünf Kapitel unterteilt, werdet Ihr rund acht bis zehn Stunden zu tun haben, ehe Ihr das Ende des Spieles erreichen werdet und auf einer mühevollen Reise durch die Wüste bis hin zum Totenreich so ziemlich jede Umgebung erkundet, die mit dem auf Assil lastenden Fluch in Verbindung gebracht wird. Vier Tätigkeits-Icons prangen am unteren Touchscreen-Rand und sind im Wesentlichen dafür verantwortlich, dass Assil sein Abenteuer bestehen kann. Mithilfe des Auges betrachtet der kleine Ägypterjunge seine Umgebung, und erhält zu allen relevanten Objekten Informationsbeschreibungen, die in komplett deutscher Sprachausgabe aus dem Nintendo DS hallen. Der erste Titel, der im Gesamten mit deutscher Sprache aufwartet und dadurch eine gehörige Portion Atmosphäre versprüht! Auch alle Gespräche, ob kurz oder langwierig, wurden synchronisiert, so dass einige Stunden Sprachausgabe zusammenkommen. Die Rätseldichte ist relativ hoch, Gegenstände müssen miteinander kombiniert werden, beispielsweise ein Steinarm, den Ihr in ein Hemd einwickelt und mit dieser Kombination in tiefen Gewässern nach einem Krokodil Ausschau haltet, welches sich kurz darauf, nach einem heftigen Biss, seine Zähne am Stein ausbeißt. Autsch!!! Oder aber: „Benutze Baseball mit Schakal!" Schon einmal gemacht? Viel Spaß dann in der Unterwelt…

Die Icons am unteren Bildschirmrand werdet Ihr im Laufe des Spieles für Gespräche oder aber Interaktionen mit der Umgebung nutzen, was auch ohne weiteres funktioniert. Dialoge laufen im Übrigen nach einem immer ähnlichen Schema ab: Anhand mehrerer Auswahlmöglichkeiten kann ein Gespräch in der Tat in die Länge gezogen werden, eigentlich gilt es immer die eine passende Antwort zu finden, um einen Schritt vorwärts zu kommen. Alle anderen, zusätzlichen Unterhaltungen sind zu eben jener gedacht und nichts weiter als schmückendes, wenngleich ungemein zur Atmosphäre beitragendes Beiwerk – wenn doch die Spielzeit nicht relativ kurz wäre und die eine oder andere Situation nicht ganz so unübersichtlich ausfallen würde.

Grafik & Sound....

War die Darstellung auf dem PC noch erste Sahne und bis in’s Detail ausgearbeitet, musste man für den Handheld-Port kräftig zurückfahren und technische Anpassungen vornehmen. So sind zwar die Umgebungen hübsch von der Vielfalt her, jedoch erkennt man menschliche Charakterzüge auf Seiten der Spielcharaktere kaum. Man merkt, dass hier mehr Feinschliff nötig gewesen wäre, um ein noch überzeugenderes Endergebnis geliefert zu bekommen. Toll sind hingegen die – leider des Öfteren – ruckelnden Rendersequenzen.

Im Folgenden also das Lob, das sich der Titel wirklich verdient hat, wenngleich die Qualität des komplett vertonten Spieles etwas zu wünschen übrig lässt. Aufgrund der Datenmenge allein für die Sprachausgabe wurde diese erheblich komprimiert, was sich dadurch zeigt, dass kein Satz klar heraussticht, sondern eher von einem Rauschen begleitet wird. Es ist aber allein schon der Hammer, dass es geglückt ist, alle Soundschnipsel auf die Spielkarte zu bannen. Auch die Musikuntermalung kann sich sehen lassen und überzeugt durch orientalische Klänge und teils schöne Melodien.

Fazit....

„Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs" ist ein gelungener Titel vor allem hinsichtlich der Hintergrundgeschichte sowie der kompletten Synchronisierung – kein Zweifel! Dennoch trüben einige Schwächen den positiven Gesamteindruck. Weshalb einige Rätsel nicht mal mit der Lupe zu erkennen waren (beispielsweise der Taschenraub bei der alten Dame!!!) und einige Objekte selbst bei mehrmaligem Antippen nicht reagieren wollen, bleibt uns ein Rätsel. Die meisten Kopfnüsse sind logischer Natur, bereiten Spaß und bieten zu jeder Zeit eine deutsche Sprachausgabenunterstützung, die sich – bis auf die verrauschten Stellen – sehen lassen kann. Daher können wir den Titel Adventure-Fans an’s Herz legen und müssen hinzufügen, dass man mit etwas mehr Feintuning die 80er-Wertung locker erreicht hätte.

 

+ tolle Storyline
+ viel Humor
+ Dt. Sprachausgabe
+ meist logische Rätseleien
+ sympathische Atmosphäre
- knappe Spielzeit (5 Kapitel)
- Objekterkennung hier und da
- technisch nicht optimal

GRAFIK: 70%

SOUND/EFFEKTE: 73%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 79%

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