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NDS Alex Rider: Stormbreaker
 
 
Alex Rider: Stormbreaker - NDS
Kilian Pfeiffer (25.09.2006)

SYSTEM: NDS
ENTWICKLER: Altron
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 2
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Nein
PREIS: ca.15 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
LESERMEINUNGEN: Nein

   
Einleitung....

"Alex Rider - Stormbreaker" - vor einigen Monaten konnten regelmäßige Kinogeher den Teenager auf der Leinwand begutachten. Die Kritik zum Film war damals eher durchwachsen. Wie dem auch sei - zu einem richtigen Kinofilm gehört auch ein waschechtes Videospiel, in diesem Fall für den Nintendo DS. "Altron" zeichnet sich als Entwickler des Lizenztitels verantwortlich, "THQ" tritt in Deutschland als Publisher des "Actionspiels" auf. Ob die Action allerdings wirklich so hervorragend umgesetzt wurde und ob der Titel den Kaufpreis rechtfertigt, erfahrt Ihr im Test. Als blonder Jüngling hat Alex Rider auf jeden Fall schon einmal die besten Voraussetzungen…

Menus und die Story....

Wir schreiben das 21. Jahrhundert: Der "Stormbreaker", ein hoch technisierter, bahnbrechend innovativer Supercomputer erobert weltweit die Schlagzeilen der Medien. Der Erfinder der Innovation, besser bekannt unter dem Namen Darrius Sayle, will das Superteil nun landesweit jeder Schule zur Verfügung stellen und damit für Aufmerksamkeit sorgen. Allerdings ist sein eigentliches Vorhaben der Öffentlichkeit unbekannt, bedauerlicherweise führt er nichts Gutes im Schilde und daher wird Alex Rider, seines Zeichens Neffe eines berühmten Geheimagenten, auf Sayle angesetzt. Getarnt infiltriert er dessen Basis und deckt langsam aber sicher eine dunkle Verschwörung auf…

Bis zu diesem Zeitpunkt klingt die dem Titel zugrunde liegende Story noch recht spannend, das nun folgende Drama entbehrt jedoch jeglicher Dramatik und schlängelt sich gekonnt um sehenswerte Spielinhalte. Lizenzkram in Reinkultur - so bedauerlich das auch klingen mag. Allein die Spielzeit von nicht einmal zwei Stunden macht deutlich, dass Geld beim Käufer keine Rolle spielen sollte, denn das Preis-/Leistungsverhältnis ist alles andere als erfreulich und kassiert daher eine glatte "ungenügend". Dennoch werfen wir einen Blick in das Hauptmenü des Titels, der insbesondere von den integrierten Minispielen lebt - die Actioneinlagen sind im Grunde für die Tonne programmiert worden und alles andere als Musterware. Das Hauptspiel ("Stormbreaker") untergliedert sich in sechs Missionen, die regelmäßig von Minispielen unterbrochen werden und somit für Abwechslung sorgen. Weiterhin erwarten Euch im Menü die "Passwörter", "Optionen", die "Minispiel"-Abteilung, sowie der Button "Geheim", hinter dem sich ein Shop befindet, in welchem Ihr Spezialausrüstung und Galeriebildchen kaufen könnt.

Technik und Gameplay....

"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!" Die Entwickler von "Alex Rider - Stormbreaker" wohl auch. Nicht anders ist es zu erklären, dass in vorliegendem Titel nur der absolute Minimalaufwand gesteckt wurde, der für ein Lizenzspiel notwendig wäre. Dies beginnt beim lächerlichen Spielumfang, setzt sich beim unausgegorenen Gameplay fort und mündet in einer geistlosen Spielbalance, die zu keinem Zeitpunkt ausgereift wirkt. Allein die Tatsache, dass jegliche Items überflüssig sind und ohne weiteres beiseite gelassen hätten können, spricht eine klare Sprache.

Im Übrigen wird der Touchscreen des Nintendo DS nicht genutzt - bis auf die Auswahl favorisierter Gegenstände innerhalb des Inventars. Wie oben bereits erwähnt, ist der Jungspund Alex tief verwickelt in das korrupte Geflecht von Darrius Sayle. Sein Ziel ist die Aufklärung, was sich aber als erschöpfend erweist. Nichtsdestotrotz macht sich Alex auf, das Abenteuer seines Lebens zu schultern: Das Gameplay während der Erkundung linearer Levels erweist sich bereits zu Beginn als recht einfallslos und einschläfernd. Merkwürdig animiert läuft Alex durch die 3D-Areale und wartet darauf einem Feind zu begegnen. Durch "X"- und "Y"-Kombinationen prügelt der Spion auf sein Gegenüber ein - jeder Gegner agiert gleich, selbst Endbosse sind doof wie Stroh und lassen jede taktische Note auch ansatzweise vermissen. Ein paar dutzend Schläge und der Widersacher segnet das Zeitliche… Der Witz bei der Sache ist, dass jedes Gebiet letztendlich nur durchlaufen werden muss - ein großer Bogen um Eure Feinde reicht und Ihr seid in Sicherheit. Mit dieser Taktik kann man die Spielzeit des Titels auf rund eine Stunde drücken und, bis auf die Bossfights, jeden Gegner umgehen. Der Einsatz von Rauchbomben ist nicht notwendig, überhaupt existieren Gegenstände, wie Metall fressende Cremes, die im eigentlichen Spiel keine Anwendung finden. Wenn dann in den kurzen Minispielen. Ab und an erhaltet Ihr Passwörter im Spiel, die wiederum Menüpunkte, wie den "Outfit-Wechsel", frei schalten. Eine kleine Übersichtskarte zeigt Euch den Aufenthaltsort Eurer Feinde oder verrät, wo Power-Ups zu finden sind. Trotz dem es Erfahrungspunkte pro besiegtem Gegner gibt und die daraus resultierenden Levelaufstiege Alex in seinen Statuswerten anheben, wirkt auch dieses Spielelement aufgesetzt, da es schlichtweg keine Auswirkungen für das Spiel bereit hält. Wenigstens hat man den Rollenspiel-Aspekt anzuwenden versucht - jedoch mit mäßigem Erfolg.

Im Folgenden widmen wir uns den Minispielen, denen nicht nur Ihr Euch widmen müsst, sondern auch Alex während seines Ausflugs. Obwohl der Großteil der Spielchen uninspiriert wirkt, ist die eine oder andere Variante auf der Spielkarte durchaus in Ordnung, wenn auch mit Abzügen. So lasst Ihr Alex ein Hochhaus an einem Seil hinunterrutschen, ohne dass er von den Wachen, respektive den Scheinwerfern, gesichtet wird. Weiterhin saust der Spion an anderer Stelle im Spiel pfeilschnell durch ein Blätter-Dickicht: Kommen Euch Äste in die Quere, gilt es, rechtzeitig auszuweichen, anderenfalls könnte Euch der Schmerz Lebenspunkte kosten. Grottig hingegen ist die Motorrad-Verfolgungsjagd über eine komplett geradlinige (!) Strecke. Vereinzelte Fußtritte zerlegen herbeikommende Motorrad-Rowdies, das Spielgefühl, sowie der Sound, sind unterste Schublade. Ebenso unpräzise und daher nervtötend ist die "Snooker"-Einlage im Anwesen von Darrius Sayle. Um die Kugeln zu treffen, bedarf es puren Glücks, denn die Präzision lässt bedauerlicherweise bei jedem Queue-Stoß zu wünschen übrig. Auch recht nett, dennoch halbgar stellt sich eine Verfolgungsjagd - oder besser: ein Verfolgungsspaziergang - dar. Den rückwärts gerichteten Blicken des Verfolgten müsst Ihr geschickt ausweichen und im geeigneten Moment hinter einer Mauerfront verschwinden. Rasant, wenn auch ziemlich unrealistisch präsentiert sich der der Fallschirmflug, währenddessen Ihr einige verloren gegangene Dokumente einsammeln müsst. Witziger hingegen: Das Bad mit fiesen Tentakelmonstern. Ein begrenztes Atemvolumen hindert Euch daran, lange Tauchsessions zu überstehen und zwingt Euch während des nassen Ausflugs hin und wieder an die Wasseroberfläche zurück. Das Spiel, welches im Grunde ein weiteres Mal hätte programmiert werden müssen und man sich allein schon wundert, wie so etwas überhaupt zustande gebracht worden ist, ist der Ausflug mit dem Pferd. Ein Pferd, dessen Bewegungsabläufe nicht nur zum einen hässlich aussehen, sondern auch ungelenk und in jeder Hinsicht fern aller physikalischen Naturgesetze. Hindernisse wollen mit dem Vierbeiner übersprungen werden, was sich letztendlich aber als sehr gewöhnungsbedürftig herausstellt.

Grafik & Sound....

Die Hände über dem Kopf zusammenschlagen - die wohl passendste Reaktion auf dieses grafische Desaster. Der 3D-Ansatz des Gameplays ist ja schon mal nicht verkehrt, wenn aber Texturen und Details in keiner Weise ausgearbeitet worden sind, die Levels höchst linear dargestellt werden und Charaktere einem Puppentheater gleichkommen, fehlen einem ehrlich die Worte. Wobei man aus der 3D-Darstellung wirklich eine Menge hätte herauskitzeln können.

Der Sound wurde passend zum Spiel gewählt, erinnert ab und an gar an "Mission Impossible" und geht soweit in Ordnung. Leider gibt es zu den wenigen Textpassagen keine deutsche Sprachausgabe. Effekte, wie Motorengeräusche, lassen allerdings zu Wünschen übrig.

Fazit....

"Alex Rider - Stormbreaker" für Nintendo DS ist zwar ein Lizenzspiel, dennoch - oder gerade deswegen? - ein Reinfall. Zwischenzeitlich gab es einige Spiele, deren Entwickler ihre Hausaufgaben besser erledigt hatten. Bei dem Jungdetektiven Alex wirkt der gesamte Titel wie eine einzige Flickschusterei: Kaum Spielzeit, sinnfreie Spezialausrüstung (Inliner-Skates für Geschwindigkeitsbonus, Hautcreme für erhöhte Verteidigung, etc.), sowie hässliche Charakterdarstellungen. Nach knapp zwei Stunden hat man das Ende des Spieles erreicht. Die Minispiele motivieren für kurze Zeit, wirken aber unausgereift. Für sein Geld bietet der Titel daher leider etwas zu wenig.

 

+ Minispiele
+ Filmlizenz
- kurze Spielzeit
- grafische Mängel
- überflüssige Items
- linearer Aufbau
- keine KI vorhanden

GRAFIK: 55%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER/: --

GESAMTWERTUNG: 41%

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