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GBA Die wilden Fußballkerle 2
 
 
Die wilden Fußballkerle 2 - GBA
Kilian Pfeiffer (21.05.2007)

SYSTEM: GBA
ENTWICKLER: Kiddinx
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-2
SECRETS: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: K.E.
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.35 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
HIGHSCORES: Nein
GCN-GBA LINK: Nein

   
Einleitung....

Wilde Kerle braucht das Land! Auf jeden Fall die heimischen Kino-Betreiber! Denn jene freuen sich beim Start eines "Wilde Kerle"- Films ganz besonders, da die Ochsenknecht-Brüder samt aller anderen jugendlichen Darsteller für volle Kinosäle sorgen und den Betreibern gut gefüllte Kassen bescheren. Neben allerlei Merchandising-Artikeln wie Tassen, Bettwäsche oder Stiftetuis erscheint über "Kiddinx" ein weiterer Game Boy Advance-Vertreter der wagemutigen Kerle. Trotz eines neuen Spielprinzips haben die Entwickler einige, damals bereits von uns angesprochene Mängel, behoben. So ist im neuen Teil das altbackene Speichersystem vollkommen verschwunden und durch einen modernen Batteriespeicher ersetzt worden. Jump `n Run-Elemente verbannen die ehemals langen Laufwege in's Abseits. Dennoch gilt es einige Kritikpunkte anzusprechen.

Menus und die Story....

Die wilden Kerle befinden sich in Gefahr, der "Dicke Michi" sorgt für sorgenvolle Gesichter und die gesamte Rasselband hofft darauf, dass Leon, den Ihr als Spieler verkörpern werdet, für Frieden im Teufelstopf sorgen wird. Leons Freunde, die wilden Fußballkerle sind dort gefangen genommen und warten darauf von ihrem Freund befreit zu werden. Nur Leon gelingt die Flucht, dementsprechend liegt es allein an ihm als Sieger vom Platz zu gehen.

Der für den deutschen Markt entwickelte Titel enthält zwar deutsche Texte, jedoch werdet Ihr nur zwischen den einzelnen Levels in den "Lesegenuss" der die Story fortspannenden Texte kommen. Das Hauptmenü ("Spiel", "Sound") ist übersichtlich, diesem folgend stehen Euch drei Speicherplätze zur freien Wahl, wobei Spielfortschritte automatisch von der Software gesichert werden. Wie schon beim Vorgängerspiel gestaltet sich das Abenteuer gehörig kurz - nach knapp drei Stunden erblicken ungeübte Spieler das letzte Level, wobei dieses viel Spielspaß bietet und sich gelungen vom Rest des Titels absetzt.

Technik und Gameplay....

Leider müssen wir eingestehen, dass der Spielumfang nicht dem Wunsch der Käufer entsprechen kann. Zwar ist "Die wilden Fussballkerle - Gefahr im Wilde Kerle Land" dem Jump `n Run-Genre verbunden, sobald man sich aber im Titel erst richtig eingefunden hat, flimmert bereits der Abspann über den Bildschirm. Hier hätte man bei den Entwicklern, den "Morgan Studios", in Sachen Levelanzahl einiges nachlegen müssen. So erwarten Euch fünf groß angelegte Missionen, die jedoch in mehrere Teile gegliedert sind. Am Ende jeder Stage erwartet Euch der "Dicke Michi" und sorgt dafür, dass Ihr durch die Wucht seines Bauches ausgeknockt werdet. Dank des relativ leichten Schwierigkeitsgrades sind die Probleme im Vorankommen des Spieles aber eher gering, die Widersacher selbst ein Affront gegenüber einer echten, künstlichen Intelligenz.

Wie schon beim Vorgänger erwartet Euch zu Beginn einer Mission eine Fahrradtour, in welcher Ihr den heranbrausenden Opponenten entkommen solltet, um kein virtuelles Leben einbüßen zu müssen. Durch eine schnelle Folge von Knopfgehämmer tritt Leon in die Pedale und flitzt über die hügeligen 2D-Pisten, in der Hoffnung möglichst viele Münzen unterschiedlichen Werts einzusammeln (bronze - ein Punkt; silber - fünf Punkte; gold - zehn Punkte). Weite Sprünge hinweg über Rampen oder umgestürzte Bäume gleicht Ihr durch die Neigung des Fahrrads aus. Versucht also nicht zu stürzen, da Euch anderenfalls die Widersacher bereits nach kurzer Zeit eingeholt haben. Im Hinblick auf 2D-Sprungpassagen bereiten die Rad-Levels eine nette Abwechslung im Spielgeschehen, sind aber leider viel zu kurz ausgefallen.

Das Hauptgeschehen findet in den großen Spielbereichen statt, wobei der Friedhof nur einer von fünf darstellt. Aus einer 2D-Perspektive bewegt Ihr Leon von links nach rechts, immer das rettende "Exit" vor Augen. Dickwanstige Gesellen, hungernde "Bohnenstangen" und wild umherlaufende Spinner machen Euch das Leben schwer, wobei "schwer" relativ verstanden werden muss. Mit ein paar Hieben schaltet Ihr jeden Gegner nach wenigen Sekunden aus, diese hinterlassen zum einen wertvolle Münzen, die Gesundheit wiederherstellende Limo-Flaschen oder Fußbälle. "Fußbälle"? Genau! Im Endeffekt benötigt Ihr sie während der ersten vier Levels nicht wirklich, dennoch könnt Ihr damit witzige Dinge anstellen. Feinde werden so schneller ausgeschaltet, ein Schuss in die Hüftgegend kann schließlich ziemlich schmerzhaft sein. Bis zu fünfzig Bälle dürft Ihr mit Euch führen, einsetzen werdet Ihr sie allerdings wohl nur beim "Dicken Michi" als Bossgegner.

Immer wieder trefft Ihr innerhalb der Welten auf einen Händler, der Euch gegen eine entsprechende Münzzahlung wertvolle Gegenstände überlässt. Fußballhandschuhe, ein hochwertiges Trikot oder eine so genannte "Spezialbuxe" (Fußballhose) sind im Angebot, für den Endkampf im Fußballstadion Kloplöppelarmbrust, Dampfhammer-Kürbiskanone oder eine HF-Schleuderbatzen-Wumme. Selbstverständlich gibt es hier auch die notwendige Munition, sei es Wassertank, Erbsen, Kloplöppel, HF-Schleuderbatzen oder Kürbisse. Für den Radeinsatz dürft eine neue Bereifung erwerben und somit schneidiger über die Pisten jagen. Leider gestalten sich die Sprungpassagen wenig bedienerfreundlich, zu träge ist das Spielvergnügen innerhalb dieser. Leon bewegt sich sehr langsam, von zünftigen Sprungpartien kann man leider nicht sprechen. Kleine Kistenrätsel lockern die simplen Sprungabschnitte über Baugerüste, Friedhofsgräber und stillstehende Fahrzeuge auf. Immer wieder müsst Ihr hölzerne Boxen verschieben und diese auf kleinen Feldern platzieren, die wiederum einen Mechanismus auslösen und beispielsweise ein Tor öffnen. Nicht wirklich anspruchsvoll, für eine jüngere Zielgruppe aber durchaus sinnvoll.

Grafik & Sound....

Obwohl die Grafik auf Grund der wenigen Bewegungsanimationen etwas dürftig wirkt, ist sie dennoch wesentlich besser gelungen als beim direkten Game Boy Advance-Vorgänger. Hübsche Hintergründe der verschiedenen Spielumgebungen erheitern das Auge, leider gibt es im Gegner-Bereich kaum Abwechslung. Auch deren Angriffstaktiken sind alles andere als einfallsreich. Entweder schießen sie mit einer Steinschleuder oder versuchen Euch über den Haufen zu rennen.

Der Sound erinnert stark an den Vorgänger-Titel, wobei auch in diesem Bereich Verbesserungen zu verbuchen sind. Stimmige Musikunterlegungen sorgen für "Wilde Kerle"-Flair, Ohrwürmer-Potenzial ist zwar Fehlanzeige, dennoch geht der Sound in Ordnung.

Fazit....

Auch wenn die Kerle aus dem Film im Spiel nicht alles richtig machen, sieht man dem Titel eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger an. Allein das Vorhandensein eines eigenen Speichersystems gibt Zeugnis darüber. Die Genre-Verlagerung hin in den Jump ´n Run-Bereich tut dem Titel gut, dennoch hätte man in dieser Hinsicht mehr Action reinbringen müssen, zu öde wirken einige Sprungpassagen. Witzig hingegen sind die gelungenen Fahrrad-Missionen, von welchen man durchaus mehr hätte integrieren dürfen. Wie schon das Prequel krankt auch "Die wilden Fussballkerle - Gefahr im Wilde Kerle Land" am Umfang. Nach wenigen Stunden ist das Ziel erreicht. Einige zusätzliche Levels hätten dem Titel gut getan. Im Vergleich zum ersten Teil hat sich hingegen einiges - Positives - getan, so dass die jüngere Fan-Fraktion Gefallen daran finden dürfte. Wenn auch nur für kurze Zeit…

 

+ "Wilde Kerle" Lizenz
+ Bike-Touren
+ letzter Level!
- zu geringe Spieldauer
- dürftiger Schwierigkeitsgrad
- Vollpreis-Spiel
- zähe Spieler-Bewegungen

GRAFIK: 56%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 54%

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