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GBA Avatar: Der Herr der Elemente
 
 
Avatar: Der Herr der Elemente - GBA
Kilian Pfeiffer (30.05.2007)

SYSTEM: GBA
ENTWICKLER: THQ
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Batterie
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-7
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.30 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
HIGHSCORES: Nein
GCN-GBA LINK: Nein

   
Einleitung....

Aang, der juvenile Hauptcharakter aus "THQs" Lizenzserie "Avatar - Der Herr der Elemente" macht sich auf dem Game Boy Advance breit und schickt sich an, den greisen Handheld mit Spielspaß bringender Genre-Würze zu versorgen. Anders als auf Nintendo DS und Wii setzt die Game Boy Advance-Umsetzung voll und ganz auf Rätsel. Zwar sind auch hier noch leichtgängige Mini-Scharmützel im Button-Smashing-Stil implementiert worden, das Hauptaugenmerk liegt aber klar und deutlich auf den Fähigkeiten Eurer Charaktere und den voneinander abhängigen Aufgaben. Ebenso wurde das Team zusammengestutzt: Haru, in den weiteren Versionen als vierter Kämpfer im Einsatz, nimmt im GBA-Abenteuer nur eine kleine Nebenrolle ein. Vielmehr sind es Aang, Katara sowie Sokka, die miteinander das weitläufige Land vor der Feuernation bewahren wollen.

Menus und die Story....

GBA-typisch findet das Spiel auf einem Bildschirm statt, somit seid Ihr auf die Eingabe über die Knöpfe des Handhelds angewiesen. Den Entwicklern gelingt mit der Umsetzung eine überaus einsteigerfreundliche Spielversion, die sich systematisch entfaltet und fortan an Schwierigkeit gewinnt. Sind Rätsel zu beginn noch locker mit einer Person zu erledigen, fordern spätere Aufgaben den Einsatz Eurer gesamten Kreativität.

Eine Schwierigkeitsgradauswahl wurde dem Titel verwehrt, über das Hauptmenü ("Neues Spiel", "Spiel laden", "Optionen") gelangt Ihr sofort zum Ausgangspunkt der eigentlichen Story. Wie schon auf Nintendo DS und Wii ist die Feuernation Verantwortlicher für vorherrschende Hektik innerhalb des Landes. Nur Aang, angehender Avatar und äußerst vertraut mit elementaren Techniken, genießt seinen Status als angehender Weltenretter, sieht sich jedoch nicht in einer derartig bedeutenden Position, die er eigentlich innehat. Da ein Team bekanntlich weit reichende Möglichkeiten aufweist, schließen sich die drei Freunde zusammen und machen sich auf, die hereinbrechende Flut an Maschinen konsequent aufzuhalten.

Technik und Gameplay....

Der Ablauf auf Nintendos in die Jahre gekommenem Handheld orientiert sich von den Locations her an den anderen Versionen. Jedoch wurde der Spielumfang gekürzt, innerhalb von fünf bis sechs Stunden werden geübte Spieler die Schlusssequenz erblicken. Dennoch seid Ihr während der Zeit gut beschäftigt und habt einige Kopfnüsse zu lösen - auf Wii und Nintendo DS fehlten Rätselelemente in jeglicher Hinsicht. Umso mehr punktet daher die GBA-Version, welche Kämpfe bewusst außen vor lässt und nur selten zu Duellen einlädt, dafür aber Rätselanteile nach oben schraubt und somit den Anspruch - im Vergleich mit den anderen Umsetzungen - deutlich erhöht.

Legten die Entwickler in den anderen Versionen das Augenmerk in den Einsatz und Ausbau von Kampffähigkeiten, wurde dieses Spielelement komplett wegrationalisiert. Aang ist zwar in der Lage mit seinem Luftstab herum zu schwingen, das war es dann aber auch. Sokka darf hingegen mit einer wuchtigen Keule zuschlagen, ebenso einen Bumerang nach Feinden und Schaltern werfen. Katara, das einzige weibliche Wesen innerhalb des Trios, schnalzt mit ihrer Wasserpeitsche nach ihrem Gegenüber. Gleichgültig mit welcher Waffe, respektive welchem Charakter, Ihr attackiert, die Resultate in den simplen Auseinandersetzungen sind immer die gleichen. Nach wenigen Schlägen radiert Ihr kleinere Wolfsrudel von der Landkarte und scheucht Soldaten der Feuernation in's virtuelle Abseits. Lediglich bei Bossgegnern solltet Ihr auch ein wenig taktisches Vorgehen an den Tag legen, da anderenfalls das "Game Over" naht. Jedoch wurden die Rücksetzpunkte im Spiel gut gewählt, an bedeutenden Spielstellen erwarten Euch Speicherpunkte samt einer kompletten Gruppenregeneration.

Wesentlich bedeutsamer in dem übersichtlichen Rätsel-Adventure ist die Herangehensweise an die zahlreichen spannenden Kopfnüsse. Im Laufe der Zeit erlernt jeder Eurer Protagonisten zusätzliche Fähigkeiten, die Ihr beinahe im Minutentakt anwenden müsst. In der Regel steuert Ihr einen der drei Charaktere, auf Knopfdruck wechselt Ihr innerhalb Eures Teams. Abhängig davon, wer gerade zum Einsatz kommen soll, dirigiert Ihr beispielsweise Aang in Richtung eines Bodenwirbels, über welchen er mit einem Hochsprung nach oben befördert wird. Während Ihr Aang steuert, warten Sokka und Katara auf ihren Einsatz. Häufig müsst Ihr Schalter betätigen, um so ein Tor zu entsperren. Ist das erledigt, darf Aang ohne Bedenken zurück zu seiner Gruppe. Später im Spiel wird es wesentlich kniffliger: Katara trennt sich von der Gruppe, indem sie als Wasserbändiger durch eine Fontäne spaziert. Der Rest der Gruppe muss leider warten. Weiter geht es über diverse Wassergräben, die bei ausreichender Füllung von ihr vereist werden können. Oftmals müsst Ihr den Kopf dabei anstrengen, um ein Gewässer zu überqueren, da Ihr lediglich bis zu vier Wasserfelder zu Eis erstarren lassen könnt. Ist dieses Hindernis überwunden, blockiert sogleich ein massiver Fels das weitere Vorankommen.

Katara allein hat keine Chance, den Findling zu bewältigen, jedoch haben sich Sokka und Aang ihren Weg bis hierher geschlagen, einige Schalter mit einem gezielten Bumerang-Kreiswurf aktiviert und Hebel durch Manneskraft in Bewegung gesetzt. In der Nähe des Felsens angekommen, ist nun Sokka gefragt, der dank seiner bastlerischen Eigenschaften eine Bombe zusammenfügt, um mit dieser den Felsen in seine Einzelteile zu zerlegen. Aber Achtung: Aang sollte die Bombe im richtigen Moment mit einem Luftschlag in Richtung des Steins befördern. Der Weg ist nun frei, Katara hat nun freie Bahn. Vereinigt die Gruppe und weiter geht's zur nächsten Kiste, die wiederum einen Metallbodenschalter aktivieren soll. Allerdings liegt die Kiste auf dem "Kopf". Ein Luftschacht befindet sich in der Nähe, über welchen das Holzobjekt geschoben werden soll. Aang ist es nun möglich einen effektiven Luftstrom durch den Schacht zu jagen, der die Kiste in ihre Ausgangsposition bringt. Leider entspricht das Gewicht noch nicht dem Aktivierungspunkt des Bodenschalters, daher wird Katara zum Einsatz gebracht. Die Eigenschaft der Wasserverteilung ermöglicht es ihr Wasser aus einem nahen Becken in die Kiste zu bringen, um deren Gewicht zu vergrößern. Das Problem der Schalteraktivierung ist somit behoben, der Weg frei, um weitere voneinander abhängige Rätsel zu knacken.

Diese und ähnliche Aufgaben erwarten Euch während der gesamten Spielzeit, oben genanntes Beispiel sollte die Abhängigkeiten der einzelnen Teammitglieder aufzeigen. Auffällig gering gehalten wurden die Gespräche im Spiel. Nur selten habt Ihr die Möglichkeit der Konversation, wie das gesamte Spiel wurde auch hierbei kräftig reduziert.

Grafik & Sound....

In technischer Hinsicht, insbesondere der Grafik, gelang den Entwicklern ein kleines Sahnestück. Die Animationen der Charaktere sind liebevoll in das Spielgeschehen implementiert worden, auch die Farbsättigung der abwechslungsreichen Umgebungen kann überzeugen. Idyllische Schneelandschaften, in sattes Grün getauchte Wiesen, aber auch düstere Gebäudearchitekturen werden vom Team "Avatar" auf ihrer Reise unsicher gemacht.

Die gewählten musikalischen Mittel ergänzen das Spiel hervorragend. Charakterlosigkeit ist der Musik zu keinem Zeitpunkt vorzuwerfen. Jedoch wartet man auf einen Ohrwurm im klassischen Sinne vergebens.

Fazit....

"Avatar - Der Herr der Elemente" überzeugt in der Game Boy Advance-Version dank seiner Rätsellastigkeit. Nachdem die Kämpfe auf ein Minimum reduziert wurden, dürft Ihr Euch voll und ganz auf "Kopfaufgaben" stürzen und den Einsatz der Charaktere verwalten. Der stetig anziehende Schwierigkeitsgrad lässt Euch zum Ende hin oftmals fluchend vor dem Handheld sitzen, da Ihr zum x-ten Mal an einer Monstermaschine und der Abfolge zahlreicher Rätsel in kürzester Zeit, gescheitert seid. Leider ist der Umfang allzu kurz ausgefallen, hier hätte man mehr erwarten dürfen. Auch die Endwertung hätte so wesentlich höher ausfallen können. Nichtsdestotrotz ist das Abenteuer rund um Aang und seine Gefährten der spielerisch anspruchvollste Teil der Serie und punktet daher.

 

+ steigender Schwierigkeitsgrad
+ liebevolle Umsetzung
+ massig Rätsel
+ hübsche Spielumgebungen
- fünf bis sechs Stunden Spielzeit
- sehr linear
- drei Spielcharaktere (Haru fehlt)

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 72%

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