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GBA - Avatar 2: Die Erde brennt
 
 
Avatar 2: Die Erde brennt - GBA
Kilian Pfeiffer (05.12.2007)

SYSTEM: GBA
ENTWICKLER: THQ
GENRE: Action
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Mehrsprachig
SPEICHER: Paßwörter
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-4
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: 7+
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.25 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
HIGHSCORES: Nein
GCN-GBA LINK: Nein

   
Einleitung....

Der Game Boy Advance ist einfach nicht totzukriegen ;-) ! Im Grunde wollen wir das auch gar nicht. Lebenselixier verschafft dem Nintendo-Greis vornehmlich immer wieder "THQ", die in regelmäßigen Abständen noch Spielumsetzungen für besagten Handheld auf dem Markt platzieren. Mit "Avatar - Der Herr der Elemente - Die Erde brennt" bereits schon den zweiten Teil der beliebten "Nickelodeon"-TV-Serie. Erneut ist es der Game Boy Advance-Teil, der das Hauptaugenmerk auf anständige Rätseleinlagen legt und insbesondere die Fähigkeiten der Spielcharaktere zum Lösen der Kopfnüsse hervorhebt. Erneut gelingt dies recht anständig - jedoch ist es ein anderer Faktor, der Negativpunkte einfährt. Der Umfang ist derartig zusammengeschrumpft, dass man bei schneller Spielweise in rund eineinhalb Stunden das Spielende erreicht haben dürfte.

Menus und die Story....

Storytechnisch bleibt man bei der zugrunde gelegten Wii-Hintergrundgeschichte treu und spielt diese - in äußerst beschnittener Form Level für Level nach. Auffällig ist das Passwort-System, welches heutzutage auf einem Spielmodul nicht mehr zu finden sein sollte. Allerdings wird dieses sowieso nicht verwendet werden müssen - den dafür verantwortlichen Umstand haben wir Euch bereits dargelegt… Dass im Titel selbst ein großes Potenzial verborgen liegt, müssen wir Euch, glaube ich, nicht erklären. Bereits der letzte GBA-Teil konnte eine anständige 72er-Wertung einfahren, hier war auch die Spielzeit mit ein paar zusätzlichen Stündchen bemessen. Dass man das spielerische Leistungsvermögen dieses Mal lediglich spärlich zur Geltung bringt und nach kurzer Zeit bereits den "Cut" macht, ist für uns unverständlich. Hier hätte durchaus ein Geheimtipp entstehen können, Spielzeit und Rätseldichte vorausgesetzt.

Dennoch seid Ihr wieder in der Gruppe von Aang unterwegs, wenn auch nur kurz. Vorbildlich finden wir hingegen, dass auf dem Game Boy Advance insgesamt sechs Personen gesteuert werden dürfen, jede mit individuellen Fähigkeiten, die in gewissen Situationen zum Einsatz kommen. Oftmals ist das kooperative Element das Salz in der Suppe und Lösung zum spielerischen Fortschritt. Denn um die Feuernation irgendwann einmal in ihre Schranken weisen zu können, verlangt es mehr als den geschickten Umgang mit der Waffe.

Technik und Gameplay....

Wie schon der Vorgängertitel ist auch "Avatar - Der Herr der Elemente - Die Erde brennt" eine durchweg lineare Umsetzung, welche ihre Motivation aus den gestellten Spielaufgaben zieht. Zwar kann jeder der meist in Zweier-Gruppen agierenden Protagonisten einen Angriff mit seiner Standardwaffe ausführen, diese Scharmützel sind aber bloßer Füller und als Spielelement recht lasch. In regelmäßigen Abständen fordert der Titel Euch in "Button-Smashing"-Kämpfen auseinanderzusetzen. Mit Aang dürft Ihr dann kräftige Luftstöße dem Gegenüber entgegenschleudern, Sokka drischt mit seiner wuchtigen Keule drauf los, Toph hingegen beschwört Erdsäulen, die in rasend schnellem Tempo den Boden aufwühlen und für Unruhe bei den Beteiligten sorgen. Wasserwirbel sind das Meisterwerk von Katara, wohingegen Zuko schmerzend-heiße Feuerschläge am Körper des Widersachers austestet. Als Letzter im Bunde sei Iroh erwähnt, der durch einen gewaltigen Feuerrausch alles vor ihm Liegende zu Asche verwandelt. Die ständigen Feindscharmützel werden somit zum Kinderspiel, selbst die wenigen Boss-Fights sind im Nu erledigt und fordern nicht viel mehr als ein paar Angriffe in Folge. Von taktischem Vorgehen leider keine Spur.

Anrechnen sollte man den Entwicklern die Tutorials, die jeden der sechs Charaktere einführen und in wenigen Augenblicken an praktischen Beispielen die Fähigkeiten der Personen zum Ausdruck bringen. So erklärt man Euch, dass Aang in der Lage ist einen Sprint aufs Parkett zu legen - häufig dann notwendig, wenn Tore nur für wenige Sekunden nach Schalteraktivierung geöffnet sind. In der Erweiterung ist der Sprintstoß zu sehen, der an den temporeichen Lauf einen gewaltigen Angriff setzt. Kisten lassen sich somit in einem Zug über mehrere Meter verschieben, Feinde dadurch über den Haufen rollen. Aber nicht nur das: auch Euch attackierende Feuerbälle werden ohne Anstrengung so auf den Verursacher zurückgeschleudert. Insbesondere Schalterrätsel im kooperativen Zusammenspiel wissen zu gefallen, wobei diese eingeschränkter ausfallen, als dies noch beim Vorgängertitel der Fall war. Dennoch würdet Ihr ohne Irohs Drachenodem einige Feinde nicht vom Bildschirm putzen können, unüberwindbare Schalter hinter Wasserhindernissen ließen sich ohne die Hilfe Zukos wohl nie betätigen. Andererseits wäre auch ohne Kataras Frostschock die dauerhafte Schalteraktivierung nicht möglich, da nur sie Dampfquellen in Festform verwandeln kann. Wiederum sei Sokka erwähnt, der als Einziger - dank seines Bumerangs - hinter Hindernissen verborgene Schalter treffen kann, die in verschiedenen Ausführungen im Spiel vorkommen.

Jeder Level läuft im Übrigen innerhalb eines Zeitlimits, was bedeutet, dass Ihr Eure Arbeit rasch hinter Euch bringen solltet - gut zu wissen, dass grüne Zeitboni an allen Ecken und Enden auf Euch warten. Somit bleibt genug Raum für ausgiebige Überlegungen. Auch solltet Ihr ein Auge auf Eure Lebensenergie werfen, denn die meist in Gruppen heranstürmenden Opponenten der Feuernation schlagen nicht nur kräftig zu, sondern verschießen mit Vorliebe energiegeladene Feuerkugeln, die heftige Brandblasen verursachen können. Allerdings schenkt Euch jeder Sieg über einen Gegner ein paar Lebenspunkte zurück, Kombo-Knock-Outs sogar deutlich mehr. Ein Extrakraut verleiht Euch für einen gewissen Zeitrahmen Zusatzlebenspunkte - sofern Ihr einige Gegner plättet!

Ähnlich wie bei der Umsetzung für die Wii schwingt sich Eure Bändigergruppe gerne auch auf den Rücken von Appa, dem fliegenden, äußerst gutmütigen Wesen, das im Entferntesten an Fuchur aus "Die unendliche Geschichte" erinnert. Auf dem Game Boy Advance zwar lediglich in 2D-Grafik und vom spielerischen Gehalt ziemlich anspruchslos, jedoch als Abwechslung zum "normalen" Geschehen zu verstehen. Mit Appa weicht Ihr Bäumen, die von einem Wirbelsturm herum geschleudert werden, aus, auf Knopfdruck errichtet der draufgängerische "Flughund" eine effektive Verteidigungsbarriere, die Euch zu schützen weiß. Gewagte Flugaktionen werden mit zusätzlichen Lebenspunkten belohnt.

Grafik & Sound....

Grafisch hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel getan, die Levels wirken noch einen Tick geradliniger, was negativ auffällt. Im Gegensatz dazu gefallen die Spielcharaktere mit ihren Animationen. Leider sind die Umgebungen nicht mehr ganz so abwechslungsreich wie im Teil zuvor, dafür können die von Beschwörungsmanövern ausgehenden Effekte punkten. Für einen Game Boy Advance-Teil - so muss man den Titel nun einmal betrachten - fällt daher das Gezeigte im Gesamten positiv auf.

Passend zum Geschehen ertönt der Sound - liebevolle Kompositionen, die sich an die rätsellastigen Spieleinlagen anschmiegen, können überzeugen, wohingegen Sprachausgabe Fehlanzeige ist. Auf dem GBA erwartet man sich dies allerdings auch nicht. Die fernöstlich angehauchten Melodien sind ähnlich vielfältig wie im Vorgänger, Ohrwurm-Charakter haben sie allerdings nicht.

Fazit....

Im Vergleich mit dem Vorgänger hat nicht nur der Schwierigkeitsgrad gehörig nachgelassen, auch die Spielzeit schwand in zu großem Maße dahin. Irgendwie kriegt man das Gefühl nicht los, einen Schnellschuss zu spielen, der jedoch durch ein mit Potenzial geladenes Spielprinzip überzeugen kann. Was hätte man nicht alles mit den Charakter-Fähigkeiten anstellen können - einige Zusatzspielstunden vorausgesetzt? Auch in dieser Ausführung ist der Titel durchaus gut spielenswert, allerdings drückt der einschränkende Spielzeit-Faktor gehörig auf die Spaßbremse. Hoffentlich haben wir in naher Zukunft ein weiteres Mal das Vergnügen den Avatar auf dem Game Boy Advance anzutreffen. Wir würden uns auf jeden Fall freuen!

 

+ faire Rätseleinlagen
+ Personen-Fähigkeiten
+ 6 Spielcharaktere (plus Appa!)
- Passwort-System
- sehr kurze Spielzeit
- einfacher Schwierigkeitsgrad
- lineares Spielprinzip

GRAFIK: 72%

SOUND/EFFEKTE: 68%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 65%

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