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Mag64 Nintendo 3DS XL

07.08.2012 Vorstellung des Nintendo 3DS XL

Nintendo 3DS XL Logo

Nintendo ist ja in Sachen Hardware Ankündigungen und Details gerne mal ein wenig zurückhaltend. Gerne genommenes Beispiel ist ja die Wii U, bei der man sich ja immer noch sehr bedeckt hält, was einige Eckdaten angeht. Beim hier vorgestellten 3DS XL durften wir dann fast schon den Extremfall erleben. Auf der E3 gab es nur Gerüchte, die Nintendo vehement abstritt, um ein paar Wochen danach doch die Katze aus dem Sache zu lassen. Der 3DS bekommt nach etwas mehr als einem Jahr einen großen Bruder. Wie schon beim DS kein Nachfolger in dem Sinne, sondern einfach eine weitere Alternative und Weiterentwicklung. Denn verkauft werden nach wie vor beide Varianten. Wie der Name schon sagt ist der XL optisch ein anderes Kaliber. Unter anderem ist dies ja auch das Hauptargument seitens Nintendo, wenn man die Produktvorstellung und Präsentationen erlebt hat. Aber es gibt natürlich noch ein wenig mehr zu schreiben, als nur über die Größe des Gerätes. Mit Überraschungen im Positiven, aber auch im Negativen. Auch für das Mag64 führt natürlich kein Weg an der neuesten Schöpfung für unterwegs aus dem Hause Nintendo vorbei, also schauen wir uns das Gerät mal etwas genauer an.

Der Nintendo 3DS XL samt Verpackung

Wo fängt man an, wo hört man auf? Immer wieder die gleiche Frage bei einer Hardware Weiterentwicklung. Und seit DS-Zeiten fragen wir uns das ja nun nicht nur einmal. ;-) Schauen wir uns erst einmal ein paar Eckdaten an. Auffällig ist und bleibt die Größe des Gerätes. Mit einem 90% größeren Screen, schafft es der 3DS XL nun auf eine satte Bildschirmgröße von 4,88 Zoll. Angeboten wird das Gerät in 3 verschiedenen Farbkombinationen zum Start. Neben Rot/Schwarz gibt es das Gerät in Silber/Schwarz und Blau/Schwarz zum Preis von ungefähr 200 Euro. Für Nintendo Verhältnisse ungewöhnlich, fehlt allerdings beim 3DS XL ein Netzteil in der Verpackung, die ich meiner persönlichen Meinung nach als etwas blass empfinde von der Wirkung her. Da empfand ich die Verpackungen des ersten 3DS und vor allem der DSi XL stylischer. Die Argumentation seitens Nintendo in Sachen fehlendem Netzteil, mit der weiten Verbreitung des ersten 3DS und der letzten DS Generationen mag plausibel klingen, grenzwertig empfinde ich es dennoch. Man will ja doch auch noch genügend Neukunden gewinnen. ;-) Und die sind sicherlich nicht darüber erfreut, ein Netzteil extra kaufen zu müssen. Die 8 Euro für das Netzteil hätte man doch mit berechnen können, um ein Komplettpaket zu liefern. Aber wie immer ein schmaler Grat. Kunden die ein Netzteil haben, sehen das naturgemäß ein wenig anders. Schon eher sehe ich ein, dass man keine Ladestation mehr mitliefert. Denn mit knapp 25 Euro ist diese dann doch recht teuer.

Größenunterschiede Teil 1

So ist natürlich die Verpackung etwas dünner und bietet neben dem Grundgerät die üblichen Beilagen. Neben den AR Karten gibt es, heutzutage auch schon eher ungewöhnlich, reichlich Quickstart Flyer und Handbücher, sowie die üblichen Nintendo Shop Punkte. Im Gerät verbaut und enthalten sind der Stylus und die nun 4GB große SD-Card, gegenüber der 2er Variante aus dem ersten 3DS. Soweit einmal zu den simplen Fakten. Nun gehen wir doch mal ein wenig ins Detail. Sofort auffällig ist die neue Beschichtung des Gerätes. Matt und dadurch bei weitem nicht mehr so anfällig für Fingerabdrücke. Farblich hat man sich hier auf komplett verschiedene Einteilungen festgelegt. Während das Gerät im Inneren komplett schwarz daherkommt, sind Decke und Boden komplett in Rot gehalten. Gefällt mir sehr gut und wirkt noch einen Tick schöner, als bei der roten DSi XL Edition. Weiteres Thema ist die Mechanik der Scharniere. Hier hatten viele Kunden über eine etwas lasche und lockere Verarbeitung beim ersten 3DS geklagt. Dem hat man hier Rechnung getragen und bekommt beim XL 2 richtig feste und hörbar einrastende Stufen. Ist nicht der einzige Grund, warum der XL in Sachen Verarbeitung besser gelungen ist, als sein eigener Vorgänger. Weiterer Punkt in diesem Zusammenhang sind die sichtbaren Abdrücke der Touch Screen Umrandung beim ersten 3DS. Auch wenn hier wohl erst die Zeit zeigen wird, ob ich damit richtig liege, bei der XL Variante gibt es das Problem bisher nicht.

Größenunterschiede Teil 2

Was man ebenfalls recht schnell bemerkt, sind kleinere bauliche Veränderungen am Gerät, was meist in der Anordnung begründet ist. Auffälligste Neuerung hier sind nun 3 separat gestaltete Tasten für Select, Home und Start. Sie verfügen über einen, wenn auch kleinen Druckpunkt. Im Vergleich aber die bessere Variante, gegenüber dem ersten 3DS. Etwas vergrößert wurden die LED Anzeigen und im Falle der Lade- und Power LED auch etwas nach oben erweitert. Der Kopfhöreranschluss ist nun links zu finden, während der Slot für die SD-Card von links nach rechts außen gewandert ist. Alles Kleinigkeiten wie ich finde, aber natürlich erwähnenswert. Gut finde ich jetzt die klare Trennung zwischen 2D und 3D. So rastet der Regler für 2D in einer festen Position ein und lässt sich dann nur im 3D-Modus wie gewohnt stufenlos regeln. Dafür ist das kleine 3D-Lämpchen komplett weggefallen. Nach wie vor kein Freund bin ich vom stufenlosen Lautstärkeregler. Hier empfand ich die Tastenvariante als die bessere Alternative. Dafür wirkt der Sound satter, obwohl meines Wissens die gleichen Lautsprecher im Gerät schlummern. Der Stylus, der nun wieder als einfache Plastevariante daherkommt, steckt nun rechts im Gerät und nicht mehr auf der Oberseite. Abschließend zu den baulichen Dingen kann man den Power Knopf ansprechen, der nun tiefer eingefasst ist. Vom Feeling her aber kein großer Unterschied. Klar dürfte übrigens sein, dass man mit dem XL das Schiebepad Pro nicht verwenden kann, dass ja an den normalen 3DS angepasst ist. Hier verstehe ich Nintendo auch durchaus, den XL ohne den Zusatz auf den Markt gebracht zu haben. Es fehlen dazu schlichtweg die Titel, um diese Mehrkosten zu rechtfertigen. Nicht nur hier kann man sicherlich anmerken, es wird eh nicht das letzte 3DS-Hardware Update sein, das wir erleben. Da lehne ich mich einfach mal aus dem Fenster.

Verpackungsvergleiche

Viel wichtiger ist das Thema Bildschirme, das sicherlich auch die Mehrzahl der Kunden interessieren wird. Hier gibt es neben Licht auch Schatten. Klar dass alle Spiele davon eigentlich erst einmal profitieren. Man hat einfach eine viel bessere Übersicht und vor allem schnelle Spiele profitieren davon. Der Nachteil allerdings ist der gleiche, wie seinerzeit auf dem DSi XL gegenüber den kleinen Brüdern. Die Auflösung von 400x240 (800x240 beim 3D Einsatz) ist genau die gleiche wie beim normalen 3DS. Sprich es liegt in der Natur der Natur der Sache, dass auch hier das Bild somit nur gestreckt wird. Das führt je nach Spiel zu mehr oder weniger sichtbaren Kanten und einer etwas groberen Darstellung in einigen Spielen. Ebenso wirkt das Bild in Menus etwas milchiger und bietet den mittlerweile von vielen XL Besitzern empfunden Gelbstich. Im direkten Vergleich nebeneinander auf dem Hauptmenu, ist der weiße Hintergrund auf dem kleinen 3DS leuchtender und klarer. Schade des es beim Anschluss an das Netzteil keine weitere Helligkeitsstufe gibt wie beim normalen 3DS. Auf der anderen Seite und das muss man aber auch erwähnen, zeigt sich der milchige Effekt in den Spielen in meinen Augen nicht. Dort wirken die Farben recht identisch. Zugute kommt den Screens, das sie nicht mehr so stark Spiegeln. Kann man ganz simpel nachvollziehen, wenn man sich mal mit dem Rücken zum Fenster setzt. Non-Glare sind sie aber nicht. Auf diesen Schritt werden wir weiter warten müssen. Spielerisch bleibe ich aber dabei, dass während der Action die Screens auf einem guten Niveau daherkommen. Ängste dass man durch das gestreckte Bild eine schlechtere Qualität bekommt, kann ich so nicht bestätigen. Neben subjektiven Eindrücken ist das auch je nach Spiel unterschiedlich stark ausgeprägt.

Separat erhältlich - Das Netzteil (ca.8 Euro)

Aber Spiele wie Mario Kart, Kid Icarus oder auch eher einfachere Darstellungen wie in Theatrhythm verlieren nichts von ihrem Reiz. Was ich übrigens sehr interessant finde, sind die starken Schwankungen bei den Besitzern des XL. Wenn man sich mal so umhört, empfinden viele den 3D-Effekt als stärker, andere wiederum als schwächer. Ich für meinen Teil sehe kaum Unterschiede, empfinde dafür eher ein leicht verbessertes Sichtfenster, in dem man das 3D wirklich sauber sieht, ohne dass man die Doppelbilder zu Gesicht bekommt. Auch nicht umsonst gibt es ja mittlerweile viele offizielle Artikel, welche über recht starke Qualitätsschwankungen in der Display Produktion berichten. Technisch übrigens müssen wir uns hier nicht weiter auslassen. Denn nicht nur die Auflösung ist die Gleiche wie beim normalen 3DS, sondern auch alle anderen "Innereien". Nimmt man mal die größere SD-Card heraus, so sind die Geräte nach wie vor identisch. Selbst der Akku ist mit seinen 900mAh genau derselbe Typ. Lobenswert, dass man dennoch den Energieverbrauch verbessert hat. Zwar ist die Ladezeit mit ca.3 Stunden immer noch recht hoch, je nach Spiel kommt man aber mit vollem 3D-Effekt auf gut 5 Stunden im Durchschnitt. Es gibt aber auch die berühmten Ausnahmen. Kid Icarus leert den Akku schon nach weniger als 4 Stunden. Ohne 3D kratzt man an der 10 Stunden Grenze. Immerhin und besser als nichts.

Nach all den Fakten kommen wir aber auch noch zum reinen Spielgefühl. Hier punktet der XL in meinen Augen am meisten. Rein von der Optik und besseren Verarbeitung, wirkt der XL einfach edler und robuster. Die reinen Abmessungen sorgen zusammen mit den extremer "abgerundeten Ecken", für eine viel bessere Haltung und auch große Hände kommen mit dem Gerät sehr gut zurecht. Die eigentlich unveränderten Bedienelemente bieten leicht veränderte Druckpunkte der L und R-Tasten und einen etwas höheren Wiederstand beim Schiebepad. Aber in meinen Augen nichts, was sich extrem verändert hätte. Vor allem weil auch die Positionen nicht verändert wurden. Man hat somit mehr Fläche für die Finger und damit die Griffhaltung. Das passt also auch sehr gut. Insgesamt punktet das Gerät wirklich durch die bessere Verarbeitung und wirkt optisch erwachsener. Ein weiterer wichtiger Punkt für viele Gamer ist auch die Datenübertragung auf den neuen XL. An sich recht einfach, gibt es Kleinigkeiten die beachtet werden müssen. Weiter unten findet Ihr auch einen Link, der dies alles recht gut veranschaulicht. Wichtig ist die System-Software Version. Hier müsst ihr zwingend mindestens die Version 3.0.0-5E haben. Dazu darf bei eShop Inhalten der Kontosaldo jeweils nicht über 100 Euro liegen. Auch das ist ein wichtiger Punkt, wenn ihr solche Inhalte transferieren wollt. Wenn das beides passt, kann man über die Einstellungen und den Punkt Datentransfer seine alten Inhalte auf das neue Gerät spielen. Umständlich in meinen Augen ist dann nur die Tatsache, dass man im Anschluss noch mal die 2GB SD-Card 1-1 auf die 4GB Variante über einen PC transferieren muss. Ansonsten muss man die 2GB Variante auch im XL benutzen. Und das wäre ja nicht im Sinne des Spielers.

Separat erhältlich - Die Ladestation (ca.25 Euro)

Alles in allem macht der 3DS XL einen guten Eindruck. Er erfindet das Rad nicht neu und bringt dabei Positives wie auch Negatives mit. Die großen Screens sind was Feines und erhöhen durchaus den Spielspaß. Leider ist die Auflösung geblieben, was hier und da zu einer groberen Darstellung führt. Technisch ansonsten eigentlich unverändert, punktet er aber in der Verarbeitung und robusteren Ausführung. Er wirkt wie seinerzeit auch der DSi XL einfach erwachsener. Er bietet eine sehr gute Griffigkeit und eine leicht bessere Akkulaufzeit. Das kein Netzteil mitgeliefert wird ist grenzwertig und erfreut Neukunden natürlich nicht. Naturgemäß will eine Neuanschaffung für gut 200 Euro wohl überlegt sein. Vor allem ein paar Monate vor der nächsten Nintendo Hardware. ;-) Aber wer mit dem Gedanken spielt, macht in meinen Augen keinen Fehlkauf. Auch wenn der XL eher eine Evolution darstellt und nicht vielleicht erwartete Revolution. Mal schauen was in einem Jahr passiert. ;-)

Link zum Thema Datentransfer 3DS --> 3DS XL

matthias.engert@mag64.de (07.08.2012)

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