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3DS Zoo Resort 3D
 
 
Zoo Resort 3D - 3DS
Matthias Engert (23.02.2012)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: AQ Interactive
GENRE: Simulation
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Nein
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-5
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK0
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.30 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Nein

   
Einleitung....

Simulationen sind auf den Handheld Systemen eine eher seltene Spezies. Hier ist und bleibt der PC nach wie vor die bessere Alternative. Was aber nicht bedeutet, dass es in dieser Hinsicht gar nichts gibt. Viele der verfügbaren Simulationen sind durchaus gelungen und erfüllen für die angepeilte Zielgruppe auch ihren Zweck. Nicht umsonst sind gerade deshalb Tiersimulationen besonders beliebt und auch erfolgreich. Genau in diese Kerbe schlägt auch die aktuelle Tiersimulation aus dem Hause Ubisoft. Mit Zoo Resort 3D bringt man allerdings keinen weiteren Streichelzoo auf den 3DS, sondern versucht es mit einer Mischung aus Tierpfleger und Geschäftsführer, den der Spieler hier übernehmen soll. Was dann auch erklärt, warum der Titel nur bedingt als Konkurrenz zu einem Zoo Tycoon zu werten ist. Doch genug der Vorrede, schauen wir mal was die Mischung aus Bilanzen und dem Füttern von Tieren so zu bieten hat.

Menus und die Story....

Nicht weiter verwunderlich, dass hier Marvelous seine Finger mit im Spiel hat. Auch wenn die Harvest Moon Entwickler nicht direkt verantwortlich sind. Das haben hier die Mannen von AQ Interactive umgesetzt. Unter dem Dach von Ubisoft erschienen, präsentiert man euch ein komplett deutsches Spiel, das aber auf Sprachausgabe verzichtet. Positiv für den Familienfrieden, dass man den Spielern 2 Speicherplätze anbietet. Beim Rest der Spielfakten zeigt man sich aber eher von der einfachen Sorte. Es gibt weder einen reinrassigen Mehrspieler Modus, noch eine StreetPass Variante. Die einzige externe Möglichkeit ist das Nutzen der SD Card, auf der man die hier möglichen Tierfotos speichern kann. Pflicht es für den Spielablauf aber nicht. So bleibt es also hier beim Einzelspieler. Positiv dass man dem Spiel auch eine Story präsentiert hat, die entfernt schon ein wenig an Harvest Moon Verhältnisse erinnert. Hintergrund ist die Beziehung zwischen Großvater und Enkel. Hier war der Großvater Besitzer eines Zoos, in dem er früher seinen Enkel immer mit auf Entdeckungsreise genommen hatte. Der Enkel wird erwachsen und eines Tages stirbt der Großvater. Sein Erbe an den Enkel ist der Zoo, der allerdings nichts mehr mit einem florierenden Unternehmen zu tun hat. Der Zoo ist so gut wie ausgestorben, keine Besucher sind mehr interessiert und die Zukunft sieht alles andere als rosig aus.

Hier kommt ihr als Spieler nun zum Zug. In einem letzten Brief des Großvaters werdet ihr darum gebeten, euch um den Zoo zu kümmern und ihn wieder zu dem strahlenden Publikumsmagneten zu machen, der er einmal war. Der Enkel tritt seine Reise an und das Spiel beginnt mit eurer Ankunft im Zoo… Genauso klar und einfach ist auch der Spielstart. Ein Hauptmenu oder ähnliches gibt es hier nicht und euch erwartet einzig die Speicherplatzwahl. Hier könnt ihr später euer Spiel Fortsetzen und bei Bedarf den Spielstand auch Löschen. Mehr ist es eigentlich nicht in Sachen Vorbereitung. Dann öffnen wir mal das Tor zum Zoo und schauen spielerisch nach dem rechten.

Technik und Game Play....

Gleich zu Beginn erlebt der Spieler die schon angesprochene Story, die hier komplett in Standbildern und Texten präsentiert wird. Zwar grafisch recht modern und kühl präsentiert, fehlt aber schon ein wenig der verspielte und atmosphärische Touch. Immer mit dem Hintergrund was die angepeilte Zielgruppe angeht, die wie sich zeigen sollte, doch eher im jüngeren Bereich angesiedelt ist. Nachdem ihr ins Bild gesetzt wurdet, was hier auf euch warten wird, taucht ein weiterer Charakter in der Geschichte auf, der euch unterstützen will und euch eine Kamera an die Hand gibt. Nur mit dieser könnt ihr den Blog des Zoos füllen, so dass man hier dennoch auf aktuelle Gegebenheiten der realen Welt setzt. Genutzt wird dies aber nur im Spiel und eben nicht mittels realer Kontaktmöglichkeiten nach außen. Eine Website erstellen müsst ihr hier also nicht. ;-) Was ihr nun also besitzt ist ein leerer Zoo, einen einzigen alten Elefanten, eine Kamera und ein paar sogenannte Tierpunkte, die man hier durchaus als Geld bezeichnen könnte. Ziel ist es von nun an im Spiel den Zoo zu füllen und wieder Besucher anzulocken. Knapp 100 Tiere sind im Spiel vorhanden, die man theoretisch auch dort unterbringen kann. Zu Beginn des Spiels steht euch nur ein Zehntel der Gesamtgröße des Zoos zur Verfügung, so dass hier schon mal der Geschäftsführer in euch erwachen soll. Einnahmen und Ausgaben spielen hier also schon eine Rolle.

Zwei Dinge kann man dem reinen Spielverlauf schon einmal vorweg nehmen. Zeit spielt in diesem Game keine Rolle und Vergleiche zu einem Nintendogs sind daher völlig falsch. Sprich es gibt hier keinen Zwang sich täglich um die Tiere im Zoo zu kümmern. Auch sonst seid ihr nicht an Tageszeiten oder ähnliches gebunden. Die festen Abläufe sind hier durch andere spielerische Dinge umgesetzt. Zweites Thema betrifft die Pflege der Tiere. Auch hier kann man Hoffnungen auf einen Art Streichelzoo gleich negieren. Zwar muss man sich schon um die Tiere kümmern, aber bei weitem nicht in der Art wie man das vielleicht von einem Titel wie diesem erwartet. Also gehen wir es erst mal ein wenig entspannter an und schauen uns die spielerischen Inhalte mal etwas genauer an. Einfach gesagt übernehmt ihr hier die Rolle des Chefs und des Pflegers. Dazu stehen euch recht ausladende Menus zur Verfügung, die man dann noch am ehesten als Zentrale sehen kann. Während man in diesem Teil des Spiels über den Touch Screen die Menüpunkte anwählt, zeigt euch der 3D Screen immer verschiedenste Infos an. Im späteren Verlauf werden zudem logischerweise auch die Tiere an sich dargestellt. Hier ist das Spiel ein echter Blender. ;-) Die wichtigsten Infos hat man dabei auf dem 3D Screen immer schnell im Blick. Neben eurem Namen und dem des Zoos, findet man hier die aktuelle Anzahl an Besuchern, den Rang des Zoos und eure aktuell verfügbaren Tierpunkte.

Dazu kommen Anzeigen für die im Spiel enthaltenen 8 Futtersorten und eine Einblendung wie viele Tiere und Bereiche ihr im Zoo habt. Wie schon erwähnt beginnt ihr im Spiel mit einem Bereich, den man um 9 weitere erweitern kann. Jeder dieser Bereiche bietet nun Platz für eine bestimmte Anzahl an Tieren, die man später innerhalb des Zoos auch jederzeit verändern kann. Aber bis dahin hat man mit den Basics noch genug zu tun. Und genau die schauen wir uns mal genauer an. Mit dem Elefanten zu Beginn, erlebt man die spielerischen Grundlagen in Zoo Resort 3D. Die Abhängigkeiten sind hier nun so angelegt, dass ihr als Spieler die Tiere präsentieren müsst, um Besucher anzulocken. Als erstes nutzt man das Büro um den Elefanten in eines der Gehege zu platzieren. Dabei ist nun der folgende Ablauf auch bei späteren Tieren immer gleich. Dazu existiert im Büro der Punkt "Bindung zu den Tieren". Über diesen macht man praktisch einen Streifzug durch den eigenen Zoo und kann nun ein Tier in seinem Gehege besuchen. Das Ziel ist es die Bindung zu sich selber zu steigern. Gleichzeitig steigt damit auch das Interesse der Besucher, denen man hier nun das Tier präsentieren kann. Denn einmal im Gehege, kommt nun eure Kamera zu ihrem Recht. Mittels Schiebepad oder dem Gyro Sensor muss man versuchen das Tier mittig auf ein Foto zu bannen. Dazu kann man per Steuerkreuz einen Zoom nutzen, oder im späteren Verlauf verschiedene Blickpunkte und auch Videos nutzen. Je nach Qualität des Fotos, dass dann am Abend auf dem Blog veröffentlicht wird, erzeugt man damit Besucherinteresse. Kommen die Fotos gut an, hat man am nächsten Tag plötzlich Besucher im Zoo. Ist zwar in vielen Dingen eine ganz eigene Logik im Spiel, aber zumindest funktioniert so der grobe Ablauf.

Des Weiteren sollte man die Tiere gleich mit Füttern. Einmal um sie natürlich fröhlich zu stimmen, aber auch um ein Fotomotiv zu haben. Alle Tiere haben nun eine Herzleiste, welche die Bindung zu euch darstellt. Je öfters ihr das Tier besucht, umso höher die Bindung und damit auch bessere Fotomotive. Das wirkt sich dann auf die Besuche der imaginären Zoo Website aus und damit schlussendlich auf die Besucher am nächsten Tag. Denn sobald ihr nun Tierpunkte verdient, könnt und müsst ihr natürlich in neue Tiere investieren. Denn ein Etappenziel im Spiel ist es zumindest 70 Tiere im Zoo zu haben. Neue Tiere bekommt man über einen speziellen Automaten, was natürlich auch so ein Ding in Sachen realer Simulation ist. Es gibt hier verschiedene Automaten, die z.B. für 100 Tierpunkte Pflanzenfresser ausspucken, bei 300 TP Fleischfresser, oder bei 500 die Rubrik Landtiere. Hat man ein neues Tier, packt man es über das Büro Menu wie beim Elefanten in eines der freien Gehege und vollzieht nun erneut das Füttern-Foto-Video Prozedere. Leider gibt es aber ein paar Einschränkungen, die mir hier weniger gefallen haben. Zum einen ist man pro Tag beschränkt, was Besuche bei Tieren und die Anzahl der Fotos angeht. So kann man pro Tag z.B. nur 12 Fotos machen, wobei man hier frei entscheiden kann, ob man diese auch auf der SD Card speichern will. Dazu stehen euch maximal 4 Gehege Besuche zur Verfügung. Sprich man kann auch gar nicht alle Tiere an einem Tag besuchen und z.B. Füttern. Man merkt schnell dass man in Sachen Spielziele die Tiere oft nur auf einen MAX Wert in Sachen Bindung bringen muss. Ist das der Fall behält es diesen Wert, ohne dass man sich danach weiter darum kümmern muss.

Da helfen auch die doch recht zahlreichen Überraschungen nicht, die man schon eingebaut hat. Es gibt zig kleine Aufgaben, die man im Spielverlauf erfüllen kann. Schafft man diese Etappen, gibt es Bonustiere oder TP. Auch sonst passieren viele Dinge, die aber eher kosmetischer Natur sind. So wächst durchaus auch mal die Anzahl an Tieren pro Gehege und plötzlich habt ihr einen zweiten Elefanten, wo einen Tag vorher nur einer war. Es ist so schon grob immer das Gleiche und nur auf das Ziel ausgelegt Tiere zu beschaffen, TP zu verdienen und den Zoo immer größer zu machen. Es geht nicht darum, sich hier um die Tiere im Einzelnen zu kümmern. Das ist ein entscheidender Punkt für die Zielgruppe. Denn Erwachsene Gamer dürften sich hier schnell langweilen. Immer wenn man denkt, jetzt gibt es doch mal mehr zu tun, kommen die festen und starren Abläufe des Spiels dazu und verderben ein wenig die Stimmung. Ist ein schmaler Grat auch für jüngere Spieler in meinen Augen, die eben vielleicht doch ein wenig mehr mit den Tieren machen wollen. Was mir hier gut gefällt ist aber der Bereich Wissen und Infos. Denn einmal im Gehege vorhanden, werden zu allen Tieren viele Informationen freigeschaltet und auch reines Fakten Wissen ist enthalten. Lernen tut man hier also schon noch etwas. Wem das Spielprinzip gefällt, hat trotz klarer Vorgaben eine recht lange Spielzeit vor sich. Speziell die Momente der Fotosessions können dauern und man kann locker 15 Stunden mit dem Spiel zu bringen. Auch weil der Ausbau des Zoos nicht billiger wird mit der Zeit. Von einer reinrassigen Simulation sind wir hier aber schon weit entfernt. Ältere Spieler fühlen sich mit der Zeit klar unterfordert. Jüngere Spieler, für die das Spiel ganz klar gemacht ist, sollten aber abwägen ob ihnen dieses Spielprinzip gefällt.

Grafik & Sound....

Grafisch ist das Spiel ein echter Blender. Mal abgesehen von den einfachen Menus, gibt es hier ja nur noch die Gehege Action. Und da kann das Spiel schon punkten. Denn in Sachen Detailfreude und 3D Effekt, bietet das Spiel schon einiges. Die Gehege sind teilweise sehr ausladend und bieten damit auch bei Rundumblicken etwas fürs Auge. Detaillierte Tiere, die man wunderbar gestaltet hat, gefallen in der Machart nicht nur jüngeren Spielern. Zwar ist das alles nun keine schnelle und dynamische Action, hat aber einen sehr schönen und entspannenden Effekt. Ein bisschen schade, dass man den Tieren nicht noch eine bessere KI mitgegeben hat, was ihre Aktionen in den Gehegen angeht. Dennoch haben die Entwickler hier wirklich etwas fürs Auge hinbekommen. Allein die Wassereffekte mancher Gehege sehr wirklich toll aus. Technisch gibt es nichts zu maulen, so dass man dem Spiel in diesem Bereich ein gutes Zeugnis ausstellen kann. Gyro Sensor und der Zoom funktionieren tadellos.

Beim Soundteil bietet das Spiel ordentliche Klänge und Musiken, ohne das es hier extreme Ausreißer nach oben oder unten gibt. Die Musik im Spiel dudelt recht fröhlich vor sich hin und wird in den Gehegen teilweise leise gestellt, oder auch mal völlig abgestellt. Dann darf man auch reichliche Tiergeräusche erleben, die das Gehege Thema gut untermalen. Für ein Spiel dieser Art eine gelungene Akustik.

Fazit....

Eine abschließende Bewertung ist hier gar nicht so einfach. Der Titel bietet zwar viele Features, aber überall mit einigen Einschränkungen, so dass man ihn auch nicht richtig in eine Schublade packen kann. Viele Tiere, die man teilweise grafisch sehr schön präsentiert und man jüngeren Spielern eine Freude machen kann. Nur fehlt hier völlig ein Pflegeteil, der nun mal in der Zielgruppe gerne gespielt wird. Spieler mit einem Hang zur Wirtschaftssimulation bekommen zwar auch ein paar Möglichkeiten, werden aber ebenfalls mit beschränkten Aktionsmöglichkeiten konfrontiert. Das ist so ein bisschen das große Problem des Spiels. Immer wenn man denkt jetzt zieht alles richtig an, machen die stark reglementierten Möglichkeiten vieles wieder zunichte. Von daher sollten sich ältere Spieler hier keineswegs angesprochen fühlen. Einen Vergleich mit einem Zoo Tycoon z.B. hält Zoo Resort 3D keinesfalls stand. Bleiben die jüngeren Spieler, die auf Streicheln & Co verzichten können. Für die bietet das Spiel auch auf lange Sicht etwas. Die klaren Abläufe und das durchaus vorhandene Fakten Wissen zu den 100 Tierarten spielt da seine Stärke aus.

 

+ Game Play Mischung
+ Gute Spielzeit für Zielgruppe
+ Gehege Grafiken/3D Effekt
+ Viele Boni und Überraschungen
+ Kein Zeitdruck
+ Anzahl Tiere / Infos
- Kein MP oder StreetPass
- Abläufe oft zu gleich
- Nichts für ältere Gamer
- Mehr Möglichk. wünschenswert

GRAFIK: 82%

SOUND/EFFEKTE: 72%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 66%

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